EBU Onkyo Braille Essay Contest

Der EBU Onkyo Braille Essay Contest wird jährlich von der japanischen Onkyo Corporation und dem japanischen Braille Mainichi organisiert und in Europa von der Europäischen Blindenunion (EBU) durchgeführt. Er existiert seit 2007 und soll die weltweite Nutzung von Braille fördern.

Aufruf zum Schreibwettbewerb 2020: Kreative Überlegungen zur Brailleschrift

Beteiligen Sie sich am „EBU Onkyo Braille Essay Contest 2020 – Europa“.

Wir schlagen eine Vielzahl von Themen vor, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bedeutung der Brailleschrift aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten können. Wichtig: Die folgende Liste ist nicht exklusiv. Auch andere Themen im Zusammenhang mit der Verwendung der Punktschrift können gewählt werden.

  • Die Rolle der Punktschrift bei der Förderung der Teilnahme blinder und sehbehinderter Menschen am politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, erzieherischen, sozialen und familiären Leben;
  • Die Punktschrift im Zeitalter der Technologie;
  • Die Verwendung der Punktschrift in allen Altersgruppen;
  • Punktschrift und Wahlen;
  • Leben mit der Brailleschrift - wir ermutigen alle, die die Punktschrift in irgendeiner Weise verwenden über die Rolle der Punktschrift in Ihrem Leben zu schreiben;
  • Wir ermutigen zu einer sachlichen Beschreibung potentieller Innovationen, Produkte und Ideen zur Förderung der Punktschrift in ganz Europa;
  • Amüsante Geschichten über die Punktschrift;
  • Die Zukunft der Punktschrift;
  • Vor- und Nachteile der Punktschrift im Vergleich zur Verwendung von Sprachsynthesegeräten und aufgezeichneten Büchern und Dokumenten;
  • Punktschrift und Musik;
  • Punktschrift und Zugang zum Tourismus;
  • Spielen mit der Punktschrift;
  • Die Geheimsprache der Brailleschrift.

Blinde, sehbehinderte und sehende Braille-Nutzerinnen und -Nutzer jedes Alters können bis zum 31. Mai 2020 Texte aller Art mit mindestens 600 und höchstens 1000 Wörtern über die Brailleschrift einreichen. Pro Person darf nur ein Text auf Deutsch eingereicht werden. Sie können Ihrer Einreichung auch gleich eine englische Übersetzung beifügen. Außerdem benötigen wir Angaben zu Ihrem Vor- und Nachnamen sowie zum Alter. Mit der Einreichung übertragen Sie alle Rechte an Ihrem Text an den DBSV und die EBU. Außerdem erklären Sie sich durch Ihre Einreichung einverstanden, dass Ihr Name vom DBSV und der EBU publiziert wird. Sie übertragen alle Rechte an Ihrem Textbeitrag an den DBSV und erklären sich damit einverstanden, dass der Text und Ihr Name auf den Kommunikationskanälen des DBSV (Twitter, YouTube, Facebook, Verbandszeitschrift "Sichtweisen" ode DBSV-Jugendmagazin) publiziert werden.

Bitte senden Sie Ihren Text digital oder auf Papier in Braille an den DBSV z. H. Merve Sezgin, Rungestraße 19, 10179 Berlin oder per Mail an m.sezgin@dbsv.org.

Der DBSV wird im Juni bis zu fünf Texte auswählen und im deutschen Original und auf Englisch als deutsche Beiträge zum Wettbewerb an die EBU weiterleiten. Die EBU entscheidet im September über die europäischen Gewinner. Es wird ein Hauptpreis von 2000 $ vergeben und weitere Preise von 1000 $ und 500 $ für Teilnehmer über und unter 25 Jahren.

 

Die Gewinner 2018:

 

  1. Otsuki first prize
    Annette AKKERMAN, The NETHERLANDS: Kasfia, a girl with a dream
  2. Excellent works prize
    Junior category:
    Jordan MAHONY, IRELAND: Life with BrailleSenior category
    Eylem YURTSEVER, TURKEY: Braille to Touch
  3. Fine works prize
    Junior category:
    Andrea MUÑOZ FERNÁNDEZ, SPAIN: In case anyone still wants to read me
    Alexia SLOANE, UNITED KINGDOM: Louis
    Senior category:
    Darijo ANUŠIĆ, CROATIA: Making the Right Move with Braille
    Carlos ANDRÉS VALLEJO, SPAIN: Two Hundred Years Later
  4. Highly Commended:
    Helen Bjornsdottir REDDING, ICELAND: To Braille or not to Braille – That is the Question.
    Leonieke BAERWALDT, The NETHERLANDS: A Glancing Blow
    Elisabeth DÍAZ LASTRAS, SPAIN: Sometimes we Receive Letters

Die Beiträge sind zu finden unter
http://www.euroblind.org/campaigns-and-activities/current-activities/braille-promotion#_Onkyo_World_Braille

Die zwei deutschen Beiträge, die 2018 am europäischen Auswahlverfahren teilgenommen haben:

Punkte zeigen den Weg

Der Stock findet den Weg hinunter zum Fluss. Sie genießt die Sonne auf ihrem Gesicht. Genießt die Freiheit, die ihr die neuen Technologien bescheren. Ihr Smartphone navigiert sie sicher durch die lärmenden Straßen der fremden Stadt. Aber da ist noch etwas anderes. Etwas, das sie glücklich macht.
Seit jene Vorschriften gelten, kann sie endlich ihre Neugier stillen. Sie bleibt stehen, hebt ihre Hand. Behutsam wendet sie sich der Wand zu. Sie spürt die vom Mauerwerk ausstrahlende Wärme schon, bevor ihre Hand den rauen Stein berührt. Sie findet die Plastikleiste, einer Hochwassermarke ähnelnd, folgt ihr mit dem Mittelfinger.
Da ist es, das Schild. Aus diesem wundersam glatten Material, das sich weich anfühlt und doch unverwüstlich hart ist. Jetzt nimmt sie den Zeigefinger zur Hilfe, gleitet mit der Fingerkuppe über die erhabenen Punkte. „City of London School“
Eine Schule also, direkt am Themseufer. Sie dreht sich halb um ihre Achse, kehrt dem Gebäude den Rücken. Langsam tastend wagt sie sich durch Menschenströme, die der Brücke zustreben oder von dort angeschwemmt werden. Gegenüber der Schule stößt sie auf einen modernen Bau, Stahl und Glas. Wie eine Gravur fühlt sich die Rille an, weit wie der Horizont, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Dann erneut dieses eigenartige Plastik oder was auch immer.
Es passt gut, denkt sie. Es gleicht ihren Fingern, zart und weich – und dennoch hart im Nehmen, allen Widrigkeiten trotzend. Ihre Finger gleiten leichtfüßig dahin. Angetrieben von einer brennenden Neugier, dem Verlangen nach Informationen, fliegen sie über die runden Erhebungen. „Salvation Army Headquarters.“
Lachend setzt sie ihren Weg fort, hinunter zur Themse, zur Millenniumbridge. Ein Leitstreifen bringt sie sicher an ihr Ziel. Wieder ein von Punkten übersätes Schild, Informationen über dieses stählerne Bauwerk, über das Datum der Einweihung durch die Queen. Über eine Sperrung, über Nachbesserungen, über die endgültige Freigabe.
Sie taucht ein ins wogende Meer der Touristen, spürt die sanften Schwingungen der Brücke. Tief inhaliert sie den Geruch des Wassers. Sie tastet nach dem Geländer und sie lässt es nicht mehr los. Punkte am Handlauf künden davon, dass sie die Mitte der Fußgängerbrücke erreicht hat. Gedankenverloren bleibt sie stehen.
Schiffe oder Boote gleiten über das Wasser. Sie kann sie hören, riecht deren Abgase. Sie weiß, dass sogar diese Schiffe voller Punkte sein müssen, voller Informationen. Überall gibt es sie jetzt, Punkte so zahlreich wie Wassertropfen im Fluss. Die Welt ist bunter geworden, mitteilsamer. Jeder Supermarkt hat sich in eine Fundgrube verwandelt, ganz gleich ob zuhause in dem kleinen Nest oder hier in dieser großen fremden Stadt.
Braillebeschriftungen auf jedem einzelnen Artikel. All die früher namenlosen Dosen, Flaschen, Kartons, Tüten, Becher, Schachteln haben ein Gesicht bekommen. Nun treten sie aus ihrer Anonymität heraus und enthüllen endlich ihre Geheimnisse. Gestern hatte sie bei Marks & Spencer zwei Stunden damit zugebracht, all die englischen Wörter durch ihre Finger gleiten zu lassen, um sie im Gedächtnis zu bewahren. Thomas, ihr Freund, hatte sie für verrückt erklärt. Nicht einmal das hatte sie gestört.
Immer noch steht sie still da und atmet die vom Themsewasser und dem Ausstoß der Schiffe geschwängerte Luft tief ein. Menschen laufen an ihr vorbei, ein buntes, vielsprachiges Stimmengewirr flattert durch die Lüfte. Sie schnappt einzelne Wortfetzen auf. „Manchare“, „Guck mal, dort!“, „Su maleta no tiene…“, „Heathrow“,.
Ihre Gedanken ziehen weiter, wandern zurück zu jenem unglaublichen Abenteuer, das hinter ihr liegt. Sie springen von Heathrow zu dem deutschen Flughafen. Zu den unzähligen Braillefeldern überall. Sogar die Anzeigetafeln fand sie in Punktschrift vor. So vieles, was vorher verborgen war, enthüllte sich ihr plötzlich. Die freudige Erregung, als sie mit den Fingern über die Auflistung der Abflüge huschte, über all die fernen Ziele. Als sie die Liste der Städte mit den eigenen Händen begriff, in sich aufsaugte.
Dann im Flugzeug. Früher hatte sie nie mitbekommen, was da alles an Informationen preisgegeben wurde. Thomas hatte sich stets geweigert, ihr vorzulesen. „Das interessiert dich sowieso nicht!“, hatte er gebrummt. Oder er hatte ihr die Existenz dieser Informationen schlicht verschwiegen. Hatte darüber bestimmt, wovon sie erfuhr und wovon nicht. Hatte dieses nagende Gefühl des Ausgeschlossenseins genährt.
Dieses Mal jedoch hatte sie ihre Finger nicht von der Rückseite des ausklappbaren Tischchens gelassen. Jede neue Meldung hatte sie mit Feuereifer gelesen. Die unterschiedlichen Flughöhen. Die Außentemperatur. Die Fluggeschwindigkeit. Jede Menge an neuem Wissen, ein Gefühl von Macht, ein Gefühl von unbeschreiblicher Freude breitete sich in ihr aus und verlieh ihr Flügel.
Beim bloßen Gedanken an den Flug kehrt die unbändige Freude zurück. Sie gibt sich einen Ruck, läuft weiter. Einmal über die Brücke und zurück. Ganz allein, selbstbestimmt. Die Finger über die Punkte gleiten lassend. Ob Thomas inzwischen wach ist? Sie beschließt, zum Hotel zurückzukehren.
In der U-Bahn-Station studiert sie die Braille-Tafeln, findet damit und mit den Leitstreifen den Weg zu ihrem Bahnsteig. Eine Durchsage bestätigt ihr, dass der nächste Zug der richtige ist. Die Punkte machen alles so einfach. So wunderbar klar. Auch im Zug der Circle Line.
Ihre Finger finden die Namen der Haltestellen, entdecken ein Braillefeld, auf dem sie immer die aktuelle Ansage nachlesen kann. Auf diese Weise entgeht ihr nichts, auch dann nicht, wenn der Zug gerade mit ohrenbetäubendem Lärm durch die enge Röhre rattert.
„Warst du draußen vor der Tür?“, begrüßt Thomas sie und gähnt laut, „Hast du wieder die Straßenschilder gelesen?“ Sie lächelt. Tatsächlich hat sie soeben jedes einzelne Straßenschild zwischen der U-Bahn-Station und dem Hotel unter den Fingern gehabt. Genuss pur. Sie freut sich, dass es ein weltweit geltendes Gesetz gibt, das vorschreibt, jede gedruckte Information, jedes Schild, jeden Text auch in Braille zur Verfügung zu stellen.
„Ich war auf der Millenniumbridge!“, verkündet sie stolz und merkt im selben Moment, wie unglaublich das klingt, wie fantastisch. Sie muss lachen. „Na klar“, erwidert er prompt, „und ich bin auf deinen komischen Pünktchen mal schnell eine Runde über London geflogen!“
Bettina Hanke, 51 Jahre

Die Sprache aller Blinden

"Was sollen wir nur tun? Jemand scheint uns zu erpressen. Aber nicht mal das wissen wir mit Sicherheit. Und alles nur, weil wir diese Reliefpunkte nicht lesen können! Es ist zum Verzweifeln! Bitte Herr Müller, helfen Sie uns, dieses Problem zu lösen!" "So kenn' ich Sie ja gar nicht. Das ist das erste Mal, dass Sie mich um etwas bitten. Normalerweise stellen Sie doch nur Forderungen an mich." "Möglicherweise habe ich mich ein paar Mal im Ton vergriffen. Bitte entschuldigen Sie, falls es so war. Aber bitte tun Sie was." "Gut, ich fasse ihr Problem mal zusammen. Seit drei Monaten spielen immer wieder einzelne Computer oder andere mit dem Internet verbundene Geräte verrückt. Es kam dadurch zum Beispiel zu Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung, da der 3-D-Drucker statt Fleisch nur noch Legosteine aus Plastik druckte. An den betroffenen Geräten fanden sie jedes Mal mit Punktschrift bedruckte Zettel, die mit einer Art Geheimschrift geschriebene Nachrichten enthalten." "Genauso ist es. Es handelt sich um Punktschrift, aber um keine uns bekannte Sprache. Deshalb bitten wir Sie mit Ihrer blinden Tochter Kontakt aufzunehmen. Vielleicht kennt sie diese Art von Schrift." "Gut, ich werde Lena fragen."

Herr Müller erzählte seiner Tochter Lena von dem Gespräch und gab ihr die Zettel. Lena las und begann zu lachen. "Was ist daran so lustig?", fragte ihr Vater. "Das ist eine Schrift, die ihr nie hättet lesen können." "Warum nicht? Wir haben Spezialisten für sowas. Trotzdem konnten wir nichts entziffern. Woran liegt das?" "Gut, ich erklär's dir. Wir setzen uns am besten auf den Boden. Hier in diesen Häusern, in die ihr uns Blinde abgeschoben habt, gibt es keine Stühle. Schließlich ist es ja nur ein Ort wo Blinde hingeschickt wurden. Da erschienen euch die Ausgaben für Stühle wohl überflüssig." "Dass wir euch hierher abgeschoben haben tut…" "…euch nicht leid. Schließlich hat niemand etwas dagegen unternommen. Aber jetzt mal zu der Schrift. Es handelt sich um unsere eigene Sprache…" "Eure eigene…" "Ja, und bitte unterbrich mich nicht. Wir haben sie erfunden, weil hier Blinde aller möglichen Nationalitäten vertreten sind und wir uns nicht einigen konnten, welche Sprache wir zu unserer Umgangssprache machen sollten. Außerdem gab es oft Schwierigkeiten mit Dialekten, sodass es mit der Verständigung sehr schwer war. Da ist uns die Brailleschrift eingefallen, denn die Punkte sind viel eindeutiger als gesprochene Wörter. Natürlich war es nicht leicht, die Zeichenzusammenstellungen für eine ganze Sprache zu erfinden…  Aber wir hatten ja Zeit. Schließlich habt ihr vor zehn Jahren beschlossen, dass ihr für uns dumme Blinde keine Verwendung habt und uns deshalb alle in dieses abgelegene Dorf geschickt." "Wir haben euch wohl unterschätzt. Ihr seid uns voraus. Eine Schrift, die alle verstehen, haben wir nicht. Wir haben nur Übersetzungscomputer, aber wenn der Strom mal ausfällt, können wir uns nicht mehr mit Leuten aus anderen Ländern verständigen." "Da hast du Recht. Ihr habt uns die ganze Zeit unterschätzt. Aber jetzt sollte ich dir verraten, was auf den Zetteln steht. Der Text ist immer derselbe und lautet: Gebt uns Blinden Arbeit und die Störungen eurer Computer werden aufhören." "Wer hat das geschrieben und wie stellt er oder sie sich das vor?", die Stimme von Herrn Müller klang ratlos. "Wer das war, weiß ich nicht. Aber uns Blinde in eure Welt zu integrieren wäre sehr einfach." "Aber die Arbeitsplätze sind doch nicht barrierefrei." "Das war vielleicht vor 50 Jahren so, als es viel Handschriftliches auf Papier gab. Aber seit 15 Jahren läuft doch alles über Computer und die Programme sind inzwischen mehr als barrierefrei. Ein Beweis dafür ist, dass es der unbekannte Briefeschreiber geschafft hat, in die technischen Abläufe einzugreifen." "Das stimmt allerdings. Wie wurden die Programme eigentlich so barrierefrei?" "Das war wohl reiner Zufall. Der Programmierer arbeitete wohl gern mit der Tastatur und hat deshalb einfach dafür gesorgt, dass alles auch per Tastaturbefehl bedienbar ist. Außerdem besitzen seit 50 Jahren alle Computer eine Sprachausgabe. Die habt ihr aber schon vergessen, weil sie zur Benutzung erst aktiviert werden muss." "Und wie kam der Erpresser in unser Netzwerk?" "Da gibt es nur eine Möglichkeit. Der Angriff muss über den einzigen Rechner stattgefunden haben, den es hier im Dorf gibt." "Und was machen wir jetzt?"
"Das ist doch klar. Wer auch immer es war, hat euch eindrucksvoll bewiesen, dass wir Blinden mit eurer Technik zurechtkommen. Wie jeder weiß, arbeitet ihr nicht gern im unterirdischen Computerraum, weil es da so dunkel ist. Uns macht das nichts aus, gebt uns dort Arbeit und wir alle können zufrieden sein."
"Stimmt, das ist eine Lösung, die allen gerecht wird. Ich rede gleich mal mit meinem Chef, aber ich bin sicher, dass er zustimmen wird."
"Gut, und ich schreibe gleich mal eine Nachricht an alle Bewohner dieses ungemütlichen Dorfes, dass wir bald umziehen werden. Wie gut, dass wir alle diese Schrift lesen können, sie ist die Sprache aller Blinden."
Carina Hofstetter, 22 Jahre

Weitere Texte über Braille aus den Vorjahren

Er konnte nicht sehen, was sie fühlte. Die Welt war zu dunkel. Sie konnte nicht hören, was er fühlte. Die Welt war zu still. Sie konnten nicht verstehen, was sie verbindet. Gesprochene Worte waren zu flüchtig. Punkt für Punkt werden Dunkelheit und Stille leise fühlbar durchbrochen.
Nadine Wettstein

Ich habe herausgefunden, dass Punktschrift einem ganz schön was nützt. Denn ich mag es mehr, zu lesen, als dass es mir ein Computer vorliest. Denn dann weiß man auch gleich, wie Fremdwörter geschrieben werden. Wenn man selbst liest, kann man mehr lernen und es versetzt einen in andere Welten. Denn es ist langweilig, wenn die ganze Zeit ein Roboter alles herunter rattert.
Juli Schweizer, 8 Jahre

Braille bringt deinen Tweet sogar im Dunkeln auf den Punkt!
Luca Sariyannis, 11 Jahre

Braille gegen den Lärm
Hallo Nachbarn, werft Eure Rasenmäher und Kreissägen an! Liebe Kinder, grölt herum so viel ihr wollt! All ihr motorisierten Angeber, tretet das Gaspedal durch und lasst den Auspuff röhren! Egal. Meine Finger stört es nicht. Ich hab mir die Braille-Vollschrift beigebracht. Tschüss, bin auf der Terrasse, lesen!
Bettina Hanke

Buchstaben
rollen durch meine Finger
ach wie schön kann fühlen sein
ich tauche ein in meine Fantasie
lieber noch als zu hören,
lese ich und genieße.
es ist ein Fest .
Susanne Aatz

Braille-Elfchen

Leise
Und still.
Es kann fühlen,
Wer nicht hören will.
Brailliant!
(Tim Ahrendt

Bäckers
Blinde Kunden
Knacken in Sekunden
Brailles Code auf Mohnbrötchen,
nimmersatt
(Gustav Douvrava

Fingerkuppen
Tasten wach
Über kleinste Punkte
Nicht schwarz nicht weiß
Leise
(Annalena Knors