Sichtweisen Ausgabe 4/2025 Juli

"Sichtweisen" – Heft 04/2025

Inhalt

Impressum

Editorial

Werbeanzeigen:

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

Einfach SynPhon!

DHV-Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH

RTB

Im Gespräch:

"Bis hierhin und nicht weiter!"

DBSV-Nachrichten:

Große Jubiläen in Baden und Hessen

Beraten und Beschlossen

Meldungen

Neue Regierung: Inklusion im Koalitionsvertrag

Verbandsrat: Lage auf dem Arbeitsmarkt diskutiert

Global Disability Summit: Erklärung verabschiedet

Hohenlohe: Wanderwoche mit Navigations-Training

Duo aus Griechenland gewinnt den ILSC 2025

Präsidiumsgespräch: Das BFSG im Podcast

DBSV-Karte: Mehr als ein Mitgliedsausweis

Dank an Unterstützer des DBSV

Thema: Wassersport

Surfen, paddeln, rudern: Los geht's!

Kurzinfo: Wassersport mit Seheinschränkung

Wenn's spritzt und schaukelt

Kurzinfo: Segeln für Kinder und Erwachsene

Tauchen, um zu genießen

Termine & Tipps:

Termine

Welthochschulspiele mit Audiodeskription

Leichtathletik mit Audiodeskription

Hörspielworkshop

iPhone-Seminar für Fortgeschrittene

Wandern im Herbst

Tandemwochenende

Trommelworkshop

Bewerbungstraining

Tipps

Kostenlose Audioinhalte in der "Hörbar"

Forum:

Braille zu Hause und im Beruf

Rätsel

Lösung des Mai-Rätsels

Kurzinfo: Forum  –  im direkten Austausch

Panorama:

Forschung

Neue Forschungsansätze zu Netzhauterkrankungen

Studie: Medikament MTK für die Netzhaut

Barrierefreiheit

Neues Informationsportal für barrierefreies Lesen

Bundesteilhabepreis 2025 in Berlin verliehen

Mannheimer Erklärung: "Worauf es ankommt"

Bildung

Infokampagne an Schulen: "Knack den Code"

Sport

Plakat-Kampagne: "Bist du behindert?"

Para-Sportlerinnen und -Sportler des Jahres

Vierter Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga

Studie offenbart Mängel bei Inklusion im Sport

AURA-Hotels: Entspannter Urlaub ohne Barrieren

Menschen:

"Die Ideen erfühle ich aus dem Stein"

Service:

Technologie, die den Alltag verändert

Kurzinfo: Erbrechtliche Beratung  –  ein Service der rbm

Medien:

Bücher

Der Bademeister ohne Himmel

Vom Aufstehen

111 Actionszenen der Weltliteratur

Die Ernährungs-Docs: Unsere Detox-Formel

Kurzinfo: Medibus-Katalog

Hörfilme

Die Augenzeugen

Anzeigen:

Private Kleinanzeigen

Partnersuche

Ferienwohnung

Gewerbliche Anzeigen

Englischkurse für alle!

Feelware

AASB Maria Seidling

Landeshilfsmittelzentrum Dresden

Marland

non-24.de

Nikolauspflege

Papenmeier Hotline Service

DBSV: Augenblicke feiern


Titelbild:
Das Titelbild ist ein Foto: Eine Meeresbucht und eine bewaldete Küste sind zu sehen. Die Spitze eines Kajaks ragt unten ins Bild. Blauer Himmel mit länglichen Wolken bestimmen die oberen zwei Drittel des Bildes. Darauf prangt in großer weißer Schrift und fragmentiert dargestellt der Titel "Sichtweisen".
Schwerpunkt dieser Ausgabe ist "Wassersport".



Impressum


"Sichtweisen" – Das Magazin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV)
79. Jahrgang
ISSN: 2511-7017


Herausgeber:
DBSV e. V.
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: 030 / 28 53 87-0


Redaktion:
Ute Stephanie Mansion, Anna Hinc, Leonie Koll, Lisa Mümmler, Andreas Bethke (V.i.S.d.P.)
E-Mail: sichtweisen@dbsv.org


Die "Sichtweisen" erscheinen sechsmal im Jahr (Nr.1 Januar, Nr.2 März, Nr.3 Mai, Nr.4 Juli, Nr.5 September, Nr.6 November) in Print und Braille sowie als Bestandteil der zehnmal im Jahr erscheinenden DAISY-CD DBSV-Inform (kostenfreies Abo für Mitglieder aller DBSV-Landesvereine).


Jahresbezugspreis für Print und Braille:
24 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 27 Euro,
halber Preis für Abonnenten unter 21 Jahren.


DBSV-Zeitschriftenverlag:
Undine Bodinka
Tel.: 030 / 28 53 87-260
E-Mail: zeitschriftenverlag@dbsv.org


Kündigung des Abonnements bis Ende September für das Folgejahr.


Anzeigenverwaltung:
Tel.: 030 / 28 53 87-293
E-Mail: anzeigen@dbsv.org


Private Kleinanzeigen bis 200 Zeichen: 10 Euro, je weitere 50 Zeichen: 5 Euro.
Mediadaten für gewerbliche Anzeigenkunden auf Anfrage.


Produktion:
Print: DCM Druck Center Meckenheim GmbH, mit freundlicher Unterstützung
Braille: Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)
DAISY: dzb lesen und optimal media GmbH


Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechteridentitäten (siehe auch www.dbsv.org/gendern.html).




Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am Anfang kostet es ja immer etwas Überwindung: Darum taucht erst einmal der Fuß ins Wasser  –  und fährt vielleicht bibbernd zurück. Doch ganz schön kalt, das Wasser. Aber nach und nach geht es einen Schritt vorwärts, bis die Beine, die Hüfte und auch der Oberkörper mit Wasser bedeckt sind und sich der ganze Körper schließlich in Bewegung setzt. Und dann macht es meistens Spaß, seine Bahnen brustschwimmend, kraulend oder in Rückenlage durchs plötzlich gar nicht mehr so kühle Nass zu ziehen.

So machen es viele von uns  –  besonders gern im Sommer im Freibad, an einem Badesee oder am Meer. Doch es gibt noch viele andere Sportarten, die man im oder auf dem Wasser betreiben kann. Einige davon stellen wir im Schwerpunkt dieser Ausgabe vor. Wer einen Wassersport erlernen oder regelmäßig im Verein ausüben möchte, sollte sich bei Vereinen an seinem Ort erkundigen, ob es möglich ist, blind oder sehbehindert mitzumachen. Denn Wassersport-Angebote, die sich ausdrücklich an blinde und sehbehinderte Menschen richten, sind selten.

Mit Wasser zu tun hat auch ein Kunstwerk der blinden Hobby-Bildhauerin Karla Faßbender. Ihre "Welle im Auslauf" aus Alabaster wurde sogar in der Bundeskunsthalle ausgestellt. In der Rubrik "Menschen" berichtet die Künstlerin, wie sie Ideen aus Stein erschafft und was sie sonst noch so alles macht.

Der Verbandsrat des DBSV hat im Mai in Nürnberg getagt. Über die Themen, die dort diskutiert wurden, haben wir mit Präsident Hans-Werner Lange gesprochen. Das Interview mit ihm finden Sie in der Rubrik "Im Gespräch".

Ebenfalls im Mai war die SightCity in Frankfurt am Main, die große Messe für Hilfsmittel für sehbehinderte und blinde Menschen. Ein paar der vielen Neuheiten stellt Christian Balbach in der Rubrik "Service" vor.

Unsere Reihe zum Braille-Jubiläumsjahr geht weiter: Diesmal erzählt Wencke Lutz-Gemril von ihrer Arbeit am Zentrum für Barrierefreiheit der Blindenstudienanstalt (blista) in Marburg.

Hang loose, um es zum Schluss mit dem Surfergruß zu sagen (Bleib locker, Alles klar)!

Eine inspirierende Lektüre wünscht

Ute Stephanie Mansion
Redaktion Sichtweisen  

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Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

Entdecken Sie vielfältige Audioanleitungen zu iPhone, Internet u.v.m. in unserem barrierefreien Online-Shop!

Unsere günstigen Onlineschulungen für Screenreader und Officeprogramme sind unschlagbar.

Nutzen Sie auch unsere Expertise in der Fernwartung von Blindentechnik.

Hören Sie unseren Podcast Smütech  –  überall, wo es Podcasts gibt!


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Einfach SynPhon!

Elektronische Hilfsmittel, die das Leben erleichtern, sind unser Markenzeichen. Der bewährte EinkaufsFuchs-Produktkenner sagt mit einem Piep, was die Sache ist. Die Fledermaus-Orientierungshilfe erkundet Sicherheitsabstände automatisch und zeigt, wo es langgeht. Es ist zudem denkbar einfach, unsere Hilfsmittel kennenzulernen. Ein Anruf genügt und EinkaufsFuchs oder Fledermaus kommen vollkommen unverbindlich mit der Post zu Ihnen nach Hause. Alles Weitere erfahren Sie sehr gerne am Telefon  –  so einfach ist das!


Tel.: 0 72 50 / 92 95 55
SynPhon GmbH
Im Steinig 6, 76703 Kraichtal
E-Mail: synphon@t-online.de
www.synphon.de

DHV-Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH

IKONN Accessibility System

Das IKONN Accessibility System ist eine Produktfamilie, die speziell entwickelt wurde, um eine hervorragende Nutzbarkeit für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zu gewährleisten, wobei das attraktive, hochwertige Design eine Nutzung durch alle Menschen ermöglicht. Alle IKONN-Produkte verfügen über große, kristallklare Anzeigen mit hoher Sichtbarkeit und Kontrast.

In Verbindung mit dem IKONN-Controller kann jedes Produkt Informationen per Audio in einer Vielzahl von Sprachen und Stimmen ausgeben, sodass blinde oder sehbehinderte Menschen sie selbstständig nutzen oder mit sehenden Familienmitgliedern zusammenarbeiten können.


IKONN-Controller

Der IKONN-Controller ist für seheingeschränkte und blinde Anwender die Basiseinheit, mit der sie für alle IKONN-Produkte die Sprachausgabe aktivieren können. Er ist ein tragbares, audiobasiertes digitales Produkt, welches per Bluetooth mit den diversen IKONN-Produkten verbunden wird. Der IKONN-Controller verfügt über eine breite Palette integrierter Funktionen wie Datum/Uhrzeit, Timer, Alarme und Sprachnotizen. Er kann mit Plug-in-Sensoren, wie einem Farbleser, verbun,den werden und dient als Fernbedienung für eine Vielzahl von Haushaltsgeräten wie Waagen, Thermometern und mehr.

Eine Audio-Menü-Schnittstelle und komfortable taktile Tasten ermöglichen eine intuitive Bedienung. Eine umfangreiche integrierte Audio-Hilfefunktion bietet klare Anleitungen für jedes Produkt.

Mit der IKONN-Update-App (derzeit iOS) können Sie die Sprache oder die Stimme Ihres Controllers ändern und ihn mit den neuesten Funktionen und der Unterstützung für neue Produkte auf dem neuesten Stand halten.


Eigenschaften

  • unterstützte Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch und Griechisch
  • 3,5-mm-Klinke und Lautsprecher
  • 3,7-V-Lithium-Ionen-Akku
  • USB-C-Ladekabel (im Lieferumfang enthalten)
  • Maße (LxBxH): 12,3 * 6,3 * 1,7 cm
  • Gewicht: 78 g

Best.-Nr.: 2030100
Preis: 249,00 Euro


Zur Markteinführung sind folgende IKONN-Produkte erhältlich:

IKONN SK-1 Küchenwaage
Best.-Nr.: 2030110
Preis: 89,00 Euro

IKONN SB-1 Personenwaage
Best.-Nr.: 2030120
Preis: 79,00 Euro

IKONN MT-1 Maßband
Best.-Nr.: 2030130
Preis: 89,00 Euro

IKONN TI-1 Raumthermometer
Best.-Nr.: 2030140
Preis: 79,00 Euro

IKONN TK-1 Küchenthermometer
Best.-Nr.: 2030150
Preis: 79,00 Euro

IKONN CS-1 Farbsensor Aufsteckmodul für Ikonn-Controller
Best.-Nr.: 2030160
Preis: 179,00 Euro


Die IKONN-Produktfamilie wird sich in der Zukunft noch erweitern. Basis bleibt aber immer der IKONN-Controller, der für alle Geräte die Sprachausgabe bereithält.

Für Details zu den einzelnen IKONN-Produkten, sprechen Sie uns gerne an!

(Alle Preise verstehen sich inkl. 7 % MwSt.)


Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH
Verkauf Hannover: Tel.: 05 11 / 95 46 50
Bestellservice: 0 18 02 / 25 83 12 (0,14 Euro/Anruf)
E-Mail: info@deutscherhilfsmittelvertrieb.de
www.deutscherhilfsmittelvertrieb.de

RTB

SightCity 2025

Schön, dass Sie da waren!


Es war ein gelungener Auftritt des Innovationsnetzwerkes Open Smart Mobility und aller beteiligten Partner. Das Konzept, technologische Mobilitätslösungen gemeinsam zentral zu präsentieren, hat sich bewährt. Und SIE waren dabei der Dreh- und Angelpunkt!

Sie haben vor Ort getestet, welche Lösungen im Alltag praktikabel und hilfreich sein können und unterstützen uns durch Ihr Feedback dabei, Innovationen auf den Weg zu bringen und Produkte weiterzuentwickeln. DANKE dafür!

Für Aufmerksamkeit sorgte eine besondere Neuheit: die "S4-Säule", wobei S4 für vier Sinne steht. Durch einen aromatisierten Luftstrom bietet sie taubblinden Personen eine besondere Möglichkeit der Orientierung, indem neben dem Tast- auch der Geruchssinn angesprochen wird.

In Frankfurt wurden zudem Lösungen für die sichere Orientierung in Baustellen, im öffentlichen Personennahverkehr oder im Straßenverkehr präsentiert. Insbesondere die "sprechenden" Bus- und Bahntüren sowie der sprachliche Hinweis auf die verlegte Bushaltestelle erregten das Besucherinteresse. Das Bewusstsein für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum wächst zunehmend, sodass ein stetiger Austausch zwischen allen Beteiligten das Verständnis füreinander fördert und akzeptable, zukunftsfähige Lösungen ermöglicht. GEMEINSAM sind wir auf dem richtigen Weg. Das ist das Fazit, das wir dank der diesjährigen SightCity ziehen können.

Sie haben Ideen und Anregungen? Wir freuen uns auf einen regen Austausch!


Kontakt:
+49 5252 9154730
info@sms-start.de
www.sms-start.de


Übrigens: Mehr zum Thema Barrierefreiheit finden Sie im Internet unter www.stockstuebchen.de


Das Netzwerk:

Urich Mobility, Sila Signalbau, Berghaus, YUNEX Traffic, AVS, Bolt, contagt, SWH.HAVAG, horizont, Trapeze, Schake, briteline europe, SCHAEFER, nissen, swarco, FABEMA, init, rehalehrer.de, DBSV, RTB, visorApps, Stührenberg, AVT STOYE, Smart AIs


Smart Mobility Services
Tel.: +49 5252 9154730
E-Mail: info@sms-start.de
Internet: www.sms-start.de

Im Gespräch:

"Bis hierhin und nicht weiter!"

Aufgrund der politischen Neuaufstellung könnte es künftig schwieriger werden, soziale Errungenschaften zu verteidigen oder voranzubringen, meint DBSV-Präsident Hans-Werner Lange. Er ruft darum zum Schulterschluss mit allen Landesvereinen, Behindertenverbänden und den Sozialverbänden auf. Im Interview berichtet er über die Sitzung des Verbandsrats im Mai in Nürnberg. Themen wie berufliche Teilhabe und eine kleine, aber wesentliche Satzungsänderung wurden diskutiert.

Interview: Ute Stephanie Mansion


Herr Lange, ein Thema des Verbandsrats sind immer die Finanzen. Wie steht der Verband finanziell da?

Anlässlich unseres Verbandsrats im Mai in Nürnberg haben wir uns intensiv mit der finanziellen Situation des DBSV auseinandergesetzt. Man kann feststellen, dass wir bei einer Bilanzsumme von circa 4,67 Millionen nach einer Haushaltsgröße von rund 4,8 Millionen ein eher normales Jahr hatten. Auf der anderen Seite klafft in diesem Jahr ein Finanzierungsloch von rund 242.000 Euro. Das macht natürlich Sorgen. Wenn wir uns aber die Bilanz des DBSV anschauen, kann man sagen: Wir sind finanziell abgesichert. Wir müssen uns über die nächsten Jahre nicht unmittelbar Sorgen machen. Wir müssen jedoch wieder zu zusätzlichen Einnahmen kommen. Eine der wesentlichen Einnahmequellen sind unter anderem die Mitgliedsbeiträge, die im vergangenen Jahr gesunken sind.


Wie kann man dem Mitgliederschwund entgegenwirken?

Alle Landesverbände sind durch ihre Kernaufgabe, Beratung sicherzustellen, immer dabei, Mitglieder zu gewinnen. Bei uns sind viele alte Menschen organisiert, bei Kindern und Jugendlichen sieht es nicht so gut aus. Noch mehr Sorgen macht mir, dass es uns kaum gelingt, die große Gruppe der etwa 25- bis 55-Jährigen, die im Berufsleben stehen, an die Verbandsarbeit heranzuführen. Wie bringen wir ihnen näher, dass wir auch in puncto berufliche Rehabilitation etwas zu bieten haben und entsprechend beraten können? Wir müssen uns intensiv bemühen, den Mitgliederschwund zu stoppen. Beratung ist die schönste und wichtigste Aufgabe, aber dabei darf nicht vergessen werden, dass es auch um das Ziel geht, Menschen für unsere Arbeit im Verband oder für die Mitgliedschaft zu gewinnen.


Haben Sie beim Verbandsrat von guten Ideen gehört, wie man noch mehr Mitglieder gewinnt?

Es ist wichtig, die Jugendarbeit zu intensivieren und mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. Bei Menschen im mittleren Alter geht es darum, ihnen berufsorientierte Angebote und Freizeitangebote zu machen. Es geht um Fortbildung, aber auch um kulturelle Angebote  –  für diese Gruppen müssen wir altersorientiert denken. Das ist ein Thema für unseren Prozess 2030, der Prozess zur Weiterentwicklung der DBSV-Familie.


Wie blicken Sie auf den Gastvortrag von Daniel Terzenbach, der als Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit für den Bereich Regionen zuständig ist?

Das war ein interessanter Vortrag. Daniel Terzenbach war sehr offen und hat sich solidarisch gezeigt mit dem, was wir tun, um blinde und sehbehinderte Menschen beruflich voranzubringen oder im Beruf zu halten. Er hat mehrfach betont, dass es wichtig sei, dass wir miteinander im Gespräch sind und an Lösungsmöglichkeiten arbeiten. Das hat Mut gemacht und ist glaubwürdig rübergekommen. Wir werden das Angebot zum Gespräch mit der Bundesagentur für Arbeit nutzen.


Beim Thema Politik und Recht gab es verschiedene Unterpunkte. Einer davon war, dass Einsparungen künftig Menschen mit Behinderungen härter treffen könnten. Wie kann der Verband eventuell auch vorbeugend dagegen vorgehen?

Ein Blick in den Koalitionsvertrag zeigt: Die Themen, um das soziale Miteinander voranzubringen im Bereich der Renten-, der Kranken-, der Pflegeversicherung und bei behinderungspolitischen Entwicklungen werden genannt, aber es ist eine gewisse Zurückhaltung zu bemerken. Wir können uns vorstellen, dass es angesichts der Neuorientierung in der Politik zu "Verteilungskämpfen" kommen wird.

Unsere Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass die sozialen Anforderungen nicht zu kurz kommen. In sozialen Fragen wird es nicht automatisch so weitergehen wie bisher. Für uns wird es wichtig sein, im Vorfeld zu diesen Diskussionen Geschlossenheit zu zeigen: mit unseren Landesverbänden, den korporativen Mitgliedern, den Sozialverbänden und anderen Behindertenverbänden. Wir müssen Schulter an Schulter stehen und dürfen uns keine Angst machen lassen. Wir müssen uns trauen zu sagen: Bis hierhin und nicht weiter! Die Aufgabe des DBSV wird es sein, das in der DBSV-Familie zu koordinieren.


Beim Verbandsrat wurde darüber abgestimmt, sich in der Satzung zu Demokratie und Menschenrechten zu bekennen. Warum ist das wichtig?

Wir nehmen einen Rechtsruck in der Gesellschaft wahr. Bei sich verändernden Mehrheitsverhältnissen können plötzlich Dinge, die für behinderte Menschen eine Bedeutung haben  –  wie inklusive Gesellschaft, Teilhabe, Gleichberechtigung  –  in Frage stehen.

Wichtig ist, dass wir in unserer Satzung ein klares Bekenntnis abgeben zu unserem demokratischen System und uns auf die Menschenrechte beziehen. Damit senden wir ein deutliches Signal denen gegenüber aus, die diese Werte zum Nachteil vieler Menschen verändern wollen. Ich bin froh, dass es da einen Konsens innerhalb des Verbandsrats gab und der DBSV seine Satzung entsprechend weiterentwickeln soll. Die Landesverbände können sich darauf berufen und ihre eigenen Satzungen ebenfalls entsprechend ergänzen.


Im kommenden Jahr wird Ende Juni in Berlin der Verbandstag stattfinden. Welche Themen müssen dort mit hoher Dringlichkeit mit den Delegierten der Mitgliedsorganisationen erörtert werden?

Wir haben einige Pflichtaufgaben zu erledigen, zum Beispiel den Bericht des Präsidiums abgeben, die Satzung ändern und das Präsidium neu wählen. Dann müssen wir sehen, welche Themen für die Mitglieder und im Blinden- und Sehbehindertenwesen eine besondere Bedeutung haben. Darüber haben wir uns jetzt schon Gedanken gemacht.

Eine entscheidende Frage wird sein, wie eine inklusive Gesellschaft geschaffen werden kann  –  ohne Barrierefreiheit und die entsprechenden Rahmenbedingungen wird das nicht funktionieren. Es wird auch um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz gehen, nicht nur für unsere Arbeit, sondern insbesondere im Bereich der Orientierung. Teilhabemöglichkeiten durch Technik werden uns beschäftigen, wobei das Thema Robotik eine Rolle spielen wird.

Wir werden schauen, wo wir im Prozess 2030 stehen und zum Beispiel die Frage erörtern, wie wir zukünftig mit dem Thema Mitgliedschaft umgehen: Nehmen wir sehende Menschen auf und können sie Ämter in unseren Landesvereinen übernehmen? Oder steht dann die Selbsthilfe an sich in Frage? Der Verbandstag ist das Forum, diese Dinge auf einer breiteren Ebene anzusprechen. Darum geht mein Appell in alle Landesverbände: Nehmt so viele Delegierte wie möglich mit zum Verbandstag! Es sollen viele Menschen mitdiskutieren. Wie wollen wir unsere Zukunft gemeinsam gestalten? Wie geht es mit der demokratischen Entwicklung weiter? Daraus resultiert die Frage, wie es mit den Rechten behinderter Menschen weitergeht. Viele Dinge also, die aktuell bleiben werden und uns beim Verbandstag im nächsten Jahr beschäftigen werden.

DBSV-Nachrichten:

Große Jubiläen in Baden und Hessen

Historische Rückblicke, beherzte Ausblicke und ausgelassenes Feiern im Hier und Jetzt: Zwei Jubiläen gibt es in diesem Jahr in der DBSV-Familie. Der Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen feiert sein 100-jähriges, der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein sein 125-jähriges Bestehen. Beide Organisationen stehen vor der Herausforderung, Ehrenamtliche zu gewinnen, und sind offen für Veränderungen.

Von Lisa Mümmler  


"Blindenführhunde und Langstöcke prägten am Samstag das Stadtbild Stadtallendorfs zwischen Bahnhof und Stadthalle." So beginnt der Rückblick auf die Feierlichkeiten beim Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen (BSBH). Mit mehr als 400 blinden, sehbehinderten und sehenden Gästen aus ganz Deutschland feierte der Verein am 10. Mai seinen 100. Geburtstag.

Besucherinnen und Besucher erlebten in der Stadthalle ein umfangreiches Programm. Riesen-Dart, Hau-den-Lukas, Bullenreiten und Schokoladen-Tasting im Dunkeln wurden angeboten, musikalische Einlagen gehörten zur Bühnenshow. Auf dem Festgelände gab es eine historische Hilfsmittelausstellung. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in Stadtallendorf unterstützten seheingeschränkte Feiernde bei der Orientierung.

Begleitet wurde die Feier von einem Festakt, dem unter anderem Dr. Daniela Sommer, die Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, der hessische Behindertenbeauftragte Andreas Winkel und DBSV-Präsident Hans-Werner Lange beiwohnten. Grußworte und Anerkennung gab es aus der lokalen Politik.


Kontinuierliches Engagement

Bei der großen Vielfalt fällt es Marianne Preis-Dewey aus dem BSBH-Vorstand schwer, ein einzelnes persönliches Highlight herauszugreifen. "Ich fand es einfach schön zu sehen, wie viel Spaß unsere Mitglieder mit all dem hatten, was wir uns überlegt haben, und ich freue mich, wenn der Tag vielen in guter Erinnerung bleibt", sagt sie rückblickend.

Gefeiert wurde nicht nur ein Fest, gefeiert wurden 100 Jahre Selbsthilfe in Hessen. Seit seiner Gründung setzt sich der BSBH für die Teilhabe blinder und seit 2000 auch für die sehbehinderter Menschen ein. Ein Meilenstein, stellvertretend für viele politische Erfolge, sei die Einführung des Hessischen Landesblindengeldgesetzes 1977 gewesen, erklärt Preis-Dewey. Sie betont, dass es weniger einzelne Momente seien, die die Arbeit des BSBH auszeichnen, sondern vielmehr das kontinuierliche Engagement. "Wir sind politisch sehr gut vernetzt und werden als Gesprächspartner auf Landesebene geschätzt und ernst genommen. Und mit Blickpunkt Auge haben wir ein flächendeckendes Angebot geschaffen, das vielen Menschen zugutekommt."

Doch es gibt auch Herausforderungen. Das ehrenamtliche Engagement geht zurück  –  besonders, wenn es um die langfristige Übernahme von Verantwortung geht. "Wir müssen einen Weg finden, unsere Strukturen entsprechend dieser Herausforderungen anzupassen, stehen mit diesem Veränderungsprozess aber noch ganz am Anfang", meint Preis-Dewey und wünscht sich für die Zukunft des Vereins, "dass es ihm immer gelingt, aktive Mitglieder zu finden, die die Vereinsarbeit tragen und mit Kreativität und Elan weiterführen, sowohl was die Angebote für Mitglieder vor Ort in den Bezirken angeht, als auch für die politische Arbeit von der kommunalen bis zur Landesebene."


Strukturen auf dem Prüfstand

Die zunehmende Schwierigkeit, ehrenamtlich Aktive für die Selbsthilfe zu gewinnen, erfährt auch der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein (BBSV). Er stellt sich der Herausforderung zum einen mit einer neuen Mitarbeiterin für Ehrenamtsgewinnung und -koordination. Zum anderen werde kritisch geprüft, inwiefern die jetzigen Vereinsstrukturen den zukünftigen Anforderungen gerecht werden können und welche neuen Wege es gibt, erklärt Karlheinz Schneider, Vorstandsvorsitzender des BBSV.

Auch sein Verein feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Ein Meilenstein auf dem 125-jährigen Weg war die Reaktivierung nach dem Zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Besatzungszone in Nordbaden, nachdem der Verein während der NS-Zeit verboten war. Nach der Jahrtausendwende wurden in der ersten Zukunftswerkstatt Weichen für die weitere Vereinsarbeit gestellt und die Geschäftsstelle wurde um Beratungs- und Veranstaltungsräume erweitert.

Heute gibt es Beratung sowohl durch Blickpunkt Auge als auch eine Stelle für Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Als Highlight nennt Schneider den Einstieg in die professionelle und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, wozu unter anderem der etablierte Messeauftritt auf dem Mannheimer Maimarkt gehört.


Weitblick und Fingerspitzengefühl

Was der BBSV in 125 Jahren erreicht hat, wurde beim zentralen Festakt am 23. Mai in Mannheim gefeiert. Zu Gast waren Persönlichkeiten aus der Politik, Vertreterinnen und Vertreter der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe, Kooperationspartner und Aktive des Vereins. Neben einem Grußwort von Hans-Werner Lange, gab es ein Podiumsgespräch zum Thema Inklusion und Selbsthilfe sowie einen historischen Rückblick. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Frankfurter Band "Blind Foundation".

Viel Erfolg als tatkräftige Selbsthilfeorganisation wünscht Schneider dem BBSV für die Zukunft. Dafür brauche es eine engagierte Leitung mit Weitblick und Fingerspitzengefühl für das Machbare. "Ich wünsche unserem Verein viele begeisterte ehrenamtlich Aktive, um die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen. Dazu hoffentlich immer das notwendige Geld in der Kasse. Und letztlich die Offenheit für Veränderungen und den Mut Neues zu wagen. Denn wir wissen: Stillstand heißt Rückschritt."


Dazu ein Bild: Bei der Jubiläumsfeier in Hessen: Eine Frau steht lächelnd an einem Infostand in einem Gebäude mit Glasfront. Das Rasterauge des DBSV prangt hinter ihr, am Tisch des Standes und auf ihrem T-Shirt.

Beraten und Beschlossen

Folgende Themen hat das DBSV-Präsidium in seiner Sitzung am 10. und 11. April in Berlin besprochen.

Von Silvia Hame  


Fit fürs Ehrenamt

Für Ehrenamtliche mit Leitungsverantwortung bietet der DBSV ein kompaktes Weiterbildungsprogramm an. Das Angebot, das im Projekt "Fit fürs Ehrenamt" entstanden ist, richtet sich vor allem an Neueinsteiger der Gruppen- und Vereinsleitung, kann aber auch von bereits Aktiven mit spezifischem Weiterbildungsbedarf besucht werden. Die verschiedenen Seminare können nach Bedarf unabhängig voneinander belegt werden.

Für weitere Informationen und die nächsten Weiterbildungstermine "Fit fürs Ehrenamt" ins Suchfeld auf www.dbsv.org eingeben.


Stabwechsel: Skatwart

Der langjährige DBSV-Skatwart Aloys Herbers ist von seinem Amt zurückgetreten. Das Präsidium ernennt Elvira Osewald zur Nachfolgerin, die mit einem Team bereits den Skatmarathon im Juni organisiert hat. Das Präsidium würdigt gern so viel Engagement und bedankt sich bei Aloys Herbers für seinen bisherigen Einsatz.


Personelles

Für Blickpunkt Auge, speziell das Projekt der Weiterbildungen, verstärkt Kerstin Möhl seit dem 1. März das DBSV-Team.

Zum selben Zeitpunkt hat Sarah Karge ihre Tätigkeit im Bereich der Barrierefreiheit begonnen und leitet das Projekt "Barrierefreie Gehwege und Smarte Mobilität". Sie wird im Gemeinsamen Fachausschuss für Umwelt und Verkehr mitwirken und in der Normungsarbeit.

Die Koordinierung der "Woche des Sehens" übernimmt Ria Nguyen.


Verbands-Geschäftsstelle

Nach einer großen Aufräumaktion der DBSV-Geschäftsstelle Ende Januar ist nun die neue Raumbelegung im Hinterhaus umgesetzt worden. Es gibt 32 Arbeitsplätze. Zudem wurden einige Teppichböden erneuert, Mobiliar ist umgezogen, und erste Neuanschaffungen sind getätigt worden. Die Wände wurden frisch gestrichen, und die Folienaufkleber an den Türen folgen nun dem aktuellen Corporate Design. Es stehen weitere Renovierungen und Neuanschaffungen an. Auch im IT-Bereich wird es Updates und Modernisierungen geben.


DBSV-Jahresabschluss 2024

Christian Beitz und Vanessa Willmeroth vom Steuerbüro Dustert, Beitz, Kullmann haben dem Präsidium via Zoom den Jahresabschluss, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Veränderungen zum Haushaltsplan erläutert. Zuvor waren ausführliche Unterlagen dazu an die Mitglieder des Präsidiums versandt worden.

Zu den wesentlichen Punkten gehört der weiterhin bestehende Rückgang der Mitgliedsbeiträge. Diese waren im Jahr 2024 um 30.000 Euro niedriger als im Vorjahr, da die Anzahl der Mitgliedschaften sich um mehr als tausend verringert hat. Außerdem gab es keine größeren Bußgeldeinnahmen und Erbschaften wie in den Jahren zuvor.

Insgesamt betrugen die Erträge 4.599.846 Euro, die Aufwandsseite 4.841.638 Euro. Die Ausgaben waren im Vergleich zum Vorjahr um etwa 600.000 Euro höher. Die Steigerung entstand unter anderem durch das Louis Braille Festival und die auf nahezu das Doppelte angestiegene Anzahl der Projekte.

Das Ergebnis lautet somit minus 241.791 Euro, nach Berücksichtigung der Rückstellungen minus 165.459 Euro.


Tätigkeitsbericht 2024

Neunzig Seiten stark ist der Tätigkeitsbericht des DBSV und enthält die sehr umfangreichen Aktivitäten des Spitzenverbands auf allen Ebenen.

Der Tätigkeitsbericht wird vom Präsidium mit einem großen Dank an alle Akteure entgegengenommen. Er wurde an den Verbandsrat in Nürnberg weitergeleitet und dort angenommen.


DBSV-Verbandstag 2026

Die Planungen für den nächsten DBSV-Verbandstag sind gestartet. Zum Verbandstag versammeln sich die Delegierten der Landesvereine und der korporativen Mitglieder. Die Zusammenkunft findet alle vier Jahre statt, im kommenden Jahr vom 24. bis 27. Juni in Berlin. Es wird Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten, Projektvorstellungen und Informationen zu aktuellen Themen geben. Auch ein neues Präsidium wird gewählt werden.

Beim Verbandsrat in Nürnberg, der am 16. und 17. Mai tagte, wurde ein Vorschlag zur Besetzung des Wahlausschusses gemacht und angenommen. Vorsitzender ist Johannes Spielmann von der Blindeninstitutsstiftung Würzburg. Beisitzer sind Barbara Brusius vom Dachverband der Evangelischen Blinden- und Evangelischen Sehbehindertenseelsorge sowie aus den Landesvereinen Westfalen, Hamburg und Niedersachsen Swetlana Böhm, Heiko Kunert und Gerd Schwesig.

Meldungen

Neue Regierung: Inklusion im Koalitionsvertrag

Deutschland hat seit dem 6. Mai eine neue Bundesregierung und damit auch einen neuen Koalitionsvertrag. Die schriftliche Vereinbarung von Union und SPD zur 21. Legislaturperiode trägt den Titel "Verantwortung für Deutschland". Das Dokument bildet die Regierungsgrundlage und gibt politische Schwerpunkte und Ziele vor.

Auch Inklusion spielt darin eine Rolle. Die neue Bundesregierung will sich, so heißt es im Koalitionsvertrag, "für eine inklusive Gesellschaft im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention" einsetzen, in der Menschen mit Behinderungen ihr Recht auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe verwirklichen können. Wörtlich schreiben die Koalitionäre: "Dazu werden wir die Barrierefreiheit im privaten und im öffentlichen Bereich verbessern."

Der vollständige Koalitionsvertrag kann mit den Suchbegriffen "Koalitionsvertrag" und "Verantwortung für Deutschland" online gefunden werden.

Verbandsrat: Lage auf dem Arbeitsmarkt diskutiert

Zur Sitzung des DBSV-Verbandsrats sind im Mai Mitarbeitende der Geschäftsstelle, Delegierte der Landesvereine und der korporativen Mitgliedsorganisationen in Nürnberg zusammengekommen. Als Gastredner kam Daniel Terzenbach, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Bereich Regionen.

Er legte dar, dass in Deutschland 180.000 Erwerbsfähige mit Behinderung dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung stünden. Trotzdem sei die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderung signifikant höher als bei solchen ohne. Dreiviertel der Arbeitgeber seien ihrer Beschäftigungspflicht nachgekommen, dieser Anteil stabilisiere sich, entwickle sich aber nicht weiter. "Wir müssen Werbung bei diesem einen Viertel machen", sagte Terzenbach. Die vierte Staffel der Ausgleichsabgabe könne dabei als Signal helfen, er höre aber auch oft, dass viele Arbeitgeber nach Arbeitnehmern mit Behinderung suchten, aber keine fänden.

In der anschließenden Podiums- und Plenumsdiskussion wurden Probleme benannt, die Menschen mit Behinderung den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt erschweren: zu lange Bearbeitungszeiten der Anträge auf Hilfsmittel, zu wenig oder keine Barrierefreiheit in Fort- und Weiterbildung und zu wenig barrierefreie Software, zum Beispiel in der Verwaltung. Terzenbach sagte zu, diese Probleme anzusprechen.

Er erklärte, der Arbeitsmarkt sei stärker in Bewegung als früher, und das werde sich auch nicht mehr ändern. Die BA habe ein hohes Interesse, gemeinsam voranzukommen.

Weitere Informationen zur Verbandsratstagung im Interview mit DBSV-Präsident Hans-Werner Lange sowie in "Beraten und beschlossen".

Global Disability Summit: Erklärung verabschiedet

Der Global Disability Summit, ein internationaler Gipfel für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, hat am 2. und 3. April in Berlin stattgefunden. Zum Auftakt war am Vortag das Zivilgesellschaftliche Forum zusammengekommen. Die Veranstaltung stellte gezielte politische Forderungen sowie Visionen der internationalen Behindertenbewegung in den Fokus. DBSV-Justiziarin Christiane Möller, Sabine Ström, deutsches EBU-Präsidiumsmitglied, sowie Merve Sezgin, DBSV-Referentin für Internationales, nutzten die Gelegenheit für intensiven Austausch mit internationalen Partnern, Organisationen und politischen Entscheidungsträgern.

"Es war ein bedeutsamer Wandel im Narrativ spürbar: Von "Nichts über uns, ohne uns' hin zu "Nichts ohne uns'", berichtet Sezgin. "Diese Weiterentwicklung unterstreicht den Anspruch auf umfassende, aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Prozessen  –  nicht als Ausnahme, sondern als Standard im Sinne echten Disability Mainstreamings."

Beim Global Disability Summit wurde die Amman-Berlin-Deklaration offiziell verabschiedet. Die multilaterale Erklärung verpflichtet Regierungen weltweit zu einer verstärkten Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen in der Entwicklungszusammenarbeit und bekräftigt das klare Bekenntnis zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Deklaration wurde bisher von 60 Staaten und 20 internationalen Organisationen unterzeichnet  –  darunter auch Deutschland als Mitgastgeber des Gipfels.

Aufzeichnungen aller drei Konferenztage sowie weitere Informationen gibt es online unter: www.globaldisabilitysummit.org

Hohenlohe: Wanderwoche mit Navigations-Training

Der DBSV-Jugendclub lädt vom 23. bis 30. August zu einer Wanderwoche in Baden-Württemberg ein. Ziel ist nicht nur die Erkundung des Hohenlohe-Gebiets mit seiner Hügellandschaft, Flusstälern und Streuobstwiesen, sondern auch das Kennenlernen von Navigations-Apps wie Komoot, Google Maps und Apple Karten. Weitere Techniken, wie blinde und sehbehinderte Menschen ohne sehende Begleitung wandern können, werden vermittelt.

Tägliche Etappen von maximal 18 Kilometern sind geplant, übernachtet wird in Pensionen entlang der Tour. Für die Wanderung ist gute Fitness und Trittsicherheit erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 200 Euro und umfasst die Übernachtungen und Grundverpflegung.

Für die Tour ist Folgendes mitzubringen: Smartphone, Powerbank, Sonnen- und Regenschutz, festes Schuhwerk, Trinkflasche und Wanderrucksack. Grundlegende Fähigkeiten in Orientierung und Mobilität sind ebenfalls erforderlich. Das Gepäck wird selbst getragen.

Die benötigten Navigations-Apps sollen vor dem Reiseantritt heruntergeladen und eingerichtet werden. Der Jugendclub hilft bei Bedarf im Vorfeld dabei. Weitere Navigations-Hilfsmittel wie Smartwatches, Smartbrillen, Headsets oder andere Apps können mitgebracht und ausprobiert werden.

Weitere Informationen, eine Übersicht über die Etappen und eine Packliste gibt es unter www.dbsv.org/veranstaltung/offsightwandern25.html

Duo aus Griechenland gewinnt den ILSC 2025

Mit ihrem Song "Ich singe, so lange ich lebe" haben Katholiki Tharenou und Dimitris Tharenos aus Griechenland den diesjährigen International Low-Vision Song Contest (ILSC) gewonnen. Den zweiten Platz belegten Nicoletta Livadioti und Nikos Dimitriou aus Zypern, gefolgt von der deutschen Band Rockytrio.

Das Finale fand am 16. Mai im Yunus Emre Institut in Berlin statt. Die Show wurde weltweit per Livestream übertragen und ist weiterhin auf YouTube abrufbar.

25 Beiträge von blinden und sehbehinderten Musikschaffenden aus aller Welt gingen ins Rennen. Besonders hervorzuheben ist die starke Beteiligung aus afrikanischen Ländern wie dem Tschad, Guinea und Sierra Leone. Insgesamt zeigten viele junge Talente, teils im Teenageralter, musikalische Qualität.

Alle Platzierungen und weitere Informationen gibt es unter: www.dbsv.org/ilsc


Dazu ein Bild: Das griechische Geschwisterpaar Katholiki Tharenou und Dimitris Tharenos steht an einem Hafen. Sie hat nackenlanges dunkles Haar und trägt eine Sonnenbrille. Er hat einen kurzen Haarschnitt und die Augen geschlossen.

Präsidiumsgespräch: Das BFSG im Podcast

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist am 28. Juni in Kraft getreten. Es verpflichtet Anbieter digitaler Produkte und Dienstleistungen  –  darunter Webseiten, Online-Shops, Geldautomaten und E-Books  –  zur Barrierefreiheit. Ziel ist es, allen Menschen gleichberechtigten Zugang zu digitalen Angeboten zu ermöglichen. In der aktuellen Folge des "Präsidiumsgesprächs" im Sichtweisen-Podcast sprechen Christiane Möller, Justiziarin und stellvertretende Geschäftsführerin des DBSV, und Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Präsidiumsmitglied des DBSV und Leiter des Deutschen Zentrums für barrierefreies Lesen, über die Hintergründe und Auswirkungen des neuen Gesetzes. Sie beantworten zentrale Fragen: Wer ist vom BFSG betroffen? Wie wird es konkret umgesetzt? Und was bedeutet es für Unternehmen sowie für Nutzerinnen und Nutzer?

Das "Präsidiumsgespräch" im Sichtweisen-Podcast gibt es auf allen gängigen Podcast-Plattformen und unter: www.dbsv.org/sichtweisen-podcast.html

DBSV-Karte: Mehr als ein Mitgliedsausweis

Als Inhaber der DBSV-Karte unterstützen Sie die Arbeit Ihres Landesvereins und des DBSV und erhalten darüber hinaus attraktive Vergünstigungen, zum Beispiel:


  • GRAVIS Online Shop
    Bis zu 8 % auf Smartphones, Tablets und andere Technikprodukte und bis zu 30 % auf sämtliches Zubehör
  • Lautsprecher TEUFEL
    10 % auf alle Produkte (Lautsprecher, Kopfhörer, Heimkino-Systeme, TV-Soundlösungen, Multimedia-Systeme u.v.m.)
  • Sonderkonditionen Deutsche Bahn
    Tickets für 55,90 Euro (einfache Fahrt, 2. Klasse) zu allen Veranstaltungen des DBSV
  • NH Hotel Group
    15 bis 22 % Rabatt in allen NH Hotels weltweit
  • Audiamo
    10 % auf alle Hörbücher, -spiele und -filme
  • Wein- und Sekthaus Ruthardt
    10 % Rabatt beim Kauf von Wein, Sekt und Spirituosen
  • AFB  –  Arbeit für Menschen mit Behinderung
    10 % Rabatt auf alle Computer und IT-Geräte
  • Deutscher Hilfsmittelvertrieb (DHV)
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  • Augenoptiker des Low Vision Kreises e.V.
    5 % auf Sehhilfen und weitere Hilfsmittel
  • Kieser Training
    70 Euro Rabatt beim Abschluss einer Mitgliedschaft

Viele Landesvereine haben zusätzliche Rabattaktionen mit Partnern vor Ort.

Die Liste aller Partnerfirmen und weitere Informationen finden Sie auf www.dbsv.org/dbsv-karte.html und unter unserer Service-Telefonnummer 030 / 255 58 08 08.

Dank an Unterstützer des DBSV

Ohne die Unterstützung vieler Mitglieder, Spender und Förderer könnte sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband nicht dafür einsetzen, dass Augenpatienten, sehbehinderte und blinde Menschen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Der DBSV dankt an dieser Stelle insbesondere den folgenden langjährigen Unterstützern:

  • Aktion Mensch
  • Bert Mettmann Stiftung
  • Blindenstiftung Deutschland
  • GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene

Thema: Wassersport

Ab in den Badeanzug, die Badehose, den Neoprenanzug oder einfach in T-Shirt und Shorts geschlüpft! Und dann auf ans Wasser: Windsurfen lernen an der Ostsee, Stand-up-Paddeln im See in der Nähe oder einfach mal wieder ins Schwimmbad gehen. Die Möglichkeiten, mit Wassersport in Bewegung zu bleiben, sind vielfältig. Im Schwerpunkt stellen wir einige von ihnen vor. Ein kleiner und ein großer Segler berichten von ihrem Hobby, und ein Taucher erinnert sich an seine Tauchsafari im Roten Meer.


Dazu ein Bild: Bei stürmischer See steht Robbie Sandberg in voller Segelmontur am Steuer einer Segelyacht. Er hält das Gesicht lächelnd und mit geschlossenen Augen in die Sonne. Um die Schräglage auszugleichen, lehnt er sich leicht zur Seite.

Surfen, paddeln, rudern: Los geht's!

Schon mal auf einem schaukelnden Stand-up-Paddelbrett gestanden? Oder mit dem Wind auf einem Surfbrett dahingeglitten? Mit ein wenig Übung machen auch Wassersportarten Spaß, bei denen alle wahrscheinlich mal im Wasser landen. Wer lieber gleich ins Wasser geht, kann sich natürlich fürs Schwimmen oder Tauchen entscheiden. Vielleicht ist im Urlaub sogar Zeit, alles zu machen  –  und wenn es nur versuchsweise ist.

Von Ute Stephanie Mansion  


Der Sommer ist da, und mit ihm höhere  –  mancherorts sicher zu hohe  –  Temperaturen und Sonne! Wer nicht einfach in einer Badewanne mit kaltem Wasser liegen möchte, geht ins Freibad, an den Strand oder an einen See, um sich im und auf dem Wasser abzukühlen. Wer sehbehindert oder blind ist, wird dabei vor Herausforderungen stehen, und die können schon mit dem Weg beginnen. Badeseen sind zum Beispiel oft nicht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Auch bei den vielen Wassersportarten, die man ausprobieren, in der Freizeit oder sogar im Wettkampf machen kann, ist sehende Unterstützung oft notwendig. Das mag nicht für den Besuch im Schwimmbad gelten, auch wenn Schwimmbad-Betreibende das manchmal anders sehen. Aber Wasser ist nicht nur ein erfrischendes Element, sondern mitunter auch ein gefährliches. Im Folgenden ein paar Infos zu Wassersportarten, von denen sozusagen verbrieft ist, dass es blinde und sehbehinderte Menschen gibt, die sie ausüben.


Schwimmen

Schwimmen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch eine der gesündesten Sportarten. Im Profi-Bereich nutzen seheingeschränkte Schwimmerinnen und Schwimmer akustische Signale; das ist für Hobby-Schwimmer meistens nicht möglich.

Schwimmbäder können eine Herausforderung sein: Noch sind viele nicht barrierefrei, das Personal kann Steine in den Weg legen, wenn jemand ohne Begleitperson erscheint, und andere Badegäste verstehen oft trotz gelber Badekappe mit drei Punkten nicht, warum der Badekappenträger mit ihnen zusammengestoßen ist. Von positiven Erfahrungen berichten sehbehinderte und blinde Menschen, die in kleineren Schwimmbädern für die Dauer ihres Aufenthalts eine Bahn zugeteilt bekommen. Im Para-Sport zählt das deutsche Schwimmteam zu den besten der Welt.


Rudern

Mit anderen Menschen an einen See gehen oder fahren, ein Ruderboot leihen, auf dem See rudern und irgendwann die Beine ins Wasser baumeln lassen  –  so kann ein schöner Sommertag aussehen! Bei Wanderfahrten legt ein Ruderteam Strecken von 30 Kilometern und mehr auf Flüssen oder Kanälen zurück.

Wer gern regelmäßig rudern möchte, kann sich bei einem Verein in der Nähe erkundigen, welche Möglichkeiten es dort für Ruderfreudige mit schlechtem oder keinem Sehvermögen gibt. Da in der Regel mehrere Leute in einem Boot sitzen, ist es relativ wahrscheinlich, blind oder sehbehindert mitrudern zu können. Die Richtung wird meist akustisch angegeben.


Segeln

Blind oder sehbehindert segeln? Ja, das geht. Wie und wo, erfahren Sie in dem Beitrag "Wenn's spritzt und schaukelt", den Sie in diesem Schwerpunkt finden. Es gibt auch inklusive Segelregatten.


Paddeln / Kanu / Kajak

Für diese drei Sportarten gilt Ähnliches wie oben beim Rudern erwähnt. Mit sehenden Partnern oder in Gruppen ist akustische Orientierung möglich, und es soll sehbehinderte Paddler geben, die allein unterwegs sind und GPS-gestützte Systeme mit Sprachausgabe nutzen.


Stand-up-Paddeln

Schon mal die Abkürzung SUP gehört oder gelesen? SUP steht für Stand-up-Paddling oder Stand-up-Paddeln (Deutsch: Stehpaddeln). Gepaddelt wird im Stehen auf einem Brett (Board) mit einem Stechpaddel.

Wer sich das am Anfang nicht traut, kann erst mal im Sitzen oder Knien üben. Es gibt Techniken und wie bei allen Sportarten auch Wettbewerbe, aber um gemütlich ein bisschen auf einem See oder in Küstennähe zu paddeln, reicht eine kurze Einführung, und los geht's! Die Feinheiten kann sich, wer möchte, später aneignen. Zu viel Wind ist anfangs und je nachdem, woher er weht, eher hinderlich. Praktisch ist es, wenn eine sehende Begleitung Hinweise auf Hindernisse geben kann. Flüsse sind für blinde Stand-up-Paddler tückisch, wenn viele Büsche und Bäume ins Wasser ragen.

Es gibt auch Stand-up-Boards für zwei Personen und XXL-Boards. Auf ihnen können bis zu zehn Leute stehend paddeln oder sitzend einfach das Gefühl genießen, auf dem Wasser zu schaukeln.

Surfschulen bieten meistens auch Stand-up-Paddel-Kurse an. Oder man leiht sich einfach ein SUP-Board und probiert es aus.


Tauchen

Dass Tauchen auch blind oder sehbehindert möglich ist, zeigen wir in dieser Ausgabe der "Sichtweisen" nicht zum ersten Mal. Eine Anfrage bei einer Tauchschule am eigenen Wohnort oder in der Nähe kann sich also lohnen. Von seiner Tauchsafari mit Sehbehinderung erzählt Matthias Hecht in seinem Erfahrungsbericht Tauchen, um zu genießen.


Windsurfen

Windsurfen wird vor allem im Flachwasser oder bei leichten Wellen praktiziert, also oft auf Seen oder in windreichen Meeresbuchten. Die Windsurferin, der Windsurfer steht auf einem Brett mit einem Segel, das an einem Mast befestigt ist. Sie nutzen den Wind, um durchs Wasser zu gleiten. Das Steuern des Surfbretts erfolgt durch das Neigen des Segels und das Verlagern des Körpergewichts.



Kurzinfo: Wassersport mit Seheinschränkung

Es gibt Vereine, die auch sehbehinderten und blinden Menschen Kurse oder andere Möglichkeiten bieten, ihre Freizeit im oder auf dem Wasser zu verbringen. Hier ein paar Linktipps, wo es solche Angebote gibt. Doch auch individuelle Nachfragen bei Vereinen in der eigenen Region können sich lohnen, denn manche machen sich erst auf den Weg Richtung Inklusion, wenn jemand Interesse an bestimmten Sportarten bekundet.


Die Wassersportschule Watersports4all in Großenbrode an der Ostsee und der gemeinnützige Verein Sail United bieten Wassersport für behinderte und nichtbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Gelernt und geübt wird in inklusiven Teams. Im Programm sind Kajakfahren, Stand-up-Paddeln, Surfen, Kitesurfen und Segeln.
www.watersports4all.de


Die Blinden- und Sehbehinderten-Wassersportgemeinschaft Moers am Niederrhein bietet Kajakfahren, Stand-up-Paddeln und Tretboot-Fahren für Menschen mit und ohne Seheinschränkung an. Ihr Sitz ist am Waldsee in Moers.
www.bswg-moers.de


Die Surfschule sail&surf Pelzerhaken liegt an der Ostsee in der Lübecker Bucht. Hier kann man Windsurfen, Kitesurfen, Stand-up-Paddeln, Katamaran- und Optisegeln lernen. Die Schule hat bereits vom Aura-Hotel Timmendorfer Strand organisierte Windsurf-Kurse für blinde und sehbehinderte Menschen veranstaltet.
www.sailandsurfpelzerhaken.de


Die folgende Website bietet Informationen rund um das Tauchen mit einer Behinderung:
www.tauchen-mit-handicap.de


Beim DBSV ist Torsten Resa Ansprechpartner für inklusive Sportangebote.
Tel. 030 / 28 53 87  –  281

Wenn's spritzt und schaukelt

Robbie Sandberg und Fabio Tralles sind Segler. Sie sind aber noch nie zusammen gesegelt. Der eine sucht das Abenteuer auf hoher See, der andere übt sich in schnellen Reaktionen auf Berliner Gewässern. Was sie eint, ist die Begeisterung für die unmittelbare Erfahrung auf dem Wasser und das Zusammenkommen mit anderen Menschen beim Segeln. "Ein cooles Hobby", meint der zwölfjährige Fabio.

Von Leonie Koll  


Es knallt und zischt, schaukelt und bebt  –  dann plötzlich ist es ruhig. Das Segel wurde angezogen, das Ruder weggedrückt, und es kommt Bewegung ins Schiff. Langsam gleitet es voran. Die Wellen plätschern leise gegen den Bug, der Wind drückt in die Segel.

Robbie Sandberg und Fabio Tralles haben ihre Boote fest im Griff. Sie sitzen beide gern selbst am Steuer und genießen die Schnelligkeit. "Wenn wir so richtig schnell sind, vibriert das Boot, das Wasser spritzt, und es fühlt sich so an, als ob man schnell über das Wasser gleiten würde", beschreibt Fabio das Segeln. Beide Segler sind blind und nutzen den Wind auch zur Orientierung auf dem Wasser. Die Windrichtung und das Verhalten des Bootes signalisieren ihnen, wie sie ihr Boot ausrichten sollten, um Fahrt ins Schiff zu bekommen.

Segeln ist für die beiden recht unterschiedlich. Robbie Sandberg segelt seit fast 30 Jahren regelmäßig mit sogenannten Kielbooten auf der Nord- und Ostsee. Fabio ist in einem Segelverein in Berlin und segelt auf Jollen. Er ist zwölf Jahre alt und wird nun den dritten Sommer in Folge auf dem Wasser sein.

Was einen wichtigen Unterschied zwischen Kielbooten und Jollen ausmacht: Jollen können kentern, also umkippen. Segelboote mit Kiel halten sich durch ein Gegengewicht aufrecht. Auf Kielbooten kann man häufig auch schlafen. Sie sind komfortabler und eignen sich für längere Reisen auf dem Wasser. Auf kleineren Jollen ist man näher am Wasser, sie sind leichter und eignen sich für sportliches Segeln. Sowohl Jollen als auch größere Kielboote nutzen nur die Kraft des Windes, um sich fortzubewegen.

Fabio hat das Segeln auf dem Tegeler See gelernt. Jeden zweiten Samstag ist er mit dem Segelkurs vom Bund zur Förderung Sehbehinderter in Berlin auf dem Wasser. Zusammen mit einem Segellehrer oder einer Segellehrerin nutzen sie die Schulungsboote. Wenn die Grundlagen sitzen, wagen sich die Kinder und Jugendlichen allein oder zu zweit auf sogenannte Optimisten oder Topper. "Ich habe jetzt fast alles gelernt. Nur ein paar Knoten fehlen mir noch", meint Fabio. Wie er das Boot bedienen muss, haben ihm die Lehrerinnen und Lehrer gezeigt. Wichtig sei es dann noch, auf die Windgeräusche und die Bewegung im Boot zu achten. Je nach Wetterlage sucht sich die Gruppe ein Ziel in der Umgebung oder übt in Hafennähe. Fabio findet: "Segeln ist ein cooles Hobby, bei dem man viel erleben und viel machen kann. Ich mag es, dass man auf dem Wasser und mit vielen Leuten zusammen ist."


Unvorhersehbare Erlebnisse

Der Erlebnisfaktor steht auch für Robbie Sandberg im Vordergrund. Reisen mit einem Segelboot sind ein Abenteuer. Die Törns haben ihn schon in den Ärmelkanal, nach Irland, Norwegen und immer wieder in die Dänische Südsee geführt. "Auf der Ostsee bei Hiddensee sind wir beinahe gestrandet", erzählt der Hamburger. Dort ist es flach und trotz Kompass und Seekarten seien sie in einer Nacht immer wieder in die Nähe der Sandbänke gekommen. Da hätten sie gern einen Ortskundigen dabeigehabt. "Das war aufregend. Ich mag am Segeln, dass man immer etwas Unvorhergesehenes erlebt", schwärmt Robbie Sandberg.

Er hat 1997 mit dem Segeln angefangen. Damals hatte ein sehender Student bei seinem Blinden- und Sehbehindertenverein angefragt, ob nicht jemand mal mitsegeln wollte. Er hätte davon gehört, dass das möglich sei. Mit drei erfahrenen Hobbyseglern und vier blinden Frauen und Männern, die noch nie zuvor gesegelt waren, stachen sie kurz darauf in See. Es sei angenehm gewesen, dass die Segler keine Bedenken gehabt hätten, erinnert sich Robbie Sandberg. Sie hätten Zutrauen gehabt, dass sie als blinde Menschen am besten wissen, was sie leisten könnten. Und die blinden, noch unerfahrenen Seglerinnen und Segler hatten Lust, eingebunden zu werden. Auf einem Segelschiff habe jeder eine Aufgabe, für die er verantwortlich sei, sagt Robbie Sandberg: Leinen dichtziehen, Kurbeln bedienen, steuern, für Verpflegung sorgen und vieles mehr. "An Bord kann man als blinder Mensch so viel machen. Damit kann man so viel beitragen zum Teamerlebnis  –  das ist toll", meint er.

Da man auf dem Meer häufig einem bestimmten Kurs folgt, hat Robbie Sandberg einen akustischen Kompass. Mit dessen Hilfe weiß er, wie er das Boot steuern soll. "Ich kann nur keinen Ausguck machen und nicht An- und Ablegen", erklärt er. Auch zu diesen Manövern könne er aber beitragen, indem er die Leinen einhole oder Fender anbringe. Fender schützen das Boot vor dem Aufeinandertreffen mit der Kaimauer oder anderen Schiffen.


Yacht oder Jolle?

Für Fabio aus Berlin liegt das Segeln auf dem Meer noch in weiter Ferne  –  höchstens irgendwann mit noch mehr Wissen kann er es sich vorstellen. Aber auch der Berliner Verein macht eine Segelwoche, in der die Kinder und Jugendlichen jeden Tag segeln und auf dem Vereinsgelände schlafen.

Der Fahrtensegler Robbie Sandberg hat hingegen großen Respekt vor dem Segeln auf Jollen. Es erfordert schnelle Reaktionen und die eigenen Bewegungen übertragen sich unmittelbarer auf das Boot. Beim Yachten-Segeln sei es das Schlimmste, ins Wasser zu fallen, bei Jollen passiere es viel schneller. Fabio hatte auch erst Angst davor, mit der Jolle umzukippen. Durch das Kentertraining habe sie sich aber gelegt. Dabei bringt man das Boot mit Absicht dazu umzukippen und richtet es dann mit eigener Kraft wieder auf. "Es war sehr neu, interessant und nass", erzählt Fabio. Und Segeln wollte er danach unbedingt wieder.

Beide, Robbie Sandberg und Fabio, empfehlen das Segeln wärmstens. Besonders für Menschen mit Sehbehinderung oder blinde Menschen sei es eine Freude, weil in der maritimen Welt vieles taktil oder akustisch zu erfassen sei. Sie genießen es, draußen zu sein, Wind und Wetter zu erleben und dann womöglich vom Schaukeln des Schiffes in den Schlaf gewiegt zu werden.


Dazu ein Bild: Fabio Tralles steht auf einem Steg und hält mit der Hand ein Drahtseil eines Segelbootes. Er hat kurzes dunkles Haar und trägt eine Schwimmweste über seiner Jacke. Im Wasser liegen weitere Boote.



Kurzinfo: Segeln für Kinder und Erwachsene

Eine Initiative aus der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe organisiert das Projekt Blindensegeln.de. Es bietet die Möglichkeit, erste Erfahrungen an Bord eines größeren Schiffes zu sammeln. In diesem Sommer werden zwei Segelreisen für Erwachsene auf Traditionsschiffen in der Ostsee angeboten. Aus der DBSV-Jugendarbeit entstanden, jährt sich das "Blindensegeln" 2025 zum 20. Mal. In Berlin können Kinder und Jugendliche sich dem Segeln im Verein anschließen. Der Bund zur Förderung Sehbehinderter lädt Interessierte ein, beim Training vorbeizukommen.

Tauchen, um zu genießen

Eine Tauchreise nach Ägypten mit lauter anderen, sehenden Taucherinnen und Tauchern machen? Ein bisschen mulmig war es Matthias Hecht, der eine Sehbehinderung hat, bei diesem Gedanken schon zumute. Doch dann entschied er sich, an einer Tauchsafari im Roten Meer teilzunehmen, und wurde belohnt: mit vielen Eindrücken von Riffen, Fischen und Korallen  –  und mit einem gestärkten Selbstbewusstsein.

Von Matthias Hecht  


Während meines Zivildiensts erhielt ich die Diagnose einer genetisch bedingten Netzhauterkrankung. Meine Sehschärfe würde sich dadurch auf ein Niveau nahe der Einstufung "gesetzlich blind" reduzieren. Besonders hart traf mich die Aussage eines Arztes, dass ich aufgrund der Diagnose "ausgemustert" werden könnte. Man überließ mir jedoch die Wahl, ob ich den Zivildienst fortführen wollte oder nicht. Ich führte ihn fort.

Auch mein Studium der Elektrotechnik beendete ich und hatte einen erfolgreichen Berufseinstieg als Entwicklungsingenieur. In all den Jahren wurde ich stets selbstbewusster und offener im Umgang mit meiner Sehbehinderung. Dies überzeugte mich eines Tages, meinen Traum, die Welt unter Wasser zu entdecken, zu verwirklichen. Nach einigen Recherchen fand ich einen Tauchlehrer, der mir offen begegnete. Zufällig leitete er die Tauchschule in Lörrach, wo ich lebe. Tauchen bei ihm zu lernen, war für mich mit etwas Aufwand und Mühen möglich. Ich wurde sehr gut unterstützt, sei es durch eine Mitfahrgemeinschaft zum See, sei es beim Überprüfen der Ausrüstung vor dem Tauchgang.

Im Wasser zeigten mir die anderen Taucherinnen und Taucher Kommandos genau an und halfen mir auch bei den einzelnen Übungen, zum Beispiel dem Ausblasen der Tauchmaske. Das ist nötig, wenn sie sich mit Wasser gefüllt hat. Sicher war auch meine persönliche ruhige und bedachte Art hilfreich. Denn diese Eigenschaften sind für jeden unter Wasser eine große Hilfe.

Während meiner Tauch-Ausbildung schwärmten immer alle von den Schönheiten des Roten Meeres. Ich selbst traute mich zunächst nicht, mich für eine solche Reise anzumelden. Deswegen war ich überrascht, als der Leiter der Tauchschule mich fragte, ob ich auf die jährliche Tauchsafari der Tauchschule mitkommen wollte. Sie sollte nach Ägypten, zum Roten Meer, führen. Ich überlegte kurz. Die Mitreisenden kannte ich bereits und sie mich. Der Tauchlehrer hielt die Reise für absolut machbar für mich. Und so traf ich die rückblickend richtige Entscheidung, mich der Safari anzuschließen.


Rundum-sorglos-Paket

Im Vorfeld der Reise wurden meine Zweifel in Luft aufgelöst. Bei den Vorbereitungstreffen wurde ich gut aufgenommen. Ebenso beruhigte mich die Aussage eines Guides der Tauchsafari, dass bei einer Tour im Jahr zuvor ebenfalls ein erblindeter Mann dabei war. Die Guides leiten die unterschiedlichsten Tauchtouren. Unsere Tauchschule bucht die Tour stets bei den gleichen Guides, da sie die Tour gut organisieren und auf faire und angenehme Art durchführen.

Auch die Auffrischung meiner Taucherfahrung war eine gute Vorbereitung auf die Reise. Wir machten noch einmal einen Theorie-Kurs und ein paar Tauchgänge in Schweizer Seen.

Unterstützung vor allem für die An- und Abreise nach Hurghada in Ägypten erhielt ich durch einen Mitreisenden, der zufällig ein Freund war. Ich hatte ihn einige Jahre nicht mehr gesehen und nun wiedergetroffen. Wir hatten die gleichen Flüge. In Ägypten wurden wir am Flughafen abgeholt und alle Transfers für uns ohne weiteren Aufwand durchgeführt. Es war ein echtes Rundum-sorglos-Paket.

Die erste Nacht in Ägypten verbrachten wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise im Hafen, dann ging es auf ein Boot, unsere "Heimat" für die vor uns liegende Woche auf dem Weg von Hurghada in Richtung Sinai-Halbinsel und zurück. Zu Beginn waren einige administrative Dinge zu erledigen und die eine oder andere Sicherheitsunterweisung stand an. Auch das gehört zu einer Tauchreise. Wer denkt, man schnallt sich einfach eine Flasche auf den Rücken und springt ins Wasser, lebt in einer Traumwelt.


Hilfsbereite Besatzung

Unser erster Tauchgang diente dem Guide dazu, uns zu beobachten und unsere Tauchfähigkeiten einzuschätzen. Jeder in der Gruppe war gut gerüstet, und weiteren Tauchgängen stand nichts mehr im Weg.

Wir waren rund 40 Personen auf dem Boot  –  mit Besatzung. Dadurch wurde es manchmal etwas eng. Vor allem beim Anlegen der Ausrüstung war es kuschelig. Dieses kleine Problem wurde durch die Aufteilung in drei Gruppen behoben. Die Besatzungsmitglieder waren sehr aufmerksam und hilfsbereit: Sie wussten nach ein paar Tauchgängen, wer sein Zeug wo abgelegt hatte, und reichten es den Taucherinnen und Tauchern an. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei Tauchreisen in Ägypten. Wir haben uns auch alle gegenseitig geholfen.

Der Tag an Bord lief im Grunde immer gleich ab und war durchgetaktet. Gegen sechs Uhr standen wir auf, tranken Kaffee oder Wasser und tauchten ab zum ersten Tauchgang des Tages. Danach gab es Frühstück, und es folgte der zweite Tauchgang. Der Early Morning Dive, also der erste Tauchgang, war meistens auch der schönste: Wenn die Sonne aufgeht und der Tag beginnt, ist die Stimmung auf dem Meer echt toll.

Dann fuhren wir meistens zum nächsten Tauchplatz, wo es ein Mittagessen gab. Nach dem dritten Tauchgang nahmen wir einen Imbiss ein, um für den vierten Tauchgang bei Dunkelheit gerüstet zu sein. Zum Schluss gab es das wohlverdiente Abendessen. Das klingt nach einer Reise, auf der viel gegessen wurde, aber man kann gar nicht so viel essen, wie man in diesen Tagen Kalorien durch das Tauchen verbraucht.


Der perfekte "Dümpel-Taucher"

Bei den Tauchgängen gab es viel zu entdecken. Mal tauchten wir einfach auf einem Riff, das nächste Mal entlang einer Steilwand oder einem Wrack. Wir erkundeten viele unterschiedliche Sachen. Vor allem die Fische und Korallen in den unterschiedlichsten Farben, Krebse und vieles mehr faszinierten uns.

Ich konnte nicht jeden Tauchgang mitmachen, denn zum einen lässt meine Ausbildung nur Tauchgänge bis zu 20 Metern Tiefe zu. Zum anderen bin ich durch meine Sehbehinderung nachtblind, sodass Tauchgänge in der Dunkelheit oder an Wracks zu gefährlich gewesen wären. Aber mir wurde im Laufe der Reise attestiert, dass ich ein perfekter "Dümpel-Taucher" sei: wie gemacht für das Genießen der Unterwasserwelt. Das ist auch meine Intention beim Tauchen: die Zeit unter Wasser genießen, einfach dahinschweben und mich treiben lassen.


Auftauchen vor Alpenpanorama

Wir hatten als Gruppe eine sehr schöne gemeinsame Zeit an Bord. Es war für alle eine Bereicherung und ein tolles Erlebnis. Mir hat die Reise gezeigt, dass es mit Unterstützung keine allzu großen Hürden und Hindernisse gibt. Die Bewunderung, die von allen Seiten an mich herangetragen wurde, hat mich bestätigt und darin gestärkt, mein Leben, so wie es ist, weiterzuleben.

Ich würde die Reise noch einmal machen. Im Moment sind die regelmäßigen Tauchausflüge zu Schweizer Seen eine schöne Auszeit vom Alltag. Auch wenn das Wasser dort deutlich kühler ist als im Roten Meer, ist der Blick beim Auftauchen mit den Alpen im Hintergrund wunderschön.

Matthias Hecht (37) lebt in Lörrach.


Dazu ein Bild: Matthias Hecht in Tauchermontur unter Wasser, fotografiert während seiner Tauchsafari im Roten Meer. Luftblasen treten aus seinem Atemgerät. Über ihm wird das Sonnenlicht vom Wasser reflektiert.

Termine & Tipps:

Termine

Welthochschulspiele mit Audiodeskription

16.-27.7.2025, Rhein-Ruhr-Gebiet und Berlin

Die FISU Rhine Ruhr World University Games 2025 sind der größte internationale Sportwettkampf für Studierende. Für blinde und sehbehinderte Menschen werden Live-Audiodeskriptionen bei ausgewählten Sportarten wie Schwimmen, Volleyball, Badminton, Tennis, Leichtathletik, Basketball, Beachvolleyball und Rudern angeboten.

Infos zu Terminen und Tickets unter: ticket.rhineruhr2025.com

Leichtathletik mit Audiodeskription

1.-3.8.2025, Dresden

Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2025 wird für blinde und sehbehinderte Fans eine Live-Audiodeskription angeboten. Alle Disziplinen werden in einer Konferenzschaltung beschrieben, sodass kein sportliches Highlight verpasst wird. Tickets sind mit und ohne Begleitperson erhältlich.

Tickets und Infos unter
Tel.: 03 41 / 33 20 88 60
E-Mail: veranstaltungen@hoermal-audio.org

Hörspielworkshop

7.8., 14.8., 21.8., online
17.-21.9.2025, Berlin

Im DBSV-Hörspielworkshop "Blind in der Zukunft" produzieren die Teilnehmenden ein eigenes Science-Fiction-Hörspiel. Die Handlung wird gemeinsam an drei Online-Terminen im August entwickelt. Gespielt und aufgenommen wird während eines dreitägigen Präsenztermins (17.-21.9.) in Berlin. Dort wird das Hörspiel beim 16. Berliner Hörspielfestival präsentiert.

Anmeldung bis 25.7. bei
Robbie Sandberg
E-Mail: r.sandberg@dbsv.org

iPhone-Seminar für Fortgeschrittene

19.-22.9.2025, Aura Pension "Villa Rochsburg"

In diesem Seminar vertiefen die Teilnehmenden ihre iPhone-Kenntnisse. Sie lernen hilfreiche Apps kennen, die den Alltag in verschiedenen Bereichen wie Kochen und Navigation erleichtern, und erkunden gemeinsam neue Anwendungen. Zudem wird praktisches Zubehör vorgestellt, und anhand von Übungsaufgaben werden die erlernten Fertigkeiten trainiert.

Infos und Anmeldung unter
Tel.: 03 73 83 / 8 38 00
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de

Wandern im Herbst

26.9.-3.10. und 12.-19.10.2025, Aura-Hotel Timmendorfer Strand

Das Angebot richtet sich an alle, die im ruhigen Tempo wandern möchten. Die Wanderungen dauern jeweils drei Stunden. Je nach Wetterlage führen die Touren durch Wälder, über Wiesen oder um Seen herum, aber mindestens zweimal an der Küste entlang. Für blinde Gäste ist eine Wanderbegleitung erforderlich.

Infos und Buchung unter
Tel.: 0 45 03 / 60 02  –  0
E-Mail: info@aura-timmendorf.de

Tandemwochenende

26.-29.9.2025, Aura-Hotel Saulgrub

Beim Tandemwochenende stehen tägliche Touren zwischen 30 und 50 Kilometer durch die abwechslungsreiche Landschaft des Pfaffenwinkels auf dem Programm. Tandems und ortskundige Begleitung werden gestellt.

Infos und Buchung unter
Tel.: 0 88 45 / 99  –  0
E-Mail: info@aura-hotel.de

Trommelworkshop

28.9.-2.10.2025, Aura Pension "Villa Rochsburg"

Die Teilnehmenden des Workshops erfahren die positive Wirkung des Trommelns und steigern ihre sensomotorischen Fähigkeiten. Es wird kein besonderes musikalisches Können vorausgesetzt.

Infos und Anmeldung unter
Tel.: 03 73 83 / 8 38 00
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de

Bewerbungstraining

29.-30.9.2025, Karlsruhe

Das ACCESS@KIT  –  Zentrum für digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) veranstaltet ein spezielles Bewerbungstraining für Studierende und Berufseinsteiger mit Sehbeeinträchtigung. Im Workshop lernen die Teilnehmenden anhand von praktischen Tipps und erprobten Lösungen, wie sie sich optimal auf ein Einstellungsgespräch vorbereiten können.

Anmeldung bis 14.9. unter E-Mail: info@access.kit.edu

Tipps

Kostenlose Audioinhalte in der "Hörbar"

Das BIT-Zentrum des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes bietet Beratung, Information und Technik für Menschen mit Seheinschränkung. Im BIT-Webshop gibt es jetzt die neue Kategorie "Hörbar" mit kostenlosen Hörproben, Zeitschriften, Beiträgen und Tipps zu Hilfsmitteln. Für den Download der kostenlosen Inhalte ist eine einmalige Anmeldung notwendig.

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Fragen beantwortet Ottmar Färber unter Tel.: 0 89 / 55 98 81 36

Forum:

Braille zu Hause und im Beruf

"Meine Arbeit mit Braille": So heißt die Reihe, mit der wir in diesem Jahr an das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift erinnern. Der damals 16-jährige Schüler Louis Braille hat sie 1825 fertigentwickelt. In unserer Reihe berichten Menschen, wie sie beruflich oder ehrenamtlich mit der Brailleschrift arbeiten. Folge 4: Die blista-Mitarbeiterin Wencke Lutz-Gemril berichtet über ihre Arbeit im Zentrum für Barrierefreiheit der blista.

Von Wencke Lutz-Gemril  


Ich bin Wencke Lutz-Gemril und arbeite im Zentrum für Barrierefreiheit der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) in Marburg. Die Brailleschrift hat mich von Anfang an durch mein Leben begleitet. Von meinem Vater habe ich ein beidseitiges Glaukom geerbt und bin daran im Vorschulalter erblindet. Meine ebenfalls blinden Eltern haben mir viel aus Braillebüchern vorgelesen, und in meinem Zuhause gab es immer zahlreiche Bücher und Zeitschriften in Braille.

In der Blindenschule in Chemnitz habe ich zunächst die Vollschrift und in der vierten Klasse auch die Kurzschrift erlernt. Endlich konnte ich alle Braille-Texte selbst lesen! Auch die Braille-Notenschrift habe ich in der Schule ansatzweise gelernt, später aber nicht mehr angewendet.

Von der siebten Klasse an besuchte ich das Gymnasium der blista in Marburg, wo neben der Kurzschrift auch Acht-Punkt-Braille und die englische Kurzschrift im Unterricht verwendet wurden. Im Mathematikunterricht habe ich immer mit der Punktschriftmaschine geschrieben. Für die Freizeit habe ich mir in der Punktschriftbücherei der blista Bücher geliehen oder mir im Medienzentrum der Schule Texte zu verschiedenen Themen ausdrucken lassen.

Nach dem Abitur habe ich in Marburg "Deutsche Sprache und Literatur" studiert. Einige der mittelhochdeutschen Texte, die ich dafür benötigte, konnte ich mir bei der blista in Braille ausleihen. Das waren teilweise handgetippte Texte in alter Kurzschrift, die schon lang im Archiv lagen und vermutlich sonst kaum angefragt wurden. Ich habe mich sehr gefreut, Hartmann von Aue in Braille lesen zu können und dort sogar Versangaben zu haben.

Während meines Studiums habe ich ein sechswöchiges Praktikum in der Braille-Druckerei der blista absolviert und bin danach mit dem Team dort in Kontakt geblieben. Nun arbeite ich selbst seit 2016 in der Braille-Druckerei der blista.

Zu meinen Tätigkeiten gehört unter anderem das Übertragen von Texten jedweder Art in Brailleschrift sowie das Korrekturlesen von Braille-Texten. Für den DBSV übertrage ich die Jugendzeitschrift "Die Brücke" in Braille. Bei den Büchern ist von Kinder- und Jugendbüchern über Sachbücher bis hin zu Gesetzestexten und Erwachsenenliteratur alles dabei. Ich habe bei uns die Braille-Buchproduktion im Blick und weiß, welche Bücher wir gerade bearbeiten. Ich schlage auch selbst Bücher für die Produktion vor.

Außerdem lese ich auch andere Braille-Texte wie beispielsweise Visitenkarten, Flyer, Prüfungsaufgaben, Medikamentenbeschriftungen und Braille-Beschriftungen von Unterrichtsmaterialien Korrektur.


Schreibtisch voller Korrekturabzüge

Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. Es gibt stets völlig verschiedene Texte in Braille zu übertragen, und auf meinem Schreibtisch liegen Korrekturabzüge von Zeitschriften, Büchern und vieles mehr.

Diese Korrekturabzüge, die bereits auf richtigem Braillepapier gedruckt sind, lese oder überprüfe ich. Zwischendurch kontrolliere ich die Druckqualität unserer Braille-Drucker anhand von Ausdrucken. Zur Druckqualität gehören zum Beispiel die richtige Punkthöhe, ein gutes Schriftbild und dass nicht zu viele oder zu wenige Punkte vorhanden sind.

Vertretungsweise erstelle ich auch Braille-Etiketten für unsere Hörbücherei.

Die Übertragung findet mit verschiedenen Braille-Übertragungsprogrammen am Computer statt. Ich weiß nicht, ob es für die Braille-Übertragung irgendwann auch möglich sein wird, Programme, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, zur Unterstützung einzusetzen. Bisher haben wir zwar einige Arbeitsschritte automatisieren können, aber es ist unerlässlich, dass die Ergebnisse von Menschen überprüft und korrigiert werden.

Bei der Korrektur geht es meistens nicht um den Inhalt, sondern um Kürzungs-, Trenn- und Vorlagenfehler sowie um die Formatierung und die Beschreibung von Grafiken. Die Grafiken werden von sehenden Textbearbeitern beschrieben, umfangreichere Tabellen werden aufgelöst und übersichtlicher formatiert. Je nach Inhalt und Kontext werden diese Grafikbeschreibungen mit sehender Assistenz überprüft und besprochen.


Braille-Text für Kinderbücher

Wir adaptieren auch Bilderbücher, also versehen handelsübliche Bilderbücher mit Texten und knappen Bildbeschreibungen in Braille, damit blinde Vorleser sehenden Kindern diese Bilderbücher vorlesen können. Dabei wird Braille-Text, den wir auf Selbstklebefolie drucken, von meiner Kollegin zugeschnitten und an den entsprechenden Stellen in das Originalbuch eingeklebt. Bei umfangreicheren Texten werden die Bücher aufgeschnitten und der Braille-Text wird auf durchsichtiger Folie zwischen die Seiten gelegt, und dann wird das Buch mit einer Spirale neu gebunden.

Zu unserem Buchangebot informiere und berate ich Eltern und andere Interessierte an unseren Ständen beim Sommerfest der blista und auf Hilfsmittelmessen.

Die Brailleschrift lebt, wird weiterentwickelt und gefördert. Unsere Bücher gibt es in Voll- und Kurzschrift, und jetzt kann man die Braille-Bücher sogar per App ausleihen und ohne Versand und Kistenschleppen zu Hause mithilfe der Braillezeile an einem Computer, Tablet oder Smartphone lesen.

In meinem Haus habe ich ein großes Regal mit Braille-Büchern und -Zeitschriften. Neben Medikamenten sind bei uns auch Tees und Gewürze mit Braille beschriftet. Mein Braille-Notizgerät habe ich meistens in Reichweite und eine Braille-Zeitschrift im Rucksack. Seit letztem Jahr trage ich einen Ehering, auf dem in Braille der Vorname meines Mannes steht.

Bei meinen eigenen Kindern habe ich früh mit dem Vorlesen aus Braille-Büchern begonnen, und es freut mich, dass ich ihnen auch jetzt noch vorlesen darf. Sie haben uns schon viele Ideen für die Buchübertragung geliefert. Mein ältester Sohn hat am Welttag der Brailleschrift, am 4. Januar, Geburtstag. Es ist auch der Geburtstag von Louis Braille.

Ich finde die Brailleschrift auch in der Zeit von Sprachausgaben und technischen Hilfsmitteln unersetzlich und hoffe, dass sie auch weiterhin gelehrt, gelernt und gefördert wird.

Wencke Lutz-Gemril (37) lebt in Marburg.


Dazu ein Bild: Wencke Lutz-Gemril sitzt an ihrem Schreibtisch. Vor ihr steht eine Tastatur. Sie arbeitet mit beiden Händen an einem Braille-Notizgerät.

Rätsel

In der folgenden Anekdote verstecken sich  –  auch über Wortzwischenräume und Satzzeichen hinweg  –  folgende Gebäudeteile:

Dach  –  Diele  –  Erker  –  Esse  –  Etage  –  Gelass  –  Gemach  –  Kamin  –  Raum  –  Tür  –  Turm  –  Wand.

In welcher Reihenfolge kommen sie im Text vor?


Diplomatisch

Der kernige französische Staatsmann Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838) kam in den diplomatischen Dienst Napoleons und der Bourbonen und verwirklichte seinen Karrieretraum mit Bedacht. Wenngleich nicht alle Tage erfolgreich, hat er eine große Karriere gemacht. Er wurde als Diplomat immer besser, überstand so manchen Sturm und stürzte nie. Als einmal ein Linguist meinte, die lebendige Sprache sei den Menschen gegeben, um ihre Gedanken zu äußern, wandte Talleyrand gelassen ein, Diplomaten sei die Sprache vor allem gegeben, um ihre Gedanken zu verbergen.

Text und Scherenschnitt: Thomas Christian Dahme


Dazu ein Bild: Ein Scherenschnitt von Talleyrand im Profil: Er trägt eine Perücke mit Zopf und eine Uniformjacke.


Bitte senden Sie die Lösung bis zum 20. Juli an den

DBSV
Rungestraße 19, 10179 Berlin oder per
E-Mail an: sichtweisen@dbsv.org


Alle richtigen Einsendungen nehmen am Ende des Jahres an einer Verlosung teil (Informationen zur Datenverarbeitung gemäß Art.13 DSGVO unter www.dbsv.org/datenschutz.html).

Lösung des Mai-Rätsels

Ocker  –  Blau  –  Gelb  –  Orange  –  Weiß  –  Grau  –  Pink  –  Rot  –  Siena  –  Grün



Kurzinfo: Forum  –  im direkten Austausch

Schicken Sie Ihre Geschichten, Empfehlungen oder Leserbriefe an sichtweisen@dbsv.org oder per Post an

DBSV
Redaktion "Sichtweisen"
Rungestraße 19, 10179 Berlin

Panorama:

Forschung

Neue Forschungsansätze zu Netzhauterkrankungen

Forschungen an den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) haben ergeben, dass das Medikament Reserpin die Überlebensfähigkeit von lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut verbessert. Reserpin wurde ursprünglich gegen Bluthochdruck eingesetzt. Studien an Ratten mit Retinitis pigmentosa zeigten, dass das Medikament die Stäbchen auf der Netzhaut schützen kann. Die spezielle Gen-Mutation, die zu der Krankheit führte, spielte dabei keine Rolle.

Nun wird untersucht, ob stärkere und effizientere Reserpin-Varianten entwickelt werden können. Sie sollen entweder das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder Sehverlust verhindern, bis bessere Therapiemethoden verfügbar sind.

An der Brown-University in den USA haben Forscher in einer anderen Studie untersucht, ob Gold-Nanopartikel das Sehvermögen bei Menschen mit Makuladegeneration und Retinitis pigmentosa wiederherstellen können. Diese Krankheiten schädigen die Fotorezeptoren der Netzhaut. Die Forscher entwickelten eine innovative Methode, bei der Gold-Nanopartikel direkt in die Netzhaut injiziert werden. Schädliche Nebenwirkungen wurden nicht entdeckt. Weitere Studien sind erforderlich, bevor es möglicherweise zu einer Anwendung kommt.

Die Meldung mit Angaben zu den Quellen in englischer Sprache ist zu finden auf sichtweisen-online.org

Studie: Medikament MTK für die Netzhaut

Entzündungen spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der Altersabhängigen Makuladegeneration. Sie einzudämmen, könnte das Fortschreiten der Netzhauterkrankung verlangsamen. Vor diesem Hintergrund liefert eine Studie neue Erkenntnisse. Sie wurde unter Leitung von Dr. Andreas Koller von der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg erstellt und in der Fachzeitschrift "Aging" veröffentlicht.

Die Studie zeigte: Die Blockierung des Entzündungsrezeptors CysLTR1 in der Netzhaut alternder Mäuse hat deren Netzhautgesundheit verbessert. Der CysLTR1-Rezeptor kommt in großen Mengen in der Netzhaut vor und fördert Entzündungen.

Das Forschungsteam behandelte gealterte Mäuse mit Montelukast (MTK), ein Medikament, das üblicherweise zur Behandlung von Asthma eingesetzt wird und CysLTR1 blockiert. Aus der nach der Behandlung geringeren Entzündung der Netzhaut schließen die Forschenden auf ein geringeres Risiko für altersbedingte Augenkrankheiten. Sie beobachteten außerdem, dass sich durch die MTK-Behandlung der Durchmesser der Blutgefäße der Netzhaut vergrößerte, was den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Auges verbesserte.

Die Studie ergab auch, dass durch die Blockierung von CysLTR1 die natürliche Fähigkeit der Netzhaut zur Beseitigung von Abfallproteinen verbessert wurde. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich dieser Reinigungsprozess, sodass sich schädliches Material im Auge ansammelt.

Laut der Studie schädigt die MTK-Behandlung die Nervenzellen der Netzhaut nicht. Weitere Forschungsarbeiten seien erforderlich, um die Ergebnisse beim Menschen zu bestätigen.

Mehr Infos unter www.amd-netz.de  –  Menüpunkte Aktuelles/Nachrichten


Dazu ein Bild: Aufnahme einer Netzhaut mit trockener Makuladegeneration. Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für Sehbehinderungen im Alter.

Barrierefreiheit

Neues Informationsportal für barrierefreies Lesen

Ein neues Informationsportal für barrierefreies Lesen geht online. Die Mediengemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen (Medibus) stellt das Portal bereit. Auf der neuen Medibus-Plattform lassen sich erstmals barrierefreie Hörbücher und E-Books, Bücher in Brailleschrift und in Großdruck finden. Es handelt sich um Bücher, die in den Spezialbibliotheken für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlos ausgeliehen werden können.

Neu ist auch die Möglichkeit zum Download von barrierefreien E-Books und Braillebüchern über verschiedene Apps.

Das Informationsportal ist zu finden unter: www.medibus.info


Dazu ein Bild: Ein schwarzer E-Book-Reader liegt auf einem hohen Stapel Bücher. Auf dem Bildschirm ist ein Romantext in französischer Sprache zu sehen.

Bundesteilhabepreis 2025 in Berlin verliehen

Der Bundesteilhabepreis wurde verliehen: Im Rahmen der jährlichen Inklusionstage überreichte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas, in Berlin den drei Preisträgerinnen und Preisträgern eine Urkunde. Der Wettbewerb hatte das Thema: "Digitalisierung inklusiv  –  digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an Bildung und Arbeit." Ausgezeichnet wurden bundesweit herausragende Projekte. Der Preis ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert.

Der erste Preis ging an das PIKSL Labor Düsseldorf. In diesem öffentlichen, inklusiven Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderungen beantwortet ein inklusives Tandem Fragen der Besucherinnen und Besucher rund um das Thema Digitalisierung. Das Angebot entstand aus dem Wunsch von Menschen mit Lernschwierigkeiten nach Unterstützung bei der Nutzung digitaler Medien. Die geschulten Menschen mit Behinderungen wurden anschließend selbst zu Lehrenden: Das Konzept des Düsseldorfer PIKSL Labors wurde weiterentwickelt: Mittlerweile gibt es deutschlandweit zwölf weitere PIKSL Labore.

Den zweiten Platz erreichte der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen mit seiner App "bvkm aktiv". Die App ermöglicht Menschen mit Behinderungen direkten, selbstbestimmten Zugang zu Informationen und interaktiven Beteiligungsangeboten. Die Anwendung berücksichtigt diverse Aspekte der Barrierefreiheit, von motorischen über kognitive bis hin zu sensorischen Anforderungen.

Für ihr Projekt "Mobiles Medienlabor  –  Medienbildung für Alle" erhielt das "Zentrum für Inklusion" den dritten Preis. Von Oktober 2022 an tourte der "Medienbus" durch den Rhein-Neckar-Kreis. Der Bus war eine mobile Medien-Lern- und Hilfe-Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Unterstützungsbedarf, die im ländlichen Raum leben. Im Medienbus wurden Smartphones erklärt, Internet-Hotspots eingerichtet und das sichere Nutzen sozialer Medien vermittelt. Die Beratung war kostenlos und erfolgte durch ein Team aus Medienpädagoginnen und -pädagogen sowie Menschen mit Behinderungen.

Mehr Informationen zum Bundesteilhabepreis und zu den Preisträgern unter: www.bundesteilhabepreis.de

Mannheimer Erklärung: "Worauf es ankommt"

Die älteren Generationen wollen sich an der Gestaltung der drängenden gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben beteiligen. Das ist die zentrale Botschaft der "Mannheimer Erklärung", die die BAGSO  –  Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen  –  gemeinsam mit ihren 121 Mitgliedsverbänden, darunter der DBSV, zum 14. Deutschen Seniorentag veröffentlicht hat.

Die Mannheimer Erklärung richtet sich an Politik und Gesellschaft. Sie fordert, die Kompetenzen und Ressourcen der Älteren für die Lösung der anstehenden Aufgaben mehr in den Blick zu nehmen. Ausgrenzung und Diskriminierung solle entgegengewirkt werden. So sei es dringend notwendig, das Merkmal Lebensalter in Artikel 3 des Grundgesetzes aufzunehmen.

Zu den Erwartungen der Älteren an die Politik gehöre es auch, eine bezahlbare, professionelle Pflege sicherzustellen und die Digitalisierung nutzerfreundlich, sicher und für alle zugänglich zu gestalten sowie das Recht auf ein analoges Leben zu erhalten.

Die vollständige Mannheimer Erklärung ist zu finden unter: www.deutscher-seniorentag.de/programm

Bildung

Infokampagne an Schulen: "Knack den Code"

Blinde, sehbehinderte und sehende Kinder lernen am Gymnasium der blista (Deutsche Blindenstudienanstalt) in Marburg gemeinsam. Kürzlich haben sie auch gemeinsam Infopakete gepackt: Sie sind für andere Schulen gedacht und enthalten unter anderem die Broschüre "Knack den Code", die eine Anleitung zum Erlernen der Brailleschrift gibt, und einen Klassensatz tastbarer Brailleschrift-Alphabete. Die Infokampagne läuft unter dem Titel "200 Jahre Braille  –  Knack den Code".

Im Paket hat auch das Maskottchen der Kampagne, Waschbär Louis, seinen Platz. Der Leiter der blista, Patrick Temmesfeld, erklärt: "Unser blinder Waschbär Louis soll helfen, Vorurteile abzubauen, und er soll Mut machen, die Dinge positiv anzugehen, auch wenn man vielleicht nicht die besten Startchancen hat."

Das Infopaket für Schulen und eine spezielle Webseite sollen Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht unterstützen und Schülerinnen und Schüler zum Knobeln einladen. Auf der Internetseite finden sie Rätsel, Infos und Filme zur Brailleschrift. Die Infokampagne ist eine gemeinsame Aktion mehrerer Organisationen, unter anderem des DBSV.

Infos, Tipps und Übungstexte auf: katalog.blista.de/louis

Sport

Plakat-Kampagne: "Bist du behindert?"

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ist überzeugt: Menschen mit Behinderungen können großartige Leistungen vollbringen  –  im Alltag wie im Sport, sowohl im paralympischen Leistungssport als auch im Breitensport. Allerdings wird ihre Leistungsfähigkeit im Sprachgebrauch herabgewürdigt mit der Floskel "Bist du behindert!?". Sie unterstellt, dass die angesprochene Person etwas nicht kann, nicht versteht oder nicht weiß. Der DBS möchte dem entgegenwirken und hat darum eine Plakat-Kampagne ins Leben gerufen.

"Alter, bist du behindert?" steht in einer Sprechblase neben einem jungen Fußballer mit Beinprothese. Die Antwort lautet: "Ja  –  und der Sport ist ein wichtiges Standbein für mich!" Es gibt weitere Motive dieser Art, zum Beispiel mit einer Rennrollstuhlfahrerin.

"Wir haben uns bewusst für diese provokante Herangehensweise entschieden, um den häufig abwertenden Ausspruch "Bist du behindert?' zu konterkarieren und den ein oder anderen Nadelstich zu setzen hin zu einem anderen Umgang mit dem Wort Behinderung  –  und somit auch mit Menschen mit Behinderungen", erklärt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. "Wir brauchen bessere Teilhabemöglichkeiten im Sport und viel mehr Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen im Alltag." Er sei sich sicher, dass sich dann Vorurteile allmählich lösten und auch der Sprachgebrauch sich verändern kann.

Die Paralympics in Paris waren der Startschuss für die Kampagne "Bist du behindert?". Nun sollen weitere Bereiche des Sports von Menschen mit Behinderungen in die Kampagne einfließen.


Dazu ein Bild: Ein kleiner Junge klettert auf einer Wiese ein großmaschiges Netz hoch. Er hat rechts eine Unterschenkelprothese. "Alter, bist du behindert?" steht links in weißer Schrift und rechts in einer Sprechblase die Antwort: "Ja  –  und im Sport will ich hoch hinaus."

Para-Sportlerinnen und -Sportler des Jahres

Die Para-Sportlerinnen und -Sportler des Jahres wurden gewählt und geehrt: Für das Jahr 2024 erhielten sie die ,Auszeichnung diesmal am 12. April dieses statt im November des vorangegangenen Jahres. Die Gala des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) dazu fand erstmals in Bonn statt.

Para-Sportlerin des Jahres wurde die Schwimmerin Elena Semechin (31). Sie hatte in Paris Gold über 100 Meter Brust gewonnen. Semechin war 2021 an einem Hirntumor erkrankt und nach einer erfolgreichen Operation zum Leistungssport zurückgekehrt.

Taliso Engel wurde zum Para-Sportler des Jahres gewählt. Der 22-jährige Schwimmer hatte in Paris ebenfalls Gold über 100 Meter Brust geholt. Sowohl Semechin als auch Engel haben eine Sehbehinderung.

Das deutsche Para-Schwimmteam hat in Paris insgesamt zehn Medaillen errungen und war damit die stärkste Teilmannschaft im Team Deutschland Paralympics.

Als Para-Team des Jahres wurde das Rollstuhlbasketball-Team der Herren ausgezeichnet. Der DBS-Nachwuchspreis ging an Para-Schwimmerin Gina Böttcher, während der ehemalige Rollstuhlbasketball-Bundestrainer Michael Engel als Trainer des Jahres gewählt wurde.

Die Konkurrenz bei der Wahl war groß: Bei den Sportlerinnen und Sportlern standen ausschließlich die deutschen Paralympics-Sieger und -Siegerinnen zur Wahl. Bei der Online-Wahl gab es im Vergleich zu 2023 einen Stimmenzuwachs von mehr als 75 Prozent. Zusätzlich flossen die Wertungen eines neunköpfigen Expertengremiums zu gleichen Teilen in das Ergebnis ein.

Die Paralympics in Paris hätten der Paralympischen Bewegung einen mächtigen Schub gegeben, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Nie zuvor hätte das größte Sportereignis von Menschen mit Behinderung so viel Aufmerksamkeit erhalten wie diesmal. Er fügte hinzu: "Der Sport von Menschen mit Behinderung hat dank der Spiele in Paris einen großen Schritt in Richtung Mitte der Gesellschaft gemacht  –  und da gehört er auch einfach hin."

Für die Plätze eins bis drei aller Kategorien erhalten die Geehrten Prämien in Höhe von insgesamt 30.000 Euro von Sponsoren.

Fun-Fact: Taliso Engel hat bei der aktuellen Staffel der RTL-Show "Let's dance" den zweiten Platz unter anfangs 14 Teilnehmenden erreicht.

Mehr Infos auf www.dbs-npc.de (Rubrik "Nachrichten")


Dazu ein Bild: Taliso Engel steht lächelnd vor einer Leinwand mit seinem Namen. Er trägt einen Anzug und hat kurzes Haar mit einem Seitenscheitel. In den Händen hält er die Trophäe.

Vierter Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga

Der vierte Spieltag der Deutschen Blindenfußball-Bundesliga steht im Juli in Dortmund an. Am Samstag, 5. Juli, und am Sonntag, 6. Juli, treten folgende Mannschaften in wechselnden Konstellationen gegeneinander an: MTV Stuttgart, FC Schalke 04, SF BG Blista Marburg, Fortuna Düsseldorf, Borussia Dortmund, FC St. Pauli, FC Ingolstadt und Hertha BSC. Alle Mannschaften bestreiten an beiden Tagen jeweils ein Spiel. Das erste Spiel beginnt am Samstag um 9.30 Uhr, am Sonntag um 8.30 Uhr. Das letzte Spiel beginnt am Samstag um 16.15 Uhr, am Sonntag um 15.15 Uhr.


Blindenfußball-Bundesliga
Vierter Spieltag
5. und 6. Juli 2025
Derner Straße 423c, Dortmund

Studie offenbart Mängel bei Inklusion im Sport

In einer Studie der Aktion Mensch und der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen wurde der Einfluss der Paralympics Paris 2024 auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung untersucht. Befragt wurden drei Zielgruppen zu drei Zeitpunkten: paralympische Athletinnen und Athleten, Menschen aus der Bevölkerung und Menschen mit Behinderung ab 16 Jahren vor, während und nach dem Sportgroßereignis.

Die Ergebnisse wurden anlässlich der Ehrung der Para-Sportlerinnen und -Sportler des Jahres im April veröffentlicht. Im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Kultur oder Soziales bewerten die Befragten die Teilhabechancen im Sport am schlechtesten. Die paralympischen Athletinnen und Athleten sehen ihre eigenen Teilhabechancen dabei deutlich positiver als Menschen mit Behinderung dies im Allgemeinen tun.

Nur ein Viertel der befragten Para-Sportlerinnen und -Sportler sieht jedoch für sich die gleichen Chancen, am Leistungssport teilzuhaben, wie sie die nicht-behinderten Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer haben. Die Mehrheit bemängelt den Zugang zu Sportangeboten, Trainingsinfrastruktur und Sponsoren.

Mehr als zwei Drittel aller Befragten sehen Para-Sportlerinnen und -Sportler als wichtige Vorbilder für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft  –  sowohl für Menschen mit als auch ohne Behinderung. Die Sprecherin der Aktion Mensch, Christina Marx, sagt dazu: "Es ist wichtig, die positive Wirkung der Paralympischen Spiele für den inklusiven Breitensport zu nutzen und barrierefreie Sportangebote bereits für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Nur wenn wir Inklusion im Sport von Anfang an fördern und leben, stärken wir junge Menschen und beugen Diskriminierung aktiv vor."

Die Paralympics als unverzichtbarer Baustein gegen Diskriminierung: So sehen mehr als zwei Drittel der Befragten mit und ohne Behinderung die Spiele. Sie schreiben den Paralympics diese Bedeutung aufgrund der erhöhten Sichtbarkeit von Menschen mit Beeinträchtigung zu.

Mehr Infos unter: www.aktion-mensch.de/inklusion/sport/paralympics/studie-paralympics-und-inklusion

AURA-Hotels: Entspannter Urlaub ohne Barrieren

AURA-Hotels und -Pensionen sind Orte, die speziell auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen zugeschnitten sind. Insgesamt drei Häuser bieten die ganze Bandbreite angenehmer Urlaubsunterkünfte, von der familiär geführten Pension bis zum 3-Sterne-Wellness-Hotel. Von der See bis in die Berge: Die AURA-Hotels liegen in den schönsten deutschen Ferienregionen und sind ideale Ausgangspunkte für Ausflüge, auf Wunsch mit sehender Begleitung. Alle Unterkünfte sind barrierefrei eingerichtet und bieten ein umfangreiches Begegnungs- und Veranstaltungsprogramm. Auch für Seminare und Gruppenfreizeiten sind die Häuser sehr gut geeignet.


Die Standorte von Nord nach Süd:

  • AURA-Hotel Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein)
    Tel.: 0 45 03 / 60 02-0
  • AURA-Pension Rochsburg (Sachsen)
    Tel.: 03 73 83 / 8 38-00
  • AURA-Hotel Saulgrub (Bayern)
    Tel.: 0 88 45 / 99-0

Der Landesverein Mecklenburg-Vorpommern bietet außerdem Ferienwohnungen im Haus "Waldfrieden" im Ostseebad Boltenhagen an.


Weitere Informationen bei der
BSVMV
Landesgeschäftsstelle
Tel.: 03 81 / 77 89 80

Mehr Infos im Internet unter
www.aura-hotels.dbsv.org

Menschen:

"Die Ideen erfühle ich aus dem Stein"

Sie hat so viele Hobbys, dass kaum vorstellbar ist, wie sie sich noch einem widmen kann, das viel Zeit, Geduld und Kreativität erfordert: der Bildhauerei. Trotzdem geht Karla Faßbender seit vielen Jahren diesem Hobby nach und hat sich, wie sie sagt, "in den Stein hineingearbeitet". Eine von ihr gestaltete "Welle im Auslauf" wurde in Museen gezeigt. Auch mit ihrem Führhund war die Rheinländerin schon künstlerisch unterwegs.

Von Karla Faßbender  


Meine Schwester und ich sind auf einem Bauernhof aufgewachsen und waren immer sehr vertraut mit Tieren. Wir hatten Hühner, Kühe und immer einen Hund. Nach der Volksschule habe ich eine Ausbildung als Wirtschafterin gemacht. Zwei Jahre lang habe ich Praktika in einem Altenheim und in einem Kinderheim absolviert. In dieser Zeit, als ich 16 Jahre alt war, bekam ich eine Netzhautentzündung. Das linke Auge war bald nicht mehr zu retten. Das rechte Auge war immer noch voll sehend. Ein paar Jahre später bekam ich auf diesem Auge eine Chorioretinopathie. Meine Sehkraft sank bis zu meinem 25. Lebensjahr auf fünf Prozent. Damit konnte ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. Ich habe dann im Berufsförderungswerk Düren die blindentechnische Grundausbildung und eine Ausbildung zur Telefonistin gemacht. Später habe ich lange Zeit in diesem Beruf im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gearbeitet.

Die Ausbildung fiel mir schwer, aber ich sah keine andere Möglichkeit, weil ich ja mit 25 Jahren nicht nichts machen wollte. Ich glaube, viele können nachvollziehen, dass man, wenn die Augenprobleme nicht weggehen, denkt: Oh Gott, ich kann ja gar nichts mehr machen! Lesen konnte ich nicht mehr, und Nähen habe ich bis heute nicht mehr hingekriegt. Ich hatte Angst, allein rauszugehen, irgendetwas zu erforschen und mit dem Stock zu gehen.

Aber die Zeit in Düren hat mich gestärkt und wieder selbstsicher gemacht. Dort waren auch Menschen, die keinen Sehrest mehr hatten. Sie haben mir geholfen zu lernen hinzuhören und ein gutes Gefühl für die Finger zu bekommen.

Oft bin ich ohne Stock losgezogen, aber dann rannte ich jemanden um oder stach die Leute versehentlich mit dem Regenschirm. Manchmal bin ich frustriert nach Hause gegangen und habe zu meinem Mann gesagt: Die Leute sind heute wieder komisch drauf, die sind nur am Schimpfen. Mein Mann meinte: Ja, wenn du dich nicht kennzeichnest, woher sollen die wissen, dass du schlecht siehst? Irgendwann habe ich es hinbekommen, den Stock auch gern zu nehmen.

Im Jahr 2000 erlitt ich infolge einer Herzoperation und einer Blutvergiftung einen kleinen Schlaganfall, der auch das Gleichgewichtszentrum betraf. Ich habe ein Jahr gebraucht, um wieder allein laufen zu können. Ich war wie eingesperrt. Da kam mein Mann auf die Idee, ich könnte doch mal versuchen, "am Stein zu arbeiten". Von Bildhauerei haben wir nicht gesprochen. Ich war schon immer kreativ, habe ein bisschen mit Ton gearbeitet und ab und zu einen Kurs besucht. Bei uns in Alfter bietet die Alanus-Hochschule im Sommer und im Winter auch Kurse in Bildhauerei an. Zuerst habe ich das abgelehnt, weil ich keine Aschenbecher aus Speckstein oder so machen wollte. Erst als mein Mann vorschlug, er würde mitgehen, habe ich es probiert. Die Dozentin bot mir Speckstein an, doch ich habe gesagt, ich würde gern Alabaster bearbeiten. Das ist ein harter Stein, aber es hat mir Spaß gemacht.

Der Ehrgeiz packte mich, dieses Teil in eine schöne Form zu bringen. Das ist mir auch gelungen. Von da an bin ich immer wieder in die Werkstatt der Bildhauerei gegangen und habe viele schöne Sachen gemacht. Einmal durfte ich bei einer Gemeinschaftsausstellung hier in Alfter mitmachen.

So habe ich mich langsam akribisch in den Stein hineingearbeitet, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ihn in eine schöne Position zu bringen und ihm Ausdruck zu verleihen. Ich mache nur freie Skulpturen und versuche, einen Ausgleich zwischen Konvexem und Konkavem zu schaffen.

Es gab einmal eine Ausschreibung zur "Art Blind" in Köln, einer Ausstellung mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Ich habe mich mit zwei, drei Steinen beworben. Es gab hundert Bewerbungen, und nur 15 wurden genommen. Ich hatte nicht viel Hoffnung, dass ich ausstellen durfte, aber ich durfte. Das war 2008.

Über den Verein "Blinde und Kunst" bin ich zu der großen Wetterausstellung der Bundeskunsthalle in Bonn 2017 gekommen. Dort habe ich eine von mir gearbeitete Welle im Auslauf aus Alabaster ausgestellt. Sie wurde danach auch im Deutschen Historischen Museum Berlin gezeigt  –  das fand ich ganz toll. 2024 habe ich eine Einzelausstellung im Haus der Alfterer Geschichte gehabt. Im Oktober darf ich die Welle noch einmal in der Bundeskunsthalle zeigen, in einer Ausstellung, bei der es um Meere geht.

Es ist für mich immer sehr schön, mit dem Stein zu arbeiten und ihn zu gestalten, ihn vielleicht ein bisschen beweglicher zu machen. Ich arbeite mit Alabaster, Speckstein und Selenit. Wenn ich den Beitel am Stein da ansetze, wo nachher geschlagen werden soll, verdrehen die Dozenten immer die Augen, weil sie Angst haben, ich würde mir auf die Finger hauen, aber bis jetzt ist es gut gegangen. Das ist auch nur eine grobe Vorarbeit, ansonsten arbeite ich mit Raspeln.

Die Ideen erfühle ich aus dem Stein. Bevor ich einen kaufe, nehme ich ihn in die Hand und überlege, in welche Form ich ihn bringen könnte. Ich mache nichts Gegenständliches  –  bis auf die Welle. Ansonsten inspiriert mich der Stein, den ich mir grob gehauen kaufe.

Leider habe ich mir im Januar das rechte Handgelenk gebrochen und alle Bänder der Ellenbogen gerissen. Aber ich will trotzdem im Sommer wieder den Kurs der Sommerakademie besuchen. Die Bildhauerei möchte ich fortführen, solange ich kann. Mein Mann ist vor zwei Jahren verstorben, von daher ist alles nicht mehr so einfach, weil er mich sehr unterstützt hat.

Im Blinden- und Sehbehindertenverein Bonn habe ich immer gern mitgemacht und mache das heute noch, aber weniger. Früher bin ich auch oft an Schulen gegangen und habe den Kindern etwas über mich erzählt und wie man mit dem Stock geht.

Meine Woche ist gut ausgefüllt: Ich mache Nordic Walking, gehe schwimmen, singe in einem Chor und mache online in einer Hula-Hoop-Gruppe mit. Auch Yoga mache ich  –  da bin ich die einzige blinde Person, aber die Yogalehrerin erklärt mir alles ganz toll. Mein Mann und ich sind viel gewandert, heute wandere ich viel in einer Gruppe. Auch Hunde waren immer ein Hobby; inzwischen habe ich meinen vierten Blindenführhund.

Mit meinem Führhund Andy habe ich auch mal bei einem Sing- und Tanzstück für Kinder mitgewirkt. Zwei- bis dreimal in der Woche bin ich von Alfter nach Köln gefahren, um zu trainieren und das Stück mit auszuarbeiten. Das war in der Corona-Zeit, und wir haben das Stück vor einem begrenzten Publikum aufgeführt  –  in Köln, Düsseldorf, Krefeld und Berlin. Das war eine sehr schöne Abwechslung, weil es sonst in dieser Zeit ja manchmal ein bisschen einsam war. Gesungen habe ich für das Stück auch, was ich allein eigentlich nicht wollte, aber ich habe es gemacht, und es ist sehr schön geworden.

Das Theaterspielen war ein Highlight für uns: für meinen Hund, für Arthur, meinen Tänzer, und mich. So haben wir auch in dieser schweren Zeit schöne Sachen gemacht.

Karla Faßbender (75) lebt in Alfter. Ausführlich erzählt sie ihre Geschichte auf www.sichtweisen-online.org (Rubrik Themen/Menschen).

Protokoll: Ute Stephanie Mansion


Dazu ein Bild: Karla Faßbender steht im Freien und bearbeitet mit einer Raspel einen weißen Stein. Sie hat weißes lockiges Haar und lange schlanke Finger. Sie trägt eine Sonnenbrille, ein T-Shirt und eine Schürze.

Service:

Technologie, die den Alltag verändert

Assistenzsysteme standen im Mittelpunkt auf der SightCity: Die Fachmesse für Hilfsmittel für sehbehinderte und blinde Menschen zog im Mai Tausende Besucherinnen und Besucher nach Frankfurt am Main. Drei innovative Lösungen zeigen, wie moderne Technik vor Barrieren schützen kann: von intelligenten Brillen über smarte Apps bis hin zum Hightech-Blindenlangstock.

Von Christian Balbach  


Be My Eyes  –  Ray-Ban Meta Glasses

Die Ray-Ban Meta Glasses bieten eine innovative Assistenztechnologie für blinde und sehbehinderte Menschen. Über Sprachbefehle wie "Hey Meta" können Nutzer direkt mit der Brille interagieren und etwa die App "Be My Eyes" nutzen, um mit sehenden Freiwilligen verbunden zu werden. Die Brille verfügt über eingebaute Lautsprecher mit hoher Klangqualität, die es ermöglichen, Umgebungsgeräusche weiterhin wahrzunehmen. Sie kann über Sprachbefehl Objekte oder Szenen beschreiben und einfache Texte wie Broschüren vorlesen. Auch Musik lässt sich über Touch-Gesten an der Brille steuern. Zwar ist die Künstliche Inteligenz (KI) für dieses System, die hier "Be My AI" heißt, noch nicht vollständig integriert. Aber die Brille bietet bereits grundlegende KI-Funktionen wie Bilderkennung und Texterkennung.

Der Marketingleiter Andy Bailey sagt, dass Be My Eyes vermehrt auf dem europäischen Markt auftreten will und in naher Zukunft auch ein "Be My Eyes-Workplace"-Produkt auf den Markt kommen soll, das auf digitale Arbeitsbereiche spezialisiert sein wird.


SmartAIs

Die App "SmartAIs" nutzt Künstliche Intelligenz und computergestützte Bildverarbeitung, um blinden und sehbehinderten Menschen eine sicherere und entspanntere Fortbewegung zu ermöglichen. Entwickelt für iPhones ab Modell 12, wird das Smartphone in einer speziellen Brusttasche getragen, sodass die Kamera den Gehweg vor dem Nutzer erfasst. Die App analysiert in Echtzeit die Umgebung und erkennt relevante Hindernisse wie E-Scooter, Werbeschilder oder Poller. Unwichtige Objekte, etwa herabgefallene Blätter, werden dabei ignoriert.

Über Kopfhörer werden akustische Signale ausgegeben, die die Richtung und Entfernung der Hindernisse vermitteln. So können Nutzer und Nutzer/innen ausweichen, ohne auf visuelle Informationen angewiesen zu sein. Die Empfindlichkeit der App lässt sich individuell anpassen, um unterschiedlichen Gehgeschwindigkeiten gerecht zu werden.

Die Entwicklung von SmartAIs begann im Rahmen der Digital Product School in München. Ein interdisziplinäres Team aus Experten für Robotik, KI und Produktdesign arbeitete eng mit der Blinden-Community zusammen, führte Interviews und Testspaziergänge durch, um die App optimal auf die Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen. Die Kombination aus Smartphone, Brusttasche und Kopfhörern ermöglicht eine kostengünstige und benutzerfreundliche Lösung ohne zusätzliche Hardware.

Für ihre innovative Arbeit wurde SmartAIs mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2024 ausgezeichnet. Die App befindet sich derzeit in der Weiterentwicklung, wobei das Team auf kontinuierliches Feedback von Testern setzt, um die Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität weiter zu verbessern.


Blindenlangstock: WeWALK Smart Cane 2

Der WeWALK Smart Cane 2 ist ein moderner, "intelligenter" Langstock, der sehbehinderten und blinden Menschen mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und Orientierung im Alltag ermöglichen soll. Er kombiniert moderne Sensortechnik mit Künstlicher Intelligenz und smarten Funktionen.

Das Herzstück des Systems ist ein Ultraschallsensor, der Hindernisse nicht nur in Bodenhöhe, sondern auch auf Brust- und Kopfhöhe erkennt. Durch Vibrationssignale wird der Nutzer frühzeitig gewarnt  –  ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Langstöcken. Gleichzeitig ermöglicht die Bluetooth-Verbindung zur WeWALK-App auf dem Smartphone eine barrierefreie Navigation. Die App bietet akustische Routenführung, zeigt Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel an und informiert über Orte in der Umgebung wie Geschäfte oder Cafés.

Eine weitere Funktion des neuen Modells ist der integrierte Sprachassistent auf Basis von GPT-Technologie. Dieser versteht gesprochene Fragen und liefert kontextbasierte Antworten  –  etwa zu Wegbeschreibungen, Verkehr oder allgemeinen Informationen. Bis zum 31. Juli 2025 ist der KI-Dienst kostenlos, danach kann er optional gegen eine geringe Gebühr weitergenutzt werden.

Der WeWALK Smart Cane 2 ist ein Graphitstock, der sich in Größe und Gewicht kaum von herkömmlichen Langstöcken unterscheidet. Er enthält Harman-Lautsprecher und ein Mikrofon. Seine Akkulaufzeit beträgt bis zu 24 Stunden, und er lässt sich über einen USB-C-Anschluss aufladen. Er ist regenwasserfest und in drei Längen erhältlich.

Besonders im Vergleich zur ersten Version hat sich der Smart Cane 2 in Bezug auf Gewicht und Größe stark weiterentwickelt. Soweit sich die Funktionalität auf der SightCity testen ließ, sind besonders die Navigations- und die Hinderniswarnfunktion sehr praktisch.

Infos zu den auf der SightCity vorgestellten Produkten gibt es unter: https://sightcity.net/product

Viele Interviews rund um auf der SightCity 2025 vorgestellte Hilfsmittel veröffentlicht Christian Stahlberg in seinem Podcast "Sightviews". Seit dem 29. Mai geht jeden Tag ein Interview online, zu finden unter: www.sightviews.de


Dazu ein Bild: Vor dem Eingang zur SightCity, stehen mehrere Menschen mit Rucksäcken und Langstöcken. Auf einem Plakat steht groß "SightCity" und "Willkommen".



Kurzinfo: Erbrechtliche Beratung  –  ein Service der rbm

Soll ich ein Testament machen? Worauf muss ich achten? Was kostet das? Fragen, die sich auch sehbehinderte und blinde Menschen stellen. Die gemeinnützige Rechtsberatungsgesellschaft rbm (Rechte behinderter Menschen) bietet darum einen neuen Service für Mitglieder der DBSV-Landesvereine und der korporativen Mitglieder: eine erbrechtliche Beratung mit einer abschließenden Empfehlung.


Was ist Beratungsinhalt?

  1. Bewertung der Lebensumstände des oder der Ratsuchenden
  2. ein einstündiges Telefonat eines Juristen oder einer Juristin der rbm mit dem oder der Ratsuchenden (Fakten-Check, Ermittlung des Hauptanliegens)
  3. zusammenfassende Darstellung mit rechtlicher Bewertung und einer Empfehlung mit Eckpunkten für eine erbrechtliche Verfügung

Was kostet das?

Die rbm berechnet für diese Form der erbrechtlichen Beratung eine Gebühr von 240,75 Euro (inkl. Umsatzsteuer). Die schriftliche Darstellung kann zum Beispiel einem Notar oder einer Notarin zur konkreten Testamentsberatung vorgelegt werden.


Fragen Sie uns  –  wir beraten Sie gern:
rbm gemeinnützige GmbH
Rechte behinderter Menschen
Biegenstraße 22, 35037 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 9 48 44-90 oder -91
E-Mail: kontakt@rbm-rechtsberatung.de
Internet: www.rbm-rechtsberatung.de

Medien:

Bücher

Der Bademeister ohne Himmel

Ein Buchtipp von Claudia Gosen, Westdeutsche Bibliothek der Hörmedien


Linda, 15 Jahre jung, und der 86-jährige Hubert sind Nachbarn. Während Huberts Welt wegen seiner Demenz-Erkrankung immer kleiner wird, ist die empathische Linda ständig bemüht, ihn ins Leben zurückzuholen. Dreimal in der Woche besucht sie Hubert und erzählt ihm Geschichten aus dem Freibad, in dem er mehr als 40 Jahre lang als Bademeister gearbeitet hat. Sie hilft ihm, all die Dinge zu suchen, die ihm verloren gegangen sind und wartet mit ihm auf Rosalie, seine Ehefrau, die vor sieben Jahren verstarb, in Huberts Welt jedoch nur kurz zum Einkaufen gegangen ist.

In Lindas Welt liegt vieles im Argen. Seit einiger Zeit spielt sie mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Ohne Vater aufgewachsen lebt sie mit ihrer Mutter und deren ständig wechselnden Liebschaften zusammen in einer Wohnung, aber Nähe, Unterstützung und Fürsorge erfährt sie von der Mutter nur selten. Lindas Freund Kevin ist zwar verständnisvoll, belastet sie aber zusätzlich mit Zukunftsängsten. Immer mehr Zeit verbringt Linda bei Hubert und seiner herzlichen polnischen Pflegerin. Und dann passiert etwas, womit niemand gerechnet hat.

Petra Pellini erzählt mit viel Wärme und Leichtigkeit von einem schweren Thema. Linda nimmt die Lesenden mit in ihr Leben, und man fühlt mit ihr. Ein wunderbares Buch.

Die Autorin Petra Pellini ist 1970 in Vorarlberg geboren und lebt in Bregenz. Für ihren Prosatext zum Thema Demenz wurde sie 2021 mit dem Vorarlberger-Literaturpreis ausgezeichnet.

Petra Pellini: Der Bademeister ohne Himmel
DAISY-Hörbuch (7:15 Stunden)
Sprecherin: Marie-Isabel Walke

Vom Aufstehen

Ein Buchtipp von Gabi Schulze, dzb lesen


An welchen Sehnsuchtsort denken Sie, wenn Sie sich an Ihre Kindheit erinnern? Bei Helga Schubert ist es der großmütterliche Garten mit dem Duft warmen Streuselkuchens, den die Autorin zu Beginn als idealen Zufluchtsort poetisch beschreibt. Ein Leben aus Geschichten zieht an uns vorbei: Erinnerungen der Autorin an ihre Kindheit und Jugend in der Nachkriegszeit, an den Mauerbau und -fall und die Zeit dazwischen, in der sie Mutter, Schriftstellerin und Psychotherapeutin in der DDR war.

In kurzen Episoden, manchmal fast märchenhaft, dann wieder knapp, aber immer stimmungsvoll offenbart sie ihre Empfindungen und Gedanken  –  zum Beispiel über die Teilung und die Wiedervereinigung Deutschlands, über Natur und Menschsein, über ihre schriftstellerische Tätigkeit. Vor allem aber erzählt Helga Schubert vom schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter und dem Versuch einer Versöhnung mit ihr und so auch mit sich selbst.

Nach dieser Zeitreise durch ihre Lebens- und Gedankenwelt, ist man berührt von Herzlichkeit und Hoffnung, die den Geschichten innewohnen. Und der Duft von warmem Streuselkuchen steigt unwillkürlich in die Nase.

Helga Schubert: Vom Aufstehen
2 bzw. 3 Bände, Kurzschrift/Vollschrift, auch als Braille-Download verfügbar
DAISY-CD (5:11 Stunden)
Großdruck, 2 Bände
Tel.: 03 41 / 71 13-114 / -116 / -118
E-Mail: bibliothek@dzblesen.de

111 Actionszenen der Weltliteratur

Ein Buchtipp von Maren Gebhardt, Norddeutsche Hörbücherei


Die Geschichten in diesem Buch zeigen Autorinnen und Autoren der Weltliteratur, wie wir sie bislang nicht kannten: mitten im Geschehen, im Nahkampf und im Getümmel, als Schurken und Helden. Wir sind dabei, wenn Cervantes in der Schlacht von Levante kämpft und Tolstoi von einem Bären gebissen wird. Antoine de Saint-Exupéry übersteht vier Bruchlandungen, die Schwestern Brontë erleben den Weltuntergang. Ebenso dabei sind wir, wenn Marcel Proust sich duelliert und die Polizei nach Agatha Christie fahndet. Wenn Mary Shelley am Genfer See ihr Monster trifft und Emily Dickinson dem Sturm der Liebe ausgesetzt ist.

In diesen Erzählungen lernt man große Autorinnen und Autoren der Weltliteratur von einer anderen Seite kennen und erlebt Szenen aus ihrem teilweise sehr turbulenten Alltag, der sonst hinter dem Lebenswerk verborgen bleibt.

Mara Delius: 111 Actionszenen der Weltliteratur
DAISY-Hörbuch (8:25 Stunden)
Sprecher: Claas Christophersen

Die Ernährungs-Docs: Unsere Detox-Formel

Ein Buchtipp von Karin Ondertoller, BIT-Zentrum


Viele Menschen fühlen sich oft müde, gestresst und überfordert. Sie wissen aber nicht so recht, was ihnen fehlt. Möglicherweise stecken Ursachen dahinter, die sich leicht beheben lassen. Die auch aus dem Fernsehen bekannten "Ernährungs-Docs" meinen: Es hilft, aus dem Teufelskreis von schlechten Gewohnheiten auszubrechen, den Körper zu "entgiften" und sich von unnötigem Ballast zu befreien. Ihre Tipps dazu veröffentlichen sie unter dem Begriff "Detox-Formel". Damit sei ein Neustart möglich. Detox ist die Abkürzung für Detoxikation  –  das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet Entgiftung.

Matthias Riedl; Silja Schäfer, Viola Andresen, Jörn Klasen: Die Ernährungs-Docs  –  Unsere Detox-Formel. Der Neustart für Körper und Seele: Entgiften, bewusst genießen und mit frischer Kraft durchstarten
Sprecherin: Nicola Plathner
DAISY-Hörbuch (ca.5:30 Stunden)
Preis CD: 19 Euro


Zu bestellen beim
BIT-Zentrum
Tel.: 0 89 / 5 59 88-136 oder -144 (AB)
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org



Kurzinfo: Medibus-Katalog

Im Online-Katalog der Medien,gemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen (Medibus) sind rund 100.000 Punktschrift- und Hörbuchtitel verzeichnet. Diese Titel können über alle angeschlossenen Blindenbüchereien ausgeliehen werden. Informieren Sie sich bei Ihrer Bücherei oder stöbern Sie selbst im Internet unter: www.medibus.info

Hörfilme

Die Augenzeugen

Zwei Teenager, Jan und Lukas, sind mit ihren Mountainbikes im Wald unterwegs. Die Tour endet in einer Waldhütte, wo sie sich näherkommen. In der Nacht beobachten sie vor der Hütte einen dreifachen Mord und fliehen panisch. Doch der Täter hat einen von ihnen gesehen. Die Jungen geben nur das Notwendigste preis, obwohl Jans Tante Helen Polizistin ist und in dem Fall ermittelt.

Zwei der Ermordeten gehörten einer Biker-Gang an, der dritte war verdeckter Ermittler. Helen ermittelt in der Münchner Unterwelt, während ihr Neffe und sein Freund den Mörder an ihrer Schule zu erkennen glauben. Er ist ihnen auf der Spur. Und wenn ein Video, das jemand von den beiden Jungen in der Hütte gemacht hat, veröffentlicht wird, wird er sie finden.

Die Mini-Serie ist packend erzählt, es gibt einige überraschende Wendungen, und die Zuschauer haben oft einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern und den Jungen, die immer verzweifelter versuchen, dem Killer zu entkommen  –  was kaum möglich erscheint.

Die Augenzeugen
Mini-Serie, Deutschland 2024
Drehbuch: J.-F. Otto, A. Kizilbuga, M. Vershinin
Regie: Anna-Katharina Maier
Mit Marven Gabriel Suarez-Brinkert, Philip Günsch, Nicolette Krebitz
In der ARD-Mediathek verfügbar bis 2. Mai 2026

Anzeigen:

Hinweis

Manche Hilfsmittel, die von einer Krankenkasse finanziert wurden, bleiben in deren Eigentum und dürfen vom Versicherten nicht verkauft werden. Bitte achten Sie deshalb darauf, in privaten Kleinanzeigen ausschließlich Hilfsmittel aus Privateigentum anzubieten.

Private Kleinanzeigen

Partnersuche

Frau (62 J.), schlank, naturverbunden, sucht einen netten Herrn mit Sehrest zur Unterstützung bei der Gartenarbeit und als Begleiter für gemeinsame Freizeitaktivitäten (Raum Stuttgart).

Tel.: 01 76 / 61 13 43 11

Ferienwohnung

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www.haus-hainbuche.de
www.jagdspaniels-v-winzberg.de

Anfragen an: jagdfee@web.de

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Englischkurse für alle!

Reaktivieren Sie Ihr Englisch oder lernen Sie neu.

Fragen, Infos, Buchungen gerne per E-Mail an karin_hildebrand@t-online.de

Feelware

Wussten Sie, dass man viele Haushaltsgeräte nachträglich mit einer Sprachausgabe ausrüsten kann? Feelware bringt Ihren Elektroherd und Ihre Waschmaschine zum Sprechen. Die Kostenübernahme durch Ihre Krankenkassen ist möglich.

Jetzt kostenlose Beratung erhalten unter:
02 41 / 98 09 67 40
www.feelware.eu

AASB Maria Seidling

Ihr zertifizierter Partner seit über 38 Jahren


  • Dragon NaturallySpeaking mit Spezialanpassungen für Sehbehinderte und Blinde, jetzt mit KI
  • Jaws, Braillezeilen, Lesesysteme und Hilfsmittel

Tel.: 0 91 22 / 8 24 04
E-Mail: aasb@aasb-seidling.de

Landeshilfsmittelzentrum Dresden

VoxiVision

Stellen Sie sich vor, ein kompaktes Gerät könnte Ihnen Texte in Sekunden vorlesen  –  Zeitungen, Bücher oder auch Schilder, Verpackungen und Bildschirme. Genau das macht VoxiVision möglich.

VoxiVision ist ein tragbares Lesegerät in der Größe eines modernen Smartphones, das gedruckte und digitale Texte erkennt und vorliest  –  klar, deutlich und zuverlässig. Es kombiniert modernste Texterkennung (OCR) mit hochwertiger Sprachausgabe in einem handlichen Design. Es eignet sich für den privaten Alltag, für die Schule oder den Beruf.


Die Highlights auf einen Blick:

  • einfache Bedienung: intuitive Steuerung per Sprachbefehl oder Tastendruck
  • hervorragende Sprachausgabe und OCR Funktion: unterstützt über 20 Sprachen, übersetzt in über 10 Sprachen
  • hochpräzise Kamera: Vergrößerung bis zu 25-fach (Nah- und Fernsicht)
  • lange Akkulaufzeit: ideal für den mobilen Einsatz
  • künstliche Intelligenz (KI) analysiert Bilder, fasst Texte zusammen und ermöglicht Ihnen, Fragen dazu zu stellen
  • leicht & kompakt: Design in Taschenformatgröße, nur 189 g
  • anschlussfreudig: kompatibel mit Kopfhörern, Lautsprechern und externen Displays
  • inklusive Klappständer mit Positionierungshilfe
  • weitere Funktionen: Barcodeleser, Diktierfunktion, Banknoten- und Farberkennung.

Neugierig geworden? Gerne können Sie VoxiVision in einer LowVision-Beratung in Dresden ausprobieren. Bitte vereinbaren Sie dazu einen Termin mit unserer Optometristin Frau Sandra Schurig (E-Mail: s.schurig@bsv-sachsen.de).

Gerne können wir Ihnen auch Ansprechpartner außerhalb von Sachsen nennen.

Gerne senden wir Ihnen unseren Katalog in Schwarzschrift, in Punktschrift oder auf DAISY-CD. Besuchen Sie auch unseren Onlineshop unter www.lhz-dresden.de


Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.  –  Landeshilfsmittelzentrum
Louis-Braille-Str.6, 01099 Dresden
Tel.: 03 51 / 8 09 06 24
E-Mail: lhz@bsv-sachsen.de

Hilfsmittelberatung Telefonberatung:
Montag, Mittwoch und Donnerstag: 10-16 Uhr
Dienstag: 10-18 Uhr
Freitag: 10-13 Uhr

Hilfsmittelberatung vor Ort:
Montag: geschlossen
Dienstag: 10-18 Uhr
Mittwoch und Donnerstag: 10-16 Uhr
Freitag: 10-13 Uhr


Nach vorheriger Vereinbarung sind wir auch gerne außerhalb dieser Zeiten für Sie da  –  bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns!

Bestellungen im Internet: www.lhz-dresden.de

Marland

Qualitätsprodukte für blinde und sehbehinderte Menschen  –  CareTec


Zeitgeist 2

Modern und leicht! Die Zeitgeist 2 ist eine kompakte Taschenuhr mit vielen Funktionen: grafisches Display, GPS-Zeiteinstellung, klare Sprachausgabe, taktile Zeitanzeige, Stoppuhr, Timer, Alarm, Kalender, Sprachnotizgerät und mehr. Ein praktischer Alltagshelfer für Blinde und Sehende.

  • Mit Zusatzfunktionen: Lichtdetektor, Kompass, Schrittzähler und vieles mehr!
  • USB-Typ-C-Anschluss für schnelles und einfaches Aufladen
  • Lange Akkulaufzeit. Standby bis zu einem Jahr

Zeitgeist 2 und viele weitere Hilfsmittel sind erhältlich bei:

Marland GmbH  –  Spezialversand für blinde und sehbehinderte Menschen
Bestellhotline: 00800 63 63 63 63
www.marland.eu

non-24.de

Sind Sie völlig blind?
Fühlen Sie sich oft nicht fit und unkonzentriert?
Schlafen Sie nachts schlecht und sind tagsüber sehr müde?


Die mögliche Ursache: Ihre innere Uhr.

Jeder Mensch besitzt eine innere Uhr. Der wichtigste Taktgeber ist das Tageslicht.

Es setzt die innere Uhr immer wieder auf exakt 24 Stunden zurück. Völlig blinden Menschen fehlt die Lichtwahrnehmung, deshalb kann es dazu kommen, dass der Körper nicht mehr zwischen Tag und Nacht unterscheiden kann. Diese Menschen leiden an der Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Rhythmusstörung, kurz Non-24.


Wie äußert sich Non-24?

Betroffenen fällt es phasenweise sehr schwer, sich tagsüber wachzuhalten und zu konzentrieren. Nachts hingegen signalisiert der Körper oftmals kein Schlafbedürfnis.


Werden Sie aktiv:

Ein Termin bei einem Arzt ist der nächste Schritt oder informieren Sie sich in unseren Online-Tele-Vorträgen. Die Termine finden Sie unter dem Punkt Informationen auf #{non-24.de}.


Rufen Sie das Team des Non-24 Service an.

Die erfahrenen Mitarbeiter finden den richtigen ärztlichen Ansprechpartner in Ihrer Nähe und beantworten Ihre individuellen Fragen. Sie sind rund um die Uhr erreichbar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 24 321 08 oder per E-Mail non24@patient-plus.com.


Non-24  –  Eine zyklische Schlaf-Wach-Rhythmusstörung bei völlig blinden Menschen
Dies ist ein Service der Firma Vanda Pharmaceuticals Germany GmbH

Nikolauspflege

Finde deinen Weg.


Berufsbildungswerk Stuttgart

Wie sieht dein Traumjob aus? Ob mit oder ohne Sehbeeinträchtigung  –  wir bilden dich in mehr als 20 Berufen aus:

  • Gartenbau
  • Ernährung und Hauswirtschaft
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  • Wirtschaft und Verwaltung

Mehr online oder unter
0711 6564-128
bbw-stuttgart.de

Papenmeier Hotline Service

Unser Wir für Ihren Hilfsmittel Notfall
kostenfreie Hotline: +49 2304 205 250


Kontakt:
F.H. Papenmeier GmbH & Co.KG
Talweg 2, 58239 Schwerte
Telefon: +49 2304 205 0
Fax: +49 2304 205 205
Internet: info.reha@papenmeier.de
www.papenmeier-rehatechnik.de


Bildbeschreibung: Unser Wir für Ihren Hilfsmittel-Notfall: Es ist eine Gruppe von drei RehaTechnik-Mitarbeitern, zwei Männer und eine Frau, zu sehen, die freundlich in die Kamera schauen.

DBSV: Augenblicke feiern

Ob Geburtstag, Jubiläum oder Firmenfest: Feiern Sie Ihren besonderen Augenblick und schenken Sie blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben!

Bitten Sie Ihre Gäste anstelle von Geschenken um eine Spende zugunsten von Menschen mit Sehverlust.

Informationen zum Thema "Spenden statt Geschenke" erhalten Sie bei den 19 Landesvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) oder unter www.dbsv.org/spenden-statt-geschenke




Rückseite

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  • Aktuelles TV-Programm mit Audiodeskription
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www.hörfilm.info
Service-Telefon: 0 30 / 25 55 80 800