Sichtweisen Ausgabe 1/2025 Januar

"Sichtweisen" – Heft 01/2025

Inhalt

Impressum

Editorial

Werbeanzeigen:

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

Einfach SynPhon!

DHV-Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH

RTB

Im Gespräch:

Auf dem Weg zur Inklusion

DBSV-Nachrichten:

Alarmierende Zeichen

Meldungen

Bundestagswahl 2025: Barrierefrei wählen

Ist die elektronische Patientenakte barrierefrei?

DBSV startet drei neue Social-Media-Kanäle

Social-Media-Tipps: Barrierefrei posten

Umfrage zu kollaborativen Tools

Personelle Veränderungen in den Landesvereinen

Deutscher Mobilitätspreis: KI-Projekt ausgezeichnet

Internationaler Song Contest: Bewerbungen jetzt möglich

Fast 600 Menschen haben das Herbstglück gefunden

Mix-Max-Fühlbuch neu aufgelegt

Sichtweisen in Braille in neuem Format

DBSV-Karte: Mehr als ein Mitgliedsausweis

Dank an Unterstützer des DBSV

Thema: EUTB

Beratung auf Augenhöhe

Kurzinfo: Wörterbuch der selbstbestimmten Teilhabe

"Da sitzt jemand, der mich versteht"

Zahlen und Fakten

"Ich kann alles, wenn auch anders"

Termine & Tipps:

Termine

Biathlon-Weltcup 2025 mit Audiodeskription

Führungen auf der Grünen Woche

Erste-Hilfe-Kurs "Erstversorgung bei Kindern"

Schwimmen, Yoga und Entspannung

Musiktheater mit Audiodeskription

Kochen  –  einfach, gut erklärt und lecker

Tanzkurs für Einsteiger

Braille für Fortgeschrittene

Tipps

Barrierefreie Online-Musikkurse

Orientierungstage am bbs nürnberg

Forum:

Lernen und lehren mit Humor

Herzen und Punkte für Fleißige

Wie sich fehlende Teilhabe auswirkt

Leserbriefe

Protestieren, aber mit Niveau

Rätsel

Lösung des November-Rätsels

Kurzinfo: Forum  –  im direkten Austausch

Panorama:

Forschung

Augengesundheit von Frauen und Männern

Gesellschaft

Aktion Mensch feierte 60-jähriges Bestehen

DVfR wählt neue Vorstände

Teilhabe

"Leipziger Erklärung" und Beschluss zur Inklusion

"Bremer Appell": Forderungen zur Inklusion

Gesundheit

Projekt für bessere medizinische Versorgung

Auszeichnungen

Der DBSV hat und erhält ein "Herz für Taubblinde"

DVfR zeichnet Forschungsinstitut aus

Sport

Schießsport-Cup: Nicht nur für Fortgeschrittene

Aus den Ländern

Blindheit in Büchern und Filmen: Neue Website

Aura-Hotels: Entspannter Urlaub ohne Barrieren

Service:

Ziele erreichen auf smarte Art

Kurzinfo: Erbrechtliche Beratung  –  ein Service der rbm

Medien:

Bücher

Zwei Leben  –  Die Strafsache Wilhelm Schweiger

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Der Name meines Vaters

Unsere 100 besten antientzündlichen Rezepte

Kurzinfo: Medibus-Katalog

Hörfilme

Die Notlüge

Wer ohne Schuld ist

Anzeigen:

Private Kleinanzeigen

Partnersuche

Gewerbliche Anzeigen

Englischkurse für alle!

Com-M

AASB Maria Seidling

Landeshilfsmittelzentrum Dresden

Marland  –  Qualitätsprodukte für blinde und sehbehinderte Menschen

Papenmeier Hotline Service

DBSV: Augenblicke feiern


Titelbild:
Das Titelbild ist dunkelrot. Darauf prangt, über drei Zeilen verteilt, in großer weißer Schrift der Titel "Sichtweisen"  –  die Buchstaben sind fragmentiert dargestellt. In einem honiggelben Kasten auf halber Höhe wird der Name des Magazins gut lesbar wiederholt. Auf einem Foto unten links erklärt eine Frau mit langen Haaren einer älteren mit Brille etwas. Schwerpunktthema ist die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung.



Impressum


"Sichtweisen" – Das Magazin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV)
79. Jahrgang
ISSN: 2511-7017


Herausgeber:
DBSV e. V.
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: 030 / 28 53 87-0


Redaktion:
Ute Stephanie Mansion, Anna Hinc, Leonie Koll, Lisa Mümmler, Andreas Bethke (V.i.S.d.P.)
E-Mail: sichtweisen@dbsv.org


Die "Sichtweisen" erscheinen sechsmal im Jahr (Nr.1 Januar, Nr.2 März, Nr.3 Mai, Nr.4 Juli, Nr.5 September, Nr.6 November) in Print und Braille sowie als Bestandteil der zehnmal im Jahr erscheinenden DAISY-CD DBSV-Inform (kostenfreies Abo für Mitglieder aller DBSV-Landesvereine).


Jahresbezugspreis für Print und Braille:
24 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 27 Euro,
halber Preis für Abonnenten unter 21 Jahren.


DBSV-Zeitschriftenverlag:
Petra Wolff
Tel.: 030 / 28 53 87-220
E-Mail: p.wolff@dbsv.org


Kündigung des Abonnements bis Ende September für das Folgejahr.


Anzeigenverwaltung:
Tel.: 030 / 28 53 87-293
E-Mail: anzeigen@dbsv.org


Private Kleinanzeigen bis 200 Zeichen: 10 Euro, je weitere 50 Zeichen: 5 Euro.
Mediadaten für gewerbliche Anzeigenkunden auf Anfrage.


Produktion:
Print: DCM Druck Center Meckenheim GmbH, mit freundlicher Unterstützung
Braille: Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)
DAISY: dzb lesen und optimal media GmbH


Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechteridentitäten (siehe auch www.dbsv.org/gendern.html).




Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das war ein Paukenschlag, als im November an einem Tag berichtet wurde, dass Donald Trump erneut Präsident der USA wird und die Koalition in Deutschland zerbricht. Menschen mit Behinderungen haben mehrere Jahre vergeblich auf die Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Reformen des Behindertengleichstellungsgesetzes und anderer Gesetze gewartet. Dass die nächste Regierung, wie immer sie aussieht, diese Reformen wieder in den Blick nimmt, können wir nur hoffen und für unsere Forderungen einstehen. Wie Sie barrierefrei wählen können, erfahren Sie in der Rubrik "DBSV-Nachrichten".

Im Schwerpunkt geht es diesmal um die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB): Das Angebot dient Menschen mit Behinderungen als Lotse im Dschungel der Teilhabeleistungen, auf die sie ein Recht haben oder haben könnten. Alisia Neukamm, Beraterin in einer EUTB-Stelle in Mannheim, erzählt, wer warum in die Beratung kommt. Einer, der dort Rat gesucht hat, ist Oliver Upmann. Er berichtet, wie er die Beratung erlebt hat.

Am 4. Januar jährt sich der Geburtstag des Franzosen Louis Braille. Er hat die Brailleschrift im Jahr 1825 als 16-jähriger Schüler fertigentwickelt  –  eine Meisterleistung, die heute noch vielen blinden Menschen die alltägliche Welt und die der Bildung öffnet. 200 Jahre Brailleschrift: Das wird 2025 mit Aktionen, Lesungen und Berichten gefeiert. In den "Sichtweisen" starten wir in diesem Monat die Reihe "Meine Arbeit mit Braille", in der Menschen erzählen, wie sie beruflich oder ehrenamtlich mit Braille arbeiten. Den Anfang macht DBSV-Mitarbeiterin Sonja Schmidt, die das Projekt "Punktum" koordiniert.

Falls Sie sich, möglicherweise nicht zum ersten Mal, etwas vorgenommen haben für das neue Jahr, könnte die Rubrik "Service" Sie interessieren: Wir stellen eine Methode vor, mit der Sie vielleicht das eine oder andere Ziel erreichen. Etwas Disziplin wird  –  wie bei allen Methoden  –  vorausgesetzt.

Ihr nächstes Ziel sollte nun erst einmal die Lektüre der Sichtweisen sein  –  informative und unterhaltsame Stunden mit der Januar-Ausgabe wünscht Ihnen

Ute Stephanie Mansion
Redaktion Sichtweisen  

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Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

Entdecken Sie vielfältige Audioanleitungen zu iPhone, Internet u.v.m. in unserem barrierefreien Online-Shop!

Unsere günstigen Onlineschulungen für Screenreader und Officeprogramme sind unschlagbar.

Nutzen Sie auch unsere Expertise in der Fernwartung von Blindentechnik.

Hören Sie unseren Podcast Smütech  –  überall, wo es Podcasts gibt!

Telefon & WhatsApp: 0 82 32 / 5 03 13 03
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Einfach SynPhon!

Elektronische Hilfsmittel, die das Leben erleichtern, sind unser Markenzeichen. Der bewährte EinkaufsFuchs Produktkenner sagt mit einem Piep, was die Sache ist. Die Fledermaus-Orientierungshilfe erkundet Sicherheitsabstände automatisch und zeigt, wo es langgeht. Es ist zudem denkbar einfach, unsere Hilfsmittel kennenzulernen. Ein Anruf genügt und EinkaufsFuchs oder Fledermaus kommen vollkommen unverbindlich mit der Post zu Ihnen nach Hause. Alles Weitere erfahren Sie sehr gerne am Telefon  –  so einfach ist das!

Tel.: 0 72 50 / 92 95 55

SynPhon GmbH
Im Steinig 6, 76703 Kraichtal
E-Mail: synphon@t-online.de
www.synphon.de

DHV-Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH

Neu  –  BlindShell Classic 3

Smartphone mit physischer Tastatur und Berührungsbildschirm für blinde und sehbehinderte Anwender.

Das Classic 3 ist die konsequente Weiterentwicklung des äußerst erfolgreichen Classic 2 der Marke BlindShell. Es handelt sich um ein einfach zu bedienendes Mobiltelefon mit klassischer Tastenbedienung und permanenter Sprachausgabe, welches eine vollkommene Barrierefreiheit gewährleistet. Diese wird durch die umfassende sprachliche Rückmeldung aller Funktionen, Menüs und Bedienstrukturen sowie über den personalisierbaren Bildschirm erreicht. Durch die mit dem Classic 3 neu realisierten Funktionen, wie beispielsweise dem Luna Sprachassistenten oder dem Zugriff auf den Google Playstore, kann nun von einem vollwertigen Smartphone gesprochen werden.

Der bekannte BlindShell App-Katalog mit seinen speziell auf die BlindShell Classic-Geräte programmierten Apps ist zusätzlich erreichbar.

Die bewährte Hardware des Classic 2 ist bei dem neuen Modell praktisch unverändert übernommen worden.

Technisch erfuhr das Classic 3 jedoch einige Anpassungen. So gibt es zur Unterstützung der Apps aus dem Playstore nun zusätzlich einen Berührungsbildschirm. Arbeits- und Gerätespeicher sind erweitert und ein neuer Farbscanner wurde verbaut.

Die Bedienung ist gegenüber dem Vorgänger komplett gleichgeblieben, sodass Nutzer des Classic 2 problemlos mit dem Classic 3 starten können. Auch Abmessungen und Gewicht sind gleichgeblieben.

Grundsätzlich hat das Classic 3 alle Funktionen, die auch schon vom Classic 2 bekannt und bewährt sind.

Eine besondere neue und sehr innovative Funktion ist die Tandem-App. Sie bietet dem Anwender sowie unterstützenden Personen eine große Hilfe. Sie ist zum einen die erste BlindShell-eigene Nachrichtenplattform mit Textnachrichten, Sprachnachrichten, Internettelefonie und Videotelefonie. Zum anderen kann eine vertraute Person per Fernzugriff das Telefon erreichen, um beispielsweise Funktionen anzupassen, Kontakte anzulegen oder im Falle eines Notfalls einen Videoanruf zu starten. Die Tandem-App wird es auch für den Apple App-Store und den Google Playstore geben, was auch Anwendern von klassischen Smartphones einen direkten Kanal zu dem Classic 3 ermöglicht.

Der neue Luna Sprachassistent arbeitet jetzt mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) und gleicht den Assistenten von Apple- oder Android-Geräten.

Ein neuer Berührungsbildschirm ist für die Bedienung des Classic 3 nicht zwingend nötig, kann aber bei Drittanbieter-Apps aus dem Playstore nützlich sein.

Die Handhabung folgt der Talk-Back-Steuerung von klassischen Android-Handys.

Das BlindShell Classic 3 erfüllt nun alle Erwartungen, die beim Classic 2 noch unerfüllt geblieben waren. Nach wie vor kann das Classic 3 einfach mit einer SIM-Karte gestartet werden, ohne dass eine besondere Anmeldung, wie eine persönliche ID benötigt wird. Das Classic 3 ist wieder in zwei modischen Farben erhältlich und wird mit umfangreichem Zubehör ausgeliefert.

Lieferumfang: BlindShell Classic 3, Akku, Ladeschale, Netzteil, USB-C-Lade-/Datenkabel, Headset, Halsband, Audioanleitung auf CD, Textanleitung auf Audio-CD oder als E-Mail

Farbe Mitternachtsblau, Best.-Nr.: 2020710

Farbe Sand/Gold, Best.-Nr.: 2020711

Preis je Gerät: 649,00 Euro
(Alle Preise verstehen sich inkl. 7 % MwSt.)


Deutscher Hilfsmittelvertrieb gem. GmbH
Verkauf Hannover: Tel.: 05 11 / 95 46 50

Bestellservice: 0 18 02 / 25 83 12 (0,14 Euro/Anruf)

E-Mail: info@deutscherhilfsmittelvertrieb.de
www.deutscherhilfsmittelvertrieb.de

RTB

LOC.id am Marktplatz in Halle (Saale)

Erneut ist die Stadt Halle an der Saale Vorreiter bei der Verbesserung der Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Denn dort sind nicht nur der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und Lichtzeichenanlagen mit der LOC.id-Technologie ausgestattet, sondern jetzt auch der Marktplatz im Zentrum der Stadt.

Gerade große öffentliche Plätze stellen für Menschen mit visuellen Einschränkungen ein Problem dar. Viele Menschen, viel Verkehr und unterschiedliche Geräusche machen die Orientierung schwierig. Um diese Situation zu verbessern, wurde in Halle jetzt auf das LOC.id-System gesetzt. An 15 Punkten können sich Nutzerinnen und Nutzer der LOC.id App oder des Transponders ansagen lassen, wo genau sie sich befinden und erhalten Hinweise zur näheren Umgebung beziehungsweise zu den Gebäuden. Dort, wo baulich bedingt die Installation von sogenannten Auffindepunkten, LOC.id POI, nicht möglich war, wurden die "sprechenden Steine", LOC.id ROCK, verbaut. So können auch Hinweise auf beispielsweise denkmalgeschützte Gebäude direkt vor Ort gegeben werden. Die positive Resonanz aus Halle (Saale) ist groß, und wir danken allen Beteiligten, die sich für die Teilhabe beeinträchtigter Menschen einsetzen und hoffen, dass viele weitere Städte und Kommunen diesem positiven Beispiel an Engagement folgen werden.

Einen weiteren Erfolg für verbesserte Barrierefreiheit erzielten Trapeze und der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband mit dem Großauftrag der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für das Mobilitätsassistenzsystem INTROS.

Nähere Infos dazu unter www.stockstuebchen.de

Kontakt:
T.: +49 5252 9154730 info@sms-start.de
www.sms-start.de


Übrigens: Mehr zum Thema Barrierefreiheit finden Sie im Internet unter www.stockstuebchen.de


Das Netzwerk:

Urich Mobility, Sila Signalbau, Berghaus, YUNEX Traffic, AVS, Bolt, SWH.HAVAG, horizont, Trapeze, FABEMA, Schake, SCHAEFER, nissen, visorApps, swarco, init, rehalehrer.de, DBSV, RTB, MindTags Group GmbH, Stührenberg, AVT STOYE

SMS Smart Mobility Services
RTB  

Im Gespräch:

Auf dem Weg zur Inklusion

Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, spricht im Interview über die Herausforderungen in der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Er erläutert die Fortschritte und politischen Hürden bei der Umsetzung aktueller Gesetzesvorhaben und blickt auf die notwendigen Schritte für eine barrierefreie Zukunft.

Interview: Anna Hinc und Leonie Koll  


Herr Dr. Schmachtenberg, im Oktober waren Sie wieder zu Gast bei der Verbandsratssitzung des DBSV und haben sich mit uns über die aktuellen behindertenpolitischen Vorhaben der Bundesregierung ausgetauscht. Welche Bedeutung hat der DBSV für Sie?

Eine große. Es ist ein starker Verband, gerade mit seinen Landesverbänden und weiteren Mitgliedsorganisationen. Damit deckt er ein breites Spektrum ab. Der Verband ist aus meiner Sicht besonders gut aufgestellt, auch wenn es darum geht, klare Meinungen zu bilden und in den politischen Prozess einzubringen. Darum komme ich gerne dorthin und nehme immer etwas mit. Dieses Mal war zum Beispiel der Hinweis für mich wichtig, dass die Reform der Kinder- und Jugendhilfe auch für den DBSV eine große Rolle spielt. Dass dieses Thema so im Zentrum der Überlegungen beim DBSV steht, war mir vorher nicht klar.


Im vergangenen November wurde Artikel 3 Absatz 2 unseres Grundgesetzes 30 Jahre alt: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Die UN Behindertenrechtskonvention gilt in Deutschland seit 15 Jahren. Wo stehen wir bei der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen?

Irgendwo mittendrin  –  so wie es ja zur Inklusion passt, wenn man Inklusion ein bisschen umgangssprachlich übersetzt mit "mittendrin im Leben". Das Grundgesetz und die UN Behindertenrechtskonvention waren große Fortschritte, die wir über viele Jahre errungen haben. Natürlich ist einiges passiert: Das Behindertengleichstellungsgesetz wurde eingeführt und weiterentwickelt, ebenso das SGB IX. Und mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz wollen wir auch stärker die Barrierefreiheit im privaten Bereich angehen. Es ist einiges zu tun, dafür sprach ja auch die Agenda dieser Legislaturperiode. Wir würden gerne weiter vorankommen mit der Barrierefreiheit im privaten Bereich. Da ist noch deutlich Luft nach oben.


Das Motto des Bundesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, lautet: "Demokratie braucht Inklusion." Auf beides, die Demokratie und die Inklusion, erleben wir aktuell erschreckende Angriffe. Welchen Handlungsauftrag leiten Sie aus dem Auftrag "Demokratie braucht Inklusion" ab?

Ich finde diesen Slogan wirklich gut, er ist auch in die andere Richtung  –  Inklusion braucht Demokratie  –  wahr und zutreffend. Eine Demokratie kann man immer daran messen, ob sie ihre Minderheiten schützt. Eine lebendige, beteiligungsbreite Demokratie ist der beste Weg gegen Diskriminierung. Eine Gesellschaft, die Inklusion inhaliert hat, lebt einen guten, wertschätzenden und unterstützenden Umgang mit allen Formen von Minderheiten. Es ist wichtig, die Inklusion voranzubringen, weil man damit auch eine Demokratie voranbringt, die in der Lage ist, auf die Minderheiten zu achten.


In der Behindertenpolitik hatten wir zuletzt den fortschrittlichsten Koalitionsvertrag. Versprochen wurde deutlich mehr Barrierefreiheit und Nicht-Diskriminierung im Alltag. Dazu sollten insbesondere das Behindertengleichstellungsgesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz weiterentwickelt werden. Passiert ist nichts von alldem. Warum war es denn so schwierig, die inklusionspolitischen Vorhaben umzusetzen?

Diese Koalition ist mit viel Ehrgeiz angetreten. Es ist eine Koalition aus sehr unterschiedlichen Parteien, die dachten, einen gemeinsamen Kern gefunden zu haben, gerade bei Themen wie Inklusion oder dem Umgang mit Minderheiten. Der Koalitionsvertrag drückte große Ambitionen und Enthusiasmus aus. Im ersten Jahr sind wir noch relativ gut vorangekommen. Aber spätestens im zweiten Jahr setzten reibungsvolle Prozesse ein, die, das muss ich zugestehen, auf gesetzgeberischer Ebene nicht mehr abgeschlossen werden. Auf der untergesetzlichen Ebene haben wir jedoch einiges vorangebracht, insbesondere die Bundesinitiative für Barrierefreiheit. Auch der Entwurf zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes mit der Erweiterung der angemessenen Vorkehrungen auf den privaten Bereich, also den gesamten Handel, Geschäfte, Handwerk, Dienstleistungen, ist ein großes Werk. Es wurde komplett ausgearbeitet.

Außerdem hatten wir einen intensiven Diskurs mit den Werkstätten und deren Beschäftigten über ihre Weiterentwicklung. Es ist ein Spannungsfeld: Werkstätten sind eigentlich exkludierend, aber andererseits verteidigen viele Menschen, die in den Werkstätten arbeiten, diese Orte. Sie sind sehr erschrocken, wenn der Gedanke geäußert wird, man könnte die Werkstätten auflösen. Ich glaube, wir haben jetzt gute Kompromisse für eine Weiterentwicklung hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt gefunden.

Ein Beispiel ist der Vorschlag für eine Regelung, dass man die Nachteilsausgleiche bei der Rente künftig mitnehmen könnte wie im Rucksack. Wir haben gleichzeitig einen ganz guten Ansatz gefunden, wie wir die Einkommenssituation verbessern können ohne zu Fehlanreizen im Verhältnis zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu kommen.

Das ist alles erarbeitet. Ich kann jetzt nur hoffen, dass die nächste Koalition diese Arbeiten aufgreift und zügig auf den Weg bringt. Wenn wir eine Regierung haben werden, die inklusionspolitisch offen ist, wird sie es gut finden, dass es diese Vorarbeiten gibt. Sie wird sie nochmal durchschauen und könnte es dann auf den Weg bringen.


In der jetzigen Legislaturperiode wurde die Bundesinitiative Barrierefreiheit gestartet. Können sie kurz erläutern, was das ist? Gibt es erste Ergebnisse, und wie könnte es damit weitergehen?

Wir haben einen Prozess aufgesetzt, der eine ganz neue Qualität hat, weil wir sehr systematisch arbeiten. Innerhalb der Bundesregierung haben wir ein Wechselspiel zwischen Fachebene und Staatssekretärsebene, und dazwischen gibt es die Beteiligung über den Beirat. Wir haben eine breite Beteiligung der Betroffenenverbände, der Länder, der Dienstleister und von Fachleuten. Es geht um die Felder Mobilität, Gesundheit, Wohnen und Digitales. Gerade das Digitale ist herauszuheben: Es kann Barrieren beseitigen. Doch manchmal schafft es sie auch. Ich glaube, gerade für Menschen mit Sehbehinderung gibt es in diesem Bereich positive und negative Erfahrungen. Die nächste Software erscheint, und wieder ist alles voller Barrieren. Hinzu kommen finanzielle und andere Zugangsbarrieren, die Menschen ausschließen. So entsteht eine digitale Teilgesellschaft getrennt von denen, die nicht dabei sind.

Wir haben mit der Bundesinitiative ein gutes Format aufgesetzt, um diese Fragen sehr systematisch zu behandeln. Wir werden einen Zwischenbericht vorlegen, um auf dieser Basis weitere Schwerpunkte zu setzen. Im Bereich barrierefreier Tourismus sind wir schon gut vorangekommen. Auch mit dem Diskurs beim barrierefreien Wohnen werden wir gut vorankommen. Wenn ich an die Bahn denke  –  da sind noch dicke Bretter zu bohren, aber wir haben jetzt ein System geschaffen, mit dem man langfristig planen und arbeiten kann.


Vor acht Jahren wurde das Bundesteilhabegesetz verabschiedet. An seiner Entstehung waren Sie maßgeblich beteiligt. Wie blicken Sie auf die Umsetzung?

Es ist wie immer ein gemischtes Bild. Das Bundesteilhabegesetz ist in mehreren Stufen umgesetzt worden. Im Kern ging es darum, die Eingliederungshilfe aus dem Buch der Sozialhilfe heraus in das Buch der Teilhabe einzugliedern. Eng damit verbunden ist das Verständnis, dass es um Nachteilsausgleiche geht. Dementsprechend gibt es eine weitgehende Befreiung von Regelungen der Einkommens- und Vermögensanrechnung. Besonders herauszuheben ist, dass es keine Anrechnungen des Partnereinkommens mehr gibt. Das heißt, die allermeisten in Deutschland bekommen die Nachteilsausgleiche der Eingliederungshilfe nun ohne diese Anrechnungen.

Daneben haben wir die Stärkung von Mitbestimmung durch Frauenräte und Werkstatträte. Es gibt eine Verbesserung beim Arbeitsfördergeld. Wir haben das gesamte Teilhaberecht, besonders die Koordination, neu aufgestellt. Hier ist besonders die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung hervorzuheben. Es gibt etwa 500 Beratungsstellen mit rund 1800 Menschen, die dort arbeiten, überwiegend Peers. Wir haben damit Neuland betreten und es jetzt sehr gut etabliert.

Die personenzentrierte Förderung muss noch weiter vorangetrieben werden. Beim Bundesteilhabegesetz müssen wir beobachten, was die Verwaltung nun damit macht. Wir haben deswegen intensive Begleitprozesse mit den Ländern aufgesetzt.


Wie sieht Ihre mittel- und langfristige Vision für eine barrierefreie, inklusive Gesellschaft in Deutschland aus?

Meine Vision ist, dass jeder Mensch in Deutschland selbstbestimmt leben kann. Wenn ihm Barrieren begegnen, soll er dabei unterstützt werden, diese zu überwinden. Das beginnt bei einer guten Hilfsmittelversorgung, geht über barrierefreie Wohnungen, Zugänge zur Ausbildung und Arbeit. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, glaube ich, sind die Chancen dafür aber gar nicht so schlecht. Unsere Gesellschaft wird sich noch mehr anstrengen und mehr Zugangsmöglichkeiten für alle schaffen.


Das komplette Interview hören Sie auf www.sichtweisen-online.de und im Sichtweisen-Podcast.


Dazu ein Bild: Rolf Schmachtenberg blickt lächelnd in die Kamera. Er hat kurzes dichtes graues Haar. Er trägt einen dunklen Anzug, dazu ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte.

DBSV-Nachrichten:

Alarmierende Zeichen

Der Verbandsrat des DBSV traf sich im Oktober in Berlin zu seiner Herbsttagung. Bewegt diskutiert wurde die Schließung eines der beiden Häuser des Aura-Hotels in Boltenhagen. Darüber und über weitere Themen, die erörtert wurden, sprach Leonie Koll mit dem Vizepräsidenten des DBSV, Dr. Thomas Krämer. Er erklärt, warum die begonnene Legislatur des europäischen Parlaments ihm Sorgen bereitet.

Interview: Leonie Koll  


Herr Dr. Krämer, der Verkauf des Aura-Hotels in Boltenhagen hat bei der Verbandsratssitzung viele Menschen emotional bewegt. Wie kann und konnte der DBSV den Landesverein Mecklenburg-Vorpommern und das Aura-Hotel unterstützen?

Es bewegt die Menschen, dass das Aura-Hotel in der Form, wie sie es seit vielen Jahren kennen, nicht mehr weiterbetrieben wird. Der Verkauf eines Hauses ist letztlich der finale Schritt einer langen Reihe von Ereignissen. Als uns diese Nachricht erreicht hat, habe ich mich entschieden, direkt für zwei Tage nach Rostock zu fahren und mich detailliert zu informieren. Wir wollten fundiert mitsprechen und überlegen, wie wir vorgehen.

In den Gesprächen wurde schnell eine einheitliche Sichtweise herausgearbeitet: Der Weiterbetrieb des Hotels in Boltenhagen würde den Blinden- und Sehbehinderten-Verein Mecklenburg-Vorpommern in die Insolvenz treiben. Ich habe tiefe Einblicke in die prekäre finanzielle Situation bekommen. Wir haben auch über die Probleme der baulichen Substanz, besonders am Gebäude "Seeschlösschen", gesprochen. Das geht los mit einem Baum, der in einem Zimmer immer wieder durch den Fußboden wächst, es geht über die marode Wasser- und Elektroinstallation hin zu erforderlichen Maßnahmen beim Brandschutz. Das zweite Gebäude namens "Waldfrieden" muss auch renoviert werden, die Bausubstanz ist aber weniger problematisch. Dazu kommt, dass es im Grunde keine Rücklagen gibt.

Vor diesem Hintergrund mussten wir feststellen, dass die Kosten für den Landesverein Mecklenburg-Vorpommern allein nicht tragbar sind. Die anderen Landesvereine sind auch nicht bereit oder in der Lage, das Aura-Hotel in Boltenhagen finanziell zu unterstützen. Da hilft auch kein Kredit. Das Haus würde nicht erwirtschaften, was wir investieren müssten.

Immer wieder wurde die Frage an den DBSV herangetragen, ob er finanziell einspringen könnte. Wenn man allerdings Paragraph 2 der DBSV-Satzung, die Ziele und Aufgaben des Verbands, betrachtet, wird man feststellen, dass der DBSV auf die Interessenvertretung, auf das Zusammenführen von Landesverbänden und auf das Organisieren der blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland ausgerichtet ist. Der Betrieb eines Hotels gehört nicht dazu.

Schlussendlich erhofft man sich jetzt, vom Erlös aus dem Verkauf des großen Gebäudes "Seeschlösschen" das zweite Gebäude, den "Waldfrieden", erhalten zu können. Damit könnte das Urlaubsdomizil Boltenhagen für blinde und sehbehinderte Menschen zumindest in Teilen erhalten bleiben.


Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet von Juni 2025 an Hersteller von Produkten und Dienstleister dazu, ihre Angebote barrierefrei zur Verfügung zu stellen. Wie kann das Gesetz durchgesetzt werden?

Erst einmal ist es ein großer Erfolg, dass das BFSG so beschlossen wurde. Natürlich sehen wir immer Verbesserungsbedarf. Wir sind glücklich, dass es von den Ländern den Entwurf eines Staatsvertrags für eine zentrale Marktüberwachungsstelle gab. Der DBSV hat sich dafür schon immer ausgesprochen. Die Überwachungsstelle soll in Sachsen-Anhalt sitzen und 99 Mitarbeiter beschäftigen. Mit ihnen wird es möglich sein, diese Aufgaben annähernd stringent durchzuführen und nicht immer nur Stückwerk zu liefern. Jetzt sollten alle Landesvereine an dem dafür eingerichteten Beteiligungsverfahren der Länder teilnehmen. Dazu möchten wir sie motivieren.


Auf EU-Ebene wurde im vergangenen Jahr ein neues Parlament gewählt. Bei der Verbandsratssitzung wurde über die damit einhergehenden Veränderungen gesprochen. Worauf können wir uns einstellen?

Leider hat sich, wie das ja überall zu beobachten ist, eine Bewegung Richtung rechts auch auf europäischer Ebene manifestiert. Die Europäische Blindenunion, die EBU, ist nun dabei, die Sache neu zu strukturieren und die deutschen Abgeordneten dazu zu bewegen, wieder der Disability Intergroup im Europäischen Parlament beizutreten. Was uns allerdings alarmiert hat: In der jetzigen Legislatur wird es kein Kommissariat für Gleichstellung mehr geben. Das ist aus unserer Sicht ein Rückschritt, der auch die Arbeit der Europäischen Kommission untergräbt, die im Bereich Gleichstellung bisher gut vorangekommen ist. Viele Dinge, von denen wir heute profitieren, wurden über die europäische Ebene durchgesetzt.

Hinzu kommt, dass Fragen, die Menschen mit Behinderung betreffen, in der Liste der politischen Prioritäten der Europäischen Kommission für den Zeitraum von 2024 bis 2029 schlicht nicht mehr auftauchen. Das ist keine gute Situation. In der Vergangenheit ist es uns gelungen, mit der EBU staatenübergreifend Dinge zu erreichen. Es wäre schade, wenn das abreißen würde.


Der DBSV freut sich darauf, in diesem Jahr das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift zu feiern. Das Geburtsdatum von Louis Braille am 4. Januar setzt den Anfang für ein Jahr voller Aktionen mit Beteiligung der Landesvereine. Welche Bedeutung hat die Schrift für blinde und sehbehinderte Menschen und für Sie persönlich?

Die Brailleschrift hat die Blindenbildung überhaupt erst ermöglicht. Vorher hat man mit allerhand anderen Schriftformen experimentiert. Erst die Brailleschrift hat einen flüssigen Lesefluss und ein räumliches Textbild ermöglicht. Heutzutage fällt das Bearbeiten eines Textes mit Braille am Computer natürlich viel leichter. Ohne Braille wäre es beispielsweise schwierig bis unmöglich für mich, eine Präsentation vorzubereiten, wie es im beruflichen Umfeld mitunter erforderlich ist. Deswegen ist heute diese relativ alte Schrift noch absolut aktuell.

Auch wenn wir den Geburtstag von Louis Braille (Anm. d. Red.: 4. Januar 1809) genau benennen können, gibt es kein Erfindungsdatum der Brailleschrift. Darum heben wir kein einzelnes Datum für das Jubiläum hervor, sondern wollen das ganze Jahr über viele Menschen erreichen. Wir haben festgestellt, dass die Brailleschrift auch für diejenigen faszinierend ist, die sie eigentlich nicht brauchen. Man kommt über die Brailleschrift immer mit sehenden Menschen ins Gespräch. So können wir auch andere Anliegen auf den Tisch bringen.

Das Jubiläum möchten wir nutzen, um auf verschiedenen Ebenen zu sensibilisieren, sowohl unsere Mitmenschen als auch politische Akteure. Ich lade alle ein, bei den Veranstaltungen mitzumachen. Es ist für viele etwas dabei!


Dazu ein Bild: Thomas Krämer hat kurzes dichtes dunkleres Haar. Er trägt ein dunkles Sakko und ein weißes Hemd. Sein Blick ist freundlich lächelnd zur Kamera gerichtet.

Meldungen

Bundestagswahl 2025: Barrierefrei wählen

Nachdem die Regierungskoalition aus SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP zerbrochen ist, werden Neuwahlen zum 21. Deutschen Bundestag am 23. Februar vorbereitet.

Der DBSV hat vom Bundesministerium des Innern den Auftrag erhalten, allen blinden und sehbehinderten Wahlberechtigten die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme für die Bundestagswahl selbstständig, barrierefrei und geheim abzugeben.

Die Mitglieder der Landesvereine des DBSV erhalten vor der Bundestagswahl, ohne dass sie dies extra anfordern müssen, eine Wahlschablone und eine Informations-CD. Auf der CD wird erklärt, wie der Stimmzettel in die Wahlschablone einzulegen ist und an welcher Stelle wer gewählt werden kann.

Wer kein Mitglied in einem Landesverein des DBSV ist, kann die Wahlschablone kostenlos anfordern. Zuständig ist der örtliche Landesverein.

Weitere Informationen zum Thema barrierefreies Wählen gibt es unter: www.dbsv.org/wahlen.html


Die Forderungen des DBSV an eine neue Bundesregierung sind nachzulesen unter: www.dbsv.org/aktuell/btw2025.html

Ist die elektronische Patientenakte barrierefrei?

In den Modellregionen Hamburg und Franken soll am 15. Januar die elektronische Patientenakte (ePA) eingeführt werden, einen Monat später dann für alle gesetzlich Krankenversicherten. Ob die elektronische Patientenakte barrierefrei ist, lässt sich noch nicht sagen.

Die ePA ist eine App, in der medizinische Unterlagen wie Arztbriefe, Befunde, Labordaten oder Röntgenbilder elektronisch lebenslang gespeichert werden sollen. Patientinnen und Patienten, behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie weitere Personengruppen können diese medizinischen Unterlagen einsehen. Damit Patientinnen und Patienten selbstbestimmt über ihre Gesundheitsdaten verfügen können, können sie die Sichtbarkeit der medizinischen Unterlagen einstellen.

Inwieweit das barrierefrei funktioniert, lässt sich derzeit nicht sagen. Jede Krankenkasse hat eine eigene ePA-App und nur die jeweiligen Versicherten können sie nutzen. Dadurch kann der DBSV nicht testen, ob die Apps barrierefrei sind. Der DBSV hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass ePA-Apps bei ihrer Zulassung durch die gematik, die nationale Agentur für Digitale Medizin, auf Barrierefreiheit geprüft werden. Das wurde nicht umgesetzt.

Die Apps der öffentlichen Krankenkassen müssen barrierefrei nutzbar sein. Das ist gesetzlich verankert. Ist das nicht der Fall, haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, über Durchsetzungsstellen die Behebung von Barrieren einzufordern.

Mehr Informationen unter www.dbsv.org/digitale-barrieren-melden.html

DBSV startet drei neue Social-Media-Kanäle

Auf Instagram, LinkedIn und WhatsApp hat der DBSV Anfang Dezember drei neue Social-Media-Kanäle eröffnet. Gleichzeitig wurden die DBSV-Accounts @dbsv, @dbsv_germany und @dbsv_jugendclub auf der Plattform X, vormals Twitter, stillgelegt. Die Profile und die bisher geposteten Beiträge bleiben bestehen.

Instagram ist laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2023 erstmals das meistgenutzte soziale Netzwerk in Deutschland. Neben Privatpersonen nutzen viele Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens die Möglichkeiten der Plattform. Der DBSV wird seinen Kanal mit barrierefreien Beiträgen in verschiedenen Formaten füllen.

LinkedIn ist ein berufliches Netzwerk, in dem Einzelpersonen und Organisationen ihre Arbeit darstellen und sich untereinander vernetzen.

Über den WhatsApp-Kanal können Nutzerinnen und Nutzer Nachrichten zu DBSV-Themen abonnieren. WhatsApp ist niedrigschwellig, gut von blinden und sehbehinderten Menschen zu bedienen und weltweit der am meisten genutzte Messenger-Dienst.

Der Facebook-Kanal des DBSV wird beibehalten, ebenso der YouTube-Kanal des Verbands.


Alle Social-Media-Kanäle des DBSV sind auf www.sichtweisen-online.org/social-media verlinkt oder direkt auf der jeweiligen Plattform über den vollen Namen "Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband" zu finden.

Social-Media-Tipps: Barrierefrei posten

Der DBSV hat ein neues Info-Angebot mit dem Titel "Social Media barrierefrei" veröffentlicht. Ziel ist es, Barrieren für blinde, sehbehinderte und hörsehbehinderte Menschen im Bereich sozialer Medien abzubauen.

Das Angebot umfasst praktische Tipps, wie Social-Media-Beiträge inklusiv gestaltet werden können. Dazu gehören Anleitungen zum Beschreiben von Bildern, zur barrierefreien Gestaltung von Videos und zur sinnvollen Nutzung von Hashtags und Emojis. Zudem wird erklärt, warum etwa Text-Designs mit Sonderzeichen oder dekorativen Schriftformatierungen oft schwer zugänglich sind, da sie von Screenreadern nicht korrekt vorgelesen werden können. Die Umsetzung dieser Maßnahmen kann die Teilhabe erheblich verbessern.

Das Projekt "Social Media barrierefrei  –  informieren, qualifizieren, vernetzen" wird von der BARMER Krankenkasse gefördert.


Die Tipps sind zu finden unter www.dbsv.org/social-media-barrierefrei.html

Umfrage zu kollaborativen Tools

Kollaborative Tools auf ihre Barrierefreiheit hin zu testen, ist eine Aufgabe im neuen DBSV-Projekt "Inklusion in der digitalen Zusammenarbeit  –  kollaborative Tools in Ausbildung, Beruf, Ehrenamt und Freizeit".

Seit August 2024 werden in Kooperation mit der Deutschen Blindenstudienanstalt, der blista, ausgewählte Technologien und Werkzeuge geprüft, die digitale Zusammenarbeit ermöglichen. Es gibt die sogenannten kollaborativen Tools zum Beispiel für die gemeinsame Ablage von Dateien, zur Terminabfrage, als Lernplattformen oder zur gleichzeitigen Bearbeitung von Texten. Im Projekt wird getestet, wie zugänglich sie für blinde und sehbehinderte Menschen sind. Außerdem sollen Schulungen zu kollaborativen Tools angeboten werden.

Eine Umfrage zu kollaborativen Tools unter blinden und sehbehinderten Menschen wird bis zum 15. Januar durchgeführt.


Die Umfrage findet sich unter: www.dbsv.org/umfrage-kollaborative-tools.html

Personelle Veränderungen in den Landesvereinen

In mehreren Landesvereinen des DBSV hat es personelle Veränderungen gegeben. Beim Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein (BBSV) ist Dr. Klaus Wolff in den Ruhestand gegangen, seine Nachfolge als Geschäftsführer hat Helge Oppitz übernommen. Auf der jüngsten Sitzung des Verbandsrats am 18. Oktober wurde zudem die interne Prüfkommission des DBSV gewählt. Dr. Wolff bleibt Vorsitzender der Kommission, während Norbert Stolte (Landesverein Schleswig-Holstein und Bundesverband der Blindenwerkstätten) und Kerstin Kölzner (Berufsförderungswerk Halle) als neue Mitglieder hinzukommen.

Beim Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen (BSBH) übernahm zum 1. November Florian Schneider die Geschäftsführung. Schneider war zuletzt beim ZDF tätig.

Der Vorsitzende des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin (ABSV), Joachim Günzel, und eine seiner Stellvertreterinnen, Silke Larsen, sind im Oktober 2024 von ihren Ämtern zurückgetreten. Im Laufe des Januars ist geplant, den Vorstand wieder zu komplettieren. Als Führhundbeauftragte bleibt Silke Larsen dem Verein erhalten.

Im Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen (BSVW) trennten sich der Vorstand und die bisherige Geschäftsführerin Karen Lehmann. Die Vereinsvorsitzende Swetlana Böhm übernimmt vorläufig die Geschäftsführung.

Deutscher Mobilitätspreis: KI-Projekt ausgezeichnet

Der Deutsche Mobilitätspreis mit DBSV-Justiziarin Christiane Möller in der Jury ist am 21. Oktober 2024 vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr verliehen worden. In der Kategorie "Digitale Transformation und KI" überzeugte das Projekt "SmartAIs". Diese App nutzt künstliche Intelligenz, um blinden und sehbehinderten Menschen die Fortbewegung zu erleichtern.

Die Anwendung funktioniert über eine Smartphone-Kamera, die in Echtzeit die Umgebung analysiert. Mit einer speziellen Tasche vor der Brust getragen, gibt sie Anweisungen per Knochenleithörer, wie die Nutzerinnen und Nutzer Hindernisse umgehen können. Wichtig: Die App erkennt keine Hindernisse, sondern weist auf geeignete Gehwege hin. Eine Testversion ist bereits in München verfügbar. Auch das Projekt "Custom" aus Hamburg, das barrierefreie Informationen im ÖPNV bereitstellt, schaffte es in die engere Auswahl. Die Auszeichnung zeigt, dass digitale Innovationen zunehmend die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in den Fokus rücken.

Internationaler Song Contest: Bewerbungen jetzt möglich

Erneut organisiert der DBSV-Jugendclub den International Low-Vision Song Contest (ILSC). Der Wettbewerb richtet sich an blinde und sehbehinderte Musikschaffende weltweit. Das Finale findet statt als Online-Show am Freitag, 16. Mai 2025.

Jede Partnerorganisation nominiert einen Song, der ihr Heimatland repräsentiert. In Deutschland entscheidet eine Vorauswahl am 11. April über den Beitrag. Bewerbungen für den deutschen Vorentscheid sind bis zum 2. März möglich.

Die Online-Shows zum Vorentscheid und Finale finden über die Videokonferenzplattform Zoom statt und werden auf YouTube gestreamt. Neben den musikalischen Beiträgen, werden mit den Beteiligten kurze Interviews geführt. Zuschauerinnen und Zuschauer können im Anschluss online ihre Stimme einem Beitrag geben.

Wer teilnehmen möchte, muss folgende Kriterien beachten: Der Song muss Gesang enthalten und von mindestens einer Person mit Seheinschränkung komponiert oder getextet worden sein. Der Beitrag darf maximal vier Minuten lang sein und kann aus jeder Musikrichtung stammen. Die Einreichung erfolgt als Video oder Audio mit begleitenden Fotos. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen alle Rechte an ihrem Material besitzen und der Veröffentlichung zustimmen.

Weitere Informationen sowie die genauen Bedingungen sind unter www.dbsv.org/ilsc.html verfügbar. Bewerbungen und Rückfragen können per E-Mail an ilsc@dbsv.org gerichtet werden.

Fast 600 Menschen haben das Herbstglück gefunden

"Herbstglück" lautet das Lösungswort des Online-Gewinnspiels, das vom 15. Oktober bis zum 17. November 2024 auf www.sichtweisen-online.org lief. Auf der Website waren die drei Puzzleteile "Herb", "stg" und "lück" in den Rubriken "Neuigkeiten", "Kontakt" und "DBSV-Medienwelt" versteckt. Sie waren über die jeweilige Überschrift und das Bild eines schwarzen Puzzleteils zu erkennen. 592 Personen haben ein korrektes Lösungswort fristgerecht eingesendet. Unter ihnen wurden elf inklusive Preise verlost: fünf blinde Barbies, gespendet vom Spielwarenhersteller Mattel, vier Adventskalender mit Brailleschrift, gespendet von der Pralinenmanufaktur Sawade, und zwei auditive Gedächtnisspiele, gespendet vom Hersteller Klangquadrat.

Die Preise wurden den Gewinnerinnen und Gewinnern geschickt. Aufgrund der regen Teilnahme plant das Sichtweisen-Team im Herbst 2025 wieder ein Gewinnspiel.

Mix-Max-Fühlbuch neu aufgelegt

Das Mix-Max-Fühlbuch des DBSV ist als Neuauflage erschienen. Kleine Kinder können mit dem Fühlbuch von Reiner Delgado verschiedene Materialien kennenlernen, sie benennen und Geschichten dazu erfinden. In ihrer Umwelt entdecken sie die Materialien wieder.

Mit dem an das Buch angehängten Fühl-Würfel können die Kinder ein Material würfeln und es im Buch suchen. Das Buch enthält bunte Fühlseiten aus Kork, Moosgummi, Kunststoff, Wellpappe, Filz und Holz und ist für Kinder ab zwei Jahren mit und ohne Sehvermögen geeignet.

Das Mix-Max-Fühlbuch war 2017 für ein Kinder-Eltern-Treffen in der Woche des Sehens an der Johann-August-Zeune-Schule Berlin konzipiert worden. Die zweite Auflage kann ab sofort bestellt werden.

"Mix-Max Fühlbuch"

- Format A5, 2 * 6 Fühlseiten im Ringbuch mit Fühl-Würfel und Anleitung

- Für Kinder ab 2 Jahren

- Schutzgebühr: 30 Euro


Zu bestellen unter: bestellungen@dbsv.org

Mehr Infos unter: www.kinderbuch.dbsv.org

Sichtweisen in Braille in neuem Format

Das Format und das Druckbild der Sichtweisen in Brailleschrift haben sich mit Beginn dieses Jahres geändert. Grund dafür ist ein neues Druckverfahren beim dzb lesen, wo die Sichtweisen in Braille gedruckt werden. Bisher war die Braille-Ausgabe 34 Zentimeter hoch. Jetzt sind es 29,7 Zentimeter, das entspricht der Höhe des A4-Formats. Die Breite bleibt unverändert. Auch der Heftumfang und die Zeichenanzahl pro Seite werden in etwa gleich bleiben.



DBSV-Karte: Mehr als ein Mitgliedsausweis

Als Inhaber der DBSV-Karte unterstützen Sie die Arbeit Ihres Landesvereins und des DBSV und erhalten darüber hinaus attraktive Vergünstigungen, zum Beispiel:

  • GRAVIS Online Shop
    Bis zu 8 % auf Smartphones, Tablets und andere Technikprodukte und bis zu 30 % auf sämtliches Zubehör
  • Lautsprecher TEUFEL
    10 % auf alle Produkte (Lautsprecher, Kopfhörer, Heimkino-Systeme, TV-Soundlösungen, Multimedia-Systeme u.v.m.)
  • Sonderkonditionen Deutsche Bahn
    Tickets für 55,90 Euro (einfache Fahrt, 2. Klasse) zu allen Veranstaltungen des DBSV
  • NH Hotel Group
    15 bis 22 % Rabatt in allen NH Hotels weltweit
  • Audiamo
    10 % auf alle Hörbücher, -spiele und -filme
  • Wein- und Sekthaus Ruthardt
    10 % Rabatt beim Kauf von Wein, Sekt und Spirituosen
  • AFB  –  Arbeit für Menschen mit Behinderung
    10 % Rabatt auf alle Computer und IT-Geräte
  • Deutscher Hilfsmittelvertrieb (DHV)
    5 % auf alle Hilfsmittel
  • Augenoptiker des Low Vision Kreises e.V.
    5 % auf Sehhilfen und weitere Hilfsmittel
  • Kieser Training
    70 Euro Rabatt beim Abschluss einer Mitgliedschaft

Viele Landesvereine haben zusätzliche Rabattaktionen mit Partnern vor Ort.


Die Liste aller Partnerfirmen und weitere Informationen finden Sie auf www.dbsv.org/dbsv-karte.html und unter unserer Service-Telefonnummer 030 / 255 58 08 08.



Dank an Unterstützer des DBSV

Ohne die Unterstützung vieler Mitglieder, Spender und Förderer könnte sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband nicht dafür einsetzen, dass Augenpatienten, sehbehinderte und blinde Menschen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Der DBSV dankt an dieser Stelle insbesondere den folgenden langjährigen Unterstützern:

  • Aktion Mensch
  • Bert Mettmann Stiftung
  • Blindenstiftung Deutschland
  • GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene

Thema: EUTB

Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB, ist ein deutschlandweites Beratungsangebot. Alle Menschen mit Behinderung oder zu erwartender Behinderung sowie ihre Angehörigen können sich dort beraten lassen  –  oft von Beraterinnen und Beratern, die selbst eine Behinderung haben. Das Angebot besteht seit 2018 und kommt gut an. Dennoch ist es noch nicht verstetigt. Jetzt geht es erst einmal bis 2029 weiter.


Dazu ein Bild: Auf einer Couch vor einem Fenster sitzen eine Frau und ein Mann, beide etwa Anfang 30. Die Frau hat lange helle Haare, trägt eine Brille und Kreolen. Der junge Mann blickt die Frau an, die gerade etwas erzählt. Vor ihnen sitzt ein Berater, von dem nur der Oberkörper von schräg hinten zu sehen ist.

Beratung auf Augenhöhe

Für Menschen mit Behinderungen tauchen immer wieder Fragen auf, zum Beispiel: Welchen Nachteilsausgleich kann ich in Anspruch nehmen? An wen muss ich mich mit einem Antrag wenden? Um Fragen wie diese zu beantworten, gibt es die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung an rund 500 Standorten. Die Beraterinnen und Berater helfen und nennen die richtigen Ansprechstellen. Ein Überblick über dieses Angebot.

Von Lisa Mümmler  


Eine Behinderung kann eine komplexe Angelegenheit sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand erstmals mit dem Thema in Berührung kommt oder schon lange damit zu tun hat. Während manche sich fragen, woher sie einen Schwerbehindertenausweis bekommen, interessiert es andere, ob für sie eine Arbeitsassistenz in Betracht kommt oder wie sie ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können. Eltern möchten wissen, welche Förderungen es für ihre Kinder mit Behinderung gibt. Häufig spielt die Finanzierung der benötigten Unterstützung eine Rolle, und dann wird es für die Betroffenen oft kompliziert.

Antworten gibt es unter anderem bei der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB). Sie wurde mit dem Bundesteilhabegesetz eingeführt und ist seit 2018 für Menschen jeden Alters mit (drohenden) Behinderungen, chronischen Erkrankungen sowie für deren Angehörige da. Das Beratungsangebot ist kostenlos. Grundlage ist Paragraph 32 des neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX).


Niedrigschwellig und barrierefrei

Was verbirgt sich konkret hinter den EUTB-Angeboten, wofür steht "ergänzend", und was daran ist "unabhängig"? Bundesweit bieten etwa 500 EUTB-Stellen allgemeine Informationen und individuelle Beratungen an. Diese können telefonisch, per E-Mail oder Video erfolgen, aber auch in der Beratungsstelle oder bei den Ratsuchenden zu Hause. Sie sind niedrigschwellig und barrierefrei. Auch Beratungen in Deutscher Gebärdensprache und Lormen sind möglich.

Beraten wird zu allen Belangen rund um Rehabilitation und Teilhabe. Das ist wichtig, denn mit dem Bundesteilhabegesetz wurde eine wichtige Leistung für Menschen mit Behinderungen, die Eingliederungshilfe, auf neue Füße gestellt: Der jeweils individuelle Bedarf von Menschen mit Behinderung soll mit passgenauen Leistungen gedeckt werden. So soll die Selbstbestimmung gestärkt werden, um ein Leben möglichst nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen führen zu können.

Mit individualisierten Leistungen einher geht aber auch mehr Verantwortung für Menschen mit Behinderung. Sie verfügen in der Regel nicht über (ausreichendes) Fachwissen über ihre sozialrechtlichen Ansprüche und Zuständigkeitsregelungen in unserem komplexen Sozialleistungssystem. Um Augenhöhe herzustellen, muss ihre Position gegenüber den Kostenträgern und Leistungserbringern gestärkt werden. Dabei soll die EUTB helfen.


Alltag, Beruf und Freizeit

Ratsuchende können sich zum Beispiel vor der Beantragung eines Hilfsmittels, Nachteilsausgleichs oder einer Rehabilitationsmaßnahme und auch während des Antragsverfahrens von EUTB-Stellen Unterstützung holen. Auch Anliegen zu Assistenzleistungen im Alltag, im Beruf und in der Freizeit sowie die Beantragung von Blindenhilfe und Pflegeleistungen gehören zum Beratungsangebot. Ebenso vermitteln die Beraterinnen und Berater an spezifische Beratungsstellen, zum Beispiel an Hilfsmittelberatungsstellen, Pflegestützpunkte oder spezielle Ansprechstellen für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende oder Studierende mit Behinderungen.

Der Fokus der Beratungen wird ausschließlich auf die Anliegen der Betroffenen gelegt  –  ihre Bedürfnisse und Ressourcen sind entscheidend. Um nur die Interessen der ratsuchenden Personen zu unterstützen, sollen EUTB-Angebote unabhängig von Dritten sein, also beispielsweise von Firmen, Leistungserbringern und -trägern. Sie sind jedoch aus organisatorischen Gründen häufig bei Organisationen, zum Beispiel der Selbsthilfe, angesiedelt.

Die EUTB ergänzt die Beratungslandschaft. Das Angebot gibt es also zusätzlich zur weiterhin bestehenden Beratungspflicht der einzelnen Sozialleistungsträger wie Krankenkassen, Arbeitsagenturen oder Träger der Eingliederungshilfe und zu den Angeboten der Selbsthilfe.

Grundsätze der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung sind außerdem "Empowerment", "Peer Counseling" und "Eine für alle". Wer sich beraten lässt, wird nicht nur mit Informationen versorgt, sondern auch befähigt, fundierte Entscheidungen für sich zu treffen, eigene Stärken zu entwickeln und persönliche Ziele für ein selbstbestimmtes Leben zu verfolgen  –  das ist Empowerment.


Betroffene beraten Betroffene

Was EUTB-Beratende besonders qualifiziert, um diesen Prozess zu begleiten, ist, dass sie häufig ebenfalls von einer Behinderung betroffen sind  –  direkt oder indirekt über Angehörige. Es handelt sich um das Beratungsmodell "Peer Counseling", eine Beratung von Betroffenen für Betroffene. Die sogenannten Peers haben eigene Erfahrungen mit Barrieren, Bürokratie, Diskriminierung und dem Alltag mit Behinderung. Das schafft Vertrauen und Verständnis in der Beratung.

Gearbeitet wird behinderungsübergreifend: Nach dem Grundsatz "Eine für alle" sind EUTB-Stellen nicht auf eine Art von Behinderung spezialisiert. Ratsuchende können jede Beratungsstelle der EUTB deutschlandweit kontaktieren, unabhängig von der vorliegenden Beeinträchtigung und vom eigenen Wohnort.

Für den Fall, dass ein Anliegen spezifische Kompetenzen erfordert, das die EUTB-Beraterinnen und -berater nicht haben, sind die Stellen gut vernetzt und knüpfen entsprechende Kontakte. So kann gesichert werden, dass bei Bedarf zum Beispiel Menschen mit Seheinschränkung einen Peerberater mit Seheinschränkung ansprechen können. Rechtsberatung und Unterstützung bei Gerichtsverfahren bietet die EUTB nicht.


Fachstelle Teilhabeberatung

Unter anderem, um die einzelnen EUTB-Angebote zu unterstützen, untereinander und mit anderen Beratungs-angeboten zu vernetzen sowie fachliche und weiterführende Fragen zu klären, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Fachstelle Teilhabeberatung eingerichtet. Sie bietet außerdem Schulungen für EUTB-Beratende an, um sie für ihre Beratungstätigkeit zu qualifizieren.

Auf der barrierefreien Website der Fachstelle Teilhabeberatung gibt es neben weiteren Informationen eine Suchmaske für EUTB-Angebote. Auch eine App mit dem Titel "Teilhabeberatung" für iOS und Android ist verfügbar. Damit lassen sich Beratungsangebote der EUTB finden, Termine anfragen und aktuelle Informationen abrufen.


Kontakt zur Fachstelle Teilhabeberatung

Telefon: 030 / 2 84 09 -140 oder -139

E-Mail: fachstelle@teilhabeberatung.de

Website: www.teilhabeberatung.de


Dazu ein Bild: Eine Beratungssituation: Zwei Frauen sitzen auf Sesseln, einander zugewandt, zusammen. Die linke hat langes glattes, zusammengebundenes Haar und erklärt der rechten, älteren Frau mit Brille etwas. Diese scheint ihr aufmerksam zuzuhören.



Kurzinfo: Wörterbuch der selbstbestimmten Teilhabe

Auf der Website zur Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) gibt es auch ein "Wörterbuch der selbstbestimmten Teilhabe". Das Wörterbuch umfasst und erklärt zahlreiche Begriffe von A wie Ableismus bis Z wie Zuständigkeitsklärung. Teilweise verbergen sich hinter den Begriffen andere Webseiten, auf denen der Begriff erklärt wird.

Das Wörterbuch soll allen helfen, die sich für die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen interessieren. Es kann auch allen nützen, die sich auf ein Beratungsgespräch oder auf ein Gespräch allgemein mit einer Behörde vorbereiten möchten. Sie können sich über die Bedeutung von Wörtern informieren, die häufig im Zusammenhang mit dem Thema Schwerbehinderung vorkommen.


Das "Wörterbuch der Teilhabe" ist über die Webseite www.teilhabeberatung.de zu finden.


Anregungen zum Wörterbuch können per E-Mail an fachstelle@teilhabeberatung.de mitgeteilt werden.

"Da sitzt jemand, der mich versteht"

Alisia Neukamm ist Beraterin in einer Stelle der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung, die beim Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein in Mannheim angesiedelt ist. In der Beratungsstelle und am Telefon berät sie Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Viele möchten wissen, wo sie welche Leistungen beantragen können. Ihre eigene Erfahrung hilft Alisia Neukamm beim Beantworten der Fragen.

Interview: Ute Stephanie Mansion  


Frau Neukamm, für welche Bereiche suchen die Menschen hauptsächlich Rat bei Ihnen?

Die Ratsuchenden kommen mit allen möglichen Anliegen. Meistens gibt es einen konkreten Grund, warum sie kommen, aber im Gespräch zeigt sich oft, dass da noch mehr Fragen sind, die sich erst nach und nach herausstellen.

Die meisten Anfragen betreffen das Thema Arbeit. Auch die finanzielle Sicherung, etwa das Blindengeld, und der Schwerbehindertenausweis sind immer ein Thema. Ganz oft geht es auch einfach um den Umgang mit der Situation. Ich spreche häufig mit Menschen, die chronisch krank sind oder erst im Laufe ihres Lebens eine Behinderung bekommen haben. Dann ist die Frage: Wie geht es weiter? Ebenso gibt es die Frage zum Umgang mit den Behörden, also, welchen Antrag muss ich wie und wo stellen.


Wie hoch ist der Anteil der ratsuchenden Angehörigen unter Ihren Klienten?

Das ist sehr unterschiedlich. Meiner Auswertung zufolge sind unter den Ratsuchenden etwa 30 bis 40 Prozent Angehörige von Betroffenen, die übrigen sind selbst von einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit betroffen.


Das sind aber viele Angehörige, die bei Ihnen Rat suchen. Oder kommen sie gemeinsam mit Betroffenen?

Zum Teil kommen sie gemeinsam in die Beratung oder lassen sich gemeinsam am Telefon beraten. Manche Angehörige kommen auch allein. Beides ist berücksichtigt bei den 30 bis 40 Prozent.


Wie viele Menschen beraten Sie durchschnittlich in der Woche?

Das ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Auch die Beratungen selbst unterscheiden sich stark. Es gibt Beratungen, die nur 20 Minuten dauern, und es gibt längere Beratungen. Daher ist es schwierig, eine konkrete Zahl zu nennen.


Worauf legen Sie in der Beratung Wert?

Für mich ist es wichtig, dass sich die Ratsuchenden wohlfühlen, sich verstanden und akzeptiert fühlen, damit sie sich öffnen und ihre Probleme oder ihr Anliegen mit mir besprechen. Ich möchte ihnen Rat und Orientierung bieten, damit sie wissen, welche Möglichkeiten sie haben, welche Anträge es gibt und wie es für sie weitergehen kann. Sie sollen diesen Dschungel, den es an Leistungen und Möglichkeiten gibt, besser verstehen und für sich die Entscheidung treffen, die am besten passt. Wichtig ist mir auch, dass ich die Ratsuchenden an andere Ansprech-stellen verweisen kann, wenn die EUTB nicht die richtige Stelle ist oder ich bei gewissen Themen nicht tiefgehend beraten kann. Sie sollen nicht ins Leere entlassen werden.


Inwieweit spielt Ihre eigene Sehbehinderung eine Rolle in der Beratung? Öffnen sich die Menschen dadurch eher?

Das Wissen spielt bei Ratsuchenden mit Problemen im Bereich Sehen schon eine Rolle, weil man sich austauschen kann und vielleicht gleiche Erfahrungen gemacht hat. Die Menschen merken: Da sitzt jemand, der mich versteht. Ich bringe die Sehbehinderung aber nicht immer in die Beratung ein, bei manchen Leuten spielt es auch keine Rolle. Wenn ich mit nicht-sehbeeinträchtigten Ratsuchenden jedoch zum Beispiel über einen Schwerbehindertenausweis spreche, teilt man oft ähnliche Erfahrungen. Das ist im Konzept der EUTB auch verankert: Es soll eine Peer-Beratung sein, also eine Beratung von Betroffenen für Betroffene.


Wie oft kommen Menschen mit einer anderen Behinderung als einer, die die Augen betrifft, zu Ihnen?

Im ersten Zeitraum der Bewilligung der EUTB war es so, dass wir eine Schwerpunktstelle für den Bereich Sehen hatten, darum war ein großer Teil der Ratsuchenden seheingeschränkt. Seit 2023 gibt es diesen Schwerpunkt nicht mehr, und wir beraten alle Menschen, die eine Behinderung haben oder davon bedroht sind, sowie Angehörige. Nach wie vor hat aber ein großer Teil Probleme mit den Augen. Ich schätze, dass rund ein Drittel der Ratsuchenden andere Erkrankungen oder Behinderungen hat. Manche haben auch mehrere Beeinträchtigungen und kommen gar nicht wegen der Augen, sondern etwas anderes steht neu im Vordergrund.


Die EUTB hilft auch beim Ausfüllen von Anträgen. Wird häufig um diese Art von Hilfe gebeten, und wenn ja, welche Anträge betrifft das hauptsächlich?

Die EUTB kann beim Ausfüllen der Anträge helfen. In erster Linie geht es aber darum, die Ratsuchenden darin zu bestärken, es selbst zu tun. Meistens wollen die Ratsuchenden erst einmal wissen, welche Anträge es gibt und wo sie sie stellen müssen. Viele Leute haben auch schon einen Teil ausgefüllt, und wir klären dann die offenen Fragen. Ein Thema ist immer wieder der Antrag auf den Schwerbehindertenausweis. Aber auch Anträge für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung, sind ein Thema oder die Eingliederungshilfe, wenn es um Teilhabeleistungen geht.


Was ist die Fachstelle Teilhabeberatung, und welche Aufgaben hat sie?

Die Beraterinnen und Berater in der Fachstelle Teilhabeberatung sind für uns EUTB-Beraterinnen und -Berater zuständig. Sie sind unsere Ansprechpartner und unterstützen uns in unserer Arbeit. Zum einen können wir mit ihnen fachliche Fragen zu Beratungssituationen klären, zum anderen weitere Fragen, zum Beispiel zur Öffentlichkeitsarbeit oder zur Vernetzung. Die Fachstelle unterstützt uns auch beim fachlichen Austausch und bietet Schulungen an. Am Anfang gibt es eine Grundqualifizierung für EUTB-Beraterinnen und -Berater.


Das Angebot der EUTB wird deutschlandweit gut angenommen. Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass es irgendwann verstetigt wird und nicht alle paar Jahre neu über das Bestehen der Beratung entschieden wird?

Ich glaube, dass die EUTB ein sehr wichtiges Angebot ist und bestehen bleiben muss. Es ist ja auch gesetzlich verankert in Paragraph 32, Sozialgesetzbuch IX. Aktuell ist es für sieben Jahre bewilligt. Wie es 2029 mit der Finanzierung weitergeht, steht noch in den Sternen. Auch, wie das neue Bewerbungsverfahren und die Vergabe der Stellen sein wird, ist noch unsicher. Ich hoffe sehr, dass das Angebot weiterhin finanziert wird. Es ist wichtig, vielen Ratsuchenden einen Überblick zu bieten in dem Dschungel an Leistungen, die es im Zusammenhang mit Behinderungen gibt.


Was macht Ihnen Freude an Ihrer Arbeit?

Mir macht Freude, dass die Arbeit sehr abwechslungsreich ist. Man hat mit jedem Ratsuchenden neue Aufgaben und manchmal auch Herausforderungen. Kein Fall ist wie der andere. Mir gefällt auch, dass ich den meisten Ratsuchenden weiterhelfen kann bei ihren Anliegen und sie wieder eine Perspektive haben, wie es weitergehen kann.


Dazu ein Bild: Alisia Neukamm hat glattes schulterlanges Haar. Sie trägt einen Pullover mit verschiedenen Blüten und Blättern auf schwarzem Grund.

Zahlen und Fakten

Wie, von wem und warum die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung aufgesucht wird, wurde wissenschaftlich untersucht und ausgewertet, also evaluiert. Ein Ergebnis: Menschen mit Bewegungsbeeinträchtigungen stellen die größte Gruppe unter den Ratsuchenden dar. Im Spektrum der Anliegen gibt es bestimmte Themen, deretwegen häufig um Rat gefragt wird.


Mit einer wissenschaftlichen Begleitung der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) wurde das Angebot 2023 hinsichtlich seiner Umsetzung und Wirkung untersucht. Dazu führten die Forschenden Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der rund 500 EUTB-Stellen in Deutschland sowie mit Ratsuchenden.

Ein Ergebnis der Evaluation, also der Untersuchung: Monatlich werden durchschnittlich 15.000 Beratungsgespräche geführt.

Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen wenden sich an die EUTB. Der größte Teil (42 Prozent) hat Bewegungseinschränkungen und/oder Schmerzen. Am zweithäufigsten wurden mit 39 Prozent Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen beraten; 34 Prozent betrafen chronische Erkrankungen. Mehrfachnennungen waren möglich. Beratungen zu anderen Beeinträchtigungen gab es seltener. Sehbehinderungen oder Blindheit lagen bei zehn Prozent der Ratsuchenden vor.

Anlässe für die Ratsuchenden, die EUTB zu kontaktieren, waren vor allem der Wunsch, Informationen zu Leistungen oder Leistungsträgern zu erhalten oder sich zu einem Antrag beraten zu lassen. Als Themen wurden am häufigsten Arbeit, der Umgang mit der eigenen Situation (je 18 Prozent), finanzielle Sicherung (17 Prozent) und Gesundheit (16 Prozent) behandelt.

Der Name EUTB wird, so ist es im Evaluationsbericht zu lesen, von vielen Beratungskräften als nicht eingängig empfunden und teilweise mit "Teilhabeberatung" ersetzt.


Info

Der vollständige Bericht zur Evaluation der EUTB findet sich als PDF auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Um ihn zu finden, am besten die Begriffe "BMAS" und "Evaluation der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung" in eine Internet-Suchmaschine eingeben.

"Ich kann alles, wenn auch anders"

Oliver Upmann hat sich von EUTB-Beraterin Alisia Neukamm in Mannheim beraten lassen. Unterstützung suchte er vor allem wegen seiner familiären Situation, doch auch zu weiteren möglichen Teilhabeleistungen erfuhr er Wissenswertes. Warum er sich beraten ließ und wie die Beratung war, schildert er im folgenden Beitrag. Eine Sache stört ihn, aber die hat mit politischen Entscheidungen zu tun, nicht mit den Beratungsstellen.

Von Oliver Upmann  


Ich habe eine progressive degenerative Augenerkrankung: Retinitis pigmentosa. Meine Sehkraft hat jetzt, mit Mitte 30, noch mal deutlich nachgelassen. Das und die Geburt meines Sohnes haben mich bewogen, mich noch einmal mit der Thematik der Teilhabe auseinanderzusetzen, mit Nachteilsausgleichen und mit Werkzeugen, die mir das Leben erleichtern.

Ich war auf einer Sehbehindertenschule in Soest, habe dort Abitur gemacht und bin dadurch schon viel mit diesen Themen konfrontiert worden. Die Beratungssysteme wurden aber in den vergangenen zehn Jahren deutlich modernisiert und verbessert. Darum habe ich mich in die EUTB-Beratung begeben. Ich wollte schauen, ob mein Unterstützungsbedarf an der einen oder anderen Stelle noch besser gedeckt werden kann. Am Anfang stand eine Überblicksberatung darüber, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.

Nur beim Erstgespräch war ich in den Räumen der EUTB, im Nachgang habe ich E-Mails geschrieben und telefoniert. Die Erstberatung hat relativ lange gedauert, weil wir viele Punkte durchgesprochen haben.

Über meinen Arbeitsplatz haben wir nur kurz geredet: Er war vom Integrationsamt eingerichtet worden, da fühlte ich mich bereits super betreut. Insbesondere ging es mir um die Vaterschaft  –  darum, einen Kindergartenplatz in der Nähe zu finden, damit ich meinen Sohn in den Kindergarten bringen kann, ohne weite Strecken zurücklegen zu müssen.

Die EUTB-Beraterin, Alisia Neukamm, hat mich sehr gut beraten und mir verschiedene Ansatzpunkte aufgezeigt, wie wir uns der Thematik nähern können. Eine Lösung haben wir leider nicht gefunden, weil der Mannheimer Gemeinderat einen Beschluss gefasst hat über eine Priorisierung mittels eines Sozialpunkteverfahrens. In diesem Vergabesystem gibt es keine Öffnungsklausel für schwerbehinderte Eltern.

Ich habe auch Michael Richter von der Rechtsberatungsgesellschaft rbm kontaktiert, der das rechtlich geprüft hat. Auch zur städtischen Behindertenbeauftragten hat Frau Neukamm Kontakt hergestellt. Ich habe mich zudem ans Jugendamt gewandt, wo das Vergabeverfahren für Kindergartenplätze angesiedelt ist. Leider habe ich von allen die gleiche Rückmeldung bekommen: Es gibt keine Möglichkeit, rechtlich, menschlich, persönlich auf dieses System einzuwirken.


Aufklärung auch zum Thema Elternassistenz

Später hat sich herausgestellt, dass eine Mitarbeiterin oder eine ehrenamtliche Kraft des Blinden- und Sehbehindertenvereins im Gemeinderat mitwirken darf, um diesen Punkt perspektivisch zu verändern. Sie bringt meinen Fall als Beispiel an, um das Vergabesystem wenigstens mit einer Öffnungsklausel zu versehen, damit Einzelfallentscheidungen getroffen werden können. Wir haben zum Glück viel Hilfe auf menschlicher Ebene erfahren und einen Kindergartenplatz in der Nähe bekommen.

Auch zum Thema Elternassistenz wurde ich in der EUTB gut aufgeklärt. Ich erhielt Informationen über einen Verein, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Elternassistenz kommt jedoch für mich nicht in Frage, weil ich einen Job habe, mit dem ich Geld verdiene. Die Leistung ist an Einkommens- und Vermögensgrenzen gebunden, wenn man Sozialleistungen in Anspruch nehmen will. Dies möchte ich nicht, auch weil ich weiß, dass mein Einkommen über den Vermögens- und Einkommensgrenzen liegt.

Dabei wäre Elternassistenz eine gute Sache für mich, zum Beispiel, wenn ich mal einen Tag im Zoo oder im Schwimmbad mit meinem Kind verbringen möchte, was ich allein nicht stemmen kann. Ich kann zwar allein in den Wald gehen, spazieren gehen, an einen Weiher gehen, aber eine größere Aktion wäre schwierig.

In der Beratung ging es noch um andere finanzielle Unterstützung oder Werkzeuge, die einem im Alltag als schwerbehinderter oder blinder Mensch helfen. Wir haben zum Beispiel über das Thema "Pflegegrad" gesprochen. Hier habe ich jedoch keinen Bedarf.

Die EUTB habe ich allen weiterempfohlen, die eine Schwerbehinderung und Bedarf an Beratung oder Hilfeleistungen haben. Vor allem Sportlern habe ich den Tipp gegeben, denn ich mache Para-Judo als Leistungssport.


Lotse im Dschungel der Teilhabeleistungen

Die Leute, die ich kenne und die sich bei der EUTB haben beraten lassen, sagten hinterher, es sei sehr gut und hilfreich gewesen. Sie hätten Informationen erhalten, von denen sie im Vorfeld nichts wussten. Das ist ein wichtiger Aspekt: Die EUTB führt Ratsuchende durch den Dschungel der Teilhabeleistungen. Von einem späterblindeten Sportler habe ich gehört, dass er sich bei der EUTB zum persönlichen Budget für Freizeit und Studienbegleitung hat beraten lassen.

Durch die Sehbehindertenschule war ich schon gut informiert über viele Hilfeleistungen. Doch leider gab es dort keine systematische Beratung, sondern Lehrer, Erzieher und anderes Personal haben bei Gelegenheit darüber informiert. Als Leistungssportler wurde ich über den Olympiastützpunkt betreut, und die haben mir auch in Bezug auf meine Schwerbehinderung geholfen und mich auf meinem Weg begleitet.

Ich war als Judoka bei den Paralympischen Spielen in London, Rio und Tokio dabei. Meine Gemeinschaft und der Leistungssport haben mich zu einem selbstständigen und selbstbewussten Menschen gemacht. Ich habe keinerlei Hemmungen, auch gegen eine Obrigkeit meine Wünsche und Probleme darzulegen.

Das ist bei vielen Menschen mit Behinderung anders. Sie wurden klein gehalten, vor den Kopf gestoßen, man hat ihre Nöte nicht ernst genommen, und das endet, wie ich beobachte, oft in Resignation. Solche Menschen nehmen sich selbst arg zurück, und die Gesellschaft sieht ihre Probleme und Nöte nicht.


Dauerhafte Finanzierung muss sichergestellt werden

Da bin ich anders. Ich kann nach Hilfe fragen, wenn ich welche brauche. Zum Glück habe ich in meinem bisherigen Leben viele Menschen kennengelernt, die mir geholfen haben, Selbstbewusstsein aufzubauen. Ich sage immer: Ich kann alles, wenn auch anders. Es gibt nur wenige Dinge, die ich nicht kann, zum Beispiel Autofahren.

Aus meiner Sicht gehört die EUTB als öffentliche Einrichtung etabliert, und zwar dauerhaft. Das heißt: Eine dauerhafte Finanzierung der Angebote muss sichergestellt werden. Die Arbeitsagentur und die Rentenversicherung sind doch auch kein auf sieben Jahre angelegtes Projekt! Wir Betroffene hängen vielleicht, wenn die Beratung abgeschafft wird, wieder in einem luftleeren Raum. Unsäglich.

Warum wird nicht mal mit einer großen Kampagne für die EUTB geworben? Das würde auch dafür sorgen, dass das Thema Behinderung und Nachteilsausgleich in die breite Öffentlichkeit getragen wird. Wir müssen weg von dem Duktus "Da ist ein Behinderter, dem müssen wir helfen" hin zu "Da ist ein Mensch, der bekommt die Hilfeleistung, die er benötigt. Punkt."


Protokoll: Ute Stephanie Mansion


Oliver Upmann (36) lebt in Mannheim. Er ist Betriebswirt und arbeitet beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar.


Dazu ein Bild: Oliver Upmann hat kurzes dunkles Haar. Er trägt einen kurzen Vollbart, eine Brille und ein helles Hemd.

Termine & Tipps:

Termine

Biathlon-Weltcup 2025 mit Audiodeskription

9.-12.1.2025, Oberhof

Die Veranstalter des Biathlon-Weltcups 2025 in Oberhof im Thüringer Wald erleichtern Menschen mit Sehbeeinträchtigung den Besuch. Die Beschreibung der Rennen erfolgt über eine App. In einem besonderen Angebot für sieben blinde oder sehbehinderte Biathlon-Fans gibt es freien Eintritt für eine Begleitperson und einen Shuttle-Service zum Veranstaltungsgelände.

Mehr Infos bei Holger Meier per E-Mail an: audiodeskription-biathlon@yahoo.com

Führungen auf der Grünen Woche

17.-26.1.2025, Berlin

Auf der Grünen Woche werden kostenlose Handicapführungen speziell für blinde und sehbehinderte Gäste an vier Terminen angeboten. Die Grüne Woche ist eine internationale Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

Infos und Anmeldung unter Tel.: 0 30 / 40 50 59 13
www.gruenewoche.de/de/barrierefreier-besuch

Erste-Hilfe-Kurs "Erstversorgung bei Kindern"

2.-7.2.2025, Aura-Hotel Saulgrub

Der Kurs richtet sich besonders an Eltern, Großeltern und Personen, die Kinder betreuen. Neben den Grundlagen werden in einem Extra-Block die Unterschiede zwischen der Ersten Hilfe bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen gezeigt.

Infos und Buchung unter Tel.: 0 88 45 / 99  –  0
E-Mail: info@aura-hotel.de

Schwimmen, Yoga und Entspannung

16.-22.2.2025, Aura-Hotel Saulgrub

Das Programm bietet Möglichkeiten zum Auspowern und Ausruhen. Es beinhaltet neben einer Massage-Anwendung und zwei Yoga-Einheiten auch die Nutzung der Schwimmhalle eines Hotels in der Nähe des Aura-Hotels.

Infos und Buchung unter Tel.: 0 88 45 / 99  –  0
E-Mail: info@aura-hotel.de

Musiktheater mit Audiodeskription

22.2.2025, Stuttgart

Zum ersten Mal zeigt das Theaterhaus Stuttgart ein Musiktheater mit einer Live-Beschreibung für blinde und sehbehinderte Gäste. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein Theaterabend mit Songs von Johnny Cash und June Carter. Vor dem Stück wird eine Tastführung angeboten.

Infos und Anmeldung bei HörMal Audiodeskription unter Tel.: 03 41 / 33 20 88 60
E-Mail: veranstaltungen@hoermal-audio.org

Kochen  –  einfach, gut erklärt und lecker

17.-21.3.2025, Aura-Hotel Timmendorfer Strand

In diesem Kochkurs liegt der Schwerpunkt auf vegetarischer Ernährung, es werden aber auch Fleischgerichte zubereitet. Im Vordergrund steht der Spaß am gemeinsamen Kochen, und es sollten Grundkenntnisse vorhanden sein.

Infos und Anmeldung unter Tel.: 0 45 03 / 60 02  –  0
E-Mail: info@aura-timmendorf.de

Tanzkurs für Einsteiger

22.-29.3.2025, Aura-Hotel Saulgrub

Auf dem Programm stehen Walzer, Discofox und Cha-Cha-Cha für Anfänger und Wiedereinsteiger, die ihre Tanzkenntnisse auffrischen möchten.

Infos und Buchung unter Tel.: 0 88 45 / 99  –  0
E-Mail: info@aura-hotel.de

Braille für Fortgeschrittene

29.3.-4.4.2025, Aura-Hotel Timmendorfer Strand

In diesem Kurs wird die Anwendung der Lese- und Schreibfähigkeiten trainiert und verbessert. Zusätzlich werden Vollschriftkürzel und Satzzeichen vermittelt.

Infos und Anmeldung unter Tel.: 0 45 03 / 60 02  –  0
E-Mail: info@aura-timmendorf.de

Tipps

Barrierefreie Online-Musikkurse

Das Projekt "Do it!" bietet kostenlose und barrierefreie Online-Musikkurse, die sich besonders an sehbehinderte und blinde Menschen richten. Der Einstieg ist jederzeit von zu Hause aus möglich. Die Video-Kurse sind geeignet für alle, die einen ersten Einblick in musikalische Grundlagen suchen und die gern ein Instrument (Gitarre, Bass, Klavier, Schlagzeug) oder das Singen erlernen möchten. Das Projektteam besteht aus blinden und sehenden Musikbegeisterten, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen miteinander teilen.

Alle Kurse und weitere Informationen unter www.do-it-musik.de

Orientierungstage am bbs nürnberg

Sehbehinderte und blinde Schülerinnen und Schüler können jedes Jahr im Rahmen von Orientierungstagen die Ausbildungen, Maßnahmen und berufsvorbereitenden Angebote des bbs unverbindlich näher kennenlernen. Im Januar und Februar 2025 finden Orientierungstage für die Bereiche Berufsvorbereitung, Büroberufe, Massage und Physiotherapie statt.

Allgemeine Informationen zu den Orientierungstagen unter www.bbs-nuernberg.de

Fragen zum Anmeldeverfahren beantwortet Stefanie Reiner unter Tel.: 09 11 / 89 67 205
E-Mail: stefanie.reiner@bbs-nuernberg.de

Forum:

Lernen und lehren mit Humor

"Meine Arbeit mit Braille": So heißt die Reihe, mit der wir in diesem Jahr, 2025, an das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift erinnern. Der damals 16-jährige Schüler Louis Braille hat sie 1825 fertigentwickelt. In unserer Reihe berichten Menschen, wie sie beruflich oder ehrenamtlich mit der Brailleschrift arbeiten. Folge 1: Braille-Lehrkräfte für Erwachsene ausbilden  –  eine DBSV-Mitarbeiterin erzählt von ihren Erfahrungen mit dem Projekt "Punktum".

Von Sonja Schmidt  


Seit 2022 arbeite ich beim DBSV und habe das Glück, bei einem Projekt mit dem Titel "Punktum" mitzuwirken: Es verhilft vielen erwachsenen Menschen, deren Sehvermögen nachlässt, zu mehr Selbstständigkeit im Alltag, indem sie die Brailleschrift lernen. Außerdem werden durch das Projekt in Deutschland immer mehr Menschen, die Braille schon beherrschen, zu Braille-Lehrkräften für Erwachsene ausgebildet.

In unseren einwöchigen Qualifizierungsseminaren lernen die angehenden Lehrkräfte alles rund ums Vermitteln der Brailleschrift. Auch psychologische Grundlagen des Unterrichtens sowie Didaktik und Informationen über die Lernfähigkeit im Alter stehen auf dem Programm.

Meine Arbeit ist spannend und erfüllend, weil ich mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammenkomme und ständig neue Erfahrungen mache: Seminare müssen organisiert, Lernmaterialien erstellt und Aktivitäten anderer Mitwirkender am Projekt koordiniert werden.

So haben wir zum Beispiel die Entwicklung einer Software zum Braille-Lernen in Auftrag gegeben, und es war interessant für mich, die Entwicklung mitzuverfolgen und gemeinsam über Verbesserungsideen und Einsatzmöglichkeiten nachzudenken.

Jetzt können Erwachsene also auf verschiedene Arten Braille lernen: mit der Software, falls sie schon eine Braillezeile haben, oder mit unserem sehr umfangreichen und unterhaltsamen Kursmaterial, das die gesamte Braillevollschrift abdeckt und speziell auf die Bedürfnisse von Erwachsenen zugeschnitten ist. Oder sie lassen sich von einer der ausgebildeten Lehrkräfte unterrichten.

Es ist uns wichtig zu zeigen, dass das Erlernen von Braille nicht nur machbar ist, sondern sogar Spaß machen kann. Deshalb achten wir bei den Übungsinhalten darauf, dass sie abwechslungsreich, humorvoll und alltagstauglich sind.

Von der Küche bis zur Literatur  –  mit Braille kann man vieles selbstständig erledigen, und wer sich einmal darauf einlässt, merkt oft, dass Braille viele Möglichkeiten zur Selbstständigkeit eröffnet. Und selbst wenn man langsam liest oder der Tastsinn nicht mehr so ausgeprägt ist, wie man sich das wünscht, reicht es für die wichtigen Dinge. Der Einsatz moderner Technologien ändert nichts daran, dass Braille auch 200 Jahre nach seiner Erfindung eine große Bereicherung für blinde Menschen ist.

Vor allem finde ich es großartig, dass viele unserer Seminarteilnehmenden selbst blind sind  –  manche erst seit wenigen Jahren. Sie nutzen Braille täglich, meistern ihren Alltag damit und zeigen somit ihren (zukünftigen) Schülerinnen und Schülern, welch ein Gewinn das ist. Für mich ist es schön, mitzuerleben, wie sie zu Vorbildern werden, die andere inspirieren.

Mehr als 60 Teilnehmende haben wir bereits ausgebildet, und da das Interesse und die Resonanz sehr groß waren, haben wir für dieses Jahr zwei weitere Seminare geplant.

Ein Highlight war für mich ein Seminar in Polen, das wir vergangenen Sommer für Reha-Lehrkräfte aus der Ukraine organisiert haben. Diese Menschen arbeiten mit Soldaten, die durch den Krieg ihr Augenlicht verloren haben. Wir haben im Seminar unseren Ansatz vorgestellt und uns viel über Braille-Unterricht in unseren jeweiligen Ländern ausgetauscht. Das Feedback war sehr positiv und ein paar Teilnehmende haben sogar unseren Punktum-Braillekurs ins Ukrainische übertragen.

Für mich ist es eine Bereicherung, zu sehen, wie sehr sich die Menschen in unseren Seminaren weiterentwickeln. Das Projekt wächst, und ich freue mich darauf, dass wir noch viele Menschen auf diesem Weg begleiten können.

Besonders freut mich, dass immer wieder Menschen mit unterschiedlichsten Fragen zum Thema Braille auf mich zukommen. Ob Menschen Braille für sich selbst lernen möchten oder Lehrkräfte werden wollen, ich bin gerne Ansprechpartnerin.


Kontakt zu
Sonja Schmidt
Koordinatorin des Projekts "Punktum"
Tel.: 030 / 28 53 87  –  153
E-Mail: s.schmidt@dbsv.org


Infos zu "Punktum", Lernmaterial zum Herunterladen sowie die Möglichkeit, eine Lehrkraft zu finden, gibt es unter: www.dbsv.org/punktumbraillelernen.html

Herzen und Punkte für Fleißige

Weil sie als alleinreisende blinde Frau in einem Urlaub auf große Sprachbarrieren stieß, lernt Vivian Hösch seit zweieinhalb Jahren täglich Englisch, Spanisch und Französisch. Dafür nutzt sie die App Duolingo. Wie barrierefrei die Anwendung ist, wie das Üben aussieht und warum ihr eine App lieber ist als ein Sprachkurs, erzählt die reisefreudige Freiburgerin im folgenden Beitrag.

Von Vivian Hösch  


Mein Name ist Vivian Hösch, und ich bin sehr reisefreudig. In anderen Ländern ist es nützlich, als blinder Mensch die Sprachen zu sprechen; schließlich können wir uns weder mit Händen noch mit Füßen unterhalten. Auf meinen Reisen allein nach Australien oder auf Flugreisen ab Basel waren mir Englisch und Französisch immer sehr nützlich.

Was es bedeutet allein und ohne Sprachkenntnis unterwegs zu sein, wurde mir klar, als ich einmal über Spanien nach Hause geflogen bin und einen ausschließlich Spanisch sprechenden Assistenten am Flughafen hatte. Er wollte mir den Einstieg in einen Kleinbus komfortabel gestalten und stellte einen Hocker vor die hohe Stufe. Da ich von Kindheit an vollblind bin, irritierte mich diese zwar gut gemeinte, aber mit Worten unerklärte "Hilfe". Durch Tasten verstand ich endlich, was der Herr beabsichtigt hatte.

Aufgrund solcher Erfahrungen habe ich begonnen, mit der App Duolingo Spanisch zu lernen. Englisch, Französisch und Latein hatte ich in der Schule; so kann ich nun "alte" Sprachen auffrischen und "neue" Sprachen selbst erlernen.

Duolingo ist eine App für das Smartphone oder Tablet. Eine Webversion gibt es ebenfalls. Ich selbst benutze die App mit Voiceover auf meinem iPhone. Es gibt Schreib-, Sprech- und Hörübungen. Außerdem Vokabelaufgaben, bei denen passende Paare aus mehreren fremdsprachigen Wörtern gebildet und übersetzt werden müssen. Zu kurzen Geschichten sollen Verständnisfragen beantwortet werden.

Neue Nutzerinnen und Nutzer können mithilfe eines Einstiegstests ihr individuelles Niveau ermitteln, auf dem sie beginnen. Zudem können sie angeben, mit welchem Ziel sie lernen, zum Beispiel für Reisen, aus beruflichen Gründen oder zum Zeitvertreib. Nach und nach werden die Übungen schwieriger. Anfangs müssen beispielsweise nur vorgesprochene Sätze mit vorgegebenen Wörtern gebildet oder mit einzelnen Wörtern ergänzt werden. Auf schwierigeren Leveln hingegen wird ein Satz vorgesprochen, der ohne vorgeschlagene Wörter frei nachgeschrieben werden soll. Hierbei ist Französisch mit all seinen Akzenten auf Vokalen natürlich kniffliger als Englisch.

Wer Duolingo kostenfrei nutzen möchte, hat eine bestimmte Anzahl Herzen pro Tag zur Verfügung, wie Lebenspunkte oder Versuche in einem Videospiel. Jeder gemachte Lernfehler kostet ein Herz, durch fehlerfreie Übungen können Herzen zurückgewonnen werden. Wenn alle Herzen weg sind, können keine Übungen mehr gemacht werden. Dann heißt es warten, bis sich die Herzen nach einiger Zeit von selbst regeneriert haben. Wer das Bezahl-Modell "Super Duolingo" nutzt, kann unbegrenzt üben.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich mit anderen Lernenden zu verbinden. Dann werden zum Beispiel deren Fortschritte angezeigt, oder wie lange ihr "Streak" bereits andauert. Der Streak ist die Anzahl an aufeinanderfolgenden Tagen, an denen ich geübt habe. Gerade habe ich einen 978-tägigen Streak (Stand 1. Dezember 2024).

Eingestiegen bin ich mit der kostenlosen Version. Inzwischen teile ich mir ein Familien-Abo mit Freunden, was über das Jahr verteilt mit 20 Euro pro Person sehr kostengünstig ist.

Spanisch habe ich soweit gelernt, dass ich über ein Basiswissen verfüge und Kinder verstehe. Bei Erwachsenen wird es schwieriger  –  sie sprechen meistens schneller. Es ist eine wundervolle Morgenroutine, um in den Tag zu starten, denn schon ein paar Minuten täglich reichen. Ich kann mein Handy überall benutzen. Wenn ich unterwegs bin, kann ich Hörübungen überspringen und stattdessen Dinge schreiben, wenn ich nicht möchte, dass meine Mitfahrenden mithören.

Wer sich nicht sicher ist, kann ja mit der kostenlosen Version starten. Wie immer gilt es, am Anfang auszuprobieren, die App kennenzulernen, Freude daran zu finden und dann am Ball zu bleiben. Ich habe über Bekannte von der App erfahren und sie auf gut Glück ausprobiert. Weil es gleich super lief und mit Voiceover gut zu bedienen ist, habe ich keine Alternativen ausprobiert.

Ein Tipp für Fortgeschrittene: Wer Englisch intuitiv beherrscht und nicht mehr darüber nachdenken muss, kann es als Muttersprache einstellen und so unter mehr Sprachen wählen. Mit Deutsch als Muttersprache stehen Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch zur Auswahl. Wer Englisch als Basis wählt, kann mehr als 40 Sprachen lernen. So habe ich meine sehr guten Englischkenntnisse genutzt, um mich auch an Tschechisch heranzuwagen. Die drei anderen Sprachen, die ich lerne  –  Englisch, Französisch und Spanisch -, lerne ich mit der Basissprache Deutsch.

Durch das Lernen mit Duolingo fallen für mich Wege zu Sprachschulen weg, und ich muss mir keine Sorgen über Materialien und deren Lesbarkeit machen. Ich lerne nach dem Motto: If you don't use it  –  you lose it (Wenn du es nicht nutzt, wirst du es vergessen.)

Vivian Hösch (33) lebt in Freiburg.

Wie sich fehlende Teilhabe auswirkt

Deutlich mehr junge Menschen mit Behinderung als Gleichaltrige ohne Behinderung sehen sich mit Problemen konfrontiert. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag der Aktion Mensch erstellt wurde. Das "Inklusionsbarometer Jugend", so der Titel der Studie, offenbart zum Beispiel: Doppelt so viele junge Menschen mit Behinderung als solche ohne fühlen sich einsam.


Die Aktion Mensch hat ein "Inklusionsbarometer Jugend" veröffentlicht, die erste bundesweite Vergleichsstudie zu Teilhabechancen von jungen Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren mit und ohne Behinderung. Ein zentrales Ergebnis: Etwa sechs von zehn jungen Menschen haben bereits Diskriminierungserfahrungen gemacht, bei den Jugendlichen mit Beeinträchtigung liegt der Anteil mit 85 Prozent noch höher.

Ein Drittel der jungen Menschen mit Behinderung sorgt sich, zukünftig noch stärker diskriminiert zu werden. Junge Menschen ohne Beeinträchtigung betrifft diese Sorge nur halb so häufig. Die Sprecherin von Aktion Mensch, Christina Marx, kommentiert das so: "Es ist noch ein weiter Weg, bis Vielfalt mehrheitlich als normal oder gar als Vorteil für unsere Gesellschaft wahrgenommen wird. Deshalb ist Inklusion von Anfang an in allen Lebensbereichen so wichtig."

Unabhängig vom Faktor Behinderung ähneln sich dem Inklusionsbarometer zufolge die Bedürfnisse und Herausforderungen der jungen Generation. Jedoch sehen sich junge Menschen mit Beeinträchtigung in allen fünf untersuchten Teilhabe-Bereichen mit deutlich größeren Herausforderungen konfrontiert. Dies betrifft die Bereiche soziale Beziehungen, Alltagsleben, Selbstbestimmung, individuelle Entfaltung und Nicht-Diskriminierung.

So haben junge Menschen mit und ohne Behinderung zwar die gleichen Vorlieben bei der Freizeitgestaltung. Allerdings haben diejenigen mit Behinderung weniger Möglichkeiten, sie gleichberechtigt wahrzunehmen, beispielsweise aufgrund des eklatanten Mangels an Barrierefreiheit. Das gilt auch für ihren Schul-, Ausbildungs- und Berufsalltag.

Am ehesten zufrieden ist die sogenannte Generation Z mit ihren sozialen Beziehungen. Dabei geben junge Menschen mit Beeinträchtigung als wichtigste Stütze mit 72 Prozent die Familie an. Für junge Menschen ohne Beeinträchtigung liegen dagegen Freundschaften mit 86 Prozent auf Platz eins.

Jungen Menschen mit Behinderung fällt es mit 27 Prozent deutlich schwerer, neue Freundschaften zu schließen als jungen nicht-behinderten Menschen mit neun Prozent. "Überall dabei sein zu können, ist wichtig, um Kontakte zu knüpfen", sagt Christina Marx. "Da viele junge Menschen mit Beeinträchtigung nicht gleichberechtigt teilhaben können, ist der Unterschied in dem Bereich die bittere Konsequenz." Infolgedessen fühlen sich junge Menschen mit Behinderung mit 26 Prozent doppelt so häufig einsam wie junge Menschen ohne Behinderung mit 13 Prozent.

Mehr als die Hälfte derjenigen mit Beeinträchtigung bemängelt, dass ihnen zu wenig zugetraut wird  –  gegenüber 29 Prozent der Jugendlichen ohne Behinderung. Das wirkt sich negativ auf das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit aus. So glaubt die Hälfte der jungen Befragten mit Behinderung, andere in ihrem Alter könnten viel mehr als sie selbst. Von der Vergleichsgruppe findet dies nur knapp ein Fünftel.

Nur gut die Hälfte der befragten jungen Menschen mit Behinderung ist mit ihrem Leben insgesamt zufrieden  –  gegenüber mehr als drei Viertel der jungen Menschen ohne Beeinträchtigung.

"Junge Menschen sind in unserer Gesellschaft mit ihren Anliegen unterrepräsentiert und haben keine ausreichende Lobby", resümiert Christina Marx. "Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe  –  also von jeder Person  –  junge Menschen zu unterstützen und eine gleichberechtigte Teilhabe der Generation Z sicherzustellen."

Quelle: Aktion Mensch


Um ausführliche Infos sowie die Studie zum Herunterladen zu erhalten, Suchbegriffe "Aktion Mensch" und "Inklusionsbarometer Jugend" in eine Internet-Suchmaschine eingeben.


Dazu ein Bild: Fünf junge Menschen sitzen nebeneinander an einer besprühten Hauswand, vor ihnen eine Frau im Rollstuhl, dessen Rad ein Sternenbild schmückt. Alle tragen legere Kleidung (Jeans und Sneakers).

Leserbriefe

Protestieren, aber mit Niveau

Zu "Bündnis für Barrierefreiheit" (DBSV-Inform, Sichtweisen, Buch 2, Oktober 2024)


Im Buch Sichtweisen auf der CD DBSV-Inform von Oktober 2024 habe ich mit Interesse den Beitrag "Bündnis für Barrierefreiheit: Der Bundesregierung auf den Tisch kacken" gehört, war aber entsetzt über die Formulierung. Ich kenne Raul Krauthausen nicht persönlich, aber ich habe das Gefühl, dass er gern protestiert. Das kann zwar nicht schaden, aber trotzdem sollte er auf die Wortwahl achten, wenn er in unserem Namen spricht. Wir als Menschen mit Behinderung wollen schließlich ernst genommen werden. "Auf den Tisch kacken" ist meiner Meinung nach unteres Niveau.

Ich finde Protestaktionen wichtig, habe ich doch selbst einmal ein Schlupfloch im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zu spüren bekommen, und die Sache wurde schließlich vor Gericht verhandelt.

Ich habe das Gefühl, dass manche Verantwortliche in Gremien von Behindertenorganisationen und -einrichtungen Behörden gegenüber auftretende Probleme nicht oder sehr zurückhaltend angehen  –  aus Angst um Fördermittel.

In der September-Ausgabe hat mich besonders das Interview mit Julia Witte vom Verein Digitalcourage beeindruckt. Auch mich als bekennender Internetmuffel stört der Digitalzwang. Im Beruf habe ich mit dem Internet gearbeitet, zu Hause möchte ich das aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Frau Witte spricht mir in vielen Dingen aus der Seele.

Leider stelle ich fest, dass auch in unseren Hörmagazinen des Verbands immer wieder auf das Internet verwiesen wird. Uns Analogen bleibt so manches verborgen, was auch für uns interessant wäre.

Ursula Steinbrich, Chemnitz  

Rätsel

In der folgenden Anekdote verstecken sich  –  auch über Wortzwischenräume und Satzzeichen hinweg  –  folgende Gebirge und Gewässer: Alpen, Anden, Atlas, Bach, Haff, Lache, Meer, Riff, See und Sund. In welcher Reihenfolge kommen sie im Text vor?


Die Pharma-Frösche


Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte lachend, er habe begriffen und nun wisse er: Wenn er sich mit Vertretern der Pharmaindustrie an den Tisch setze und sie mal penibel um Sparvorschläge bitte, sei das so ähnlich, wie wenn er Frösche auffordere, nach vorn zu kommen und Vorschläge zur Trockenlegung ihres Sumpfes zu machen. Mit ihrem Verhalten komme er klar. Den Rat: "Lass es sein!" befolge er nicht. Letztendlich schaffe er es immer, ihnen Sparvorschläge abzutrotzen.

Text und Scherenschnitt:
Thomas Christian Dahme  


Bitte senden Sie die Lösung bis zum 20. Januar an den

DBSV
Rungestraße 19,10179 Berlin oder per
E-Mail an: sichtweisen@dbsv.org


Alle richtigen Einsendungen nehmen im Januar 2026 an einer Verlosung teil (Informationen zur Datenverarbeitung gemäß Art.13 DSGVO unter www.dbsv.org/datenschutz.html) .

Lösung des November-Rätsels

Leber  –  Bein  –  Herz  –  Fuß  –  Niere  –  Hals  –  Kopf  –  Lunge  –  Auge  –  Mund  –  Arm  –  Ader



Kurzinfo: Forum  –  im direkten Austausch

Schicken Sie Ihre Geschichten, Empfehlungen oder Leserbriefe an
sichtweisen@dbsv.org

oder per Post an

DBSV
Redaktion "Sichtweisen"
Rungestraße 19, 10179 Berlin

Panorama:

Forschung

Augengesundheit von Frauen und Männern

Die Augengesundheit von Männern und Frauen ist nicht gleich. Unterschiede in der Anatomie und bei den Hormonen beeinflussen die Häufigkeit von Augenerkrankungen. Auch reagieren Frauen oft empfindlicher auf Medikamente und Kontaktlinsen, haben jedoch bessere Behandlungsergebnisse. Daten von 2023 zeigen, dass Frauen in den USA ein um 15 Prozent höheres Risiko als Männer tragen, zu erblinden oder eine Sehbehinderung zu bekommen.

Frauen sind beispielsweise weltweit zwei- bis viermal häufiger vom Engwinkelglaukom betroffen, einer Form des Grünen Stars. "Das liegt zum Teil an anatomischen Unterschieden, da Frauen oft kleinere Augen und engere Vorderkammerwinkel haben", erläutert Prof. Dr. Maya Müller, Ärztliche Direktorin des Instituts für Refraktive und Ophthalmo-Chirurgie Zürich.

Auch Grauen Star (Katarakt) entwickeln Frauen weltweit in vielen Regionen bis zu 1,7-mal häufiger, insbesondere nach der Menopause. "Hier könnte der Rückgang von Östrogen als Schutzfaktor gegen oxidativen Stress im Auge eine Rolle spielen", sagt die Augenärztin.

Geschlechterunterschiede gibt es auch bei der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Therapien. "Wir wissen, dass Frauen häufig sensibler auf bestimmte Medikamente oder konservierende Zusatzstoffe in Augentropfen reagieren", berichtet Müller. Andererseits schlagen Therapien oft besser an, weil Frauen ihre Behandlung konsequenter umsetzen. "Frauen wenden Glaukomtropfen regelmäßiger an, und bei der Altersabhängigen Makuladegeneration benötigen sie weniger Kontrolluntersuchungen", erklärt die Expertin. Viele Augenärztinnen und -ärzte sind ihr zufolge nicht ausreichend geschult, um geschlechtsspezifische Faktoren zu berücksichtigen. Vor allem aber sei noch nicht genügend erforscht, was die Unterschiede bei den Geschlechtern konkret für Therapie und Prävention bedeuteten.


Dazu ein Bild: Das Augenpaar einer Frau. Sie hat im Original blaue Augen, dunkle Wimpern und blickt aus eigener Sicht nach links.

Gesellschaft

Aktion Mensch feierte 60-jähriges Bestehen

Die Aktion Mensch konnte gegen Ende vergangenen Jahres auf 60 Jahre seit ihrer Gründung zurückblicken. Sie ist Deutschlands größte private Förderorganisation im sozialen Bereich und setzt sich für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung sowie die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen ein. In den Jahren ihres Bestehens hat sie mehr als 5,4 Milliarden Euro an soziale Projekte in ganz Deutschland weitergegeben, um die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern.

Die Aktion Mensch wurde vom ZDF und sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege gegründet. Meilensteine hat sie zum Beispiel 1997 gesetzt, als sie mit Verbänden und Initiativen durch die bundesweite Kampagne "Aktion Grundgesetz" die Gesetzesergänzung zu Artikel 3 des Grundgesetzes ("Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden") in den Fokus der Gesellschaft rückte.

Ein weiterer Meilenstein war die Kampagne "Ich will kein Mitleid. Ich will Respekt", die statt Fürsorge die Forderung nach Teilhabe von Menschen mit Behinderung in den Vordergrund stellte. Dieser Paradigmenwechsel fand im Jahr 2000 auch Ausdruck in der Namensänderung von Aktion Sorgenkind zu Aktion Mensch.

DVfR wählt neue Vorstände

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) hat einen neuen Haupt- und einen neuen Geschäftsführenden Vorstand gewählt. Zunächst wurde während einer Mitgliederversammlung im Oktober der Hauptvorstand gewählt, der aus 110 Personen besteht. Der Hauptvorstand wählte dann Anfang November den Geschäftsführenden Vorstand.

Dieser setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. In ihren Ämtern bestätigt wurden unter anderem Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann als Vorsitzender und Andreas Bethke vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband als zweiter stellvertretender Vorsitzender. Prof. Dr. Bernhard Greitemann von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie wurde als erster stellvertretender Vorsitzender neu gewählt. Er war zuletzt Beisitzer im Geschäftsführenden Vorstand.

Der neue Hauptvorstand beriet erste Schwerpunkte für seine Arbeit in der neuen Amtsperiode. Dazu zählen die weitere Begleitung des gesamten Rehabilitations- und Teilhaberechts sowie der Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Pflege. Bearbeitet werden die Schwerpunkte vor allem in den 14 Fachausschüssen der DVfR. Ein Höhepunkt der Verbandsarbeit 2025 soll der zweitägige DVfR-Kongress am 28. und 29. Oktober in Berlin werden.

Teilhabe

"Leipziger Erklärung" und Beschluss zur Inklusion

Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern haben eine gemeinsame Erklärung verabschiedet: die "Leipziger Erklärung". Sie ist das Ergebnis eines Gesprächs der Behindertenbeauftragten mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder, das sie im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) im Oktober 2024 in Leipzig führten. Thema war die Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).

In der "Leipziger Erklärung" stellen die Behindertenbeauftragten Forderungen zur Umsetzung der UN-BRK. Es bedarf ihnen zufolge verstärkter Anstrengungen, Impulse und Instrumente, insbesondere in den Bereichen Arbeit und Fachkräfte, Gesundheit, Wohnen und Bildung.

Die MPK hat die "Leipziger Erklärung" aufgegriffen und auf ihrer Jahrestagung einen Beschluss zur "Inklusion von Menschen mit Behinderungen" gefasst. Darin bekunden die Länderregierenden unter anderem, dass sie die selbstbestimmte, gleichberechtigte und wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen fördern und die Betroffenen einbeziehen wollen.

Den Bund bitten sie, die Aufwendungen der Eingliederungshilfe "unter besonderer Betrachtung der Aufwendungen für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes" zu ermitteln und mit ihnen über einen Ausgleich für einen finanziellen Mehraufwand zu verhandeln.


Die vollständige Erklärung ist mithilfe der Suchbegriffe "Leipziger Erklärung" und "Jahreskonferenz" im Internet zu finden.


Dazu ein Bild: Der Bundesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel steht mit verschränkten Armen, aber lächelnd, vor einem Gebäude. Er trägt ein dunkles Sakko und ein weißes Hemd. Sein mitteldunkles Haar ist kurz und voll.

"Bremer Appell": Forderungen zur Inklusion

Anlässlich des 30. Jahrestags des Inkrafttretens des besonderen Benachteiligungsverbots in Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 Grundgesetz haben sich die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern im November in Bremen mit den rechtlichen Vorgaben des Grundgesetzes befasst.

Vor dem Hintergrund der aktuellen bundespolitischen Entwicklungen fordern die Beauftragten von der neuen Bundesregierung und dem Parlament, dass die inklusionspolitischen Vorhaben aus der 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags, insbesondere das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), das Gesetz zur Ausgestaltung der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (IKJHG) sowie die Reform des Werkstattrechts besonders prioritär umgesetzt werden.

Die Behindertenbeauftragten haben konkrete Forderungen an Bund, Länder und Kommunen gerichtet. Diese Forderungen sind im "Bremer Appell", der zum Abschluss der Konferenz der Beauftragten verabschiedet wurde, zusammengefasst.


Die Forderungen sind mithilfe der Suchbegriffe "Bremer Appell" und "Beauftragte" im Internet zu finden.

Gesundheit

Projekt für bessere medizinische Versorgung

Zwölf Partner aus dem Sozial- und Gesundheitswesen haben sich zusammengeschlossen, um einer Versorgungslücke entgegenzuwirken. Es geht um taubblinde und hörsehbehinderte Patientinnen und Patienten: Sie haben in Krankenhäusern häufig Verständigungsprobleme. Ihr Risiko für eine Unter- oder Fehlversorgung im Krankenhaus ist entsprechend hoch.

Darum starten nun drei Facheinrichtungen, vier Universitätskliniken, Krankenkassen und Selbsthilfeorganisationen das Projekt "Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte und interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderungen", kurz GaViD-Sinne. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Als Facheinrichtungen sind das Deutsche Taubblindenwerk, die Nikolauspflege und die Blindeninstitutsstiftung beteiligt.

Die Stützpunkte sind für Berlin, Hannover, Stuttgart/Tübingen und Würzburg geplant. Dort sollen sich verschiedene Disziplinen für eine bessere medizinische Versorgung der Patienten vernetzen. Die ersten Patienten werden von Juni 2025 an erwartet. "Mit einer ausführlichen Diagnostik und Beratung wollen wir die adäquate Versorgung von Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung sicherstellen", erklärt Melissa Glomb, Geschäftsführerin des Taubblindenwerks.

Laut Schätzungen leben rund 10.000 Menschen in Deutschland mit einer doppelten Sinnesbehinderung. Es könnten jedoch mehr sein, da vor allem bei schwer geistig und mehrfachbehinderten Menschen Taubblindheit und Hörsehbehinderung oft nicht diagnostiziert werden.

Auszeichnungen

Der DBSV hat und erhält ein "Herz für Taubblinde"

Der DBSV hat einen Preis für sein Engagement für taubblinde Menschen erhalten. Anfang November 2024 fand in Kassel die vom DBSV veranstaltete Tagung "hörsehbhindert/taubblind" statt. Sven Fiedler aus Rottweil, Künstler, Erfinder und selbst hörbehindert und blind, hat den von ihm selbst gespendeten Preis "Ein Herz für Taubblinde" verliehen. Der DBSV erhielt den Preis in der Kategorie "Organisationen". Der Preis für Einzelpersonen ging an den DBSV-Taubblindensprecher Lothar Herz aus Thüringen. Ein Team entscheidet über den Preis für Organisationen; über den nächsten Preis für Einzelpersonen der jeweils aktuelle Preisträger.

Der Preis wurde 2024 zum sechsten Mal verliehen. Er besteht aus einer von Sven Fiedler aus Lindenholz geschnitzten Skulptur, die ein Herz mit einem Auge und einem Ohr darstellt. Ausgezeichnet werden Personen und Organisationen, die sich besonders um die Förderung taubblinder Menschen verdient gemacht haben.


Dazu ein Bild: Verständigung mit taubblinden Menschen: Eine kleine, gespreizte Hand liegt auf einer größeren. Die andere Hand der größeren Person macht mit zwei Fingern Lorm-Zeichen auf die kleinere Hand.

DVfR zeichnet Forschungsinstitut aus

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) hat dem "Forschungsinstitut für Bewegung und Sport" (FIBS) die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2024 verliehen. Die als gemeinnützige GmbH geführte Einrichtung FIBS mit Sitz in Frechen erhielt die Auszeichnung für besondere Leistungen in der Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Das Forschungsinstitut fördert seit seiner Gründung im Jahr 2008 die Inklusion, das Selbsthilfepotenzial und das selbstbestimmte Leben von Menschen mit Behinderungen durch lokale, nachhaltige Projekte zum Thema Bewegung und Sport.

So begleitet FIBS aktuell wissenschaftlich das Projekt "InBiA  –  Inklusive Bildung von Anfang an". InBiA möchte eine Lücke füllen, die entsteht, wenn die Frühförderung von Kindern mit Ende der Kindergartenzeit ausläuft. Es gibt Kooperationen mit Frühförderstellen und Grundschulen sowie Beratung betroffener Familien im ersten Schuljahr.

In einem weiteren Projekt wird ein bereits entwickeltes Trainingskonzept für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer bundesweit etabliert werden.

Sport

Schießsport-Cup: Nicht nur für Fortgeschrittene

Die Schützengesellschaft Langelsheim im Harz lädt sehbehinderte und blinde Menschen und ihre Begleitpersonen ein, an dem von ihr ausgerichteten 2. Internationalen Deutschland-Cup (Idecup) im Mai teilzunehmen. Der Verein hat nach eigenen Angaben seine vereinseigenen Schießsportanlagen modernisiert, barrierefrei und inklusiv umgebaut sowie mit zwölf Anlagen für blinde und sehbehinderte Menschen ausgestattet.

Eingeladen sind nicht nur Menschen, die bereits Schießsport betreiben, sondern insbesondere solche, die es bisher nicht getan haben.

Während der Veranstaltung präsentieren Hilfsmittelanbieter ihre Produkte für sehbehinderte und blinde Menschen.


2. Internationaler Deutschland-Cup
Schießsportanlagen Schützengesellschaft
Kastanienallee 2d, Langelsheim
29. Mai bis 1. Juni 2025
Anmeldeschluss: 31. März 2025
Mehr Infos unter: www.idecup.eu

Aus den Ländern

Blindheit in Büchern und Filmen: Neue Website

Rund 35 Jahre lang hat Ulrike Backofen als Mitarbeiterin des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg zum Thema Blindheit und Sehbehinderung in Büchern und Filmen geforscht. Die Darstellung blinder und sehbehinderter Menschen in diesen Medien ist keineswegs so positiv, wie es manchmal auf den ersten Blick scheint.

Offene Diskriminierung gibt es selten, hat Ulrike Backofen festgestellt. Stattdessen tauchen oft Stereotype auf, das heißt einer ganzen Gruppe werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Das Problem struktureller Diskriminierung werde weitgehend ausgeblendet.

Ulrike Backofen ist kürzlich in den Ruhestand gegangen; die Ergebnisse ihrer Arbeit sind jedoch auf einer neuen Website nachzulesen. Wer sich näher mit dem Thema Blindheit und Sehbehinderung in den Medien beschäftigen möchte, findet dort Informationen, Quellenangaben und Auswertungen  –  Ergebnisse von Ulrike Backofens jahrzehntelanger Arbeit zu diesem Thema.


Die Website zum Thema: www.blickwinkel-blindheit.de


Ein Interview von Melanie Wölwer mit Ulrike Backofen ist zu finden auf DBSV-Inform, November 2024, Buch 10 (www.dbsv-inform.org).

Aura-Hotels: Entspannter Urlaub ohne Barrieren

Aura-Hotels und -Pensionen sind Orte, die speziell auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen zugeschnitten sind. Insgesamt vier Häuser bieten die ganze Bandbreite angenehmer Urlaubsunterkünfte, von der familiär geführten Pension bis zum 3-Sterne-Wellness-Hotel. Von der See bis in die Berge: Die Aura-Hotels liegen in den schönsten deutschen Ferienregionen und sind ideale Ausgangspunkte für Ausflüge, auf Wunsch mit sehender Begleitung. Alle Unterkünfte sind barrierefrei eingerichtet und bieten ein umfangreiches Begegnungs- und Veranstaltungsprogramm. Auch für Seminare und Gruppenfreizeiten sind die Häuser sehr gut geeignet.


Die Standorte von Nord nach Süd:

  • Aura-Hotel Boltenhagen (Mecklenburg-Vorpommern): Tel.: 03 88 25 / 3 70-0
  • Aura-Hotel Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein): Tel.: 0 45 03 / 60 02-0
  • Aura-Pension Rochsburg (Sachsen): Tel.: 03 73 83 / 8 38-00
  • Aura-Hotel Saulgrub (Bayern): Tel.: 0 88 45 / 99-0

Mehr Infos im Internet unter www.aura-hotels.dbsv.org

Service:

Ziele erreichen auf smarte Art

Warum ist es oft so schwer, ein Ziel zu erreichen? Vielleicht weil es nicht präzise genug formuliert ist und wir auch sonst eher darauf zuwurschteln, als es vor und während der Umsetzung auf bestimmte Kriterien abzuklopfen. Die Methode SMART kann helfen, ein konkretes, erreichbares Ziel ins Auge zu fassen und am Ende froh zu sagen: Geschafft!

Von Ute Stephanie Mansion  


Alle verfolgen Ziele: Regierungen, Unternehmen, Vereine und auch Individuen. Am Anfang des Jahres sprechen wir gern von "guten Vorsätzen", doch eigentlich gibt es immer Ziele, die wir erreichen möchten. "Ziele sind für uns Menschen generell wichtig, weil wir einen Kompass brauchen, eine Richtung, in die es gehen kann", sagt die Sozialpädagogin Miriam Leipold, die als Coachin auch mit sehbehinderten und blinden Menschen arbeitet und selbst blind ist. "Untätigkeit ist für uns schlimm. Indem wir uns Ziele setzen, die für uns realistisch sind, helfen wir uns selbst, im Alltag voranzukommen und auf Spur zu bleiben."

Oft bleiben Ziele jedoch in weiter Ferne und werden nicht erreicht  –  oder nur teilweise. Dabei gibt es Methoden, die uns unseren Zielen näherbringen und das eine oder andere sogar verwirklichen helfen.

Eine dieser Methoden heißt SMART. Der Begriff heißt zu Deutsch "schlau", "clever" und lässt sich leicht merken. Er ist jedoch auch ein Akronym: Jeder Buchstabe steht für eine Eigenschaft, die das Ziel haben sollte. Praktischerweise hat man im Deutschen Wörter gefunden, die dem Sinn nach den ursprünglich englischen Eigenschaftsbegriffen nahekommen und ebenfalls das Wort "Smart" ergeben. Diese Begriffe sind: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert. So also sollten Ziele sein.

Schauen wir uns die SMART-Methode an einem Beispiel an. Was könnte ein Ziel für jemanden sein, dessen Augen allmählich schlechter sehen? Ein Ziel könnte sein, die Brailleschrift zu lernen, ein anderes, sich mit einem Langstock gut orientieren zu können. Das klingt beides noch sehr weit gefasst. Das Ziel soll aber spezifisch sein, also könnte es lauten: "Ich möchte mit meinem Langstock und ohne fremde Hilfe mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meiner Tochter fahren können."

Ist das Ziel messbar? Ja, auch wenn es nicht quantifizierbar ist. Aber wenn die Person, die sich dieses Ziel gesetzt hat, das Haus der Tochter erreicht, ohne viel länger für den Weg zu brauchen als vorher, ist dies das messbare Ziel.

Attraktiv ist es für die Person ebenfalls, denn sie möchte ihre Tochter ja weiterhin besuchen. Die intrinsische, also innere Motivation, das Ziel zu erreichen, ist also wahrscheinlich hoch.

Das Ziel ist auch realistisch, sofern der Weg nicht voller Gefahren steckt, die auch noch dauernd die Gestalt wechseln. Baustellen, die ständig an einem anderen Abschnitt der Strecke auftauchen, machen es für einen Langstock-Anfänger vielleicht unrealistisch, ohne fremde Hilfe ans Ziel zu gelangen.

Terminiert werden kann das Ziel, indem sich die Person, die es ins Auge fasst, einen Zeitpunkt ausguckt, bis zu dem sie es erreicht haben möchte. Hat das Mobilitätstraining bereits begonnen, könnte zum Beispiel ein Zeitraum von zwei, drei Monaten geplant werden, um das Ziel  –  die eigenständige Fahrt zur Tochter  –  zu erreichen. Wer noch kein Mobilitätstraining beantragt hat, könnte sich  –  ebenfalls mit der SMART-Methode  –  vornehmen, sich darum zu kümmern.

Die SMART-Methode stammt aus dem Projektmanagement  –  entwickelt wurde sie von dem Ökonom Peter Drucker. Es gibt auch Kritik an der Methode. Für Unternehmen soll sie nicht in jedem Fall zielführend sein. Sie passt zudem nicht zu jedem Ziel. Sind zu viele Unwägbarkeiten im Spiel, wird sie nicht fruchten. Bei einem gemeinsamen Ziel mehrerer Personen ist die Frage, ob alle das Ziel verfolgen, weil sie es wollen oder weil sie es müssen. Ist das Ziel nicht für alle gleich attraktiv, werden auch nicht alle gleich viel Energie investieren, um es zu verwirklichen. Allerdings taucht Attraktivität bei den englischen Begriffen auch nicht auf. Dort steht das A für "achievable", also "erreichbar".

Coachin Miriam Leipold sieht bei diesem Punkt eine Schwäche der SMART-Methode. "Mir persönlich fehlt bei dieser Methode ein bisschen das Emotionale", erklärt sie. "Wenn eine Methode auch den emotionalen Faktor berücksichtigt und wir uns dem Ziel verbunden fühlen, fällt es uns oft leichter, es umzusetzen." Die SMART-Methode könne hilfreich sein für alle, die gern strukturiert etwas angehen möchten, sagt Miriam Leipold.

Wer sich nicht allzu komplexe und realistische Ziele vorgenommen hat, kann es also einmal mit der SMART-Methode probieren. Die einzelnen Schritte lassen sich konkret benennen und hin und wieder kann geprüft werden, wie weit man sich dem Ziel genähert hat.


Das vollständige Interview mit Miriam Leipold zum Thema "Ziele erreichen" steht zum Lesen und Hören auf www.sichtweisen-online.org. Zum Finden den Namen Miriam Leipold ins Suchfeld eingeben.



Kurzinfo: Erbrechtliche Beratung  –  ein Service der rbm

Soll ich ein Testament machen? Worauf muss ich achten? Was kostet das? Fragen, die sich auch sehbehinderte und blinde Menschen stellen. Die gemeinnützige Rechtsberatungsgesellschaft rbm (Rechte behinderter Menschen) bietet darum einen neuen Service für Mitglieder der DBSV-Landesvereine und der korporativen Mitglieder: eine erbrechtliche Beratung mit einer abschließenden Empfehlung.


Was ist Beratungsinhalt?

1. Bewertung der Lebensumstände des oder der Ratsuchenden

2. ein einstündiges Telefonat eines Juristen oder einer Juristin der rbm mit dem oder der Ratsuchenden (Fakten-Check, Ermittlung des Hauptanliegens)

3. zusammenfassende Darstellung mit rechtlicher Bewertung und einer Empfehlung mit Eckpunkten für eine erbrechtliche Verfügung


Was kostet das? Die rbm berechnet für diese Form der erbrechtlichen Beratung eine Gebühr von 240,75 Euro (inkl. Umsatzsteuer). Die schriftliche Darstellung kann zum Beispiel einem Notar oder einer Notarin zur konkreten Testamentsberatung vorgelegt werden.


Fragen Sie uns  –  wir beraten Sie gern:

rbm gemeinnützige GmbH
Rechte behinderter Menschen
Biegenstraße 22, 35037 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 9 48 44-90 oder -91
E-Mail: kontakt@rbm-rechtsberatung.de
Internet: www.rbm-rechtsberatung.de

Medien:

Bücher

Zwei Leben  –  Die Strafsache Wilhelm Schweiger

Die Berliner Strafverteidigerin Pamela Pabst, Vorbild und Beraterin für die ARD-Serie "Die Heiland  –  Wir sind Anwalt" um die blinde Rechtsanwältin Romy Heiland hat einen Roman geschrieben, der auch als Hörbuch erschienen ist. "Zwei Leben  –  Die Strafsache Wilhelm Schweiger" lautet der Titel.

Die Handlung ist fiktional und 1986 im noch geteilten Berlin angesiedelt. In einer Mischung aus Krimi, Justizdrama, Lebens- und Liebesgeschichte schildert die Autorin den Werdegang des Berliner Rechtsanwalts Wilhelm Friedrich Schweiger. Dessen Doppelleben mit einer Prostituierten sowie der Umstand, dass diese eines Tages schwer verletzt aufgefunden wird, werden ihm zum Verhängnis.

Pamela Pabst: Zwei Leben  –  Die Strafsache Wilhelm Schweiger
Hörbuch (20:09 Stunden)
Sprecher: Ingo Hoppe


Als Hörbuch auf allen gängigen Hörbuchplattformen erhältlich; Veröffentlichung als E-Book und Book on Demand geplant

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Ein Buchtipp von Gabi Schulze, dzb lesen


Dieser Roman ist eine vergnügliche Hochstapler-Geschichte. Martin Hartung, der Besitzer einer schlecht gehenden Videothek in Berlin, wird 30 Jahre nach dem Mauerfall ungewollt über Nacht zum Helden. Er soll laut Recherchen eines Journalisten eine Massenflucht aus der DDR organisiert haben. Dabei gelangten 127 Menschen in einem S-Bahnzug vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen. Hartung arbeitete damals als Stellwerksmeister.

In Wahrheit hat er aber nicht absichtlich die entsprechende Weiche gestellt. Es ist ihm aus Versehen ein Bolzen der besagten Weiche gebrochen. Zunächst dementiert er den Sachverhalt des Journalisten, ist aber nach einem ordentlichen Honorar bereit, dessen Aussagen zu bestätigen. Danach wird Michael Hartung überall als Held gefeiert. Als er jedoch Paula trifft, die er liebt und die damals in jenem S-Bahnzug saß, kann er mit der Lüge nicht mehr so einfach leben.

Ein unterhaltsamer Roman, der eine Satire auf den Medien- und Politikbetrieb, aber auch über einen Helden wider Willen ist.

Maxim Leo: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
DAISY-CD (6:39 Stunden)
3 Bände, Kurzschrift


Ausleihe und Verkauf
Tel.: 03 41 / 71 13  –  113 bzw.  –  119
E-Mail: bibliothek@dzblesen.de

Der Name meines Vaters

Ein Buchtipp von Maren Gebhardt, Norddeutsche Hörbücherei


"Ich bin Mario Castelucci, Ihr Sohn. Ich würde Sie gern kennenlernen. Meine Mutter ist tot." Mario, Abiturient an einem Internat, hat soeben seine gewaltsam zu Tode gekommene Mutter identifiziert und entdeckt auf ihrem Telefon die Adresse seines leiblichen Vaters. Seine Mutter hatte ihren Sohn einem anderen Mann untergeschoben, dessen Namen er trägt und der längst das Weite gesucht hat.

Mario lernt seinen Vater kennen und begreift, was er ist: Zufallsprodukt einer instabilen Frau, die sich im Leben zu kurz gekommen glaubt, und eines gut situierten, gescheiten und auch noch ziemlich prominenten Mannes. Mit diesem Hintergrund kommt ein Durchschnittsleben für Mario nicht in Frage, er will das Ungewöhnliche riskieren. Er spricht an einer renommierten Schauspielschule vor und wird angenommen. Glücklich angekommen in seiner neuen Welt, erschaffen von den genialen Geistern der Literatur, meint Mario, sich erden zu müssen. Er verliebt sich in eine Frau, die seiner Mutter auf fatale Weise ähnlich ist.

Die Autorin steigt tief in die Psychologie der Roman-Charaktere hinab, um innere Zusammenhänge ans Licht zu heben und den Mechanismen unseres Lebens auf den Grund zu gehen.

Margarete Dreßler: Der Name meines Vaters
DAISY-Hörbuch (11 Stunden)
Sprecher: Vincent Wojdacki

Unsere 100 besten antientzündlichen Rezepte

Ein Buchtipp von Denise Lekoui, BIT-Zentrum


Essen, das nicht nur satt macht, sondern gleichzeitig auch heilt, indem es das Immunsystem stärkt, wichtige Stoffwechselprozesse in Gang hält und die Lebensqualität verbessert. Von Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose bis zu Alzheimer oder Darmerkrankungen  –  chronische Entzündungen spielen bei der Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten eine entscheidende Rolle. Ohne dass wir es merken, entflammen sie im Laufe des Lebens und bleiben viel zu lange unentdeckt, obwohl wir sie mit den richtigen Lebensmitteln frühzeitig im Keim ersticken könnten. Die aus dem Fernsehen bekannten "Ernährungs-Docs", die zugleich Bestseller-Autoren sind, präsentieren in diesem Kochbuch ihre 100 besten Rezepte und halten sich dabei an ihr bewährtes Prinzip: "Die beste Medizin kommt aus dem Kochtopf."

Viola Andresen, Jörn Klasen, Matthias Riedl: Unsere 100 besten antientzündlichen Rezepte. Mehr Wohlbefinden, weniger Schmerzen, länger jung bleiben

Sprecherin: Karin May
DAISY-Hörbuch: ca.390 Minuten
Preis (CD): 29 Euro


Zu bestellen beim
BIT-Zentrum
Tel.: 0 89 / 5 59 88  –  136 oder  –  144 (AB)
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org



Kurzinfo: Medibus-Katalog

Im Online-Katalog der Medien,gemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen (Medibus) sind rund 100.000 Punktschrift- und Hörbuchtitel verzeichnet. Diese Titel können über alle angeschlossenen Blindenbüchereien ausgeliehen werden. Informieren Sie sich bei Ihrer Bücherei oder stöbern Sie selbst im Internet unter: www.medibus.info

Hörfilme

Die Notlüge

Hubert und Patricia sind seit einem Jahr ein Paar, sie arbeiten beide für einen Fernsehsender. Hubert hat sich für Patricia von seiner Frau Helga getrennt, mit der er zwei Töchter hat. Helga erwartet ein Kind von ihrem neuen Partner Wolfi. Das Patchwork-Leben funktioniert recht gut.

Nun soll gemeinsam der 85. Geburtstag von Huberts Mutter Marianne gefeiert werden, und alle fahren mit dem Auto aufs Land zu Huberts Elternhaus. Das Problem: Hubert hat seiner Mutter die Trennung von Helga bisher verheimlicht. Marianne ist so ergriffen davon, dass sie wieder Großmutter wird, dass niemand den Mut aufbringt, ihr zu gestehen, dass Hubert nicht der Vater des Babys ist. Also geben Helga und Hubert das glückliche Ehepaar in freudiger Erwartung, und Wolfi und Patricia werden als Helgas Bruder und dessen Frau vorgestellt.

Und so nimmt das Festessen seinen Lauf, bis am Ende alle erschöpft, gekränkt, betrunken und verzweifelt sind und selbst nicht mehr ganz so genau wissen, mit wem sie warum zusammen sind  –  oder sein möchten.

Die Notlüge
Komödie, Deutschland, Österreich 2017
Drehbuch: Pia Hierzegger
Regie: Marie Kreutzer
Mit Pia Hierzegger, Josef Hader, Brigitte Hobmeier


In der ZDF-Mediathek verfügbar bis 26. Januar 2025

Wer ohne Schuld ist

Paul ist 24 und arbeitet in seinem Heimatdorf Dornbach als Erzieher. Er ist unsicher, was seine Zukunft angeht, und trinkt mit seinen Freunden alle Zweifel einfach weg. Am Morgen nach dem Dorffest wacht er mit einem Filmriss und blutigem T-Shirt auf. Als er erfährt, dass auf dem Gelände ein Toter gefunden wurde, beginnt er an seinen Erinnerungen zu zweifeln. Der Tote war der Ex-Freund seiner Freundin Isabella. Bruchstückhaft erinnert er sich an Flammen, Streit, Blut. War er womöglich selbst der Täter?

Kriminalkommissarin Anita stammt auch aus Dornbach; für die Ermittlungen kommt sie eher widerwillig ins Dorf zurück. Sie kennt Cliquen wie die von Paul und seinen Freunden nur zu gut. Mit ihrem Kollegen Mike versucht sie, Licht ins Dunkel zu bringen, ohne ihre eigenen Dämonen zu wecken.

Wer ohne Schuld ist
Spielfilm, Deutschland 2024
Drehbuch: Lilly Bogenberger, David Weichelt
Regie: Sabrina Sarabi
Mit Aaron Hilmer, Lou Strenger, Max Wolter


In der ARD-Mediathek verfügbar bis 23. Oktober 2025

Anzeigen:

Hinweis:

Manche Hilfsmittel, die von einer Krankenkasse finanziert wurden, bleiben in deren Eigentum und dürfen vom Versicherten nicht verkauft werden. Bitte achten Sie deshalb darauf, in privaten Kleinanzeigen ausschließlich Hilfsmittel aus Privateigentum anzubieten.

Private Kleinanzeigen

Partnersuche

Frau (64 Jahre, 1,76 m) mit Gehbehinderung und kleinem Sehrest sucht Partner aus dem Rems-Murr-Kreis, der mit seinem Sehvermögen unterstützen kann.

Tel.: 01 70 / 9 18 68 77

Gewerbliche Anzeigen

Englischkurse für alle!

Reaktivieren Sie Ihr Englisch oder lernen Sie neu. Fragen, Infos, Buchungen gerne per E-Mail an karin_hildebrand@t-online.de

Com-M

Sie suchen preiswerte Vorführgeräte in erstklassiger Qualität, Braillezeilen, Vorlesegeräte, Brailledrucker etc.? Schauen Sie doch mal auf unserer Webseite vorbei: www.com-m.de


Braille hat Zukunft, und wir wollen, dass das so bleibt! Deshalb haben wir einen neuen Brailledruckservice für Kleinmengen eingerichtet. Wenn Sie keinen eigenen Brailledrucker haben, drucken wir für Sie Sitzungs- und Vereinsunterlagen, einmalige Handouts, Schulbücher und anderes mehr. Anlieferung der Originale digital oder in Schwarzdruck. Fordern Sie unser individuelles Angebot für Ihren Auftrag an! Wir drucken, damit Sie am Drücker sind.

Com-M
Tel.: 0 77 64 / 9 333 700
info@com-m.de

AASB Maria Seidling

Ihr zertifizierter Partner seit über 38 Jahren

Dragon NaturallySpeaking mit Spezialanpassungen für Sehbehinderte und Blinde, jetzt mit KI

JAWS, Braillezeilen, Lesesysteme und Hilfsmittel

Tel.: 0 91 22 / 8 24 04
E-Mail: aasb@aasb-seidling.de

Landeshilfsmittelzentrum Dresden

BlindShell Classic 3

Das BlindShell Classic 3 ist ein weiterentwickeltes Mobiltelefon für blinde und sehbehinderte Menschen, das Einfachheit mit innovativen und leistungsstarken Funktionen verbindet. Seine taktile Tastatur, die intuitive KI-Sprachsteuerung und die vollumfängliche Sprachausgabe sorgen für eine barrierefreie und unkomplizierte Bedienung. Neben den bereits auf dem BlindShell Classic 2 vorhandenen Applikationen gibt es einige wichtige Neuerungen:

Tandem App: Ermöglicht Kommunikation und Echtzeit-Unterstützung durch Freunde und Familie. Das bedeutet u.a., dass Menschen, denen Sie vertrauen, Sie aus der Ferne bei Telefoneinstellungen oder komplexeren Apps unterstützen können.

Luna KI Assistent: Verwaltet Termine, beantwortet Fragen und vereinfacht die täglichen Aufgaben.

Verwendung von Drittanbieter-Apps: Ermöglicht den Zugriff auf ein breiteres Spektrum von Applikationen

BlindShell Classic 3 ist in zwei wunderschönen Farben erhältlich: Ocean Blue  –  ein dunkles Blau und passend dazu Golden Sands  –  ein warmer, sandfarbener Ton


Ocean Blue Bestell-Nr.: M840
Golden Sands Bestell-Nr.: M841
Preis je Telefon: 649,00 Euro


Funk-Armbanduhren "Mastertime"

Klassische, sehr deutlich sprechende Funkarmbanduhren mit schwarzem Lederband bzw. Flexband aus Metall und weißem Zifferblatt.


Ansage von Uhrzeit und Datum, Weckfunktion und Stundenalarm, DCF-Zeitsignal
Durchmesser: Herren-Uhr: 4,3 cm, Damen-Uhr: 3,75 cm
Herren-Uhr, Lederband, Bestell-Nr.: U282
Herren-Uhr, Zugband, Bestell-Nr.: U283
Damen-Uhr, Lederband, Bestell-Nr.: U287
Damen-Uhr, Zugband, Bestell-Nr.: U288
Preis je Uhr: 79,90 Euro


Sprechender Funkwecker mit analoger Anzeige

Das Beste aus beiden Welten: Funkwecker mit einem schwarzen Zifferblatt, kräftigen weißen Ziffern und Zeigern sowie einer lauten, deutlichen Sprachausgabe.

LED Hintergrundbeleuchtung, fünf verschiedene Alarmzeiten und Lautstärkestufen, Stundenalarm möglich, DCF-Zeitsignal


Durchmesser Zifferblatt: 9,5 cm
Höhe Ziffern: 1,5 cm
Farbe Ziffernblatt: schwarz
Farbe Gehäuse, Ziffern und Zeiger: weiß
Bestell-Nr.: U258
Preis: 54,90 Euro


Wieder verfügbar: Analog-Armband-Uhren "Diana Talks"

Uhr mit sehr kontrastreichem Zifferblatt (schwarze, verstärkte Zeiger und Ziffern auf weißem Untergrund) und eine sehr deutliche Ansage von Uhrzeit und Wochentag.

Einfache Bedienung: Ein fühlbarer Knopf um die Ansage von Uhrzeit und Wochentag auszulösen.


Farbe: verchromtes, glänzendes Metallgehäuse mit schwarzem Lederband
Diana Talks S Durchmesser ca.3,3 cm
Bestell-Nr.: U140
Diana Talks L Durchmesser ca.3,7 cm
Bestell-Nr.: U141
Preis je Uhr: 94,00 Euro


Gerne senden wir Ihnen unseren Katalog in Schwarzschrift, in Punktschrift oder auf DAISY-CD. Besuchen Sie auch unseren Onlineshop unter www.lhz-dresden.de


Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.  –  Landeshilfsmittelzentrum
Louis-Braille-Str.6, 01099 Dresden
Tel.: 03 51 / 8 09 06 24
Fax: 03 51 / 8 09 06 27
E-Mail: lhz@bsv-sachsen.de

Hilfsmittelberatung Telefonberatung:
Montag, Mittwoch und Donnerstag: 10-16 Uhr
Dienstag: 10-18 Uhr
Freitag: 10-13 Uhr

Hilfsmittelberatung vor Ort:
Montag: geschlossen
Dienstag: 10-18 Uhr
Mittwoch und Donnerstag: 10-16 Uhr
Freitag: 10-13 Uhr
Nach vorheriger Vereinbarung sind wir auch gerne außerhalb dieser Zeiten für Sie da  –  bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns!

Bestellungen im Internet:
www.lhz-dresden.de

Marland  –  Qualitätsprodukte für blinde und sehbehinderte Menschen

Color Star Pro

Verabschieden Sie sich von Unsicherheiten bei der Farberkennung und genießen Sie die Freiheit, Farben sicher und zuverlässig zu unterscheiden. Der Color Star Pro ist Ihr perfekter Begleiter für ein unabhängiges und farbenfrohes Leben.

Eigenschaften

- Erkennt über 1700 Farbnuancen

- Kristallklare Sprachausgabe

- Dynamische Farbmessung

- Delta E (CIE2000)

- RGB und LCH Farbanalyse

- Lichtanalyse

- Farbvergleich


Color Star Pro und viele weitere Hilfsmittel sind erhältlich bei:


Marland GmbH  –  Spezialversand für blinde und sehbehinderte Menschen
Bestellhotline: 00800 63 63 63 63
www.marland.eu

Papenmeier Hotline Service

Unser wir für Ihren Hilfsmittel Notfall
kostenfreie Hotline: +49 2304 205 250


Kontakt:
F.H. Papenmeier GmbH & Co.KG
Talweg 2, 58239 Schwerte
Telefon: +49 2304 205 0
Fax: +49 2304 205 205
Internet: info.reha@papenmeier.de
www.papenmeier-rehatechnik.de


Bildbeschreibung: Unser wir für Ihren Hilfsmittel Notfall: Es ist eine Gruppe von drei RehaTechnik Mitarbeitern, zwei Männer und eine Frau, zu sehen, die freundlich in die Kamera schauen.

DBSV: Augenblicke feiern

Ob Geburtstag, Jubiläum oder Firmenfest: Feiern Sie Ihren besonderen Augenblick und schenken Sie blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben!

Bitten Sie Ihre Gäste anstelle von Geschenken um eine Spende zugunsten von Menschen mit Sehverlust.

Informationen zum Thema "Spenden statt Geschenke" erhalten Sie bei den 19 Landesvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) oder unter www.dbsv.org/spenden-statt-geschenke




Rückseite:

Rund ums Auge gut beraten

Probleme mit dem Sehen?

Wir sind für Sie da.

Wir informieren und beraten zu Hilfsmitteln, rechtlichen Themen und vielen anderen Fragen rund ums Sehen.

Blickpunkt Auge finden Sie bisher in 14 Bundesländern.

Regionale Kontaktstellen:
www.blickpunkt-auge.de

Überregionaler Dienst:
Telefon 030 28 53 87-183
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Rat und Hilfe bei Sehverlust

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