Sichtweisen Ausgabe 3/2025 Mai

"Sichtweisen" – Heft 03/2025

Inhalt

Impressum

Editorial

Werbeanzeigen:

Blindengerechte Reisen mit anders-sehn 2025

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

Einfach SynPhon!

DHV-Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH

RTB

Im Gespräch:

Bald Strafen für digitale Barrieren

DBSV-Nachrichten:

Ausgezeichnete Hörfilme

Meldungen

Barrierefreie Gehwege und Smarte Mobilität

Re:publica 2025: So geht Teilhabe auf Social Media

DBSV-Themen zum Hören: Drei neue Podcastfolgen

ILSC-Finale am 16. Mai: 25 Länder sind dabei

Mehr als eine Messe: Das bietet die SightCity 2025

Sehbehindertentag 2025: Touchscreens im Fokus

Online-Schwerpunkt zum Braille-Jubiläum 2025

DBSV-Karte: Mehr als ein Mitgliedsausweis

Dank an Unterstützer des DBSV

Thema: Garten

"Im Garten geht's mir einfach gut"

Kurzinfo: Lesetipps von Marion Krause

Gartenglück dank Assistenz

Ein Paradies auf kleinstem Raum

Schnuppern, fühlen und probieren

Termine & Tipps:

Termine

Europäischer Protesttag

Frühlingsmarkt

iPhone & iPad für Fortgeschrittene

"Das Gewicht der Ameisen"

Kindermusical mit Audiodeskription

Turn-EM und Turnfest mit Audiodeskription

Willkommen im Mittelalter

Rock'n Raspel  –  Modellieren mit Speckstein

Seminar "Der duftende Garten"

Sommerfest

Reitturnier mit Audiodeskription

Selbstverteidigung für Fortgeschrittene

3D-Druck-Workshop

Tipps

Mini-Abo der Braille-Zeitschrift "Vollzeichen"

Kinderbuchreihe des BMAS

Forum:

Ohne Braillenoten keine Orientierung

"Modeln bedeutet Körperspannung"

Rätsel

Lösung des März-Rätsels

Kurzinfo: Forum  –  im direkten Austausch

Panorama:

Gesellschaft

Kreativwettbewerb: "Siehst Du mich?"

Blinden-Mediathek: Ausleihen und testen

Bundesverdienstkreuz für Claus Duncker

Gesundheit

Künstliche Intelligenz in der Augenheilkunde

Bildung

E-Learning-Plattform "Selbsthilfe-Campus"

Forschung

Neues Verzeichnis 2025: Rehabilitation und Teilhabe

AURA-Hotels: Entspannter Urlaub ohne Barrieren

Menschen:

Ein Ziel im Visier: Loslassen

Service:

Mehr Tempo beim Braille-Lesen

Kurzinfo: Erbrechtliche Beratung  –  ein Service der rbm

Medien:

Bücher

Going Zero

Der Chor

Die Kinder von Schönbrunn

Bannmeilen

Hörfilme

Walpurgisnacht

Anzeigen:

Private Kleinanzeigen

Zu verkaufen

Ferienwohnung

Gewerbliche Anzeigen

ABTIM

AASB Maria Seidling

Feelware

Marschall Versand  –  Hilfsmittel für Blinde

Make-up Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen

BeTa  –  Hilfen

Retinora

Landeshilfsmittelzentrum Dresden

Marland

SightCity

Nikolauspflege

Papenmeier Hotline Service

bbs nürnberg


Titelbild:
Das Titelbild zeigt mehrere rot-orange-leuchtende Tulpen vor dunkelgrünem Hintergrund. Darauf prangt, über drei Zeilen verteilt, in großer weißer Schrift der Titel "Sichtweisen"  –  die Buchstaben sind fragmentiert dargestellt. In einem feuerroten Kasten auf halber Höhe wird der Name des Magazins gut lesbar wiederholt. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe lautet "Garten".



Impressum


"Sichtweisen" – Das Magazin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV)
79. Jahrgang
ISSN: 2511-7017


Herausgeber:
DBSV e. V.
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: 030 / 28 53 87-0


Redaktion:
Ute Stephanie Mansion, Anna Hinc, Leonie Koll, Lisa Mümmler, Andreas Bethke (V.i.S.d.P.)
E-Mail: sichtweisen@dbsv.org


Die "Sichtweisen" erscheinen sechsmal im Jahr (Nr.1 Januar, Nr.2 März, Nr.3 Mai, Nr.4 Juli, Nr.5 September, Nr.6 November) in Print und Braille sowie als Bestandteil der zehnmal im Jahr erscheinenden DAISY-CD DBSV-Inform (kostenfreies Abo für Mitglieder aller DBSV-Landesvereine).


Jahresbezugspreis für Print und Braille:
24 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 27 Euro,
halber Preis für Abonnenten unter 21 Jahren.


DBSV-Zeitschriftenverlag:
Undine Bodinka
Tel.: 030 / 28 53 87-260
E-Mail: zeitschriftenverlag@dbsv.org


Kündigung des Abonnements bis Ende September für das Folgejahr.


Anzeigenverwaltung:
Tel.: 030 / 28 53 87-293
E-Mail: anzeigen@dbsv.org


Private Kleinanzeigen bis 200 Zeichen: 10 Euro, je weitere 50 Zeichen: 5 Euro.
Mediadaten für gewerbliche Anzeigenkunden auf Anfrage.


Produktion:
Print: DCM Druck Center Meckenheim GmbH, mit freundlicher Unterstützung
Braille: Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)
DAISY: dzb lesen und optimal media GmbH


Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechteridentitäten (siehe auch www.dbsv.org/gendern.html).




Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

"Die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen kann der Seele eine ähnliche Entlastung und Ruhe geben wie die Meditation", soll der Schriftsteller Hermann Hesse gesagt haben. Die Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner, die im Schwerpunktthema dieser Ausgabe über ihre Gartenarbeit und Gartenfreude berichten, würden das bestimmt bestätigen. Sie genießen blind oder sehbehindert das Gestalten eines kleineren oder größeren Gartens, freuen sich an der Ernte und an den vielen verschiedenen Düften der Pflanzen. Welche Botanischen Gärten auch blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besuchern etwas bieten, erfahren Sie ebenfalls im Schwerpunkt.

Auf Barrieren werden blinde und sehbehinderte Menschen nicht nur in öffentlichen Parks und Botanischen Gärten weiterhin stoßen, denn die selbstständige Erkundung ist häufig noch nicht vorgesehen. Leider gilt das auch für viele Internetseiten öffentlicher Stellen, obwohl das Gesetz die Anbieter zu Barrierefreiheit verpflichtet. Um den Barrieren auf die Schliche zu kommen, hat der DBSV vor drei Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Nutzerinnen und Nutzer lernen, wie sie Barrieren am besten melden. Ebenso können sie Webseiten auf ihre Nutzungsfreundlichkeit prüfen. Das Projekt soll nun in die nächste Runde gehen. Die Projekt-Verantwortlichen Rose Jokic und Markus Ertl berichten im Interview über Erreichtes und die weiteren Ziele. Hoffnung macht ihnen das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das Ende Juni in Kraft treten wird.

Blind modeln  –  geht das? Ja, das geht: Nadine Rokstein erzählt, wie und warum sie sich gern professionell fotografieren lässt. Während sie ihrem Hobby blind nachgeht, ist es für Carsten Heidorn durch seine Augenerkrankung schwierig geworden, sein Hobby, die Jagd, weiter auszuüben. Er versucht nun loszulassen.

Nehmen Sie die "Sichtweisen" mit in den Garten  –  ob in Ihren eigenen oder einen öffentlichen  –  und hören oder lesen Sie sie dort! Unser Garten-Schwerpunkt wird dann sicher eine besondere Wirkung entfalten!

Eine entspannte Lektüre wünscht

Ute Stephanie Mansion
Redaktion Sichtweisen

Werbeanzeigen:

Blindengerechte Reisen mit anders-sehn 2025

Z.B. ins Land der Mönche nach Waldsassen, zum Wandern ins gemütliche Kleinwalsertal, ins adventlich leuchtende Hamburg. Das komplette Angebot finden Sie im kostenlosen Katalog  –  jetzt bestellen als Hör-CD oder in Schwarzschrift!


Tel.: 0 47 21 / 6 99 85 67
E-Mail: hahn@anders-sehn.de
www.anders-sehn.de

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

Entdecken Sie vielfältige Audioanleitungen zu iPhone, Internet u.v.m. in unserem barrierefreien Online-Shop!

Unsere günstigen Onlineschulungen für Screenreader und Officeprogramme sind unschlagbar.

Nutzen Sie auch unsere Expertise in der Fernwartung von Blindentechnik.

Hören Sie unseren Podcast Smütech  –  überall, wo es Podcasts gibt!


Telefon & WhatsApp: 0 82 32 / 5 03 13 03
www.schulze-graben.de

Einfach SynPhon!

Elektronische Hilfsmittel, die das Leben erleichtern, sind unser Markenzeichen. Der bewährte EinkaufsFuchs Produkt-erkenner sagt mit einem Piep, was die Sache ist. Die Fledermaus-Orientierungshilfe erkundet Sicherheitsabstände automatisch und zeigt, wo es langgeht. Es ist zudem denkbar einfach, unsere Hilfsmittel kennenzulernen. Ein Anruf genügt und EinkaufsFuchs oder Fledermaus kommen vollkommen unverbindlich mit der Post zu Ihnen nach Hause. Alles Weitere erfahren Sie sehr gerne am Telefon  –  so einfach ist das!


Tel.: 0 72 50 / 92 95 55
SynPhon GmbH
Im Steinig 6, 76703 Kraichtal
E-Mail: synphon@t-online.de
www.synphon.de

DHV-Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH

OpenEar-Ohrhörer  –  Hörgenuss ohne Einschränkungen

Diese neuartigen Ohrhörer mit Bluetooth-Verbindung zu einer Audioquelle zeichnen sich durch das innovative OpenEar-Design aus, das es zulässt, dass beim Hören von Hörmedien der Gehörgang frei bleibt und so die Umgebung praktisch ungestört wahrgenommen werden kann. Dies ist besonders für blinde und seheingeschränkte Anwender von Vorteil, da der Kontakt zur Außenwelt erhalten bleibt. Da die Lautsprechereinheiten direkt über dem Gehörgang positioniert sind, bieten sie ein dynamisches und volles Klangbild wie von herkömmlichen Kopfhörern gewohnt.

Im Lieferumfang befinden sich zwei Ohrhörer, die links und rechts getrennt voneinander mit einem bequemen und weichen Ohrbügel zusammen oder auch einzeln getragen werden können. Durch ihr sehr geringes Gewicht pro Hörer sind sie äußerst komfortabel und problemlos für längere Zeit tragbar, ohne Druckschmerz oder Ermüdung der Ohrmuschel.

Da sie komplett kabellos über Bluetooth funktionieren, werden sie in einem praktischen Lade-Etui aufbewahrt und aufgeladen. Die Betriebszeit der Ohrhörer beträgt 7 bis 16 Stunden Dauerbetrieb, je nach Modell.

In Verbindung mit einem modernen Smartphone können sowohl Titel und Wiedergabe als auch Lautstärke direkt an den Ohrhörern gesteuert werden. Auch kann über die Ohrhörer telefoniert werden (Headset-Funktion).

Wir bieten zwei Modelle dieser Art von Ohrhörern an. Der Unterschied liegt sprichwörtlich im Ohr des Trägers.

Für eher gesprochene Medien wie Hörbücher, Nachrichten oder Navigationshinweise sowie gelegentliches Hören von Musik ist der Avantree vollkommen ausreichend. Liegt der Schwerpunkt zusätzlich mehr auf ausgeprägtem Sound zum Musikhören, dann ist der Oladance mehr zu empfehlen.

Lieferumfang beider Modelle: zwei Ohrhörer, Lade-Etui, USB-C-Kabel, Bedienungsanleitungen in Schwarzschrift und Audio-CD


Ohrhörer Avantree
Best.-Nr.: 2.010.117
Preis: 69,90 Euro

Ohrhörer Oladance
Best.-Nr.: 2.010.118
Preis: 209,90 Euro

(Alle Preise verstehen sich inkl. 7 % MwSt.)


Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH
Verkauf Hannover: Tel.: 05 11 / 95 46 50
Bestellservice: 0 18 02 / 25 83 12 (0,14 Euro/Anruf)
E-Mail: info@deutscherhilfsmittelvertrieb.de
www.deutscherhilfsmittelvertrieb.de

RTB

Auf dem Bild ist ein übliches Bushaltestellenschild zu sehen, an dem zusätzlich ein Schild mit der Aufschrift "Haltestelle wird zurzeit nicht bedient" angebracht ist.


SightCity: Verantwortungsbewusst barrierefrei!


"Aber wer sagt es den blinden Menschen?"

Sehr lobenswert, dass immer mehr Haltestellen mit taktilen Bodenindikatoren versehen werden, doch wer sagt blinden oder sehbehinderten Menschen, dass Haltestellen im Falle von Baustellen verlegt wurden und nicht bedient werden?

Wie kommt man überhaupt sicher durch eine Baustelle? Wie finden von Blindheit und Sehbehinderung betroffene Personen eine Grabenbrücke, die bei Kabel- oder Kanalarbeiten häufig eingesetzt werden, und wie können sie diese sicher passieren? Wie soll der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Zukunft aussehen? Warum finden Sie Bustüren auf der SightCity?


Sie denken: "Was soll dieser ganze Quatsch?"

Doch immer mehr Kommunen sind sich ihrer Verantwortung für Barrierefreiheit bewusst, gerade auch im ÖPNV. So gehen Berlin, Saarbrücken, Kiel, Magdeburg, Halle an der Saale und viele weitere voraus und setzen auf innovative, zukunftsweisende Lösungen.

Sie wollen wissen, welche das sind? Wir zeigen es Ihnen auf der SightCity in Frankfurt vom 21. bis 23. Mai 2025. Mehr als 10 Unternehmen und Organisationen stellen im MobiPark und Stockstübchen Ideen und Produkte vor, die blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen die Mobilität erleichtern.

Ergänzend finden auf der SightCity Kurzvorträge zum Thema "Smarte Mobilität" statt. Details zum Programm finden Sie auf: www.stockstuebchen.de.

Verpassen Sie nichts und besuchen Sie uns auf der dritten Etage des Kongresshauses Kap Europa der Messe Frankfurt!


Das Netzwerk:

Urich Mobility, Sila Signalbau, Berghaus, YUNEX Traffic, AVS, Bolt, contagt, SWH.HAVAG, horizont, Trapeze, FABEMA, Schake, briteline europe, SCHAEFER, nissen, visorApps, swarco, init, rehalehrer.de, DBSV, RTB, MindTags Group GmbH, Stührenberg, AVT STOYE, Smart AIs


Smart Mobility Services
Tel.: +49.5252.9154730
E-Mail: info@sms-start.de
Internet: www.sms-start.de

Im Gespräch:

Bald Strafen für digitale Barrieren

Schaltflächen, die sich mit Screenreader nicht lesen lassen, sind nur ein Beispiel für Barrieren, die sehbeeinträchtigte Menschen bei der Nutzung digitaler Angebote behindern. In einem Projekt des DBSV lernen Betroffene, wie sie Barrieren melden können, und prüfen Internetseiten auf Nutzungsfreundlichkeit. Rose Jokic und Markus Ertl leiten das Projekt. Was erreicht wurde und wie es weitergehen soll, berichten sie im Interview.

Interview: Ute Stephanie Mansion  


Vor drei Jahren hat das Projekt "Durchsetzungsbegleitung digitaler Barrierefreiheit" begonnen. Worum geht es in dem Projekt?

Rose Jokic: In dem Projekt geht es unter anderem darum, digitale Barrieren zu melden, die auf Webseiten von öffentlichen Anbietern vorhanden sind. Wir sensibilisieren blinde und sehbehinderte Menschen in Schulungen und Workshops und zeigen ihnen, wie sie Barrieren melden können.


Ein Ziel des Projekts war es auch, öffentliche Stellen für das Thema digitale Barrierefreiheit zu sensibilisieren und ihnen Wissen darüber zu vermitteln. Inwiefern ist das gelungen?

Jokic: Wir haben sehr viele Webseiten getestet und viele Barrieren gemeldet. Allein dadurch haben wir natürlich sensibilisiert. Denn wenn Menschen, die von Barrieren betroffen sind, die Barrieren selbst melden, ist das ein wesentlicher Schritt. Die gemeldeten Mängel wurden nicht alle behoben, aber viele der Betreiber von Webseiten öffentlicher Stellen, auf denen wir Barrieren gefunden haben, haben sich mit dem Thema befasst und zum Beispiel ihre Erklärungen zur Barrierefreiheit aktualisiert.


Was sind typische Barrieren?

Jokic: Typische Barrieren können fehlende Alternativtexte bei Grafiken oder fehlende Beschriftungen bei Schaltflächen sein. Blinde Menschen, die einen Screenreader benutzen, hören manchmal auf Webseiten "unbeschrifteter Schalter". Das ist eine Barriere, weil man dann nicht weiß, was passiert, wenn man den Schalter betätigt. Auch Captchas, eine Spam-Abwehrfunktion, stellen eine Barriere dar, wenn sie visuell gelöst werden müssen. Screenreader können solche Captchas nicht auslesen.


Wie war die Resonanz auf die Workshops zum Melden digitaler Barrieren bei öffentlichen Stellen?

Markus Ertl: Die Resonanz war sehr gut. Wir hatten insgesamt rund 170 Teilnehmer in über 30 Workshops. Die Workshops laufen noch, jeder ist herzlich eingeladen teilzunehmen. Den Rückmeldungen zufolge fühlten sich die Beteiligten nach dem Workshop sicherer. Sie haben gelernt, dass das Melden von Barrieren strukturiert ablaufen sollte. Man sollte wissen: Was ist eine Barriere? Welche Barrieren gibt es? Und wie melde ich sie wohin?


Das Einhalten der Vorgaben für Barrierefreiheit allein gewährleistet nicht automatisch die Nutzungsfreundlichkeit, häufig Usability genannt. Rose, kannst du kurz mit einem Beispiel erklären, wie sich fehlende Nutzungsfreundlichkeit bemerkbar macht?

Jokic: Fehlende Nutzungsfreundlichkeit kann sich sogar auf barrierefreien Webseiten bemerkbar machen, zum Beispiel wenn man grafische Inhalte ansteuern muss, die schlechte Kontraste haben. Oder zum Beispiel Cookie-Banner, die andere Inhalte visuell überlagern. Bei Cookie-Bannern erkennen sehbehinderte Menschen oft auch nicht, wo der Schalter ist, um Cookies zu akzeptieren oder abzulehnen. Solche Dinge können bei der Nutzung stören, auch wenn sie barrierefrei gestaltet sind.


Die Nutzungsfreundlichkeit habt ihr im Projekt mit einem Usability Check unter die Lupe genommen.

Jokic: Wir haben zunächst einen sogenannten Usability Pool ins Leben gerufen. Dem Pool können blinde und sehbehinderte Menschen beitreten, die Webseiten und Apps auf ihre Nutzungsfreundlichkeit testen wollen  –  und zwar mit den Hilfstechnologien, die sie im Alltag nutzen. Das kann ein Smartphone mit Sprachausgabe, eine Vergrößerungssoftware oder ein Screenreader sein. Aus den Angaben, die man uns zu den eigenen Hilfsmitteln macht, erstellen wir Profile. Passend zu den Profilen vermitteln wir die Testerinnen und Tester bei Anfragen von Einrichtungen oder Unternehmen, die sich einem Usability Check unterziehen wollen.


Wie sieht ein Usability Check aus?

Jokic: Bei einem Usability Check testet zum Beispiel eine sehbehinderte Nutzerin aus dem Pool eine Webseite mit ihrer Hilfstechnologie. Sie muss beispielsweise bestimmte Aufgaben innerhalb einer Stunde lösen. Aufgaben wie: "Versuchen Sie, die Suchfunktion dieser Webseite zu nutzen. Geben Sie folgende Suchbegriffe ein. Wie finden Sie die Ergebnisse? Können Sie die Ergebnisse mittels Schaltflächen oder Überschriften ansteuern?" Eine zweite Aufgabe könnte sein, ein Formular auf der Webseite auszufüllen.


Warum ist ein solches Projekt notwendig, wo doch gesetzlich vorgeschrieben ist, dass digitale Anwendungen der öffentlichen Hand barrierefrei zugänglich sein müssen?

Ertl: Wir wünschen uns auch, es würde von allein passieren. Barrierefreiheit ist für öffentliche Stellen des Bundes eigentlich seit 2006 verpflichtend. Bei vielen ist sie jedoch noch nicht umgesetzt. Es hängt ab vom Bewusstsein, von Ressourcen und vom Know-how, wie man Barrierefreiheit herstellt. Ich erlebe oft, dass für neue Angebote zwar Barrierefreiheit vereinbart war, aber der Dienstleister nicht gut gearbeitet hat.

Es gibt also viele Gründe, wieso das Projekt notwendig ist. Es müssen auch noch mehr Unterseiten überprüft werden, denn die Tests, die hier gemacht werden, werden ja nicht für das komplette Web-Angebot eines Unternehmens gemacht, sondern erst einmal für fünf Unterseiten. Daraus ergibt sich ein Bild, aber ein Rückschluss auf andere Unterseiten ist nur bedingt möglich. Deshalb ist es wichtig, die öffentlichen Stellen durch unser Projekt noch mehr zu beraten, und die Betroffenen zu befähigen, Barrieren zu melden. Nur so wird für die öffentlichen Stellen sichtbar, dass die Leute das Angebot wünschen und dass es noch Barrieren gibt, die beseitigt gehören.


Wie wird das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das Ende Juni in Kraft tritt, dem Projekt und den damit verbundenen Zielen Auftrieb geben?

Ertl: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz hat meines Erachtens noch mehr Strahlkraft auf die Barrierefreiheit, als es die EU-Richtlinie für die Barrierefreiheit von öffentlichen Online-Angeboten hatte. Denn die Marktüberwachungsbehörde kann nun Strafen verhängen. Dadurch wird das Thema Barrierefreiheit mehr Bedeutung gewinnen. Das wird nicht von jetzt auf gleich passieren. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz wurde 2018 beschlossen, und die Dynamik setzt erst jetzt ein: Jeder möchte noch schnell seinen Online-Shop oder sein Online-Banking-Portal barrierefrei gestalten. Da darf man auch mal fragen: Wieso hat man nicht früher begonnen, das eine oder andere Angebot barrierefrei zu machen? Dann gäbe es jetzt keinen Druck.


Die Marktüberwachungsstelle überwacht also die Einhaltung der digitalen Barrierefreiheit und kann auch Geldstrafen verhängen?

Ertl: Ja. Wir, die Betroffenen, werden nicht auf die einzelnen Privatunternehmen zugehen, sondern können Mängel über die Marktüberwachungsstelle melden. Die Bundesländer haben sich zum Glück entschlossen, eine zentrale Marktüberwachungsstelle einzurichten. Sie wird ihren Sitz in Magdeburg, Sachsen-Anhalt, haben und soll in alle Bundesländer hineinarbeiten.


Wie geht es weiter mit dem Projekt?

Jokic: Wir haben einen weiteren Förderantrag bei der Aktion Mensch eingereicht, denn das Projekt wird von Aktion Mensch und von der Techniker Krankenkasse gefördert. Wir gehen davon aus, dass es nahtlos weitergehen kann und wir nach wie vor Workshops zum Melden von digitalen Barrieren anbieten können. Der Bedarf ist da, es sind noch genug Barrieren vorhanden.

Wir möchten auch in den Landesvereinen darüber informieren, welche Schritte getan werden können, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch die Privatwirtschaft Barrieren beseitigen muss. Dazu werden wir Informationsmaterial zur Verfügung stellen und Schulungen anbieten.


Das vollständige Interview ist auf www.sichtweisen-online.org zu hören (Menüpunkte Themen / Im Gespräch).


Bei einer Projektverlängerung wird es neue Termine für die Workshops "Barrieren melden" geben.

Mehr Infos unter: www.dbsv.org/digitale-barrieren-melden.html


Wer Interesse an den Workshops hat, kann bereits jetzt an folgende E-Mail-Adresse schreiben: digital-barrierefrei@dbsv.org.

Der Absender, die Absenderin wird dann informiert, wenn neue Termine anstehen.


Bei Fragen zu Usability Checks lautet die E-Mail-Adresse: usability@dbsv.org.

Noch mehr Informationen unter: www.dbsv.org/digitale-barrierefreiheit-durchsetzen.html


Dazu zwei Bilder:

    • Ein Porträt von Rose Jokic: Sie lächelt in die Kamera. Ihr dunkles, langes Haar hat sie über eine Schulter gelegt. Sie trägt eine Bluse.
    • Markus Ertl blickt offen lächelnd in die Kamera. Er hat dunkleres volles Haar mit einem Seitenscheitel, trägt ein Hemd und ein Trachtensakko.

DBSV-Nachrichten:

Ausgezeichnete Hörfilme

Glamouröse Garderobe, wortgewandte Live-Audiodeskription und Freudentränen gab es im Colosseum Filmtheater Berlin, als der DBSV zum 23. Mal den Deutschen Hörfilmpreis vergeben hat. Mit ADeles, in diesem Jahr beerenfarbene Keramiktrophäen, wurden Filmproduktionsteams für die beste Audiodeskription in ihrer jeweiligen Kategorie belohnt. Musik der Band Pudeldame begleitete den Abend.

Von Lisa Mümmler  


Die Verleihung des 23. Deutschen Hörfilmpreises füllte am 25. März das Colosseum Filmtheater in Berlin mit Gästen aus allen Teilen der Republik. Prominenz aus der Filmbranche, Filmschaffende und Haupt- und Ehrenamtliche aus der Selbsthilfe saßen auf 525 petrolfarbenen Kinosesseln, angeordnet in 21 Reihen, der riesige Vorführraum erstrahlte in einem roten Lichtbad: So beschrieb Tomke Koop von HörMal Audiodeskription blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besuchern vor Ort und im Livestream das Szenario. Mit detaillierten und schlagfertigen Personenbeschreibungen führte sie gemeinsam mit Moderatorin Nadine Heidenreich, Schauspielerin, Synchronsprecherin und Moderatorin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg, durch die Abendgala.

"Man hofft", hieß der Song, mit dem die Band Pudeldame um den Sänger und Schauspieler Jonas Nay die Preisverleihung eröffnete. Auf eine Auszeichnung hoffen durften die Produktionsteams von 22 nominierten Filmen und Serien, deren Audiodeskription (AD) sehbehinderten und blinden Menschen die visuellen Werke zugänglich macht. Welche AD herausragend war, entschied die zehnköpfige inklusive Jury um DBSV-Präsidiumsmitglied Jette Förster und Awet Tesfaiesus (Mitglied des Bundestags, Bündnis 90 / Die Grünen).

Mitwirkende aus sechs AD-Teams, die in ihrer jeweiligen Kategorie gewonnen hatten, durften eine ADele mit nach Hause nehmen: Die Keramikfigur in einem dunklen Beerenton stellt einen Frauenkopf dar, mit einer Hand vor den Augen und einer am Ohr.

Leicht hat es sich die Jury auch diesmal nicht gemacht. "Wir haben sehr viel miteinander gesprochen, sehr viel gelacht, sehr viel gestritten. Immer auf Augenhöhe", erzählte Förster.

Wie schwer es in den Neunzigerjahren war, Filmschaffende von der Wichtigkeit von Audiodeskription zu überzeugen, daran erinnerte DBSV-Präsident Hans-Werner Lange mit seinen Eröffnungsworten. Und auch daran, wie erfolgreich sich die AD-Branche seither entwickelt hat mit hohen Standards in der Qualität. Standards, die in einer Zeit der knappen Budgets und angesichts von zunehmend durch Künstliche Intelligenz genutzten Stimmen besonders zu bewahren seien.

Das im November 2024 verabschiedete Filmförderungsgesetz (FFG) verspricht in einigen Bereichen Verbesserungen: So müssen künftig barrierefreie Fassungen von Filmen auf allen Verwertungsstufen, also sowohl im Kino als auch im Fernsehen oder auf Streamingplattformen, verfügbar sein. Außerdem muss im Kino die AD bei der Erstvorführung vorhanden sein. Etwas Kritik am FFG hatte Tesfaiesus: "Es ist wichtig, die Betroffenen mit am Tisch zu haben, damit sie mitverhandeln und ihre Perspektive einbringen können." Damit bezog sie sich auf den Diversitätsbeirat, der nicht etabliert wurde.

DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke teilte seine Freude mit den Anwesenden über seinen Besuch der diesjährigen Berlinale, bei der er mit der Filmbranche feiern und sich dank Audiodeskription zugehörig fühlen konnte.

Folgende Audiodeskriptionsteams erhielten den Deutschen Hörfilmpreis:


Spielfilm  –  Kino

Vena
Drama/Narrative
Deutschland 2024
Regie: Chiara Fleischhacker
Mit Emma Nova, Paul Wollin, Friederike Becht, Liam Ben Ari u.a.
Eingereicht von D-Facto Motion
AD-Team: Karina Saligmann, Wolfgang Liebig, Chiara Fleischhacker
Sprecherin: Laura Storz


Auszug aus der Laudatio

Die Audiodeskription des Films "Vena" besticht durch ihre präzise und zugleich einfühlsame Sprache, die die Zerrissenheit der Hauptfigur Jenny eindrucksvoll widerspiegelt. Die AD versteht es gekonnt, die beklemmende Atmosphäre des Plattenbaus, die drastischen Szenen und die intensive Mimik der Protagonisten in stimmige Sprachbilder zu transportieren.


Spielfilm TV / Mediatheken / Streaming

Ein Mann seiner Klasse
Sozialdrama/Literaturverfilmung
Deutschland 2024
Regie: Marc Brummund
Mit Camille Moltzen, Leonard Kunz, Svenja Jung, Mercedes Müller, Len Blankenberg u.a.
Eingereicht von SWR  –  Südwestrundfunk
AD-Team: Silke Bauer, Anja Funk, Stefan Zeh
Sprecherin: Susanne Reuter


Auszug aus der Laudatio

Die besondere Herausforderung, die Gewaltexzesse des Vaters zu beschreiben und dennoch objektiv zu bleiben, ist hier sehr gut gelungen. Die Stimme von Susanne Reuter offenbart dabei die Gefühlswelt der Figuren, ohne wertend zu wirken. Besonders beachtlich fand die Jury, wie gut sich Stimme und Text in den Film einfügen.


Serie

Ich bin Dagobert
True-Crime-Serie
Deutschland 2024
Regie: Hannu Salonen
Mit Friedrich Mücke, Luca Anker, Sonja Gerhardt, Moritz Führmann, u.a.
Eingereicht von audioskript
AD-Team: Flora Buchinger, Bernd Hettlage, Lisa Madl, Jonas Hauer, Alexander Fichert, Maria Bartels, Jörn Steinhoff
Sprecherin: Nadja Schulz-Berlinghoff


Auszug aus der Laudatio

Mit sorgfältig eingepassten und lebendigen Beschreibungen gelingt es dieser Audiodeskription, der anspruchsvollen Dramaturgie der Serie gerecht zu werden. Die komplexe Handlung mit ihren schnellen Schnitten, wechselnden Schauplätzen und detailreichen Szenen wird präzise und lebhaft vermittelt.


Dokumentation

Unsere Wälder  –  Netzwerk der Tiere
Naturdokumentation
Deutschland 2024
Regie: Jan Haft
Eingereicht vom Norddeutschen Rundfunk (NDR)
AD-Team: Stefanie Schruhl, Doris Würfel, Martin Ovelgönne, Uschi Heerdegen-Wessel, Regina Hinz
Sprecherin: Beate Rysopp


Auszug aus der Laudatio

Die Genauigkeit und der sprachliche Reichtum beeindruckten die Jury bei dieser Audiodeskription besonders. Die poetische Bildsprache und die faszinierende Vielfalt der Natur in präzise und atmosphärisch dichte Beschreibungen zu fassen, gelingt dem AD-Team bravourös.


Kinder- und Jugendfilm

Wish
Animationsfilm
USA 2023
Regie: Chris Buck
Eingereicht von The Walt Disney Company
AD-Team: Tania Eichler-Ojake, Jonas Hauer, Matthias Busch, Sebastian Baack, Jacqueline Keck, Paul Arnstedt, Daniela Bringer
Sprecher: Uve Teschner


Auszug aus der Laudatio

Die Jury lobte vor allen Dingen, wie fantastisch sich die AD in das stellenweise rasante Tempo des Films einfügt. Beeindruckend fand sie auch die perfekte Harmonie zwischen Audiodeskription und Musik, die dafür sorgt, dass vielfältige und lebendige Bilder im Kopf des kleinen und großen Publikums entstehen können.


Filmerbe

Paris, Texas
Drama/Independent
Frankreich, Deutschland 1984
Regie: Wim Wenders
Mit Harry Dean Stanton, Nastassja Kinski, Dean Stockwell, Aurore Clément, Hunter Carson u.a.
Eingereicht von der Wim Wenders Stiftung
AD-Team: Rahel Wusterack, Klaus-Jörg Kaminski, Roger Zepp, Felix Hildebrand, Milan Pfützenreuter
Sprecherin: Uta-Maria Torp


Auszug aus der Laudatio

Die Hörfilmfassung meistert es auf beeindruckende Weise, die bildgewaltige und zutiefst emotionale Atmosphäre des Films einzufangen. Exzellent gelingt es dem AD-Team, die herausfordernd wortkargen, aber ausdrucksstarken Momente des Films mit feinsinniger Sprache und genauen Beschreibungen zu füllen.


Publikumspreis

Sieger sein
Kinderfilm/Drama
Deutschland 2024
Regie: Soleen Yusef
Mit Dileyla Agirman, Andreas Döhler, Sherine Ciara Merai, Peri Baumeister u.a.
Eingereicht von DCM Pictures
AD-Team: Matthias Huber, Beatrix Hermens, Cathi Matthies, Yvonne Seitenglanz, Sebastian Heyser, Olaf Mehl
Sprecherin: Victoria Schätzle


Förderer

Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 vom DBSV verliehen und durch die Aktion Mensch gefördert. Hauptsponsor ist Pfizer Deutschland.

Weitere Sponsoren und Förderer sind die Novartis Pharma GmbH, bliq, die Herbert Funke Stiftung, die Blindenstiftung Deutschland und St. Kilian Distillers GmbH.


Dazu zwei Bilder:

    • Schauspielerin Emma Nova ("Vena") vor der Logowand zum Hörfilmpreis. Sie hat glattes blondes Haar und hält eine Hand hinters Ohr.
    • Im Gespräch auf der Bühne: Christina Marx (Aktion Mensch), Christina Claussen (Pfizer), Andreas Bethke (DBSV) und Moderatorin Nadine Heidenreich.

Meldungen

Barrierefreie Gehwege und Smarte Mobilität

Die selbstbestimmte Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen im Straßenraum zu verbessern, insbesondere auf Gehwegen, ist das Ziel eines neuen DBSV-Projekts. Es heißt "Barrierefreie Gehwege und Smarte Mobilität" und ist auf drei Jahre angelegt. Los ging es im März dieses Jahres.

In dem Projekt werden nationale und europäische Normungsverfahren begleitet und deren Umsetzung vorangebracht. Ehrenamtliche Personen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe werden aktiv eingebunden und dabei unterstützt, sich politisch sowie praktisch für eine barrierefreie Verkehrsraumgestaltung einzusetzen.

Im Bereich Barrierefreiheit hat der DBSV ein Team für das Projekt aufgestellt. Sarah Karge wird das Projekt leiten. Sie ist studierte Stadtgeografin und verfolgt seit langer Zeit das Ziel, Städte und Gemeinden für alle Menschen lebenswerter zu gestalten mit besonderem Blick auf den Fuß- und Radverkehr sowie den ÖPNV.

Sarah Karge freut sich darauf, sich für die Interessen von blinden und sehbehinderten Menschen einzusetzen und die Barrierefreiheit im Fußverkehr zu stärken.

Re:publica 2025: So geht Teilhabe auf Social Media

Barrierefreiheit in sozialen Medien ist in diesem Jahr Teil des Programms der re:publica, einem großen Festival zur digitalen Gesellschaft. Es findet vom 26. bis 28. Mai in Berlin statt. Unter dem Motto "Generation XYZ" diskutieren Expertinnen und Experten über aktuelle Themen rund um das Internet sowie Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung.

Im Workshop "Accessibility rocks  –  So postest du barrierefrei in Social Media" erhalten Teilnehmende praktische Tipps, wie sie ihre Posts inklusiver gestalten können. Behandelt werden unter anderem Hashtags, Emojis, Bildbeschreibungen und die Leserlichkeit von Grafiken. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und die eigene Praxis anzupassen. Den Workshop geben Heiko Kunert, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg, sowie Jana Mattert und Antje Olzem vom DBSV. Das Angebot richtet sich an alle, die soziale Netzwerke nutzen und ihre Inhalte für möglichst viele Menschen zugänglich machen wollen.

DBSV-Themen zum Hören: Drei neue Podcastfolgen

In der zweiten Folge des Führhundepodcasts "Fell und Führbügel" geht es um das andere Ende der Leine: Was müssen und sollten Menschen mitbringen, die einen Führhund beantragen möchten. Rechtsexperte Johannes Sperling und Moderatorin Lisa Mümmler sprechen über rechtliche und menschliche Voraussetzungen, Erfahrungen aus der Praxis und warum Führhundhaltende manchmal ein dickes Fell brauchen.

Wie ältere Menschen mit Sehverlust besser unterstützt werden können und warum es wichtig ist, ihre Beteiligungsmöglichkeiten zu stärken, ist Thema der neuen Folge der Reihe "Präsidiumsgespräch". Damit befassen sich DBSV-Präsidiumsmitglied Peter Brass und Beatrix Seeliger, die Koordinatorin des Projektes "Partizipation älterer Menschen mit Behinderungen stärken".

Beatrix Seeliger ist auch im Podcast "Übers Ohr" zu hören. Die Folge trägt den Titel: "Planen in unplanbaren Zeiten  –  Wie geht es weiter im Projekt Sehen im Alter?" Gastgeber sind Thomas Golka und Emanuel Stadler, Mitglieder der Fokusgruppe "Sehen im Alter".


Links zu allen DBSV-Podcasts gibt es auf www.sichtweisen-online.org/dbsv-podcasts.

Alle Podcasts können außerdem kostenfrei über gängige Podcast-Streamingdienste wie Spotify und Apple Podcasts gehört werden.


Dazu ein Bild: Beatrix Seeliger steht vor einer gemauerten Wand. Sie trägt eine weiße Wolljacke über einem schwarzen Rollkragenpullover. Ihre leicht gelockten Haare sind kinnlang.

ILSC-Finale am 16. Mai: 25 Länder sind dabei

Zum dritten Mal organisiert der DBSV-Jugendclub den International Low-Vision Song Contest (ILSC). Der Musikwettbewerb richtet sich an blinde und sehbehinderte Musikschaffende auf der ganzen Welt. 25 Länder treten gegeneinander an.

Das Finale wird als Live-Online-Show am Freitag, 16. Mai 2025, 19 Uhr, übertragen. Internationale Partnerorganisationen des DBSV haben jeweils einen Song nominiert, der ihr Heimatland im Finale repräsentiert.

Kandidatinnen und Kandidaten rund um die Welt werden teilnehmen, von Fidschi in Ozeanien bis Norwegen, von Italien bis Togo. Der Deutsche Vorentscheid wurde am 11. April als Live-Show im Yunus-Emre-Institut in Berlin gefeiert und online übertragen.

Das Finale wird auf YouTube gestreamt. Neben den musikalischen Beiträgen, werden mit den Beteiligten kurze Interviews geführt. Zuschauerinnen und Zuschauer können im Anschluss online ihre Stimme einem Beitrag geben.

Weitere Informationen zum ILSC gibt es unter: www.dbsv.org/ilsc.html


Auf der Website findet sich auch der Link zum Livestream. Alternativ kann die Übertragung bei YouTube mit den Suchbegriffen "ILSC 2025 Finale" gefunden werden.

Mehr als eine Messe: Das bietet die SightCity 2025

Eine Fachmesse mit über hundert internationalen Ausstellern für Blinden- und Sehbehindertenhilfsmittel, ein dreitägiges Vortrags- und Diskussionsprogramm und ausgewählte Online-Angebote bündelt die SightCity vom 21. bis 23. Mai in Frankfurt am Main und im Internet.

Im bahnhofsnahen Kongresshaus Kap Europa werden auf mehreren Stockwerken Produkte und Dienstleistungen präsentiert. Der DBSV, Blickpunkt Auge und der Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen sind mit einem Stand vertreten, an dem es Informationsmaterial, Rat und persönlichen Austausch gibt. Auch online stellen Anbieter ihre Services vor.

Im SightCity-Forum können Besucherinnen und Besucher sich in Vorträgen über Neuheiten und wissenschaftliche, medizinische und sozialrechtliche Entwicklungen informieren  –  direkt in Frankfurt oder online via Zoom. Die Beiträge können im Nachhinein als Aufzeichnung angeschaut werden.

Am Mittwoch, 21. Mai, gibt DBSV-Mitarbeiterin Sonja Schmidt einen "Braille-Crash-Kurs" von 16.15 Uhr bis 17 Uhr.

Wie "Inklusives Gaming" funktioniert, berichtet Felix Högl aus dem DBSV-Jugendclub am Donnerstag, 22. Mai, von 16.45 Uhr bis 17.15 Uhr.

Den Messekompass zur SightCity gibt es als Buch 24 der Mai-Ausgabe von DBSV-Inform. Das Angebot des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen bietet detaillierte Informationen zu allen Ausstellern, Produkten und Veranstaltungen der SightCity.

Weitere Informationen unter:
www.sightcity.net
Tel.: 0 23 04 / 20 59 01

Veranstaltungsort:
Kap Europa
Osloer Straße 5, 60327 Frankfurt am Main

Sehbehindertentag 2025: Touchscreens im Fokus

Mit einer Social-Media-Kampagne und regionalen Aktionen machen der DBSV und seine Landesvereine zum Sehbehindertentag am 6. Juni auf die Probleme sehbehinderter Menschen mit Touchscreens aufmerksam. Ein barrierefreier Animationsfilm wird in drei humorvollen Episoden die Herausforderungen zeigen, mit denen Betroffene konfrontiert sind. Verbreitet wird er über YouTube, Facebook und Instagram.

Die Social-Media-Aktion wird flankiert durch Pressearbeit und den Webauftritt zum Sehbehindertentag, wo unter anderem ein Forderungspapier zu Touchscreens veröffentlicht wird.

Parallel ruft der DBSV dazu auf, an öffentlich zugänglichen Touchscreens auf Barrieren hinzuweisen. Lokale Aktionen sollen Entscheidungsträger und Medien für digitale Barrierefreiheit sensibilisieren. Wer eine Aktion plant, kann sie auf der Website des Sehbehindertentags veröffentlichen lassen.

Weitere Informationen: www.sehbehindertentag.de

Online-Schwerpunkt zum Braille-Jubiläum 2025

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Brailleschrift, die blinde und sehbehinderte Menschen in diesem Jahr feiern, gibt es auf Sichtweisen-online einen eigenen Schwerpunkt dazu. Unter "Braille 200" laufen zwei Serien über das Jahr verteilt: Zum einen die Reihe "Meine Arbeit mit Braille", in der Menschen, die mit Punktschrift arbeiten, ihre Tätigkeiten und Erfahrungen vorstellen.

Zum anderen gibt es die monatlich erscheinende Serie "Best of living braille". Darin werden jeweils drei Highlights aus dem Braille-200-Newsletter aufbereitet und veröffentlicht. Der Newsletter erscheint täglich mit einem Beitrag in deutscher und englischer Sprache. Ziel ist es, 365 kreative, berührende oder spannende Beiträge zum Thema Punktschrift zu sammeln und zu veröffentlichen. Jede und jeder kann sich mit Texten, Fotos, Videos, Musik oder anderen künstlerischen Ideen beteiligen. Alle Beiträge werden auf der englischsprachigen Website www.livingbraille.eu veröffentlicht. Jeden Monat wird ein Gewinner ausgewählt, der 100 Euro Preisgeld bekommt.

Auf der Startseite von Sichtweisen-online finden sich im Social-Media-Bereich außerdem mehrmals wöchentlich Hinweise auf Braille-Beiträge.

Beiträge zum Braille-Jubiläum gibt es auf www.sichtweisen-online.org/themen/schwerpunkt oder über den Suchbegriff "Braille 200" im Suchfeld rechts oben.

Wer selbst einen Beitrag einreichen möchte, wendet sich per E-Mail an braille200@livingbraille.eu

DBSV-Karte: Mehr als ein Mitgliedsausweis

Als Inhaber der DBSV-Karte unterstützen Sie die Arbeit Ihres Landesvereins und des DBSV und erhalten darüber hinaus attraktive Vergünstigungen, zum Beispiel:

  • GRAVIS Online Shop
    Bis zu 8 % auf Smartphones, Tablets und andere Technikprodukte und bis zu 30 % auf sämtliches Zubehör
  • Lautsprecher TEUFEL
    10 % auf alle Produkte (Lautsprecher, Kopfhörer, Heimkino-Systeme, TV-Soundlösungen, Multimedia-Systeme u.v.m.)
  • Sonderkonditionen Deutsche Bahn
    Tickets für 55,90 Euro (einfache Fahrt, 2. Klasse) zu allen Veranstaltungen des DBSV
  • NH Hotel Group
    15 bis 22 % Rabatt in allen NH Hotels weltweit
  • Audiamo
    10 % auf alle Hörbücher, -spiele und -filme
  • Wein- und Sekthaus Ruthardt
    10 % Rabatt beim Kauf von Wein, Sekt und Spirituosen
  • AFB  –  Arbeit für Menschen mit Behinderung
    10 % Rabatt auf alle Computer und IT-Geräte
  • Deutscher Hilfsmittelvertrieb (DHV)
    5 % auf alle Hilfsmittel
  • Augenoptiker des Low Vision Kreises e.V.
    5 % auf Sehhilfen und weitere Hilfsmittel
  • Kieser Training
    70 Euro Rabatt beim Abschluss einer Mitgliedschaft

Viele Landesvereine haben zusätzliche Rabattaktionen mit Partnern vor Ort.

Die Liste aller Partnerfirmen und weitere Informationen finden Sie auf www.dbsv.org/dbsv-karte.html und unter unserer Service-Telefonnummer 030 / 255 58 08 08.

Dank an Unterstützer des DBSV

Ohne die Unterstützung vieler Mitglieder, Spender und Förderer könnte sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband nicht dafür einsetzen, dass Augenpatienten, sehbehinderte und blinde Menschen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Der DBSV dankt an dieser Stelle insbesondere den folgenden langjährigen Unterstützern:

  • Aktion Mensch
  • Bert Mettmann Stiftung
  • Blindenstiftung Deutschland
  • GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene

Thema: Garten

"Düfte sind wie Seelen der Blumen; man kann sie fühlen." Das Zitat des französischen Gelehrten Joseph Joubert drückt aus, was im Botanischen Blindengarten Radeberg gelebt wird. In diesen und andere Gärten schnuppern die "Sichtweisen" im Schwerpunkt dieser Ausgabe hinein. Denn nicht nur für die Augen können Gärten eine Pracht sein, sondern auch für die Nase und die Hände, unter deren Arbeit sie gedeihen.


Dazu ein Bild: Eine Frau mit kurzem glatten Haar, Marion Krause, riecht mit geschlossenen Augen an einem Zweig mit kleinen Blättern und einer roten Blüte. Rechts ist eine große Kamelie mit vielen roten Blüten und mittelgroßen Blättern zu sehen.

"Im Garten geht's mir einfach gut"

Sie sei ein richtiger Naturmensch, sagt Marion Krause über sich. Vor drei Jahren hat die 63-jährige Kräuter-Expertin den Vorsitz der Fördergemeinschaft des Botanischen Blindengartens Radeberg übernommen. Sie und ein Team gestalten den Garten nun im Sinne seiner Gründerin, Ruth Zacharias, weiter: als eine Anlage, die auf einer Architektur der Düfte beruht und damit Menschen mit geringem oder ohne Sehvermögen die Pflanzen nahebringt.

Interview: Ute Stephanie Mansion  


Frau Krause, wenn ich mich ein wenig betrübt fühle, etwa, weil der Tag grau in grau ist, welches Kraut können Sie mir empfehlen, damit sich meine Stimmung aufhellt?

Bei Stimmungen nimmt man eigentlich Johanniskraut. Man muss damit etwas vorsichtig umgehen, denn wenn man es über längere Zeit nimmt, wirkt es phototoxisch. Das heißt, man kann leicht Sonnenbrand bekommen.


Wie entstand bei Ihnen die Freude an Gärten, an der Gartenarbeit und an der Kräuterkunde?

Wir hatten zu Hause einen großen Garten, einen großen Gemüsegarten und eine große Obstbaumwiese. Ich bin schon als Kleinkind mit hineingenommen worden in die Gartenarbeit. Ich habe durch meine Großeltern sehr viel Freude am Garten bekommen. Mein Opa mütterlicherseits hat sich so halbwissenschaftlich mit Pflanzen beschäftigt  –  er hat uns Kindern viel erklärt über Zusammenhänge in der Natur.


Waren Sie damals schon blind?

Ich habe eine frühkindliche Retinitis pigmentosa, das heißt, ich habe noch nie gut gesehen. Aber eine vage Vorstellung von den Pflanzen und den Gegenständen hatte ich schon.


Berichten Sie uns etwas über den Botanischen Blindengarten Radeberg und welche Bedeutung er in Ihrem Leben hat.

Entstanden ist der Blindengarten 1992, als Ruth Zacharias, die Gründerin des Blindengartens, die Villa in Radeberg mit einem großen Gelände kaufen konnte. Das hatte damals 5600 Quadratmeter. Der Garten wurde angelegt mit Hinblick auf blinde und sehbehinderte Menschen und vor allem taubblinde Menschen. Mit ihnen hatte Frau Zacharias beruflich als Pastorin des Taubblindendienstes der Evangelischen Kirche in Deutschland viel zu tun.

Der Garten wurde immer größer, inzwischen sind es 22.000 Quadratmeter. Es gibt ein Wegenetz mit 900 Metern Handlauf aus Edelstahl, auf dem in Punktschrift und in Symbolen zum Beispiel das Haus oder der Weg geradeaus oder eine Abzweigung aufgebracht sind. So können sich blinde und taubblinde Menschen am Handlauf orientieren und selbstständig wieder zurück zum Haus finden.

Ich bin 2012 zum ersten Mal in Radeberg gewesen, hatte allerdings schon lange vorher mit Frau Zacharias Kontakt. Ich habe zusammen mit meinem Mann viele Gartenseminare dort besucht und bin so langsam in den Garten hineingewachsen und habe ihn liebgewonnen. Ruth Zacharias hat mich im März 2021 gebeten, den Vorsitz der Fördergemeinschaft des Botanischen Blindengartens zu übernehmen.


Und den haben Sie dann übernommen?

Zunächst zögerlich. Inzwischen bin ich dankbar. Ich habe ein gutes Team um mich. Es macht viel Freude, und man lernt viel. Ich habe inzwischen auch viele Menschen kennengelernt, die Ahnung von Gärten haben, sprich Gartenbauingenieure und Wissenschaftler von der TU Dresden, die uns neue Dinge beibringen und weiterhelfen. Wir entwickeln immer wieder Ideen, wie der Garten weiterentwickelt werden kann. Hinsichtlich des Klimawandels muss man manche Dinge neu überlegen.


Können Sie ein Beispiel nennen?

Man muss sich überlegen, welche Pflanzen die sommerliche Trockenheit überleben, auch im Hinblick auf das wichtigste Thema im Blindengarten: Duft. Die Pflanzen haben alle einen Duft, und die Düfte wiederum harmonieren zusammen. Es gibt Düfte, die umherschweifen, und es gibt Düfte, die man durch Berührung wahrnimmt. In die Düfte von kleineren Blüten muss man sich "einriechen". Den Begriff hat Ruth Zacharias geprägt, er bedeutet: nicht an der Pflanze schnüffeln, sondern den Duft einriechen.


Sie haben auch mal von einer Architektur der Düfte gesprochen.

Auch diesen Begriff hat Ruth Zacharias geprägt: Harmonie der Düfte durch die Architektur der Düfte. Sie hat den Garten so angelegt, dass die Düfte harmonieren und es so praktisch zu einer Architektur kommt. w 2019 wurde das neue Dufthaus gebaut. Wir haben eine Sammlung von rund 50 Kamelien, davon 40 duftende, und ein paar Exoten, die über den Winter im Dufthaus stehen. Die Kamelien blühen von Dezember bis März. Die Hauptblüte ist im März, das ist wunderbar. Man spricht auch von den Kamelien als die Rosen der Blinden. Der Duft erfüllt das ganze Haus.


Sie wohnen in der Nähe von Ulm. Wie oft sind Sie in Radeberg und können mit Hand anlegen oder mitgestalten?

Mein Mann und ich sind fünf- bis sechsmal im Jahr mindestens eine Woche lang in Radeberg. Mit dem Gärtnermeister und mit der Gartenbau-Ingenieurin überlegen wir: Wie können wir was gestalten, was verändern, und was muss getan werden? Der Garten muss jetzt neu beschildert werden, weil die Pflanzenschilder im Laufe der Jahre verwittert sind. Da es teuer wäre, die Schilder zu kaufen, werden wir eine Graviermaschine kaufen und die Schilder selbst machen. Die Schilder sehen aus wie ein Hausdach: Vorne ist die Schwarzschrift, hinten die Punktschrift mit dem deutschen Namen und dem botanischen Namen.


Kann jeder den Blindengarten in Radeberg besuchen?

Im Prinzip ja  –  zu bestimmten Öffnungszeiten, weil auf dem Gelände viele taubblinde Menschen unterwegs sind. Sie sollen ungestört durch den Garten gehen können. Es gibt Führungen, Gruppenführungen, und man kann sich auch einzeln von den Gärtnern des Taubblindendienstes beraten lassen. Blinde oder sehbehinderte Menschen, die Fragen zu bestimmten Pflanzen oder zur Gestaltung ihres Balkons oder Gartens haben, können die Gärtner auch anrufen. Es gibt auch Gartenseminare für blinde Gartenfreunde.


Was haben Sie von Ruth Zacharias gelernt?

Von ihr habe ich viel gelernt. Das Thema Duftpflanzen war mir vorher in dem Sinn kein Begriff. Ich wusste: Eine Rose riecht gut, Flieder auch, aber die Vielfalt der Duftpflanzen war mir nicht bewusst. Ruth Zacharias hat auch das Buch geschrieben "Duft ist Farbe". Dieses Thema hat sie mir nahegelegt, und das war toll.

Auch die Ausdauer, die Geduld habe ich von ihr gelernt. Ebenso das Wahrnehmen von Pflanzen und die Liebe zu ihnen blinden und taubblinden Menschen beizubringen. Und wenn sie nur eine einzelne Topfpflanze im Zimmer oder auf dem Balkon haben.

Ruth Zacharias hat mir auch gezeigt, dass es wichtig ist, den Garten für blinde und taubblinde Menschen zu denken. Oft waren ja solche Blindengärten so angelegt, dass sie optisch schön sind. Sie wurden aber nicht von blinden Menschen gestaltet. Wir versuchen jetzt, das so weiterzudenken, wie wir es von ihr "ererbt" haben.


Was kann ein Garten Menschen lehren?

Im Garten kann man sehr viel lernen. Man kann Geduld lernen, man kann Ruhe finden, man kann zu sich selbst finden. Die unterschiedlichen Jahreszeiten erleben und wie die Natur sich verändert. Und wie so eine Pflanze wächst, wie sie sich entwickelt vom Keimblatt bis zur Blüte. Man ist einfach ein anderer Mensch, wenn man die Hände auch mal in der Erde hat.


Haben Sie persönlich etwas für ihr Leben gelernt durch die Gartenarbeit?

Wenn ich im Garten bin, bin ich fröhlich. Da geht's mir einfach gut, und ich bin entspannt. Ich bin auch viel im Wald unterwegs. Ich bin einfach ein richtiger Naturmensch, bin gern draußen und genieße es, nehme die Sonne wahr oder auch mal den Regen oder im Herbst den kalten Wind. Dann komme ich nach Hause und genieße einen schönen Tee  –  von Kräutern, die ich im Sommer getrocknet habe.


Sie kennen auch ein schönes Zitat zum Thema Garten.

Ja. Es lautet: Wer ein Leben lang glücklich sein will, werde Gärtner.


Dazu ein Bild: Marion Krause steht an einem Hochbeet im Garten an ihrem Haus. Mit einem Werkzeug und bloßen Händen bearbeitet sie die Erde. Sie hat kurzes glattes Haar und trägt einen Pullover.



Kurzinfo: Lesetipps von Marion Krause

Das Buch von Ruth Zacharias "Duft ist Farbe. Auch meine Welt ist bunt", in dem sie ihre Erfahrungen und Anforderungen für die Gestaltung von Blindengärten beschreibt, ist im Verlag Taubblindendienst, Radeberg 2004, erschienen. Im dzb lesen ist es in Punktschrift und als Großdruck verfügbar.


Die Hörzeitschrift "Der duftende Garten" erscheint zweimal jährlich und kostet pro Ausgabe fünf Euro. Erhältlich ist sie über den Taubblindendienst in Radeberg.

Tel.: 0 35 28 / 2 29 30 40
E-Mail: info@taubblindendienst.de

Gartenglück dank Assistenz

Vom verwilderten Grundstück zur grünen Oase: Die sehbehinderte Selda Arslantekin und ihre Assistentin Figen Bozoglu haben mit harter Arbeit gemeinsam einen Schrebergarten und einen Garten am Haus in gepflegte, ertragreiche Genussgärten verwandelt. Das inklusive Gartenteam berichtet, wie es sich die Arbeit teilt, was es bereits geschafft hat und was es noch vorhat mit den Gärten.

Von Selda Arslantekin und Figen Bozoglu  


Figen Bozoglu: Vor einem Jahr haben wir einen Schrebergarten übernommen, aber er war damals sehr verwildert. Es war harte Arbeit nötig, um ihn in einen schönen und nutzbaren Zustand zu bringen. Wir haben eine Wiese angelegt und ein Gewächshaus gebaut. Wir haben viele Pflanzen angebaut, darunter Gurken, Tomaten, verschiedene Paprikasorten und Gewürze. Der Garten musste komplett zurückgeschnitten und gepflegt werden, damit er wieder ordentlich aussieht. Jetzt können wir ihn richtig genießen und für den Anbau von Gemüse und Kräutern nutzen.

Selda Arslantekin: Überall wucherte Unkraut, Müll hatte sich angesammelt, und Wege, Steinplatten und Sitzgelegenheiten waren zugewachsen oder beschädigt. Im ersten Schritt haben wir alles Überflüssige entfernt. Wir haben Unkraut und ungewollte Pflanzen herausgerissen, Steinplatten von Moos gereinigt, die Abfälle entsorgt und den Garten allmählich wieder in eine gepflegte Form gebracht.

Nachdem wir die gröbsten Aufräum- und Reparaturarbeiten abgeschlossen hatten, machten wir uns Gedanken darüber, wie wir den Garten neu gestalten wollten. Für den Gemüse- und Kräuteranbau entschieden wir uns für eine vielfältige Auswahl an Pflanzen. Wir bauten verschiedene Tomatensorten an, darunter kleine Cocktailtomaten, Melonentomaten und Eiertomaten. Ergänzt wurde das Gemüsebeet durch Gurken und Rucola, die sich gut in das Konzept unseres Gartens einfügten. Auch Kräuter fanden ihren Platz: Basilikum und Rosmarin zum Beispiel sorgen nicht nur für eine aromatische Ernte, sondern ziehen auch nützliche Insekten an.

Zusätzlich bauten wir verschiedene Arten von Minze an. Die duftenden Blätter eignen sich nicht nur für Tee und frische Sommergetränke, sondern tragen auch zur natürlichen Schädlingsabwehr bei. Ein neuer Stachelbeerstrauch wurde gesetzt, um in Zukunft Beeren ernten zu können. Die bestehende Weintrauben-Pergola wurde sorgfältig zurückgeschnitten, damit sie gesund weiterwachsen und reiche Ernte liefern kann. Nach und nach verwandelte sich der Garten in eine grüne Oase, die nicht nur funktional, sondern auch einladend und ertragreich wurde.

Ende vergangenen Jahres bin ich in ein Haus mit einem großen Garten gezogen  –  auch dieser Garten befand sich in einem stark verwilderten Zustand. Auch ihn haben wir entrümpelt, Unkraut gejätet und kaputte Bäume, Sträucher und Hecken herausgerissen. Der Efeu wurde bis auf die Wurzeln zurückgeschnitten. Ein Steinofen kam darunter zum Vorschein. In den Hecken fanden wir viel Müll, den wir entsorgt haben.

Der Hausgarten soll eher ein Ziergarten mit schönen Blumen werden. Ein Kirschbaum und ein Apfelbaum wurden gepflanzt. Hortensien, eine Rose und eine Japanische Kirsche kamen hinzu. Angelegt werden muss noch der Rasen. Durch die jahrelange Vernachlässigung ist kein Gras mehr vorhanden.


Bozoglu: Als Assistentin unterstütze ich Selda in den Bereichen, die für sie aufgrund ihrer Sehbehinderung schwieriger sind. Zum Beispiel helfe ich ihr beim Zurückschneiden von Bäumen, da es für sie schwer ist, die genauen Stellen zu erkennen. Auch beim Unkraut-Jäten unterstütze ich sie, indem ich zeige, wo es wächst, oder es selbst entferne. Wenn wir neue Pflanzen setzen, erkläre ich ihr genau, wo sich die Beete befinden und wie die Pflanzen angeordnet sind, damit sie sich gut orientieren kann. Beim Gießen überprüfe ich, ob Wasser gleichmäßig verteilt ist, und im Gewächshaus achte ich darauf, dass alles optimal wächst.

Arslantekin: Meine Assistenz Figen ist natürlich für das Sehen zuständig, wenn es darum geht zu entscheiden, was herausgerissen werden soll und was nicht. Ich brauche ihren Blick, da sie den Unterschied zwischen den Pflanzen erkennen kann. Ich kann sie zwar ertasten, bin aber noch unerfahren. Da sie schon länger gärtnert, kann sie diese Entscheidungen gut treffen. Zum Beispiel hat sie alles herausgerissen, während ich die Pflanzen in die verschiedenen Grüntonnen sortiert habe. Anschließend habe ich das Grüngut gemeinsam mit meiner anderen Assistenz zum Wertstoffhof gebracht. Das Einpflanzen übernimmt Figen auch. Ich bringe ihr die Blumen und die Erde, helfe beim Tragen und unterstütze beim Umgraben und Düngen. Figen setzt die Pflanzen dann an die richtigen Stellen. Das Gießen kann ich wiederum übernehmen, nachdem sie mir gezeigt hat, wo die Pflanzen stehen. Ich merke mir die Positionen, damit ich sie beim nächsten Mal selbstständig gießen kann.

Zusammengefunden haben wir durch unsere langjährige Freundschaft. Figen suchte zufällig nach einer Arbeit, ich suchte zufällig nach einer Freizeit-Assistenz im Rahmen des Persönlichen Budgets  –  es hat einfach gepasst. Erst danach kamen die Gärten.

Ich hätte nie gedacht, dass ich als gesetzlich blinde Person mit zwei Prozent Sehvermögen in der Lage wäre, Gartenarbeiten zu erledigen, unterschiedliche Pflanzen durch Berührung zu erkennen und mit Unterstützung einen wunderschönen Genussgarten zu gestalten. Besonders faszinieren mich die verschiedenen Düfte und die Vielfalt der Nutzpflanzen  –  vor allem jene, die ich besonders mag. Ich kann genau die Tomaten anbauen, die mir schmecken, Gurken und Beeren pflanzen, die ich gern esse. Das ist es, was mich am Gärtnern so begeistert.

Bei Blumen geht es mir genauso: Ich liebe Schneeballhortensien, die ich nun in meinem Garten am Haus gepflanzt habe. Wilde Krokusse, die ich besonders schön finde, wachsen dort sogar von selbst. Äpfel und Kirschen gehören zu meinen Lieblingsfrüchten, weshalb ich beide Bäume in meinem Garten gepflanzt habe. Rosen faszinieren mich ebenso  –  ich habe sowohl eine Wildrose als auch eine Edelrose gesetzt und freue mich auf ihre herrlich duftenden Blüten. Die unterschiedlichen Gerüche, die Vielfalt der Pflanzen und die Möglichkeit, genau das anzubauen, was mir schmeckt, begeistern mich und machen meine Leidenschaft für die Gartenarbeit aus.


Bozoglu: Mir macht die Arbeit im Garten viel Freude, weil ich sehe, wie alles wächst und gedeiht. Es ist schön, gemeinsam mit Selda zu pflanzen, zu pflegen und später die Früchte unserer Arbeit zu ernten. Besonders spannend finde ich es, neue Pflanzen auszuprobieren und zu sehen, wie sie sich entwickeln.

Arslantekin: Der Schrebergarten wird in Zukunft überwiegend von meiner Assistenz und ihrer Familie genutzt. Ich werde dort hauptsächlich zur Ernte hingehen und gelegentlich gärtnern. In der Pergola darf meine Assistenz mit ihrer Familie die Abende genießen, Grillabende veranstalten und Feste feiern.

Der Garten an meinem Haus hingegen wird überwiegend von mir genutzt. Dort möchte ich eine Lounge zum Entspannen einrichten. Sobald der Steinofen repariert ist, hoffe ich, Pizza auf Steinplatten darin backen zu können. Mein Ziel ist es, viele Gäste zu empfangen und einfach die Natur und das Leben im Grünen zu genießen.


Bozoglu: Meine Aufgabe als Assistentin wird es weiterhin sein, Selda bei all diesen Vorhaben zu unterstützen, ob beim Pflanzen oder bei der Pflege der Beete. Ich helfe dort, wo es nötig ist. Wir haben schon viel zusammen geschafft und gemeinsam umgesetzt!

Selda Arslantekin (54) und Figen Bozoglu (54) leben in Leutkirch im Allgäu.


Dazu ein Bild: Selda Arslantekin arbeitet in der Erde eines mit Steinen umfassten runden Hochbeets. Es ersetzt einen Teich, der sich früher an dieser Stelle in dem Garten an ihrem Haus befand.

Ein Paradies auf kleinstem Raum

Eigentlich wollte er ein Gartengrundstück bearbeiten, doch das hätte Rainer Heim vor einige Herausforderungen gestellt, zum Beispiel die, blind dorthin zu gelangen. Darum gestaltete er einen Nutzgarten auf dem Balkon: Mit Früchten, Kräutern für den Tee und einem Springbrunnen. Er erzählt, wie er sich seine grüne Oase schuf, und gibt Tipps für blinde und sehbehinderte Gärtnerinnen und Gärtner.

Von Rainer Heim  


So richtig zufrieden war ich mit meinem Balkongarten anfangs nicht. Auf zwei mal drei Metern habe ich einiges angepflanzt, vieles wuchs nicht. Gewünscht hätte ich mir eigentlich ein kleines Gartengrundstück. Ich habe gesucht, aber für mich als blinden Menschen ergaben sich einige Herausforderungen. Dazu gehörten zum Beispiel die Entfernung zu Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, zu Wasserquellen und zu Stätten für die Entsorgung von Grüngut. Eine gewisse Mobilität fehlte. Also nahm ich einen weiteren Anlauf mit meinem Balkongarten.

Als erstes kamen Pflanzkübel mit Wasserspeicher her. Die Pflanztröge befüllte ich unten mit Seramis, also Tongranulat. Der Ton zieht das Wasser nach oben und zugleich wird Staunässe verhindert.

Da der Platz auf meinem Balkon stark begrenzt ist, habe ich mich für vertikale Hochbeete entschieden. Das sind hölzerne Pflanzkästen, die ich innen mit Frühbeetfolie ausgekleidet habe, damit das Gießwasser das Holz nicht zerstört. Die Pflanzkästen sind stufenförmig übereinander angebracht mit einem Höhenabstand von 30 bis 50 Zentimeter. Darin habe ich Schnittlauch, Petersilie und Erdbeeren gepflanzt.

Am Balkongeländer wachsen zwei Feigenbüsche in großen Töpfen und dienen als Sichtschutz. Sie müssen im Spätherbst oder gleich nach dem Winter ein wenig zurückgeschnitten werden. Im sechsten Jahr konnte ich insgesamt 80 große Feigen ernten. Mein Säulenapfelbaum, der in der Form seinem Namen alle Ehre macht und Äste und Früchte sehr dicht am Stamm trägt, hat mir ebenfalls bereits einige Leckerbissen geschenkt.

Kürzlich habe ich eine Zitronenpflanze gefunden, die keine Dornen hat. Überwintern darf sie in der Wohnung. Falls sie in der kalten Jahreszeit zu blühen beginnt, kann man die Blüten vorsichtig suchen und mit einem Wattestäbchen die anderen Blüten befruchten, da in der Wohnung weder Bienen noch Wind sind. So bilden sich zum Frühling schon ein paar Früchte und sobald die Zitrone raus darf, fängt sie nochmal an zu blühen.

In meinem Balkongarten dürfen Minze, Melisse und Brennnessel für den Tee nicht fehlen. Und ein Tisch, zwei Stühle und ein kleiner Springbrunnen haben auch noch Platz gefunden. Alles in allem genieße ich mein kleines Paradies und freue mich ganz besonders, wenn mich kleine und große Vögel auf dem Balkon besuchen kommen.


Meine drei Tipps für sehbeeinträchtigte Gärtnerinnen und Gärtner:

  • Tipp 1: Wasserstandsanzeiger zum Fühlen
    Wer nicht sieht, was der Füllstandsanzeiger am Wasserspeicher anzeigt, kann Folgendes tun: Zuerst wird das transparente Kunststoffende des Füllstandsanzeigers an der Verdickung abgezogen. Das Resultat ist ein Röhrchen aus dem ein dünnes Stäbchen herausschaut. Am Stäbchen unten befindet sich der sogenannte "Schwimmer". Wenn man nun das Stäbchen auf Röhrchenlänge abschneidet, zeigt es an, wie viel Wasser unten im Speicher ist: Ragt das Stäbchen einen Zentimeter über das Röhrchen hinaus, befindet sich noch ein Zentimeter Wasser im Speicher.
  • Tipp 2: Das Bäumchen schütteln
    Da blinde und sehbehinderte Gärtner und Gärtnerinnen vermehrt darauf angewiesen sind, die Gewächse abzutasten, lohnt es sich, diese zuvor einmal vorsichtig zu schütteln. Das vertreibt manch unliebsames Insekt, das nicht unter den Fingern landen soll.
  • Tipp 3: Hören, was die Blätter sagen
    Zwei- bis dreimal in der Woche sollten die Blätter der Pflanze kontrolliert werden. Durch regelmäßiges Abtasten kann ein Gefühl für den Normalzustand gewonnen werden und schließlich auch dafür, wenn sich etwas verändert hat. Hängende Blätter können auf zu viel Wasser oder Dünger hinweisen, eingerissenes Blattwerk auf Schädlingsbefall. Fehlt der Pflanze dagegen Flüssigkeit, fühlen sich die Blätter rissig oder schlaff an.

Rainer Heim (57) lebt in Weinstadt.


Dazu ein Bild: Rainer Heim steht lächelnd an seinen vertikalen Hochbeeten mit Pflanzkästen aus Holz. Auch Pflanzkübel sind zu sehen.

Schnuppern, fühlen und probieren

Was bieten Botanische Gärten sehbehinderten und blinden Besucherinnen und Besuchern an? Wir haben nachgefragt beim Verband Botanischer Gärten und stellen die Antworten, die uns erreichten, vor. Gruppenführungen für seheingeschränkte Gäste sind vielerorts möglich. Individuelle Besuche hingegen sind meistens schwierig, denn noch halten nur wenige Gärten barrierefreie Angebote bereit.

Von Ute Stephanie Mansion  


Augsburg

Der Botanische Garten Augsburg bietet keine speziellen Führungen für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher an. Unter den Personen, die die Gartenführungen übernehmen, seien jedoch einige, die auf Anfrage gern Führungen für solche Gruppen anbieten würden, teilt der Botanische Garten mit.

Mehr Infos unter: www.botanischergarten.augsburg.de


Berlin

Der Botanische Garten Berlin wird in diesem Jahr erstmals eine Riech- und Tastführung für eine Gruppe sehbeeinträchtigter Gäste erproben. Diese Führung gehört noch nicht zum Standardprogramm, doch es sollen auf diese Weise erste Erfahrungen gesammelt werden. Danach könnte das Angebot ausgebaut werden. Darüber hinaus gibt es im Botanischen Garten einen Duft- und Tastgarten, in dem es  –  im Gegensatz zu anderen Gartenbereichen  –  "ganz offiziell" erlaubt ist, die Pflanzen zu berühren. Das ist dort verhältnismäßig leicht, da sie in Hochbeeten auf Hüfthöhe angepflanzt sind.

Mehr Infos unter: www.bgbm.org/de


Bremen

Die botanika Bremen  –  nicht identisch mit dem Botanischen Garten Bremen, wenn auch nach eigenen Angaben in direkter Nachbarschaft und eng verbunden  –  bietet auf Nachfrage Gruppenführungen für blinde und sehbehinderte Gäste an. Im vergangenen Jahr hat sich die botanika verstärkt auf den Weg Richtung Barrierefreiheit gemacht, auch außerhalb gebuchter Führungen. Entstanden sind daraus bisher eine audiodeskriptive Tour, verschiedene taktile Stationen und ein taktiles Leitsystem in Teilen des Hauses, das in den nächsten Jahren nach und nach erweitert und auf die komplette botanika ausgedehnt werden soll.

Mehr Infos unter: www.botanika-bremen.de


Dresden

Im Botanischen Garten der Technischen Universität Dresden vermittelt ein taktiler Gartenplan im Eingangsbereich einen Überblick über das Gartenareal und seine Gliederung. In der Gartenverwaltung kann man außerdem einen Hefter mit taktilen Lageplänen im A3-Format ausleihen, der einen individuellen Rundgang unterstützt: Er gibt Auskunft zum Wegeverlauf und zur Verortung der einzelnen Themenbereiche im Botanischen Garten  –  das Ausleihen ist werktags zwischen 8 und 16 Uhr möglich, andere Zeiten können telefonisch vereinbart werden.

In diesem Frühjahr soll außerdem ein Orientierungssystem mit Hilfe der App BlindFind in Betrieb genommen werden. Es wird zunächst in Teilbereichen des Gartens kurze inhaltliche Informationen zu botanischen Themen und bemerkenswerten Einzelpflanzen geben.

Führungen für sehbehinderte und blinde Besucherinnen und Besucher sind nach Anmeldung für Gruppen ab fünf Personen möglich. Sie sind in der Regel nur werktags möglich.

Mehr Infos unter: www.tu-dresden.de/bg

Hinweise zur Barrierefreiheit unter www.tu-dresden.de/bg/kontakt/barrierefreiheit


Düsseldorf

Der Botanische Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bietet individuelle Führungen an, bei denen viel probiert, geschnuppert und gefühlt werden kann. Dauer und Termin sind frei wählbar.

Es gibt außerdem eine App namens Hearonymus, die als Audioguide fungiert, jedoch keine Orientierungshilfen bietet. Sie kann über die Website heruntergeladen werden.

Mehr Infos unter: www.botanischergarten.hhu.de

Die Hearonymus-App ist zu finden, wenn man die Begriffe "Botanischer Garten", "Düsseldorf" und "App" in eine Internet-Suchmaschine eingibt.


Frankfurt am Main

Der Botanische Garten Frankfurt ist zum Teil auf blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher eingerichtet. So existiert ein Leitsystem, und besonders der Senckenbergische Arzneipflanzengarten ist als Tastgarten angelegt und mit taktilen Informationstafeln sowie einer App für sehende sowie nicht sehende Menschen verbunden. Die Apps finden sich auf der Website des Botanischen Gartens sowie über QR-Codes im Garten. Die App "Botanischer Garten Frankfurt" ist sowohl im App-Store (Apple) als auch im Google Play Store (Android) verfügbar.

Spezielle Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen werden derzeit nicht angeboten, externe Führungen sind jedoch jederzeit nach Anmeldung möglich.

Sowohl der Palmengarten Frankfurt als auch der dazugehörige Botanische Garten sind über "Reisen für Alle" für Menschen mit Behinderungen zertifiziert.

Mehr Infos unter: www.botanischergarten-frankfurt.de, www.palmengarten.de

Informationen zur Barrierefreiheit sind im Internet zu finden über die Suchbegriffe "Reisen für Alle" und "Botanischer Garten Frankfurt" bzw. "Palmengarten Frankfurt".


Hamburg

Der Botanische Garten in Hamburg bietet nach eigenen Angaben schon seit vielen Jahren jedes Jahr in den Sommermonaten Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen an.

Mehr Infos unter: www.bghamburg.de

Infos zu Führungen sind im Internet mithilfe der Suchbegriffe "Botanischer Garten", "Hamburg" und "Führungen für Sehbehinderte" zu finden.


Hannover

In Hannover können sowohl im Botanischen Garten als auch im "Großen Garten" der Herrenhäuser Gärten Führungen für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher angeboten werden. Der Große Garten ist eine große Barockanlage, die in diesem Jahr 350 Jahre alt wird.

Mehr Infos unter: www.hannover.de/Herrenhausen


Jena

Im Botanischen Garten Jena gibt es unregelmäßig Führungen für sehbehinderte und blinde Gäste. Eine Führung im August wird durch einen FÖJ-ler betreut und organisiert, also jemanden, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert. Nach Angaben des Botanischen Gartens möchte er eine allgemeine Führung anbieten und auf einige Pflanzen speziell eingehen. Diese werden zusammengefasst an einer Stelle des Gartens präsentiert.

Ein Teil der Gewächshausanlagen kann mit einem Audioguide erkundet werden. Für die Zukunft sind weitere Angebote geplant.

Mehr Infos unter: www.botanischergarten.uni-jena.de


Leipzig

Führungen für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher werden im Botanischen Garten der Universität Leipzig zurzeit nicht angeboten. Im benachbarten Friedenspark gibt es jedoch einen Duft- und Tastgarten. Dieser wurde gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen, Koordinierungsstelle Leipzig, konzipiert. Der Verein hat auch einen Audioguide und eine DAISY-Datei zum Duft- und Tastgarten bereitgestellt. Ein Plan des Gartens ist in Arbeit und soll im Internet bereitgestellt werden.

Für mehr Infos die Begriffe "Duft- und Tastgarten", "Universität Leipzig" und "Audioguide" in eine Suchmaschine im Internet eingeben.


Dazu ein Bild: Der Duft- und Tastgarten im Leipziger Friedenspark mit bepflanzten runden Hochbeeten aus Holz. Im Hintergrund befindet sich eine künstliche Höhle mit begrüntem Dach, umgeben von Blumen und üppiger Vegetation.


Magdeburg

In den Gruson-Gewächshäusern in Magdeburg gibt es keine speziellen Führungen für blinde und sehbehinderte Gäste. Es gab jedoch bereits individuelle Gruppenführungen, bei denen der Geruchs- und der Tastsinn verstärkt einbezogen wurden.

Mehr Infos unter: www.gruson-gewaechshaeuser.de


Marburg

In der Grünen Schule des Botanischen Gartens der Philipps-Universität Marburg finden regelmäßig Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen statt. Besucht werden dabei hauptsächlich entweder die Gewächshäuser oder der Heilkräutergarten. Außerdem wird die Kakaowerkstatt, in der viele Informationen rund um den Kakao vermittelt werden, häufiger gebucht. Andere Themen für Führungen sind nach Absprache möglich.

Mehr Infos unter: www.uni-marburg.de/de/botgart


Dazu ein Bild: Grüne Schule Marburg: Zwei Frauen oder Mädchen stehen an einer kleinen Bananenstaude. Die linke trägt ein Kopftuch und hält einen Langstock, die andere hat einen langen Pferdeschwanz.


München

Im Botanischen Garten München-Nymphenburg können sehbehinderte und blinde Menschen kostenfreie Führungen buchen. Zudem können Kindertagesstätten und Schulen Führungen für Inklusionsklassen vereinbaren.

Die Tast- und Duft-Führungen im Sommerhalbjahr finden vor allem im Freiland, insbesondere im Nutzpflanzengarten, statt. Im Winterhalbjahr bieten die Gewächshäuser die Möglichkeit, exotische Pflanzen kennenzulernen.

Mehr Infos unter: botmuc.snsb.de

Anmeldungen zu Führungen für sehbehinderte und blinde Gäste:
Tel.: 0 89 / 17 86 13 21
E-Mail: botgart@snsb.de


Münster

Führungen für Gruppen sehbehinderter und blinder Besucherinnen und Besucher bietet der Botanischen Garten der Universität Münster auf Anfrage an. Führungen dieser Art wurden in Münster bereits öfter durchgeführt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen in Münster wurden im Botanischen Garten auch Lesungen an verschiedenen Stationen angeboten. Auf dem Weg zu den einzelnen Stationen wurden interessante Pflanzen erklärt und erfühlt. Da diese Veranstaltung finanziell gefördert wurde, ist aktuell nicht klar, ob sie wiederholt werden kann.

Mehr Infos unter: www.uni-muenster.de/BotanischerGarten


Oldenburg

Der Botanische Garten der Universität Oldenburg bietet Führungen für sehbehinderte und blinde Besucherinnen und Besucher auf Anfrage an und hat dies in den vergangenen Jahren einige Male gemacht.

Mehr Infos unter: www.uol.de/botgarten

Termine & Tipps:

Termine

Europäischer Protesttag

5.5.2025, an vielen Orten

Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung  –  wie jedes Jahr am 5. Mai  –  wird es Aktionen geben: Mit ihnen soll Forderungen zur Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention Nachdruck verliehen werden.

Mehr Infos im Internet bei Eingabe des Suchbegriffes "Europäischer Protesttag" und zum Beispiel unter www.aktion-mensch.de/was-du-tun-kannst/protesttag-5-mai

Frühlingsmarkt

9.5. und 16.5.2025, Hannover und Fischbeck

Das Deutsche Taubblindenwerk lädt zu zwei Frühlingsmärkten ein. Neben einem Pflanzenmarkt mit Kräutern und Gemüse aus eigener Anzucht stehen Information und Austausch sowie eine Besichtigung der Werkstätten und ein Auftritt des Kindergebärdenchors auf dem Programm.

Weitere Infos unter www.taubblindenwerk.de/fruehlingsmarkt-2025

iPhone & iPad für Fortgeschrittene

11.-16.5.2025, AURA-Hotel Saulgrub

Dieser Kurs richtet sich an Teilnehmende, die den Umgang mit dem iPad oder iPhone gezielter und vertiefter erlernen möchten. Es werden hilfreiche Funktionen und Apps vorgestellt.

Infos und Buchung unter
Tel.: 0 88 45 / 99  –  0
E-Mail: info@aura-hotel.de

"Das Gewicht der Ameisen"

14. und 15.5., 17. und 18.6., Dortmund

Das Kinder- und Jugendtheater Dortmund stellt in dem Stück "Das Gewicht der Ameisen" die Wichtigkeit von Demokratie am Beispiel des Mikrokosmos Schule in den Mittelpunkt. Durch integrierte Audiodeskription können auch blinde und seheingeschränkte Menschen die Aufführung verfolgen. Für ein Publikum ab zwölf Jahren. Beginn jeweils 11 Uhr

Kinder- und Jugendtheater Dortmund
Sckellstraße
Kartenbestellung unter Tel.: 02 31 / 50 27  –  222
www.theaterdo.de

Kindermusical mit Audiodeskription

18.5.2025, Braunschweig

Das Staatstheater Braunschweig bringt das Musical "Der Zauberer von Oz" mit und für Menschen ab neun Jahren auf die Bühne. Die Vorstellung wird mit einer Live-Hörbeschreibung angeboten.

Tickets unter
Tel.: 05 31 / 1 23 45 67
E-Mail: besucherservice@staatstheater-braunschweig.de

Turn-EM und Turnfest mit Audiodeskription

26.5.-1.6.2025, Leipzig

Viele Veranstaltungen des Internationalen Deutschen Turnfests als auch die Wettkämpfe der Turn-Europameisterschaft werden live vor Ort für alle blinden und sehbehinderten Fans und Turn-Interessierte beschrieben. Für die Audiodeskription wird ein gesondertes Ticketkontingent bereitgehalten.

Tickets und Infos unter
Tel.: 03 41 / 33 20 88 60
E-Mail: veranstaltungen@hoermal-audio.org

Willkommen im Mittelalter

28.6.-4.7.2025, AURA-Hotel Saulgrub

Die Teilnehmenden der Themenwoche begeben sich auf eine Zeitreise ins Mittelalter und entdecken die Geschichte und Kultur der Region. Auf dem Programm stehen verschiedene Erkundungstouren, eine Floßfahrt auf dem Lech, eine Weinverkostung und eine mittelalterliche Lesung.

Infos und Buchung unter
Tel.: 0 88 45 / 99  –  0
E-Mail: info@aura-hotel.de

Rock'n Raspel  –  Modellieren mit Speckstein

30.5.-1.6.2025, Frankfurt am Main

Der Großteil des kreativen Wochenend-Workshops rund ums Thema Bildhauerei mit Speckstein besteht aus praktischer Arbeit. Die Teilnehmenden können unter Anleitung einer Expertin ihre eigenen Kunstwerke erschaffen.

Anmeldung bis 16.5. bei
Felix Högl
E-Mail: f.hoegl@dbsv.org

Seminar "Der duftende Garten"

16.-20.6.2025, Radeberg

Der Taubblindendienst der Evangelischen Kirche in Deutschland bietet im Botanischen Blindengarten Radeberg ein Seminar für blinde und sehbehinderte Gartenfreunde an. Im Mittelpunkt stehen jahreszeittypische Gartenthemen. Mit allen Sinnen werden Pflanzen erlebt, erforscht und gärtnerisch gepflegt.

Anmeldung bis 14.5. bei
Elke Kaube
Tel.: 0 35 28 / 2 29 30 40
E-Mail: elke.kaube@taubblindendienst.de

Sommerfest

28.6.2025, AURA-Pension "Villa Rochsburg"

Die AURA-Pension "Villa Rochsburg" lädt gemeinsam mit regionalen Vereinen und Anbietern zum Sommerfest ein. Die Besucherinnen und Besucher erwarten Musik, regionale Spezialitäten, Angebote für Kinder und einen Austausch zwischen sehenden und nicht sehenden Gästen. Führungen informieren über die Einrichtung und das benachbarte Seniorenheim.

Weitere Infos unter
Tel.: 03 73 83 / 8 38 00
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de

Reitturnier mit Audiodeskription

2.-5.7.2025, Aachen

Beim CHIO Aachen, dem Weltfest des Pferdesports, werden mehrere Wettbewerbe in den Disziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit mit einer Live-Audiodeskription angeboten. Vor den Veranstaltungen gibt es Führungen durch das CHIO-Museum oder durch den Ausstellerbereich.

Tickets und Infos unter
Tel.: 03 41 / 33 20 88 60
E-Mail: veranstaltungen@hoermal-audio.org

Selbstverteidigung für Fortgeschrittene

5.-12.10.2025, AURA-Hotel Timmendorfer Strand

In diesem Seminar, das sich speziell an sportlich aktive Menschen richtet, erlernen die Teilnehmenden verschiedene Selbstverteidigungstechniken, um sich im Bedarfsfall effektiv zur Wehr setzen zu können. Einige der Techniken werden mit Blindenlangstock geübt.

Infos und Anmeldung unter
Tel.: 0 45 03 / 60 02  –  0
E-Mail: info@aura-timmendorf.de

3D-Druck-Workshop

9.-12.10.2025, Hamburg

Im Workshop lernen die Teilnehmenden, wie 3D-Design geht  –  von der Idee im Kopf bis zum fertigen Objekt in der Hand. Mit der textbasierten Entwicklungsumgebung OpenSCAD können eigene Kreationen geschaffen werden.

Anmeldung bis 25.7. bei
Robbie Sandberg
E-Mail: r.sandberg@dbsv.org

Tipps

Mini-Abo der Braille-Zeitschrift "Vollzeichen"

Zum Braille-Jahr 2025 bietet das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) ein Mini-Abonnement der Zeitschrift "Vollzeichen" an: drei Ausgaben für 5 Euro (statt 28 Euro für ein Jahresabonnement). Die Zeitschrift hilft mit kurzen Texten, Rätseln und Tipps beim Braille-Lernen. Erhältlich für Einsteigerinnen und Einsteiger in Vollschrift mit großem Zeilenabstand und für Fortgeschrittene in Voll- und Kurzschrift.

Alle Details zur Aktion sowie Bestellmöglichkeit auf
www.dzblesen.de/200-jahre-brailleschrift oder unter
Tel.: 03 41 / 71 13  –  120

Kinderbuchreihe des BMAS

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erklärt anhand einer Kinderbuchreihe die Schwerpunkte des Hauses. Kindern im Alter von drei bis acht Jahren soll vermittelt werden, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft wichtig sind, egal ob groß oder klein, jung oder alt. Die Themen Inklusion, Fachkräfte und Rente werden kindgerecht aufbereitet. Die Kinderbücher gibt es auch als barrierefreies PDF und als Hörbuch zum Download oder zum Anhören direkt auf der Internetseite des BMAS.

Weitere Informationen im Internet unter den Suchbegriffen "BMAS" und "Kinderbücher"

Forum:

Ohne Braillenoten keine Orientierung

"Meine Arbeit mit Braille": So heißt die Reihe, mit der wir in diesem Jahr an das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift erinnern. Der damals 16-jährige Schüler Louis Braille hat sie 1825 fertigentwickelt. In unserer Reihe berichten Menschen, wie sie beruflich oder ehrenamtlich mit der Brailleschrift arbeiten. Folge 3: Kirchenmusiker und Musiklehrer Michael Kuhlmann erklärt, warum die Braillenotenschrift für ihn unverzichtbar ist.

Von Michael Kuhlmann


Ich bin von Geburt an blind und habe die Brailleschrift daher während meiner Schulausbildung an der Soester Blindenschule gelernt. Glücklicherweise bekam ich schon in jungen Jahren Klavierunterricht und hatte einen blinden Klavierlehrer. Er brachte mir mit der musikalischen Ausbildung auch die Braillenotenschrift bei, zumindest ansatzweise. Heute im Beruf als Kirchenmusiker und Musiklehrer ist die Braillenotenschrift für mich unverzichtbar.

Sämtliche Orgel- und Klavierwerke, die ich für meinen beruflichen Alltag brauche, lerne ich mit Hilfe der Braillenotenschrift, weil Musikstücke, besonders komplexere, meiner Meinung nach nicht nach Gehör gelernt werden können. So wie sich mir ein Text durch Wörter und Zeichen erschließt, möchte ich Musik in Takten und Tönen kennenlernen und notengetreu interpretieren. Das ginge nur unzureichend nach Gehör. Im schlimmsten Fall lernt man die Fehler und Verspieler der Interpreten, die man als Lernquelle nutzt, mit.

Bei der Chorarbeit und dem Instrumentalunterricht braucht man eine Kommunikationsgrundlage mit den sehenden Schülern und Schülerinnen. Sämtliche musikalischen Absprachen werden beim gemeinsamen Musizieren anhand von Takten getroffen, zum Beispiel: "Spiel bitte noch mal ab Takt 25!" Ohne Noten gäbe es für mich keine Orientierung im Musikstück, und folglich wäre es schwierig, bei der musikalischen Arbeit miteinander nur rein nach Gehör zu kommunizieren. Für Sehende ist es im Rahmen der Ausbildung selbstverständlich, Noten zu lernen  –  so wie Kinder in der Grundschule lesen und schreiben.

Wie und in welchem Umfang man im Laufe des Lebens beim Musizieren die Notenschrift verwendet, ist eine persönliche individuelle Entscheidung. Fest steht allerdings, dass wir mit der Braillenotenschrift ein vollwertiges Notensystem haben, mit dem sich fast alles, was man im musikalischen Alltag braucht, darstellen lässt. Außerdem ist es dank digitaler Errungenschaften heutzutage sehr einfach und kostengünstig, sich selbst Noten in Braille zu übertragen, die nicht bei den einschlägigen Verlagen käuflich zu erwerben sind.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Braillenotenschrift für mich einen unverzichtbaren Beitrag zu Inklusion leistet. Ich kann auf ein großes Sortiment an Musikalien zurückgreifen, mir bei Bedarf selbst Musikstücke übertragen und sogar im Notentext persönliche Anpassungen in Form von Notizen vornehmen. Kurzum, dank der Braillenoten bin ich im musikalischen Sinne selbstständig.


Louis Braille hat aus seinem System der Punktschrift auch die nach ihm benannte Notenschrift entwickelt. Er war selbst als Organist tätig. Wer mehr über die Braillenotenschrift erfahren möchte, kann dies unter: www.dbsv.org/braillenotenschrift.html

"Modeln bedeutet Körperspannung"

Wie fühlt es sich an, blind vor der Kamera zu stehen? Die Journalistin und Aktivistin Nadine Rokstein kennt das Gefühl: Sie ist regelmäßig bei privaten und bezahlten Fotoshootings dabei. Die Bottroperin erzählt, was ihr an dem sehr visuell anmutenden Hobby Modeln besonders gefällt, wie sie dazu gekommen ist und warum Fotografierende und Fotografierte manchmal gemeinsam spazieren gehen.

Von Nadine Rokstein


Mein Hobby ist das Modeln, das heißt, ich lasse mich von Fotografinnen oder Fotografen fotografieren. Das Ergebnis sind individuelle Portraitaufnahmen von mir, die beide Parteien, also ich sowie die Fotografin oder der Fotograf, auf ihren Kanälen und Websites veröffentlichen dürfen. Dafür werden sogenannte "TFP-Verträge" geschlossen  –  TFP steht für "time for pictures" (zu Deutsch: Zeit für Bilder). Das Model wird in diesem Fall mit den Bildern bezahlt. Beide Parteien bringen sich mit ihrer Leistung ein.

Es gibt unterschiedliche Wege, wie sich Model und Fotografin oder Fotograf finden. Zum Beispiel auf Fotoevents oder sogenannten Fotowalks. Ein Fotowalk ist ein Treffen von Modellen und Fotografinnen und Fotografen, die sich in einem abgesprochenen Rahmen treffen und dann Fotos machen. Man unterhält sich, macht zusammen Bilder und lernt neue Menschen kennen. Solche Treffen sind sehr dynamisch. Von Zeit zu Zeit wandert die Gruppe weiter und probiert neue Spots an der Location aus, also dem Ort, an dem Aufnahmen gemacht werden sollen.


Neue Projekte durch Social Media

Auch über Social Media können Kontakte aufgebaut werden. Es können Suchanfragen nach Modellen oder Fotografen und Fotografinnen aufgegeben werden oder man meldet sich auf solche Anfragen. Durch das Posten der entstandenen Ergebnisse werden wiederum neue Menschen auf einen aufmerksam. So können neue Projekte entstehen.

Das Arbeiten mit unterschiedlichen Fotografinnen und Fotografen ist spannend. Einerseits kenne ich viele schon über Jahre, und es spielt eine soziale Komponente mit. Andererseits hat jeder Fotograf, jede Fotografin einen anderen Stil, sodass immer andere Bilder entstehen. Auch auf Plattformen wie Facebook gibt es viele Gruppen zu der Thematik.

Gelegentlich bezahle ich tolle Fotografinnen und Fotografen selbst für Fotos, weil es einfach spannende Projekte sind. Dazu gehören auch oft tolle Kostüme, die man sich aus dem Fundus leihen kann, und professionelles Make-up. Es kommt auch vor, dass ich mich auf eine Anfrage zum Thema Diversität melde  –  meist ist es so, dass Medien oder Universitäten authentische Bilder von Menschen mit Behinderung suchen.


Thema, Ort und Outfit finden

Alles fing an, weil ich wissen wollte, wie man sich als Person vor der Kamera fühlt. Ich wollte selbst fotografieren und wissen: Worauf muss ich achten? Was sind Posen, die ich den Models mitteilen kann? Dabei habe ich Gefallen an dem Hobby gefunden und bin vor der Kamera geblieben. Modeln ist für mich mehr als die Produktion visueller Ergebnisse. Es ist für mich ein Prozess, der mit der Suche nach einem Thema beginnt und mit dem Austausch endet. Ich überlege mir ein Thema oder einfach nur einen Ort und die Outfits dazu. Dabei sage ich oft Fotografinnen und Fotografen, was ich mir als Location vorstelle. Soll es eher im Grünen sein oder doch Industrie? Gemeinsam suchen wir den passenden Ort aus.

Solange es Shootings sind, die keine extravaganten und fantasievollen Make-ups benötigen, übernehme ich mein Make-up selbst. Mittlerweile habe ich Übung darin. Ich lasse mich beim Kauf von Make-up vor Ort beraten, sodass ich Töne habe, die zu mir und meiner Haut passen.

Mein Kleiderschrank bietet thematisch nicht viel Spielraum. Ich habe einen alternativen Kleidungsstil und wähle die Shootings auch passend dazu aus. Manchmal frage ich meinen Partner, ob das, was ich mir zusammengestellt habe, auch zusammenpasst. Oder Fotografen und Fotografinnen sagen mir, in welche Richtung es gehen soll.

Ich präsentiere mich vor der Kamera, so wie ich mich wohlfühle: in einem rockigen, alternativen Stil. Diese ersten Schritte, die ebenfalls wichtig für das Ergebnis sind, machen mir Spaß.

Und dann beginnt das eigentliche Shooting. Modeln bedeutet Körperspannung und Körpersprache. Es bedeutet Anstrengung und mit dem, was die Location gibt, zu arbeiten. Am Ende des Tages spüre ich jeden Muskel.

Ich präsentiere mich so, wie ich mich gerade wohlfühle, und ich bewege mich so, wie es mein Bauchgefühl für richtig hält. So wie ich mich in Kombination von Outfit und Location fühle. Das strahle ich, glaube ich, auch vor der Kamera aus. Natürlich speichere ich Bewegungsabläufe und Posen ab, bei denen ich positives Feedback bekommen habe. Dann gibt es Posen, die Fotografinnen und Fotografen mir durch Anweisungen mitteilen.

Bei diesem Hobby stoße ich natürlich auch auf Barrieren. Denn nicht jeder Ort ist für mich erreichbar, etwa aufgrund von fehlenden Anbindungen an den ÖPNV. Beispielsweise sind Shootings im Feld oft dadurch erschwert, dass es in der Nähe keine Haltestelle gibt. Das sind Momente, in denen ich meinen Mann fragen muss, ob er dabei sein kann.

Gemeinsam finden Fotografinnen oder Fotografen und ich aber immer individuelle Lösungen. Sie fragen mich, ob und wie wir etwas umsetzen können und was es für mich barrierefreier macht. Viele machen sich im Vorfeld Gedanken über unser Shooting. Viele sagen auch klar, dass ich einfach sagen soll, was geht und was nicht. Ich finde es wichtig, dass nicht für mich entschieden wird.

Andere Fotografinnen und Fotografen wollen wegen meiner Behinderung nicht mit mir shooten. Sie glauben, sie hätten Verantwortung für mich. Sie vergessen, dass ich eine eigenständige Person und für mich selbst verantwortlich bin.

Während Shootings würde ich oft auch gerne ganz alltägliche Gespräche führen. Wie das Fotografen und Fotografinnen und Models eben tun. Mit vielen kann ich das auch. Andere Gespräche drehen sich jedoch nur um meine Blindheit, und ich fühle mich wie ein "Erklärbär".


Bilder werden im Netz geteilt

Oft stößt mein Hobby auch auf Unverständnis. Warum etwas tun, wenn man das Ergebnis doch nicht sieht? Aber nach dem Motto könnte ich auch alles stehen und liegen lassen. Dabei bedeutet Modeln für mich mehr, als nach dem Shooting ein paar tolle Bilder zu haben. Es macht Spaß und gibt mir ein gutes Gefühl, vor der Kamera zu stehen, mich mit Menschen zu unterhalten und demselben Hobby nachzugehen.

Nach dem Shooting endet der Prozess nicht. Entweder suchen Fotografinnen oder Fotografen die Bilder aus, die sie bearbeiten wollen oder stellen mir eine Auswahl zur Verfügung. Diese Auswahl tätige ich nicht selbst, sondern gehe sie mit meinem Partner durch. Wir teilen die Bilder auf Social Media und bekommen Feedback dazu. Oft ergeben sich daraus neue Projekte und Gespräche.

Nadine Rokstein (30) lebt in Bottrop. Mehr von ihr gibt es auf ihrem Blog: www.stockundstein.org


Dazu ein Bild: Nadine Rokstein posiert in einem Samtoberteil für ein Foto. Sie hat die Augen geschlossen; ihr halblanges Haar ist auf dem Original-Bild blau.

Rätsel

In der folgenden Anekdote verstecken sich  –  auch über Wortzwischenräume und Satzzeichen hinweg  –  folgende Farben:

Blau  –  Gelb  –  Grau  –  Grün  –  Ocker  –  Orange  –  Pink  –  Rot  –  Siena  –  Weiß.

In welcher Reihenfolge kommen sie im Text vor?


Volksfern

Die französische Königin Marie-Antoinette (1755-1793) wurde wegen ihres lockeren, exzentrischen Lebensstils, ihrer Blauäugigkeit und als in ihr Spiegelbild Verliebte, die das Land nicht vorangebracht hatte, vom Volk nicht geliebt und im Verlauf der Französischen Revolution guillotiniert. Ihr Unverständnis für die sozialen Probleme der im Schweiße ihres Angesichts hart arbeitenden, doch hungernden Menschen drückt der Satz mit dem grausamen Tipp in Kürze aus: "Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!" Ein Satz, den sie  –  nach gründlichen Recherchen  –  nie gesagt hat.

Text und Scherenschnitt: Thomas Christian Dahme


Dazu ein Bild: Ein Scherenschnitt zeigt Marie-Antoinette im Profil mit hochgestecktem Haar, pompösem Kopfputz und Volants am Dekolleté ihres Kleides.


Bitte senden Sie die Lösung bis zum 20. Mai an den

DBSV
Rungestraße 19, 10179 Berlin
oder per E-Mail an: sichtweisen@dbsv.org


Alle richtigen Einsendungen nehmen am Ende des Jahres an einer Verlosung teil (Informationen zur Datenverarbeitung gemäß Art.13 DSGVO unter www.dbsv.org/datenschutz.html).

Lösung des März-Rätsels

Star  –  Wal  –  Tiger  –  Schaf  –  Rind  –  Egel  –  Igel  –  Rabe  –  Ren  –  Hund



Kurzinfo: Forum  –  im direkten Austausch

Schicken Sie Ihre Geschichten, Empfehlungen oder Leserbriefe an sichtweisen@dbsv.org oder per Post an

DBSV
Redaktion "Sichtweisen"
Rungestraße 19, 10179 Berlin

Panorama:

Gesellschaft

Kreativwettbewerb: "Siehst Du mich?"

Der Evangelische Bundesfachverband für Teilhabe und die Fürst-Donnersmarck-Stiftung schreiben zum zweiten Mal den Kreativwettbewerb "Siehst Du mich?" aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Vielfalt von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung sichtbar zu machen und ein Zeichen für eine inklusive Gesellschaft zu setzen. Künstlerische Perspektiven und Stimmen zu diesem Thema sollen gesammelt und präsentiert werden.

Alle, die eine kreative Idee zum Thema "Siehst Du mich? Die Lebenswelten von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung" umsetzen möchten, können teilnehmen. Besonders berücksichtigt werden Arbeiten, die von inklusiven Tandems erstellt wurden.

Mode, Musik, Poesie oder Performance  –  der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Mögliche Beitragsformate sind unter anderem Fotos und Fotoreportagen, Filme und Videos (maximal fünf Minuten), Podcasts und schriftliche Beiträge (maximal 1000 Wörter).

Für die drei besten Beiträge gibt es Geldpreise. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2025.

Einreichungen per E-Mail an: kreativwettbewerb@beb-ev.de

Mehr Infos unter www.beb-ev.de/projekte/kreativwettbewerb-2025

Blinden-Mediathek: Ausleihen und testen

Die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) in Marburg hat die "Deutsche Blinden-Mediathek" (DBM) eröffnet. In der Mediathek können inklusive Karten- und Gesellschaftsspiele, Lehr- und Lernmittel, tastbare Kinderbücher, Hilfsmittel, zum Beispiel Daisyplayer, und Materialien zum Erlernen der Brailleschrift kostenlos ausgeliehen werden. Diese Dinge sind oft teuer. Durch die Mediathek können Eltern von blinden und sehbehinderten Kindern, Förder- und Lehrkräfte oder Menschen, die erst im höheren Alter erblinden, nun etwas ausprobieren, bevor sie es kaufen oder bei einem Kostenträger beantragen.

Der bundesweite Versand der Materialien ist dank der Unterstützung der "Doris-Bulcke-Stiftung", die den Aufbau und Betrieb dieses Modellprojekts fördert, kostenlos.

Ein Highlight der Blinden-Mediathek ist der speziell entwickelte barrierefreie Taschenrechner, der kostenlos zur Verfügung steht. Er kann sowohl online genutzt als auch heruntergeladen werden, um ihn bei Klassenarbeiten und Prüfungen einzusetzen.

Beim weiteren Ausbau der "Deutschen Blinden-Mediathek" arbeitet die blista eng mit dem Bundesverband der Eltern blinder und sehbehinderter Kinder und dem Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik zusammen.

Mehr Infos unter https://katalog.blista.de/mediathek


Dazu ein Bild: Viele Spiele und Bücher aus der Blinden-Mediathek liegen auf einem Tisch, darunter mehrere Kinderbücher, verschiedene Spielsteine und ein Malefiz-Spiel.

Bundesverdienstkreuz für Claus Duncker

Der ehemalige Lehrer und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) in Marburg, Claus Duncker, wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Duncker erhielt den Orden, der umgangssprachlich auch Bundesverdienstkreuz genannt wird, im März.

In seiner Laudatio sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: "Dass blinde und sehbehinderte Menschen die Herausforderungen in der Schul- und Arbeitswelt meistern, das hat sich Claus Duncker zur Lebensaufgabe gemacht. Als Lehrer und bis 2022 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Blindenstudienanstalt hat er sich so tatkräftig wie kreativ dafür engagiert, dass gesellschaftliche Teilhabe für alle keine Utopie ist. Auf Claus Duncker gehen zahlreiche Initiativen zurück, die im besten Sinne Schule gemacht haben, seien es neue Studiengänge für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik, Erwachsenenbildung oder das Konzept der umgekehrten inklusiven Beschulung."

Bis heute, so Steinmeier, bringe Duncker sich in der Christoffel-Blindenmission ein und trage unermüdlich dazu bei, dass die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention in greifbare Nähe für Betroffene rückten.


Dazu ein Bild: Frank-Walter Steinmeier (li.) und Claus Duncker stehen nebeneinander. Steinmeier präsentiert eine Urkunde, Duncker den Verdienstorden in einer Schatulle. Beide haben weißes Haar, tragen einen Anzug und eine Brille.

Gesundheit

Künstliche Intelligenz in der Augenheilkunde

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) haben eine umfassende Stellungnahme zu ethischen Aspekten Künstlicher Intelligenz (KI) in der Augenheilkunde vorgelegt. Ziel ist es, Standards für die Entwicklung, Zulassung und Implementierung von KI-Anwendungen zu setzen, die ärztliche Entscheidungen unterstützen und gleichzeitig den Schutz der Patientenrechte sicherstellen.

"Die rasante Entwicklung von KI-Systemen bietet großes Potenzial für die Augenheilkunde, sei es bei der Bildanalyse, der Diagnostik oder der Planung von Therapien", erklärt der Generalsekretär der DOG, Prof. Dr. Claus Cursiefen. "Um dieses Potenzial verantwortungsvoll auszuschöpfen, müssen technische, rechtliche und ethische Aspekte von Anfang an berücksichtigt werden."

Konkret könne KI insbesondere bei der Analyse großer Bilddatenmengen unterstützen, die beispielsweise in der Diagnostik von Netzhauterkrankungen oder der Verlaufskontrolle von Glaukomen anfallen. Die Bilder müssten eine hohe Qualität haben, damit die KI-Systeme kontrolliert und reproduzierbar angelernt werden können.

Die Verantwortung für Diagnosen und Therapien, betonen DOG und BVA, müsse stets bei Ärztinnen und Ärzten liegen. Während KI-Systeme Muster erkennen und präzise Analysen liefern können, bleibe es Aufgabe der Behandelnden, diese Ergebnisse zu bewerten. Das ärztliche Erfahrungswissen sei auch im Zeitalter von KI unverzichtbar.

In ihrer Stellungnahme formulieren DOG und BVA zentrale Prinzipien für den Einsatz von KI in der Augenheilkunde.

Einen Link zur Stellungnahme gibt es auf
sichtweisen-online.org
Rubrik "Rund um die Welt"
Meldung "Künstliche Intelligenz in der Augenheilkunde"

Bildung

E-Learning-Plattform "Selbsthilfe-Campus"

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG Selbsthilfe) hat einen Selbsthilfe-Campus gestartet. So nennt sie das digitale Lernportal, das auf die Bedürfnisse von Selbsthilfe-Aktiven zugeschnitten ist. Der Selbsthilfe-Campus bietet die Möglichkeit, Wissen zu erweitern. Zunächst gibt es Module zu Transparenz und Unabhängigkeit in der Selbsthilfe, Vereinsrecht und gendergerechter Selbsthilfearbeit. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert, um die Selbsthilfearbeit zu professionalisieren.

Zum Selbsthilfe-Campus: www.selbsthilfe-campus.de

Fragen beantwortet
Franzisca Hetzer
E-Mail: Franzisca.Hetzer@bag-selbsthilfe.de

Forschung

Neues Verzeichnis 2025: Rehabilitation und Teilhabe

Ein neues Verzeichnis der "Rehabilitations- und Teilhabeforschenden  –  Akteurinnen, Akteure und Themen in Deutschland 2025" steht zum kostenfreien Download bereit. Das Verzeichnis wurde zum Reha-Kolloquium im März in Nürnberg veröffentlicht und informiert darüber, welche Personen zu den verschiedenen Themen der Rehabilitation, Teilhabe und Inklusion in Deutschland forschen. Es sind 263 Reha-Forschende aus allen Disziplinen der Rehabilitation und Teilhabe aufgeführt.

Die Ausgabe wurde durch aktuelle Themen ergänzt: So beschäftigen sich viele Forschende damit, ob und wie eine digitale Transformation im Rahmen von Rehabilitation und Teilhabe nutzbar gemacht werden kann, beispielsweise durch Künstliche Intelligenz.

Das Verzeichnis wird jährlich herausgegeben, unter anderem von Rehadat, einem unabhängigen Informationsangebot zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Das Verzeichnis ist als PDF und online abrufbar unter:
www.rehadat-forschung.de/forschende
Menüpunkt: Reha- und Teilhabeforschende

AURA-Hotels: Entspannter Urlaub ohne Barrieren

AURA-Hotels und -Pensionen sind Orte, die speziell auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen zugeschnitten sind. Insgesamt drei Häuser bieten die ganze Bandbreite angenehmer Urlaubsunterkünfte, von der familiär geführten Pension bis zum 3-Sterne-Wellness-Hotel. Von der See bis in die Berge: Die AURA-Hotels liegen in den schönsten deutschen Ferienregionen und sind ideale Ausgangspunkte für Ausflüge, auf Wunsch mit sehender Begleitung. Alle Unterkünfte sind barrierefrei eingerichtet und bieten ein umfangreiches Begegnungs- und Veranstaltungsprogramm. Auch für Seminare und Gruppenfreizeiten sind die Häuser sehr gut geeignet.


Die Standorte von Nord nach Süd:

  • AURA-Hotel Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein)
    Tel.: 0 45 03 / 60 02-0
  • AURA-Pension Rochsburg (Sachsen)
    Tel.: 03 73 83 / 8 38-00
  • AURA-Hotel Saulgrub (Bayern)
    Tel.: 0 88 45 / 99-0

Der Landesverein Mecklenburg-Vorpommern bietet außerdem Ferienwohnungen im Haus "Waldfrieden" im Ostseebad Boltenhagen an.

Weitere Informationen bei der
BSVMV
Landesgeschäftsstelle
Tel.: 03 81 / 77 89 80

Mehr Infos im Internet unter www.aura-hotels.dbsv.org

Menschen:

Ein Ziel im Visier: Loslassen

Wer auf die Jagd geht, braucht gute Augen, um ins Revier zu fahren. Für Carsten Heidorn, der die Jagd lange als Hobby betrieb, war es deshalb ein großer Schock, als er von seiner Augenerkrankung erfuhr. Die Jagd loszulassen, fällt ihm schwer. Eine Sache erkannte er trotz oder aufgrund der nachlassenden Sehkraft genau: Wer seine wahren Freunde sind und wer nicht.

Von Carsten Heidorn  


Auf das Hobby Jagd bin ich über einen Umweg gekommen. Meine Frau arbeitete damals bei einer kleinen Fluggesellschaft in Hamburg, und einer der Piloten lud einmal im Jahr zum Tontauben-Schießen ein. Ich durfte mitkommen und stellte fest: Das ist das Richtige für mich. Um meinem neuen Hobby in unserem Wohnort Quickborn oder in der Nähe nachzugehen, musste ich entweder in einen Schützenverein eintreten oder den Jagdschein machen. Ein Schützenverein kam für mich nie in Frage  –  das ist mir zu kleinkariert und spießig. Also entschied ich mich für den Jagdschein.

Der Jagdkurs dauerte ein dreiviertel Jahr. Während dieser Zeit wuchs mein Interesse an der Jagd so sehr, dass ich es auch nach bestandener Prüfung weitermachen wollte. Das ging etwa 20 Jahre gut, ich habe mich in die Community integriert und viele Kontakte geknüpft  –  nur um am Ende zu erkennen, dass diese Kontakte im Grunde doch sehr oberflächlich waren: Kaum war ich nicht mehr so präsent, ob auf dem Schießstand oder bei Jagden, war ich aus dem Geschehen raus. Im zurückliegenden Jagdjahr war ich nur noch auf einer einzigen Jagd und muss mir leider eingestehen, dass es das wohl gewesen ist mit dem Jägerleben. Meine Sehkraft hat zu stark nachgelassen.

Das etwas mit meinen Augen nicht stimmt, habe ich vor drei, vier Jahren bemerkt. Wenn ich bei meinem Büro vom Hof fuhr, habe ich öfter Fußgänger beinahe über den Haufen gefahren. Sie tauchten plötzlich wie aus dem Nichts vor dem Auto auf. Zum Glück habe ich niemanden verletzt. Das passierte in verschiedenen Konstellationen noch öfter. Die Krönung war, dass ich ein Auto übersehen habe, als ich auf eine Hauptstraße auffahren wollte. Da fehlten nur noch Millimeter, bevor es zu einem Unfall gekommen wäre. Meine Frau bestand darauf, dass ich meine Augen untersuchen ließe, um abzuklären, ob noch alles in Ordnung sei. Die Fahrt zur Augenärztin waren dann meine letzten Minuten hinterm Steuer.


Wie gelähmt von der Diagnose

Als die Augenärztin mir die Diagnose Retinitis pigmentosa mitteilte, dachte ich, dass sie nicht mich meinen könnte. Das war so unwirklich, das konnte nicht passieren, nicht mir. Ich war gelähmt von dem, was sie sagte, und habe alles nur noch wie durch Watte wahrgenommen.

Die erste Zeit danach habe ich immer noch gedacht, dass dieser Alptraum irgendwann zu Ende gehen müsse: Ich wache morgens auf, und alles ist wieder so wie früher  –  ich habe mein altes Leben wieder. Leider hat sich der Wunsch nicht erfüllt. Im Gegenteil: Nach der Gen-Analyse kam der nächste Nackenschlag in Form der ergänzenden Diagnose Usher-Syndrom. Glücklicherweise hat mich die Ärztin auf Pro Retina hingewiesen, wo ich ein Stück weit aufgefangen wurde in meinem freien Fall ins Ungewisse.

Zurzeit fühle ich mich wie ein Wanderer zwischen den Welten: Ich habe das Gefühl, weder zu den "normalsichtigen" noch zu den sehbehinderten Menschen zu gehören, obwohl ich ja definitiv sehbehindert bin.

Die Probleme bei der Jagd liegen für mich bei der Mobilität: Wie soll ich ohne Auto ins Revier kommen? Beim Schießen auf Tontauben sehe ich die Tauben meist zu spät oder gar nicht mehr  –  das kommt nicht gut an, wenn man da mit der Waffe in der Hand steht und nicht reagiert.


Innere Zerrissenheit

Ich kämpfe noch den Kampf des Loslassens. Ich will mich nicht von meiner geliebten Passion der Jagd trennen, weiß aber, dass es ein Befreiungsschlag wäre und sich meine innere Zerrissenheit in Akzeptanz wandeln würde. Das wird wohl der nächste Schritt sein, den ich gehen muss.

In meinem Umfeld habe ich gleich mit offenen Karten gespielt. Was bringt es mir, die Krankheit zu verheimlichen? Das Verheimlichen würde auch schwerfallen, wenn man plötzlich nicht mehr Auto fahren darf. Im Beruf habe ich es genauso gehandhabt und bin gleich in die Offensive gegangen. Da ich viel am Rechner arbeite, habe ich bis jetzt keine Probleme. Mir wurde auch jegliche Hilfe zugesagt, die ich benötigen würde, von daher ist alles gut.

Mittlerweile geht der Visus leider in den Keller, und ich muss schauen, wie ich dem entgegenwirken kann. Lesen klappt mit größerer Schrift noch ganz gut. Ich habe sowieso nur noch ein paar Jahre bis zur Rente, und die schaffe ich auch noch.

Bisher habe ich keine Probleme, außerhalb des Hauses zurechtzukommen. Wenn ich mich nicht mehr wohlfühle, nehme ich den Langstock zur Hand, der dann so etwas wie mein Schutzschild ist. Das klappt super, wenn man erst einmal den inneren Schweinehund überwunden hat, ihn zu benutzen.

Ohne meine Frau würde ich das alles nicht so meistern, wenn man von meistern sprechen kann. Für sie ist das auch eine völlig neue Situation, die sich so niemand hätte vorstellen können. Es trifft ja den Partner oder die Partnerin auch immer mit voller Wucht. Viele positive Impulse habe ich durch Pro Retina bekommen. Diese Gemeinschaft hilft mir sehr, und es gibt viele weitere Vereine und Organisationen, die für Menschen mit Seheinschränkungen klasse sind. Zurzeit muss ich noch ein paar innere Kämpfe führen, aber ich könnte mir gut vorstellen, in naher Zukunft auch ein Ehrenamt anzunehmen.

Wichtig ist mir, dass ich der bleibe, der ich vor der Diagnose war. Gute Freunde sind mir extrem wichtig, und die erkennt man oft erst, wenn es mal nicht so gut läuft. Ich möchte unabhängig bleiben, auch wenn ich jetzt den Bus oder die Bahn statt des Autos nutze.

Carsten Heidorn (59) lebt in Quickborn.


Dazu ein Bild: Carsten Heidorn an einem sonnigen Tag mit seinem Hund am Strand. Er hat kurzes dunkelblondes Haar.

Service:

Mehr Tempo beim Braille-Lesen

Beim Lesen von Brailleschrift schneller voranzukommen ist möglich. Durch regelmäßige Übungen, Tasttechniken und kognitive Strategien, kann das Lesetempo effektiv erhöht werden. Auch das soziale Umfeld, Aufwärmübungen und Lesegruppen können eine Rolle spielen. Fundierte Tipps hat die Braille-Arbeitsgruppe der Europäischen Blindenunion erarbeitet. Unsere Autorinnen stellen einige davon vor.

Von Sonja Schmidt und Katerina Athanasiadou  


Wer seine Geschwindigkeit beim Lesen der Brailleschrift erhöhen möchte, kann das mit einfachen Übungen und Strategien tun. Ein schnelleres Lesetempo bringt viele Vorteile, sei es im Alltag, beim Studieren oder einfach für den Lesegenuss. Um den Einstieg zu erleichtern, folgt eine Sammlung hilfreicher Tipps, mit denen sich das Lesetempo gezielt steigern lässt. Sie ist im Rahmen eines Projekts der Braille-Arbeitsgruppe der Europäischen Blindenunion entstanden.

Ein besonders wirkungsvoller Ansatz ist konsequentes Training. Tägliches Lesen von Braille  –  sei es in Büchern, Zeitungen oder auf Etiketten im Alltag  –  fördert die Entwicklung eines flüssigeren Tempos. Das Lesen unterschiedlicher Texte trägt zur Flexibilität bei, während das erneute Lesen bereits bekannter Inhalte den Fokus auf Geschwindigkeit und Genauigkeit lenkt, ohne dass neue Informationen ablenken.

Effiziente Tasttechniken spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Die Nutzung beider Hände kann den Lesefluss erheblich verbessern: Während eine Hand die aktuelle Zeile abschließt, beginnt die andere bereits mit der nächsten. Manche Leserinnen und Leser setzen zusätzlich die Mittelfinger ein, um den Text noch schneller zu erfassen.

Die Umstellung auf solche Methoden erfordert etwas Übung, führt aber oft zu einer spürbaren Steigerung der Lesegeschwindigkeit. Ein leichter Fingerdruck auf die Braille-Punkte erhöht die Sensibilität, reduziert Ermüdung und verbessert die Genauigkeit. Auch kleine Vorbereitungen wie das Aufwärmen der Hände oder das Achten auf trockene, saubere Finger können den Tastsinn unterstützen.


Lautes Lesen mit Feedback hilft, Schwachstellen zu erkennen

Neben motorischen Aspekten spielen auch kognitive Strategien eine wichtige Rolle. Das Überfliegen von Texten, also das gezielte Erfassen kommender Wörter oder Satzstrukturen anhand des Kontexts, beschleunigt die Informationsaufnahme. Dabei geht es zum Beispiel darum, nicht jeden einzelnen Buchstaben längerer Wörter gründlich zu erfassen.

Lautes Lesen mit Feedback von anderen kann helfen, Schwachstellen zu erkennen und einen flüssigeren Rhythmus zu entwickeln. Eine Lehrperson kann beispielsweise rückmelden, wo Lesefehler gemacht wurden. Ebenso kann das synchrone Mitlesen mit einer anderen Person oder einer Aufnahme dabei unterstützen, sich an ein höheres Tempo zu gewöhnen und mehr Sicherheit zu gewinnen.

Unterstützung aus dem Umfeld ist oft eine wertvolle Hilfe. Der Austausch mit erfahrenen Braille-Leserinnen und -Lesern oder das gemeinsame Üben in einer Lesegruppe kann motivieren und praktische Impulse liefern. Eine gute Anlaufstelle für Lernpartnerschaften sind zum einen die örtlichen Blinden- und Sehbehindertenvereine, zum anderen Online-Plattformen wie das offSight-Forum des DBSV oder Facebook-Gruppen für blinde und sehbehinderte Menschen. Auch innerhalb der Familie lassen sich Fortschritte fördern, indem regelmäßig gemeinsam geübt wird oder erreichbare Ziele gesetzt und gefeiert werden.


Durch haptisches Lesen die Lesefähigkeit erhalten

Technische Hilfsmittel bieten zusätzliche Unterstützung. Elektronische Braillezeilen und Lern-Apps ermöglichen interaktives Üben und den Zugriff auf eine breite Auswahl an Texten. Mit der App "Braille Trainer", die es sowohl für iOS als auch Android gibt, kann etwa die Braille-Vollschrift sowie die Kurzschrift geübt werden. Während Screenreader und Audio-Medien eine sinnvolle Ergänzung darstellen, bleibt das haptische Lesen dennoch unerlässlich, um die eigene Lesefähigkeit nachhaltig zu entwickeln und zu erhalten.

Letztlich geht es bei der Steigerung der Braille-Lesegeschwindigkeit nicht nur um Zahlen, sondern auch um Unabhängigkeit, Selbstvertrauen und eine erleichterte Informationsverarbeitung. Durch regelmäßiges Üben und die Offenheit für neue Methoden lassen sich deutliche Fortschritte erzielen  –  und möglicherweise sogar die Freude am Lesen neu entdecken.


Wer den kompletten wissenschaftlichen Artikel mit Hintergründen und Studienverweisen lesen möchte, findet die englische Version über die Suchbegriffe "EBU" und "Braille Fluency in Individuals" online.



Kurzinfo: Erbrechtliche Beratung  –  ein Service der rbm

Soll ich ein Testament machen? Worauf muss ich achten? Was kostet das? Fragen, die sich auch sehbehinderte und blinde Menschen stellen. Die gemeinnützige Rechtsberatungsgesellschaft rbm (Rechte behinderter Menschen) bietet darum einen neuen Service für Mitglieder der DBSV-Landesvereine und der korporativen Mitglieder: eine erbrechtliche Beratung mit einer abschließenden Empfehlung.


Was ist Beratungsinhalt?

  1. Bewertung der Lebensumstände des oder der Ratsuchenden
  2. ein einstündiges Telefonat eines Juristen oder einer Juristin der rbm mit dem oder der Ratsuchenden (Fakten-Check, Ermittlung des Hauptanliegens)
  3. zusammenfassende Darstellung mit rechtlicher Bewertung und einer Empfehlung mit Eckpunkten für eine erbrechtliche Verfügung

Was kostet das?

Die rbm berechnet für diese Form der erbrechtlichen Beratung eine Gebühr von 240,75 Euro (inkl. Umsatzsteuer). Die schriftliche Darstellung kann zum Beispiel einem Notar oder einer Notarin zur konkreten Testamentsberatung vorgelegt werden.


Fragen Sie uns  –  wir beraten Sie gern:
rbm gemeinnützige GmbH
Rechte behinderter Menschen
Biegenstraße 22, 35037 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 9 48 44-90 oder -91
E-Mail: kontakt@rbm-rechtsberatung.de
Internet: www.rbm-rechtsberatung.de

Medien:

Bücher

Going Zero

Ein Buchtipp von Gabi Schulze, dzb lesen


Es ist ein ungewöhnliches Kräftemessen: Gegenüber stehen sich der amerikanische Tech-Milliardär Cy Baxter, der mit seinem Projekt Fusion die US-Geheimdienste von seiner Überwachungstechnik überzeugen möchte, und Kaitlyn, eine Bibliothekarin. Sie und neun weitere Personen sollen  –  jede auf ihre Weise  –  untertauchen und 30 Tage unentdeckt und anonym bleiben. Wem dies gelingt, der erhält ein Preisgeld von drei Millionen Dollar. Für Baxter steht ein milliardenschwerer Vertrag mit der US-amerikanischen Regierung und den Geheimdiensten auf dem Spiel, für Kaitlyn alles andere als das Preisgeld. Am Anfang noch unterschätzt, wird sie für Baxter zu einer harten Nuss. Es gelingt ihr, das Projekt Fusion immer wieder auszutricksen.

Ein Pageturner, der uns vor Augen führt, wie durchsichtig jeder Einzelne von uns in der digitalen Welt ist, und fragt, ob unser Bedürfnis nach Sicherheit diese Überwachung rechtfertigt. Ein Roman über die Legitimität von Überwachungstechniken und die Rolle der militärischen Geheimdienste. Hochaktuell, ungeheuer spannend und zugleich erschreckend!

Anthony McCarten: Going Zero
Kurzschrift/Vollschrift


Ausleihe und Verkauf
CD-DAISY (13:05 Stunden)
Tel.: 03 41 / 71 13  –  113 bzw.  –  119
E-Mail: bibliothek@dzblesen.de

Der Chor

Ein Buchtipp von Karin Schulenkorf, Westdeutsche Bibliothek der Hörmedien


Endlich wieder offline! Schon vor den Lockdowns war die Probe ihres Frauenchors für Alice, Marie und Lena der Höhepunkt der Woche. Nachdem sie viel zu lange nur hinter Masken oder gar nicht zusammen singen konnten, erkennen sie deutlich, was sie vermisst haben. Ihre Probleme miteinander haben die Pandemie überlebt.

Alice, der beruflich fast alles gelingt, leidet darunter, dass Marie nicht mehr mit ihr spricht. Lena, eine pensionierte Lektorin, gibt sich keinen Illusionen über das Altern hin  –  es macht ihr zu schaffen.

Einig sind sich die meisten Sängerinnen in ihrer Abneigung gegen Cora, die in prekären Verhältnissen lebt und den Chor zur Jobsuche nutzt. Als Sophie, eine vereinsamte Studentin, bei den Proben auftaucht, beginnt ein emotionaler Aufruhr. Besonders für Alice: Plötzlich entdeckt sie Gefühle, die sie selbst überraschen.

In einem kunstvoll verwobenen Erzählteppich schildert Anna Katharina Hahn einen Stuttgarter Chor als Spiegel einer Stadtgesellschaft. Ebenso einfühlsam wie unerbittlich porträtiert sie in ihrem neuen Roman Frauen aus drei Generationen  –  in ihren Stärken und Schwächen, ihren Gefühlen, ihrer Gnadenlosigkeit und ihrer Sensibilität. "Der Chor" ist alles andere als Frauenliteratur, es geht vielmehr um die Qualität von Beziehungen, darum, was sie tragfähig oder brüchig macht.

Anna Katharina Hahn: Der Chor
DAISY-Hörbuch (8:10 Stunden)
Sprecherin: Marion Bertling

Die Kinder von Schönbrunn

Ein Buchtipp von Karin Ondertoller, BIT-Zentrum


Nach "Die Frauen von Schönbrunn" handelt es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung der Schönbrunn-Saga: Der Krieg ist vorbei, der Kaiser hat abgedankt, in Wien bricht eine neue Zeit an. Greta fällt es immer noch schwer, den Verlust ihres geliebten Gustavs zu akzeptieren. Als sie in Schönbrunn auf eine junge Frau trifft, die eine Erzieherschule im Schloss besucht, entschließt sie sich ebenfalls zu der Ausbildung. Sie glaubt daran, etwas bewegen zu können.

Doch bald stößt sie auf erste Konflikte, denn nicht jeder ist von ihren liberalen Ideen begeistert. Greta zieht den Pädagogen Michael Brenner auf ihre Seite. Der Sozialdemokrat hat ein Auge auf sie geworfen, und auch Greta fühlt sich zu ihm hingezogen. Kann sie Gustav endlich gehen lassen, um ihr neues Glück zu finden? Ein mitreißender Roman über die Anfänge der Reformpädagogik von Bestsellerautorin Beate Maly.

Beate Maly: Die Kinder von Schönbrunn. Träume von einer besseren Welt
DAISY-Hörbuch (7:48 Stunden)
Sprecherin: Annaserena Bikafalvi Máthé Preis CD: 29 Euro


Zu bestellen beim
BIT-Zentrum
Tel.: 0 89 / 5 59 88  –  136 oder  –  144 (AB)
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org

Bannmeilen

Ein Buchtipp von Maren Gebhardt, Norddeutsche Hörbücherei


Wo die Stadt aufhört und die Vorstadt anfängt, ist in Paris klar markiert durch den Périphérique, eine große Ringstraße rund um Paris. Ihn zu überschreiten ist Anne Webers Erzählerin bisher kaum in den Sinn gekommen. Denn was gibt es dort, in den verruchten Banlieues (auf Deutsch: Bannmeilen), außer einem Geflecht aus Schienen, Schnellstraßen und Autobahnen, zwischen denen Lagerhallen, gewaltige Supermärkte, Baustellen und Millionen von Menschen eingeklemmt sind? Was gibt es dort außer Not, Gewalt und Armut?

Als ihr alter Freund Thierry der Erzählerin jedoch vorschlägt, ihn für einen Film durch die Vorstädte zu begleiten, die vor den Olympischen Spielen 2024 einem tiefgreifenden Wandel unterzogen werden, muss sie sich eingestehen, dass sie jahrzehntelang übersehen hat, was in ihrer Nähe war. Da ist zum Beispiel der von Schrotthalden umgebene muslimische Friedhof von Bobigny, auf dem ein algerischer Olympiasieger der 1920er-Jahre begraben liegt. Zwei kreisrunde Sozialwohnungsbauten in Noisy-le-Grand stehen einander gegenüber wie gigantische Camemberts. Viele weitere Orte erzählen von Kolonialismus und Leid, von Hoffnung und Fortschritt.

Indem Anne Weber die Wirklichkeit fiktionalisiert, wird sie erkennbar. Wieweit hinter Thierry der Fotograf Bruno Boudjelal steht, wieweit Anne Weber selbst all die kleinen Dinge aufgeklaubt und gesammelt hat, wird dabei unwichtig. Es geht darum, eine Welt zu entdecken, die alle schon zu kennen glauben.

Anne Weber: Bannmeilen. Ein Roman in Streifzügen
DAISY-Hörbuch (8:40 Stunden)
Sprecherin: Linda Kochbeck

Hörfilme

Walpurgisnacht

Das Dorf Schierke, ein Ortsteil von Wernigerode im Harz, 1988. Eine junge Touristin aus dem Westen stürzt von einem Felsen und stirbt. Polizist Karl Albers zweifelt an einem Unfall, kreuzt im Protokoll "ungeklärte Todesursache" an und sendet es in den Westen. So wird LKA-Ermittlerin Nadja Paulitz in den Osten geschickt, um mit ihm zu ermitteln.

Kreisleiter Egon Pölz versucht alles, um den ungeliebten Besuch aus dem Westen schnell wieder loszuwerden. Hat sein Sohn Ronny etwas mit dem Todesfall zu tun? Er selbst sogar?

Ein zweites Mädchen wird tot aufgefunden, und allmählich wird klar, dass der Täter psychopathische Züge haben muss. Der Verdacht fällt schnell auf einen jungen Mann, der kleine Hexenbesen schnitzt.

Doch je länger sie ermitteln, auf desto mehr mögliche Motive der Dorfbewohnerinnen und -bewohner stoßen die Ermittler.

Atmosphärisch sorgt die neblige, etwas düstere Landschaft sowie die ständige Bedrohung durch neue Morde für Spannung, erhöht durch die teils undurchsichtigen und durch verschiedene Probleme und Traumata belasteten Charaktere. Das Ende ist überraschend.

Mit Silke Bodenbender, Ronald Zehrfeld und Jörg Schüttauf ist das Ermittler-Team prominent und sehr gut besetzt.

Walpurgisnacht  –  Die Mädchen und der Tod
Thriller in zwei Teilen, Deutschland 2024
Drehbuch: Christoph Silber, Thorsten Wettcke
Regie: Hans Steinbichler
Mit Silke Bodenbender, Ronald Zehrfeld, Jörg Schüttauf


In der ZDF-Mediathek verfügbar bis 4. Oktober 2025

Anzeigen:

Hinweis

Manche Hilfsmittel, die von einer Krankenkasse finanziert wurden, bleiben in deren Eigentum und dürfen vom Versicherten nicht verkauft werden. Bitte achten Sie deshalb darauf, in privaten Kleinanzeigen ausschließlich Hilfsmittel aus Privateigentum anzubieten.

Private Kleinanzeigen

Zu verkaufen

Sach- und Kochbücher in Punktschrift und auf CD zu verkaufen.

Tel.: 0 52 41 / 34 04 97 (mit Anrufbeantworter)


Hilfsmittel zu verkaufen:

  • Hims Polaris 32 Notizgerät mit Braille-Eingabe
  • BrailleSense U2 QWERTZ Notizgerät
  • Woodscan Produkterkennung
  • Fame, Farberkennung für Milestone

Tel.: 0 51 38 / 5 42 30 00


Elektronische Handlupe Humanware Explore 12 mit Klappständer, neuwertig, Garantie bis 10/2025. Neupreis: 2490 Euro, Verkaufspreis: 1400 Euro VB

Bei Interesse bitte melden unter
Tel.: 0 56 83 / 16 12


Verkaufe Tandem Two Moon von Pedalpower. Gefederter Aluminiumrahmen, Marzocchi Federgabel, 26 Zoll, hydraulische Scheibenbremsen, 14 Gang Rohloff. Generalüberholt. NP 6500 Euro für 2000 Euro!

Tel.: 0 51 38 / 5 42 30 00

Ferienwohnung

Neu renovierte Ferienwohnung im Hunsrück mit Garten zu vermieten.

www.haus-hainbuche.de
www.jagdspaniels-v-winzberg.de

Anfragen an: jagdfee@web.de

Gewerbliche Anzeigen

ABTIM

Briefe, Kontoauszüge, Displays und Rechnungen lesen ohne Brailleschrift. Direkte Umwandlung von Schriftzeichen/Grafik auf eine fühlbare Anzeige: VideoTIM5 (ähnlich OPTACON). Einfach erlernbar.

Infos: www.abtim.com

Kontakt: gunnarmat@abtim.de

AASB Maria Seidling

Ihr zertifizierter Partner seit über 38 Jahren

Dragon NaturallySpeaking mit Spezialanpassungen für Sehbehinderte und Blinde, jetzt mit KI

JAWS, Braillezeilen, Lesesysteme und Hilfsmittel

Tel.: 0 91 22 / 8 24 04
E-Mail: aasb@aasb-seidling.de

Feelware

Wussten Sie, dass man viele Haushaltsgeräte nachträglich mit einer Sprachausgabe ausrüsten kann? Feelware bringt Ihren Elektroherd und Ihre Waschmaschine zum Sprechen. Die Kostenübernahme durch Ihre Krankenkassen ist möglich.

Jetzt kostenlose Beratung erhalten unter:
02 41 / 98 09 67 40
www.feelware.eu

Marschall Versand  –  Hilfsmittel für Blinde

Wir führen eine große Auswahl an Produkten mit Sprachfunktion.

Digitale und analoge Tisch- und Armbanduhren, klassisch, funkgesteuert oder SENSO Uhren, die durch das Berühren des Uhrglases sprechen. Küchen- und Personenwaagen, Fieber- und Raumthermometer, Blutdruckmessgeräte, Pulsoximeter und vieles mehr.

Informationen zu Neuheiten und dem gesamten Sortiment finden Sie auf unserer Internetseite www.marschall-versand.de

Make-up Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen

Lerne, Make-up selbstbewusst und eigenständig aufzutragen. In einer Videokonferenz erhältst du einfühlsame Anleitungen und spezielle Techniken, um deine natürliche Schönheit zu betonen  –  fühlbar, individuell und mit passenden Make-up-Produkten.

www.just-style.me/gluecksmoment oder
Tel.: 02 11 / 93 65 22 29

BeTa  –  Hilfen

Neu: Online-Seminare zur iPhone- und PC-Nutzung

In unseren neuen Online-Seminaren bieten wir kompaktes Wissen für sehbehinderte und blinde Smartphone- und PC-Nutzer. In kleinen Gruppen machen wir Sie fit für den Einsatz von VoiceOver und JAWS mit speziell entwickelten Inhalten für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Ein Einblick in unser Kursangebot:

  • PC- und Windows11 Grundlagen mit JAWS
  • Spezialkurs Outlook mit JAWS
  • Spezialkurs Internet mit JAWS
  • Spezialkurs Word mit JAWS
  • Spezialkurs Excel mit JAWS
  • iPhone und VoiceOver
  • u.v.m.

Alle Informationen zu unseren Online-Seminaren (Termine, Inhalte, Kosten, Ablauf) finden Sie unter www.beta-hilfen.de/onlineseminare oder rufen Sie uns an unter 03 61 / 43 06 83 10.

Aktuelle Seminartermine finden Sie unter www.beta-hilfen.de/aktuelles/seminartermine.


PS: Am 1.10.2025 feiern wir 30 Jahre BeTa  –  Hilfen für Sehgeschädigte GmbH.

Mehr dazu unter www.beta-hilfen.de/30-jahre-beta

Retinora

Mach mit und werde Retinora Testnutzer!

Hilf uns, die Retinora App noch besser zu machen  –  für dich und andere Menschen mit Makuladegeneration. Retinora unterstützt Betroffene im Alltag mit hilfreichen Tipps, personalisierten Informationen und praktischen Funktionen rund um die Erkrankung. Als Testnutzer bekommst du exklusive Einblicke in neue Funktionen und kannst direkt Feedback geben. Einfach, flexibel  –  und als kleines Dankeschön erhältst du einen Gutschein.

Jetzt mitmachen und Retinora aktiv mitgestalten!

Bei Interesse melde dich gerne per E-Mail an friends@retinora-app.de oder direkt online unter https://engage.temedica.com/retinora-nutzertest

Landeshilfsmittelzentrum Dresden

Einladungen

Am Freitag, dem 20., und Samstag, dem 21. Juni, heißt es wieder: Herzlich willkommen auf der Louis-Braille-Straße 6 in Dresden. Wir öffnen unsere Räumlichkeiten für Sie und lassen Sie einen Blick hinter die Kulissen werfen. Erwarten dürfen Sie Führungen durch unsere Bereiche: Blickpunkt Auge, Beratungsstelle Landeshilfsmittelzentrum, vergrößernde und elektronische Sehhilfen, EUTB und die Koordinierungsstelle unseres Verbandes. Auch bieten wir spannende Mitmachinseln, altes Bürstenmacherhandwerk und Zeit zum Austausch. Unser neuer barrierefreier grüner Beratungsbereich lädt zum Verweilen und Gesprächen unter schattigen Bäumen ein. Seien Sie gespannt  –  Wir freuen uns auf Sie.


Einladen möchten wir Sie auch zur SightCity 2025. Europas größte Messe für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung findet vom 21. bis 23. Mai 2025 im Kap Europa, Kongresshaus der Messe Frankfurt, Osloer Str.5, 60327 Frankfurt am Main statt. Das Landeshilfsmittelzentrum Dresden bietet wie gewohnt in der 4. Etage am Stand L4.03 die Möglichkeit eine Vielzahl an Alltagshilfsmitteln, Spielen, Verkehrsschutz und Technik taktil sowie visuell zu betrachten. Die Aura-Pension Villa Rochsburg und das Beratungsangebot Sehhilfen werden in diesem Jahr erstmalig mit einem eigenen Beratungsstand in der 1. Etage Stand L1.26L vertreten sein.

Dort erfahren Sie Wissenswertes über die Jugendstilvilla in Sichtweite der altehrwürdigen Rochsburg im malerischen Tal der Zwickauer Mulde, das schöne sächsische Burgenland sowie zu vergrößernden Sehhilfen und Kantenfilterbrillen.

An beiden Beratungsständen informieren wir zu Einrichtungen der Selbsthilfe, sozialen Diensten, Kostenträgern, Peer-Beratung, Antragstellungen sowie das blinden- und sehbehindertengerecht ausgestattete Seniorenheim Schlossblick in Rochsburg und Haus Abendsonne in Göhren.


Gerne senden wir Ihnen unseren Katalog in Schwarzschrift, in Punktschrift oder auf DAISY-CD. Besuchen Sie auch unseren Onlineshop unter www.lhz-dresden.de


Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.  –  Landeshilfsmittelzentrum
Louis-Braille-Str.6, 01099 Dresden
Tel.: 03 51 / 8 09 06 24
E-Mail: lhz@bsv-sachsen.de


Hilfsmittelberatung Telefonberatung:
Montag, Mittwoch und Donnerstag: 10-16 Uhr
Dienstag: 10-18 Uhr
Freitag: 10-13 Uhr

Hilfsmittelberatung vor Ort:
Montag: geschlossen
Dienstag: 10-18 Uhr
Mittwoch und Donnerstag: 10-16 Uhr
Freitag: 10-13 Uhr


Nach vorheriger Vereinbarung sind wir auch gerne außerhalb dieser Zeiten für Sie da  –  bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns!

Bestellungen im Internet: www.lhz-dresden.de

Marland

Tragbarer Zugang zu unendlichen Medien jederzeit und überall  –  Victor Reader Stream 3

Ein digitaler Mediaplayer in Taschenformat, der den drahtlosen Zugang zu Online-Inhalten ermöglicht. Der Victor Reader Stream 3 ist ein tragbarer digitaler Audioplayer mit einer vollständig taktilen Schnittstelle für die Wiedergabe von Medieninhalten. Mit diesem Gerät können Sie Bücher, Zeitungen, Webradio, Musik, Podcasts und vieles mehr überall hin mitnehmen und anhören. Der Stream-Hörbuchplayer ist für Blinde und Sehbehinderte einfach zu bedienen. Mit seinem schlanken, kompakten Design und den griffigen Kanten bietet der digitale Mediaplayer stundenlangen Hörgenuss.

Victor Reader Stream 3 und viele weitere Hilfsmittel sind erhältlich bei:

Marland GmbH  –  Spezialversand für blinde und sehbehinderte Menschen
Bestellhotline: 00800 63 63 63 63
www.marland.eu

SightCity

Die weltweit führende Fachmesse für blinde und sehbehinderte Menschen
21.-23. Mai 2025
Hybride Messe
Kap Europa Frankfurt & Online


  • Über 100 Aussteller: in Präsenz und online
  • Teilnahme vor Ort oder per Computer, Telefon oder Smartphone
  • Hybride Ausstellervorträge
  • Umstiegshilfe für sehgeschädigte Besucher ab dem Frankfurter HBF
  • persönliche Messeguides

Gaming-Lab: Inklusiver Gaming-Bereich
Workshopbühne: Arbeitswelt vs. Freizeitwelt


SightCity Forum: Hybride Fachvorträge von medizinischen Fachkräften und Betroffenen rund um das Thema Low Vision.

Eintritt:
5 Euro oder
kostenfrei bei vorab Registrierung unter:
www.sightcity.net/besucher/registrierung

Weitere Informationen unter: www.sightcity.net

Unter neuer Telefonnummer: 02304 205 901

Nikolauspflege

Finde deinen Weg.

Wie sieht dein Traumjob aus? Ob mit oder ohne Sehbeeinträchtigung  –  wir bilden dich in mehr als 20 Berufen aus:

  • Wirtschaft und Verwaltung
  • IT-Informationstechnik
  • Ernährung und Hauswirtschaft
  • Gesundheit und Pflege
  • Gartenbau

Mehr online oder unter
0711 6564-128
Berufsbildungswerk Stuttgart
bbw-stuttgart.de

Papenmeier Hotline Service

Unser wir für Ihren Hilfsmittel Notfall
kostenfreie Hotline: +49 2304 205 250


Kontakt:
F.H. Papenmeier GmbH & Co.KG
Talweg 2, 58239 Schwerte
Telefon: +49 2304 205 0
Fax: +49 2304 205 205

Internet:
info.reha@papenmeier.de
www.papenmeier-rehatechnik.de


Bildbeschreibung: Unser wir für Ihren Hilfsmittel-Notfall: Es ist eine Gruppe von drei RehaTechnik Mitarbeitern, zwei Männer und eine Frau, zu sehen, die freundlich in die Kamera schauen.

bbs nürnberg

Für einen klaren Durchblick
Nicht nur bei schulischer Bildung und Berufsbildung


bbs nürnberg  –  Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte
Träger: Blindenanstalt Nürnberg e.V.
Brieger Str.21, 90471 Nürnberg
Tel.: 0911 8967 0
www.bbs-nuernberg.de




Rückseite

Wir haben Recht für Sie!

Die Rechtsberatungsgesellschaft "Rechte behinderter Menschen" (rbm) ist an Ihrer Seite  –  von der Beantwortung rechtlicher Fragen über das Widerspruchsverfahren bis zur Klage.

Wir wissen, wovon Sie reden! Die Rechtsberatung und -vertretung wird in der Regel von Juristen durchgeführt, die selbst behindert sind.


Geschäftsstelle Marburg
    Tel.: 0 64 21 / 9 48 44 90
Niederlassung Berlin
    Tel.: 0 30 / 91 20 30 91
E-Mail: kontakt@rbm-rechtsberatung.de
www.rbm-rechtsberatung.de