70. Hörspielpreis der Kriegsblinden - Preis für Radiokunst

Der 70. Hörspielpreis der Kriegsblinden geht an Thomas Köck für sein Originalhörspiel „ATLAS“

Am 18. August 2021 wurde in Köln zum 70. Mal der Hörspielpreis der Kriegsblinden verliehen. 1950 gegründet wird der renommierte deutsche Kulturpreis an ein Original-Hörspiel verliehen, das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert. Eine 15-köpfige Jury unter Vorsitz der Kulturwissenschaftlerin Gaby Hartel entschied sich für „ATLAS“ von Thomas Köck, eine Produktion des MDR. Die Preisverleihung fand in hybrider Form statt und wurde live vom Deutschlandradio übertragen.

In seinem Hörspiel erzählt Preisträger Thomas Köck von der Arbeitsmigration in den 1980er-Jahren, vom Untergang der DDR und von einem Kind, das nach Vietnam reist, um den Weg seiner Vorfahren nachzuzeichnen. Thomas Köck, der virtuos Bilder von Bootsflüchtlingen oder Wirtschaftsfragen im Gestern und Heute verschränkt, entwickelt eine ungewöhnliche und mitreißende Perspektive auf die politische Wende 1989 und eine vietnamesische Familiengeschichte, die in der DDR wie in der Bundesrepublik ihre Spuren hinterließ.

Im ebenfalls nominierten Hörspiel „Fünf Flure, eine Stunde – Hörspiel in einem Take“ (hr/SWR/Deutschlandfunk Kultur) wirft Luise Vogt einen angst- und vorurteilsfreien Blick auf Helfende und Hilfebedürftige im Altenheim. „Einsam stirbt öfter. Ein Requiem“ von Gesche Piening (BR) erzählt von den Menschen, die vereinsamt und unbemerkt versterben.

70 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden – Preis für Radiokunst

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden ist der älteste Kulturpreis Deutschlands und die bedeutendste Auszeichnung für Autorinnen und Autoren deutschsprachiger Hörspiele. Er wurde 1950 vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. (BKD) begründet. 1994 kam die Film- und Medienstiftung NRW als weiterer Träger hinzu. 2020 übernahm der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die Mitträgerschaft des BKD. Seitdem wird der Namenszusatz „Preis für Radiokunst“ mitgeführt. In 70 Jahren gehörten u.a. Friedrich Dürrenmatt, Ingeborg Bachmann, Heiner Müller, Christoph Schlingensief und Elfriede Jelinek zu den Ausgezeichneten.

Weitere Informationen zu den Autorinnen und Autoren, die vollständigen Jurybegründungen und die von Ute Soldierer moderierte Preisverleihung finden Sie auf der Internetseite der Film- und Medienstiftung NRW.

Das Deutschlandradio übertrug die Verleihung in seinem Internetangebot „Dokumente und Debatten“.

Preisträger Thomas Köck, Hörspielpreis der Kriegsblinden - Preis für Radiokunst

Thomas Köck hält die Preisskulptur in der Hand. Er ist gutaussehend, hat blaue Augen, ein kantiges Gesicht mit dunklem, kurzem Vollbart, braune, kinnlange, hinter die Ohren gesteckte Haare mit einzelnen blonden Strähnen. Sein Körperbau ist athletisch.
Preisträger Thomas Köck, Foto: Hojabr Riahi/Film- und Medienstiftung NRW
Blauer Querbalken, darin links in Weiß die Worte "HÖRSPIELPREIS DER KRIEGSBLINDEN", rechts hellblaue und graue konzentrische Kreise in unterschiedlicher Strichstärke. Darunter links in Weiß auf grauem Grund die Worte "Preis für Radiokunst".